Am kommenden Samstag findet in Kilchberg auf dem Stockengut der Saisonhöhepunkt im Schwingen statt: der Kilchberger Schwinget. Im Vorfeld des Fests haben wir auf das Highlight gemeinsam mit unserem Schwingexperten Stefan Burkhalter vorausgeblickt.
Während viele Spitzenschwinger, wie Samuel Giger oder Armon Orlik ihre Saisonplanung komplett auf den Kilchberger Schwinget ausgelegt haben, konnte Stefan Burkhalter mit dem Anlass am Zürichsee nicht viel anfangen: "Für mich hatten der Kilchberger Schwinget wie auch der Unspunnen-Schwinget nie einen grossen Stellenwert, da es keine Kränze gibt. Es zählt schlichtweg nur der Sieg." Das hat Stefan Burkhalter nicht wirklich zugesagt: "Zweitplatzierte gehen sofort vergessen, ich kann mich selbst nur noch an zwei Zweitplatzierte erinnern."
Da nur der Sieg am Kilchberger Schwinget zählt, könnte es zu mehr taktischen Spielchen kommen, meint Burkhalter. Jeder Verband möchte gerne den Sieger stellen, das dürfte dann spätestens ab dem vierten Gang spürbar werden.
"Auch ich habe oftmals taktisch geschwungen. Ich musste mehrfach den Kopf hinhalten, aber das hat mir nichts ausgemacht. Der ein oder andere Schwinger wird sich in Kilchberg opfern müssen." Da werde es innerhalb des Verbandes Anweisungen geben, dass man gewisse Gänge einfach nicht verlieren darf. Das sei schon immer so gewesen und das werde immer so bleiben. Vor allem den BKSV sieht er rund um den Schwingplatz hervorragend aufgestellt: "Die Berner sind vom Verband und vom Team her auch eine Liga höher als alle anderen."
Fünf der letzten sechs Kilchberg-Sieger waren 23 Jahre oder jünger. Auf die Nachfrage, ob die jüngeren Schwinger mit dem happigen Programm in Kilchberg besser umgehen können oder ob es eine statistische Zufälligkeit ist, hat Burkhalter eine klare Meinung.
"Das mit dem Alter ist immer so eine Geschichte. Christian Stucki, Matthias Glarner und Armon Orlik waren allesamt schon über 30 Jahre alt, als sie König wurden. Mir haben sie auch immer gesagt, ich solle aufhören. Mit 40 habe ich aber noch acht Kränze gemacht, davon waren es drei Bergkränze und zwei Teilverbandskränze. In meiner letzten Saison mit 49 habe ich auch noch zwei Kränze geholt. Das Alter spielt daher wirklich keine Rolle."
Stefan Burkhalter über das Alter
Der grosse Favorit auf den Sieg beim Kilchberger Schwinget ist auch schon älter als 23. Fabian Staudenmann hat sich mit jüngst fünf Kranzfestsiegen in Serie in Stellung gebracht und ist der meistgenannte Favorit auf den Sieg beim Eidgenössischen Anlass.
Stefan Burkhalter nennt Michael Moser, Fabian Staudenmann und Werner Schlegel als die grossen Favoriten am Kilchberger: "Ich tippe auf Staudenmann. Ein wirklich schlechtes Schwingfest hat er aber noch nicht eingezogen, wie beispielsweise Armon Orlik am Berner Kantonalen. Es wäre besonders bitter, wenn Staudenmann dann ausgerechnet am Kilchberger einen schlechten Tag einzieht, nachdem er die Saison so dominiert hat." Trotzdem glaubt der sport.ch Schwingexperte aber an einen Festsieg des grossen Favoriten.
Burkhalters Sägemehl-Insights EXKLUSIV Kilchberg-Schwinget Michel Schuler Schwingen Stefan Burkhalter