sport.ch

Trotz des Siegs beim Saisonhöhepunkt muss Giger vier Schwingern den Vortritt lassen

Ranking über die gesamte Saison

Über die gesamte Schwingsaison hinweg erschien immer zur Monatsmitte das Powerranking über die formstärksten Schwinger. Nun blicken wir auf die gesamte Saison zurück und küren die besten zehn Schwinger des Jahres 2026. 

10. Armon Orlik (NOSV)

Es war keine triumphale Saison des Schwingerkönigs. Zwei Kranzfeste, die mittelmässig besetzt waren, konnte Armon Orlik trotzdem für sich entscheiden. Dazu kommt der geteilte Festsieg auf dem Brünig. Das Schwingjahr 2026 legte Orlik ganz und gar auf den Kilchberger Schwinget aus und das wäre beinahe auch aufgegangen. Gegen Marcel Bieri hätte der König im fünften Gang den Einzug in den Schlussgang klarmachen können, doch Orlik landete nach einem Schlungg des Innerschweizers selbst auf dem Rücken. 

Unter dem Strich reicht das knapp, um in die Liste der besten zehn Schwinger der Saison aufgenommen zu werden. sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter zweifelt daran, dass Armon Orlik in der nächsten Saison nochmals eine Schippe draufpacken kann. "Ich weiss nicht, ob es am Druck des Königtitels lag. Womöglich merkt er schon ein wenig sein Alter. Ich zweifle daran, dass im nächsten Jahr für Orlik mehr drinliegt."

9. Romain Collaud (SWSV)

Bereits vor dem Kilchberger Schwinget zog Romain Collaud auf Nachfrage ein positives Saisonfazit: "Ab und zu muss ich womöglich etwas mehr ziehen. Im Vergleich mit dem Vorjahr habe ich aber einen Schritt gemacht. Das sehe ich auf dem Schwingplatz." Diese Fortschritte haben Romain Collaud neun Saisonkränze eingebracht. Kein anderer Schwinger konnte öfter die Heimreise mit dem Eichenlaub antreten. 

Beim Saisonhöhepunkt absolvierte der dreifache Kranzfestsieger sieben Kämpfe. Nach den sechs regulären Gängen wurde Collaud nochmals zum Duell aufgefordert. Aufgrund der Verletzung von Michael Ledermann musste der Südwestschweizer noch gegen Mario Schneider antreten. Romain Collaud feierte seinen vierten Sieg des Tages. Auch diese Ausbeute am wichtigsten Fest des Jahres stellte den Eidgenossen zufrieden. Dazu konnte er noch drei Kranzfeste in der Romandie gewinnen. Das alles führt dazu, dass Collaud verdientermassen in die Top Ten des Jahres aufgenommen wird. 

8. Lars Zaugg (BSKV)

Um einen Viertelpunkt verpasste Lars Zaugg am letzten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest den Kranz. Spätestens in diesem Jahr hat sich der Berner aber so richtig ins Zentrum der Aufmerksamkeit befördert. Auf der Rigi und der Schwägalp stand Zaugg im Schlussgang. Auf der Schwägalp musste der Berner dafür gefühlt die gesamte Nordostschweizer Elite aus dem Weg räumen. Lars Zaugg stellte gegen Werner Schlegel und bezwang Damian Ott sowie Domenic Schneider. Erst Fabian Staudenmann erwies sich als zu stark für Zaugg. 

Vielversprechend blickt auch Stefan Burkhalter in die Zukunft von Lars Zaugg: "Wenn Lars Zaugg oder Michael Moser nochmals solche Entwicklungssprünge hinlegen, sind sie spätestens in zwei Jahren am ESAF ganz heisse Kandidaten." Allerdings hat Burkhalter das Gefühl, dass Zaugg seinen Zenit als Vollzeit-Arbeiter und Spitzenschwinger erreicht habe. Möchte der 24-Jährige weiter im Sport vorankommen, rät ihm der zweifache Schwägalp-Sieger, sein Arbeitspensum zu reduzieren. 

7. Sinisha Lüscher (NWSV)

Bereits vor dem Saisonhöhepunkt zog Sinisha Lüscher ein äusserst selbstkritisches Fazit zu seiner Saison: "Da würde ich mir eine Viereinhalb geben", antwortete Lüscher auf die Frage, welche Schulnote er sich für die bisherige Saison geben würde. Der Grund für eine nicht noch höhere Benotung ist schnell gefunden: "Beim Berner Kantonalen und bei der Anzahl der Festsiege. Ich hätte gerne mehr um den Festsieg mitreden können. Ich bin sicher zufrieden mit dem, was ich erreicht habe, aber ich will mehr." Auch am Kilchberger hätte Lüscher gerne um den Sieg mitgeschwungen. Mit drei Siegen und drei Niederlagen musste der 20-Jährige dieses Ziel aber wieder begraben. 

Trotzdem gehörte der Nordwestschweizer zu den erfolgreichsten Schwingern in dieser Saison. Zu Beginn der Saison konnte Lüscher zwei Kranzfestsiege feiern. Dazu stand Sinisha Lüscher auf dem Weissenstein im Schlussgang. Er hatte also einen ersten Bergfestsieg in der eigenen Hand. Dazu gewann er drei Bergkränze und beendete das Nordwestschweizer Teilverbandsfest auf dem zweiten Rang. Für einen 20-Jährigen ist es eine herausragende Bilanz, doch Lüscher ist kein normaler 20‑Jähriger. Er möchte einst nach ganz oben und zeigt sich dementsprechend schon in jungem Alter sehr ambitioniert. 

6. Lukas Bissig (ISV)

Mit 18 Siegen aus 18 Kämpfen machte Lukas Bissig bereits vor dem Start der Kranzfestsaison auf sich aufmerksam. Danach gewann er noch zwei der ersten drei Kranzfeste in seinem Schwingjahr. Der Innerschweizer überzeugte vollends, konnte diesen Schwung aber nicht ganz mitnehmen. 

Die Resultate von Bissig lesen sich bis zum Ende des Jahres sehr gut, doch eine Schlussgangteilnahme auf einem Berg oder einem Teilverbandsfest blieb aus. Lukas Bissig hat zwar viele zweite Ränge in seiner Bilanz, wirklich nahe an den Festsieg kam er im weiteren Saisonverlauf nur noch selten. Trotzdem war der 23-Jährige der konstanteste Schwinger aus dem ISV, der auch jederzeit gegen andere starke Schwinger überzeugen konnte. Er wird nach einem weiteren starken Wintertraining auch im nächsten Jahr ein heisser Kandidat für Top-Leistungen sein. 

5. Samuel Giger (NOSV)

Die Einordnung von Samuel Giger in dieses Ranking fällt schwer. Stand der Nordostschweizer am Start, gehörte er zu den Allerbesten und mit dem Sieg am Kilchberger Schwinget hat er sein grosses Saisonziel erreicht. Platz fünf würdigt diese Errungenschaften, denn um ganz nach vorne zu kommen, hat er zu wenige Schwingfeste absolviert. 

Samuel Giger hatte ab Ende Mai mit einer hartnäckigen Muskelverletzung im Schulterbereich zu kämpfen. Sein Comeback wollte der Nordostschweizer am liebsten bereits auf der Schwägalp feiern, doch es verzögerte sich und so kam es erst in Kilchberg zur triumphalen Rückkehr. Im ersten Gang legte er den Eidgenossen Matthias Aeschbacher auf den Rücken. Nur im dritten Gang liess er sich von Michael Ledermann kurzfristig ausbremsen. Am Nachmittag folgten drei weitere Siege, die den historischen Erfolg Gigers sicherstellten. Als erst zweiter Schwinger überhaupt konnte der Thurgauer den Festsieg am Kilchberger verteidigen. 

4. Michael Moser (BKSV)

Michael Moser ist unter den besten Schwingern des Landes angekommen. In Kämpfen mit den absoluten Topshots gelingt es dem jungen Berner aber noch nicht, in aller Regelmässigkeit auch Siege einzufahren. So hat der 21-Jährige beispielsweise im Wankdorf gegen Werner Schlegel und in Kilchberg gegen Samuel Giger wichtige Gänge verloren. So kommt auch Burkhalter zu folgendem Urteil: "In Kilchberg hat sich gezeigt, dass Moser, Lüscher und Co. tolle Schwinger sind, aber noch etwas zu den Topcracks fehlt." 

Der Schwingexperte geht aber auch davon aus, dass sich Moser über den Winter noch einmal weiterentwickeln wird. Mit dem Sieg am Südwestschweizer Teilverbandsfest sowie zwei anderen Kranzfestsiegen hat Moser aber sein Können schon in diesem Jahr eindrücklich unter Beweis gestellt. Der fünfte Rang war das schlechteste Resultat, das Moser während des ganzen Jahres hinnehmen musste. Damit verfehlt er das Podest in unserem Ranking nur knapp. 

3. Werner Schlegel (NOSV)

Bereits früh in der Saison war Werner Schlegel in absoluter Hochform. Der Toggenburger gewann das erste Bergfest des Jahres und heizte auch am Berner Kantonalen dem BKSV ordentlich ein. Auch das Nordostschweizer Teilverbandsfest konnte der 23-Jährige für sich entscheiden. 

Werner Schlegel konnte im Jahr 2026 oftmals jubeln.

Hinten raus bremste der Körper Schlegel etwas aus. Zwei Schwingfeste musste Schlegel absagen und auch auf der Schwägalp gab der Eidgenosse nach vier Gängen auf. In Kilchberg wirkte der Nordostschweizer auch nicht so, als wäre er in absoluter Topform. Trotzdem konnte er sich herausragend in den Dienst des Verbandes stellen und andere Spitzenschwinger wie Michael Moser ausbremsen. Unter dem Strich war es eine fantastische Saison von Schlegel, die aufs Treppchen reicht. 

2. Nick Alpiger (NWSV)

Nick Alpiger absolvierte 2026 mehr als 20 Schwingfeste. Er liebe es einfach, zu schwingen, wie er im Exklusivinterview verriet. Doch der Nordwestschweizer hat nicht nur viele Schwingfeste absolviert, sondern diese auch sehr erfolgreich absolviert. So kam Alpiger zum Schluss, dass es wohl seine beste Saison seiner Karriere war: " Ich denke, auch von der Disziplin und vom Fleiss her ist es die beste Saison bis jetzt. Ich habe sehr viel kanalisiert und den Schwerpunkt in allen Bereichen voll und ganz aufs Schwingen legen können."

Alpiger konnte erstmals in seiner Karriere ein Bergfest für sich entscheiden. Auf dem Weissenstein war der Nordwestschweizer siegreich. Dazu gewann der Nordwestschweizer erstmals das heimische Teilverbandsfest, was ihm sichtlich viel bedeutete. Ausserdem war Nick Alpiger bei drei Kantonal- und sieben Regionalschwingfesten erfolgreich. Die Kadenz an Spitzenplätzen macht ihn zur Nummer zwei der Saison 2026. 

1. Fabian Staudenmann (BKSV)

Fabian Staudenmann war vor dem Kilchberger Schwinget der meistgenannte Favorit auf den Festsieg. Trotz des verpassten Siegs beim Saisonhöhepunkt ist der Berner Schwinger fraglos die Nummer eins, wenn man auf die ganze Saison zurückblickt. Sechs Kranzfeste konnte Staudenmann für sich entscheiden – davon fünf in Serie. 

Der beste Schwinger der letzten Jahre gewann alle drei Bergfeste, bei denen er am Start stand. Mittlerweile hat Staudenmann auf allen Bergen bereits einen Sieg feiern dürfen. Dazu konnte er das heimische Teilverbandsfest im Wankdorf gewinnen. Bereits vor der Saison rief der 26-Jährige dieses Fest als eines seiner grossen Ziele des Jahres aus. Mit fünf Siegen und einem Gestellten lieferte er ab, wie beinahe über die ganze Saison hinweg. Staudenmann ist eine mehr als würdige Nummer eins des Jahres 2026. 

Armon Orlik Bernisch Kantonaler Schwingerverband Burkhalters Sägemehl-Insights Fabian Staudenmann Innerschweizer Schwingerverband Lars Zaugg Lukas Bissig Michael Moser Michel Schuler Nick Alpiger Nordostschweizer Schwingerverband Nordwestschweizer Schwingerverband Romain Collaud Samuel Giger Schwingen Sinisha Lüscher Stefan Burkhalter Südwestschweizer Schwingerverband Werner Schlegel

2026-09-09 21:00:10