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Mehrere Mitfavoriten schicken sich an, um den Berner Überschwinger in Kilchberg zu stoppen

Der Favoritencheck vor dem Saisonhöhepunkt

Am kommenden Samstag findet in Kilchberg das prestigeträchtigste Schwingfest des Jahres statt. Am eidgenössischen Anlass gibt es keine Kränze zu gewinnen, es zählt nur der Sieg. Wir machen den Favoritencheck und schauen, wer wirkliche Chancen darauf hat, den Anlass zu gewinnen. Wir haben die Sieganwärter dafür in drei verschiedene Kategorien gesteckt. 

Können für eine Überraschung sorgen

Es ist keine abschliessende Aufzählung, auch andere Schwinger wie Marc Lustenberger, Lario Kramer oder Michael Ledermann könnten für eine Überraschung sorgen, doch es müsste wohl noch mehr zusammenpassen, als es bei diesen sechs Schwingern der Fall ist. 

Alle fünf Teilverbände stellen in dieser Kategorie mindestens einen Schwinger. Nur aus dem starken Berner Lager kommen gleich zwei Athleten. Lars Zaugg und Adrian Walther wussten in dieser Saison schon mehrfach zu überzeugen. Zaugg, der im letzten Jahr den Eidgenössischen Kranz um nur einen Viertelpunkt verpasste, hat vor allem in den letzten Wochen überzeugt. Dabei bewies der Berner, dass die Schlussgangteilnahme auf der Rigi keine einmalige Sensation war. Auf der Schwägalp brachte er die Einheimischen regelrecht zum Verzweifeln und konnte erst von Fabian Staudenmann im Schlussgang gestoppt werden. Adrian Walther hatte in der laufenden Saison phasenweise mit seinem Rücken zu kämpfen. Das stoppte den grossgewachsenen Athleten aber nicht, am Schwarzsee-Schwinget zu triumphieren. 

Aus der Nordwestschweiz muss man Sinisha Lüscher auf der Rechnung haben. Er ist mit seiner bisherigen Saison nicht restlos zufrieden. Einige Auftritte, vor allem jener am Berner Kantonalen, hätten aus seiner Sicht besser sein können. Das grosse Talent will trotzdem in Kilchberg angreifen und bei ihm ist der Sieg das erklärte Ziel. 

Der grösste Trumpf aus der Innerschweiz heisst Lukas Bissig. Der 23-jährige Eidgenosse hat zwar in den vergangenen Wochen keinen Schlussgang bestritten oder ein Kranzfest gewonnen, doch Bissig beendete jüngst zwei Teilverbands- und zwei Bergfeste auf dem zweiten Rang. Läuft es ein wenig mehr für den Urner, reicht es ihm womöglich zum Festsieg. Das gilt auch für den Südwestschweizer Romain Collaud. Innerhalb des SWSV war der Fribourger mit drei Kranzfestsiegen der erfolgreichste Schwinger. Dazu überzeugte er bei überregionalen Anlässen mit Siegen gegen Michael Moser oder Damian Ott. Bringt er diese brillanten Kämpfe an einem Tag zusammen, kann auch Collaud um den Sieg mitschwingen. 

Zu guter Letzt findet sich mit Damian Ott ein Gewinner des letzten Kilchberger Schwingets auf dieser Liste wieder. Der Nordostschweizer würde seinen Coup vor fünf Jahren wohl nur zu gerne wiederholen. 2021 war das Jahr von Ott. Der damals 21-Jährige gewann neben dem eidgenössischen Anlass auch zwei Bergfeste. So stark war Damian Otts Saison heuer noch nicht und trotzdem kann der grossgewachsene Modellathlet jedem Gegner gefährlich werden. 

Der erweiterte Favoritenkreis

Der erweiterte Favoritenkreis ist fest in der Hand der Nordostschweizer. Gleich drei Schwinger sind heisse Siegesanwärter. Armon Orlik richtete seinen Saisonfokus voll und ganz auf den Kilchberger Schwinget aus. Er wollte zum Saisonhöhepunkt in Topform sein. Ob das dem Schwingerkönig gelungen ist, wird sich zeigen. Mit dem geteilten Festsieg auf dem Brünig hat Orlik im Juli eine erste Duftmarke setzen können. 

Ein Fragezeichen gilt es, hinter den Fitnesszustand von Werner Schlegel und Samuel Giger zu setzen. Schlegel liess im Vorfeld des Schwägalp-Schwingets gleich zwei Feste sausen und musste dann auf der Schwägalp das Fest abbrechen. Samuel Gigers letzter Einsatz datiert vom 25. Mai. Können beide ohne grössere Beschwerden am Saisonhöhepunkt antreten, sind sie grosse Siegesanwärter. Beide haben in der Vergangenheit schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie zu den besten Schwingern des Landes gehören. 

Mit Nick Alpiger gibt es auch einen Nordwestschweizer, der zum engeren Favoritenkreis für den Kilchberger Schwinget zählt. Mit viel Fleiss und Leidenschaft geht er den Schwingsport an, wie er jüngst im Exklusiv-Interview erzählte. Mit dieser Akribie hat er die beste Saison seiner Karriere hingelegt. Das heimische Teilverbandsfest und auch ein Bergfest, jenes auf dem Weissenstein, konnte Alpiger unter anderem für sich entscheiden. 

Des Weiteren muss man natürlich auch Michael Moser auf dem Schirm haben. Der junge Berner Eidgenosse hat in dieser Saison schon mehrere perfekte Tage gehabt, an denen er gleich sechs Schwinger ins Sägemehl bettete. Unter anderem konnte er am Südwestschweizer Teilverbandsfest seine ganze Klasse ausspielen. Mit seiner herausragenden Fussarbeit kann er jeden Kontrahenten erwischen, das könnte auch in Kilchberg zum ganz grossen Sieg reichen. 

Der Topfavorit

Nach den letzten Wochen stellt sich die Frage nach dem grossen Gejagten gar nicht lange: Der Topfavorit für den Festsieg in Kilchberg ist Fabian Staudenmann. Die letzten fünf Kranzfeste, darunter drei Bergfeste und das Berner Kantonale, gewann Staudenmann allesamt. Mit der aktuellen Form ist der Berner der Mann, den es zu schlagen gilt. 

In den Wochen vor dem Fest will Staudenmann jetzt nicht mehr die ganz grossen Fortschritte in seinem Training machen, wie er uns im exklusiven Interview verraten hat: "Die Arbeit muss jetzt gemacht sein. Jetzt einer Form nachzurennen, ergibt keinen Sinn. Das Rad muss man nicht mehr neu erfinden. Ab und zu hat man vor einem wichtigen Fest oder einem wichtigen Anlass die Tendenz, Dinge besser machen zu wollen, als man es bislang getan hat. Das birgt Gefahren. Daher versuche ich, im gewohnten Rhythmus weiterzufahren." Am Samstag wird zu sehen sein, ob der grosse Favorit sein Ziel, eine Top-Leistung abzurufen, erreichen kann. Läuft dann alles nach Mass, darf sich Staudenmann zweifacher Kilchberg-Sieger nennen. 

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2026-08-31 18:30:04