Im August sind die letzten Bergfeste und Teilverbandsfeste des Jahres 2026 ausgetragen worden. Natürlich stammt die Mehrheit der Highlights von diesen grossen Festen, doch auch ein emotionaler Moment darf nicht unerwähnt bleiben.
Fünf Festsiege hat Fabian Staudenmann mittlerweile aneinandergereiht. Zwei davon sind in den Monat August gefallen. Sowohl das Bern-Jurassische als auch den Schwägalp-Schwinget sicherte sich der Berner mit sechs Siegen. Staudenmann blieb damit den ganzen Monat über makellos.
sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter sieht deshalb in Fabian Staudenmann den grossen Favoriten für den anstehenden Kilchberger Schwinget: "Ich tippe auf Staudenmann. Ein wirklich schlechtes Schwingfest hat er aber noch nicht eingezogen, wie beispielsweise Armon Orlik am Berner Kantonalen. Es wäre besonders bitter, wenn Staudenmann dann ausgerechnet am Kilchberger einen schlechten Tag einzieht, nachdem er die Saison so dominiert hat." Trotzdem glaubt der sport.ch Schwingexperte aber an einen Festsieg des grossen Favoriten.
Staudenmann selbst geht mit seiner Favoritenrolle gelassen um. Er möchte einfach ein möglichst gutes Fest zeigen: "Ich bin nicht mehr der Jüngste, aber natürlich auch nicht alt. In meiner Karriere durfte ich schon verschiedene Grossanlässe in verschiedenen Rollen erleben. Als junger, unbeschwerter Schwinger bis zum Mitfavoriten und Aussenseiter. Mein Ziel ist es, die gesammelten Erfahrungen einfliessen zu lassen. Im Idealfall habe ich aus der Vergangenheit gelernt und kann mich bestmöglich auf das Fest vorbereiten."
Bereits auf der Rigi stand Lars Zaugg im Schlussgang. Die fast noch beeindruckendere Leistung lieferte der Berner dann Mitte August auf der Schwägalp ab. Im dritten Gang bezwang Zaugg den Nordostschweizer Eidgenossen Domenic Schneider. Das bescherte ihm dann im vierten Gang die Aufgabe Werner Schlegel. Dieser Aufgabe war der 24-Jährige aber gewachsen. Ein hochattraktiver Gang mit Angriffen auf beiden Seiten endete gestellt. Der Schlussgang war für Zaugg weiterhin im Rahmen des Möglichen und diesen erreichte der Berner auch – dank eines Sieges über Damian Ott. Erst Fabian Staudenmann konnte Zaugg dann stoppen.
Auch Schwingexperte Stefan Burkhalter weiss selbst nicht genau, weshalb Lars Zaugg nun plötzlich so erstarkt ist, freut sich aber darüber. Der Gang zwischen Schlegel und Zaugg war auch für den zweifachen Schwägalp-Sieger ein absoluter Leckerbissen. Der Schwinger, der den Kranz am ESAF in Mollis nur um einen Viertelpunkt verpasste, konnte seine gute Form beim letzten Regionalfest vor dem Kilchberger Schwinget bestätigen. Am Kemmeriboden-Schwinget erbte Zaugg nach einem gestellten Schlussgang den Festsieg.
Nick Alpiger hat nach dem Sieg auf dem Weissenstein auch im August ein grosses Fest für sich entscheiden können. Der Nordwestschweizer triumphierte in Mümliswil am heimischen Teilverbandsfest. Der Sieg bedeutete Alpiger sichtlich viel, doch die Emotionen galten zum Teil auch dem unterlegenen Lars Voggensperger, wie Nick Alpiger im Interview verraten hat: "Es war sehr emotional und mit Lars Voggensperger stand ich gegen einen guten Kollegen im Schlussgang. Diese Emotionen gehörten auch ihm, denn ich hätte auch ihm den Festsieg sehr gegönnt."
Grundsätzlich liebt es Nick Alpiger, Schwingfeste zu absolvieren. Daher tritt der 30-Jährige an möglichst vielen Festen an. Dabei könne man viel lernen, ist die Meinung des Eidgenossen. In dieser Herangehensweise sieht Alpiger auch den Grund für seine bislang bockstarke Saison: "Resultatmässig sicherlich. Ich denke, auch von der Disziplin und vom Fleiss her ist es die beste Saison bis jetzt. Ich habe sehr viel kanalisiert und den Schwerpunkt in allen Bereichen voll und ganz aufs Schwingen legen können."
Zum Beginn des Monats August kam es noch zu einem emotionalen Moment in Sörenberg. Beim Regionalschwingfest wurde der Schwingerkönig Joel Wicki feierlich in die Rente verabschiedet. Der Innerschweizer hat sich im letzten Winter dazu entschieden, seine Karriere als aktiver Schwinger zu beenden.
Der Schwingerkönig von Pratteln bedankte sich im Nachhinein beim Entlebucher Schwingverband für die würdevolle Verabschiedung: "Von Herzen danke ich dem Entlebucher Schwingerverband für die würdevolle Verabschiedung. Es war mir eine Ehre, nochmals den Teamzusammenhalt des Entlebucher Schwingerverbands zu spüren." Damit gab es im August nicht nur sportliche, sondern auch emotionale Höhepunkte auf den Schweizer Schwingplätzen zu bestaunen.
Quelle Titelbild: Instagram Joel Wicki
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