Mit dem Kilchberger Schwinget sind alle grossen Schwingfeste des Jahres 2026 ausgetragen worden. Wir blicken zurück und nehmen alle Kranzfestsieger unter die Lupe.
Aus jedem Verband gibt es einen Schwinger, der an zwei Kranzfesten der Saison reüssieren konnte. Samuel Giger stellt hier eine Ausnahme dar, denn streng genommen hat er mit dem Zürcher Kantonalschwingfest nur ein Kranzfest für sich entscheiden können. Der Sieg am Kilchberger Schwinget sollte in diesem Artikel aber nicht unterschlagen werden und wird hier deshalb dazugezählt. Man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass Samuel Giger noch mehr Schwingfeste für sich hätte entscheiden können, wenn er während der gesamten Saison fit geblieben wäre. So musste er sich mit zwei Festsiegen begnügen. Nach dem Sieg am Saisonhöhepunkt wird der Thurgauer damit aber gut leben können.
Lario Kramer, Lukas Bissig und Sinisha Lüscher haben jeweils zwei Kantonalschwingfeste in ihrem Verband für sich entscheiden können. Der Südwestschweizer stand dazu noch am Jurassischen und Neuenburger Kantonalschwingfest im Schlussgang, verlor aber jeweils gegen Romain Collaud. Lüscher hätte in dieser Saison ebenfalls noch einen ganz grossen Sieg feiern können, doch auf dem Weissenstein verlor der 20-Jährige im Schlussgang gegen Nick Alpiger.
Einen Bergsieg konnte hingegen Adrian Walther in dieser Saison feiern. Am Schwarzsee-Schwinget sah er sich im Schlussgang Daniel Tschumi gegenüber. Noch in der ersten Minute wurde der grossgewachsene Berner seiner Favoritenrolle gerecht. Ausser einem Gestellten gegen Curdin Orlik holte sich Walther an diesem Tag nur Maximalnoten und konnte so die Bergfestsaison für sich optimal lancieren.
Mit dem Sieg am Südwestschweizer Teilverbandsfest hat Michael Moser im Alter von 21 Jahren schon den dritten unterschiedlichen Teilverbandssieg feiern können. Nur zu gerne hätte auch Romain Collaud den Sieg für die Südwestschweizer wieder einmal geholt. Der SWSV wartet seit 2008 auf einen einheimischen Sieger. Collaud hat alle seine drei Festsiege an Kantonalschwingfesten in der Romandie erringen können.
Der Schwingerkönig erwischte nicht sein absolut bestes Jahr und trotzdem steht Armon Orlik am Ende mit drei Kranzfestsiegen da. Der Nordostschweizer reüssierte am Glarner-Bündner und am Bündner-Glarner. Dazu war er Co-Festsieger auf dem Brünig. Auch in Kilchberg wäre Orlik beinahe im Schlussgang gestanden, doch im fünften Gang wurde der Schwingerkönig überraschend von Marcel Bieri auf den Rücken gelegt. So verpasste Orlik den NOS-Showdown gegen Samuel Giger.
Bereits früh in der Saison war Werner Schlegel in absoluter Hochform. Der Toggenburger gewann das erste Bergfest des Jahres und heizte auch am Berner Kantonalen dem BKSV ordentlich ein. Auch das Nordostschweizer Teilverbandsfest konnte der 23-Jährige für sich entscheiden. Dazu triumphierte Werner Schlegel am St.Galler Kantonalschwingfest, wie am Nordostschweizer, siegte er im Schlussgang gegen Damian Ott, und auf dem Brünig. Beim Bergfest an der Grenze zwischen der Innerschweiz und dem Kanton Bern teilte sich Schlegel den Sieg mit Matthieu Burger, Armon Orlik und Fabian Staudenmann.
Hinten raus bremste der Körper Schlegel etwas aus. Zwei Schwingfeste musste Schlegel absagen und auch auf der Schwägalp gab der Eidgenosse nach vier Gängen auf. In Kilchberg wirkte der Nordostschweizer auch nicht so, als wäre er in absoluter Topform. Trotzdem konnte er sich herausragend in den Dienst des Verbandes stellen und andere Spitzenschwinger wie Michael Moser ausbremsen.
Nick Alpiger zeigte eine formidable Saison. Er selbst bestätigte, dass es wohl seine erfolgreichste der Karriere war. Der 29-Jährige konnte erstmals in seiner Karriere ein Bergfest für sich entscheiden. Auf dem Weissenstein war der Nordwestschweizer siegreich. Dazu gewann der Nordwestschweizer erstmals das heimische Teilverbandsfest, was ihm sichtlich viel bedeutete. Ausserdem war Nick Alpiger bei drei Kantonalschwingfesten erfolgreich.
Da er das Schwingen so sehr liebt, tritt Alpiger auch bei zahlreichen Regionalschwingfesten an. Über 20 Schwingfeste hat er in dieser Saison bislang absolviert. Sieben Regionalschwingfeste konnte der Nordwestschweizer auch noch für sich entscheiden. Würden diese Anlässe auch in dieses Ranking zählen, stünde er deutlich an erster Stelle. So muss der Nordwestschweizer mit dem zweiten Rang vorliebnehmen – etwas, das an Schwingfesten nicht oft vorkam.
Ein Schwinger hat sich auch in diesem Ranking vor alle anderen befördert. Nur Fabian Staudenmann konnte an sechs Kranzfesten am Abend als Sieger nach Hause gehen. Besonders beeindruckend ist, dass er alle drei Bergfeste für sich entscheiden konnte. Während er auf dem Brünig seinen Sieg mit drei Kontrahenten teilte, schwang er auf der Rigi und der Schwägalp alleine oben aus.
Ein besonderes Highlight war auch der Triumph im Berner Wankdorf am heimischen Teilverbandsfest, wie er im Exklusivinterview verraten hat: "Natürlich war das Berner Kantonale im Wankdorf sehr cool. Die Anreise war kurz und ich gehe dort gelegentlich Fussball schauen." Dank der vielen Kranzfestsiege hat Staudenmann zum vierten Mal in Serie die Schlussgang-Wertung der Saison gewonnen. Als erster Schwinger überhaupt konnte der Berner viermal diese Wertung für sich entscheiden.
* Der Kilchberger Schwinget wurde in diesem Artikel ebenfalls als Kranzschwingfest gewertet.
Adrian Walther Andy Signer Armon Orlik Benno Heinzer Bernisch Kantonaler Schwingerverband Damian Ott Fabian Staudenmann Innerschweizer Schwingerverband Jonas Amrhyn Lario Kramer Lukas Bissig Marc Lustenberger Marcel Bieri Martin Roth Matthias Aeschbacher Matthieu Burger Michael Gwerder Michael Moser Michel Schuler Nick Alpiger Nordostschweizer Schwingerverband Nordwestschweizer Schwingerverband Romain Collaud Roman Wandeler Samuel Giger Samuel Schwyzer Schwingen Silvio Oettli Sinisha Lüscher Südwestschweizer Schwingerverband Werner Schlegel