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Staudenmann mit den meisten Siegen – doch zwei Schwinger teilen sich die Kranz-Spitze

Powerranking

Kurz vor dem grossen Saisonhighlight – dem Kilchberger-Schwinget – ist für uns der Zeitpunkt gekommen, erneut auf den aktuellen Formstand der Schwinger zu blicken. Der Spitzenschwinger vom letzten Powerranking ist plötzlich verschwunden, während es eine neue verdiente Nummer 1 gibt.

10. Matthieu Burger (neu)

Dass Matthieu Burger momentan auf seinem wohl besten Niveau schwingt, zeigt auch der bisher grösste Erfolg seiner Karriere: ein geteilter erster Platz beim Brünig-Schwinget. Dort gewann er neben Werner Schlegel, Fabian Staudenmann und Armon Orlik das Bergschwingfest. Insgesamt holte er bereits sieben Kränze.

Nur der Kranz beim Bernisch-Jurassischen fehlt ihm. Statt bei diesem Teilverbandsfest zu feiern, musste er einen Rückschlag hinnehmen und das Schwingfest verletzungsbedingt nach zwei Gängen beenden. Eine Verletzung bremste den 24-Jährigen schon im letzten Jahr aus. Es bleibt zu hoffen, dass er sich beim Bernisch-Jurassischen nur eine kleine Blessur zugezogen hat.

9. Romain Collaud (-4)

Beim Südwestschweizer Schwingfest gelang Romain Collaud fast der Coup, wäre er im dritten Gang nicht von Marius Frank geschlagen worden. Doch auch ein zweiter Platz beim Heimfest kann sich mehr als sehen lassen. Seine Leistung bestätigte er zudem auf der Schwägalp, wo er seinen neunten Saison-Kranz gewann.

Der 24-Jährige gehört seit längerer Zeit zu den besten Schwingern des Landes. Mit dem Sieg beim Jurassischen, beim Neuenburger und beim Waadtländer Schwingsfest hat er in dieser Saison ein grosses Ausrufezeichen gesetzt. Und wie die letzten Schwingfeste zeigten: Er hat noch nicht genug.

8. Adrian Walther (-8)

Mit einer Ausbeute von sieben Kränzen kann sich die Saison von Adrian Walther bisher sehen lassen. Und das trotz Rückenbeschwerden, die ihn Mitte Juni plagten und sogar der Grund dafür waren, weshalb er das Oberländische Schwingfest in Gstaad aufgeben musste. Eine Woche später gewann er am Schwarzsee-Schwinget, als hätte es ihn nie gezwickt. Beim Berner Kantonalschwingfest und später beim Südwestschweizer Schwingfest feierte er zwei fünfte Plätze.

Am letzten Wochenende auf der Schwägalp konnte er beinahe nochmals seinen Bergkranzfestsieg wiederholen. Mit zwei Gestellten gegen die Eidgenossen Damian Ott und den Schwingerkönig Armon Orlik sowie vier Siegen holte er schliesslich seinen 14. Bergkranz.

7. Michael Ledermann (neu)

Der Berner riss sich letztes Jahr noch vor dem ESAF das Kreuzband. Weil er das Saisonhighlight aber keineswegs verpassen wollte, stand er trotz des verletzten Knies im Sägemehl – mit Erfolg. Ledermann holte sich dabei den zweiten eidgenössischen Kranz. Spätestens nach dem ESAF musste er die Bänderverletzung aber operieren lassen und länger pausieren.

An den beiden Abendschwingfesten vor dem Berner Kantonalschwingfest beendete er bei seinem Comeback auf dem ersten und zweiten Rang. Auf dem Brünig zeigte er bislang sein bestes Fest in dieser Saison. Gerade mal um einen Viertelpunkt verpasste er den Festsieg. Dort besiegte er den Koloss Domenic Schneider und stellte beim Anschwingen mit Werner Schlegel. Mit fünf Kränzen und damit der vollen Ausbeute nach seinem Kreuzbandriss hätte er keine bessere Comeback-Saison zeigen können.

6. Lukas Bissig (neu)

Lukas Bissig gehört zu den Aufsteigern der Saison. Mit acht Kränzen ist er momentan auch das Aushängeschild und die Hoffnung des Innerschweizer Schwingverbands. Dass der junge Urner aber zum Störfaktor wird, wenn die Nordostschweizer und Berner in Kilchberg um den Sieg kämpfen, glaubt sport.ch-Schwingerexperte Stefan Burkhalter nicht. "Die Innerschweiz spielt die dritte Garde", sagt er und fügt hinzu, "dass dort noch ein Innerschweizer nach vorn läuft, denke ich nicht."

Der 23-Jährige hat in dieser Saison bereits das Urner und Schwyzer Kantonalfest für sich entschieden. Beim Ob- und Nidwaldner Schwingfest, dem Innerschweizer und Nordwestschweizer Schwingfest sowie auf dem Brünig und der Rigi wurde er allesamt Zweiter. Sein schlechtester Platz ist ein sechster Rang beim Schwarzsee-Schwinget. Trotz seiner Konstanz fehlt bis jetzt eine Schlussgangteilnahme bei einem grossen Fest in dieser Saison.

Beim Nordwestschweizer Schwingfest bodigte Lukas Bissig auch Joel Strebel.
(Bild: Zamir Loshi/freshfocus)

5. Lars Zaugg (neu)

Einen ähnlichen Aufstieg zeigt aktuell Lars Zaugg. Einst spielte der Berner noch Unihockey, nun hat er längst die Herzen der Schwingfans erobert. Seit 2024 gehört er zu den grossen Kranzabräumern. 2024 waren es acht, 2025 waren es deren sieben und in diesem Jahr zählt er fünf. Besonders hervorzuheben sind seine Schlussgangteilnahmen auf der Rigi und der Schwägalp. Auch wenn er sich zweimal gegen Saisondominator Fabian Staudenmann geschlagen geben musste. Auf der Schwägalp machte er besonders mit seinem Notenblatt auf sich aufmerksam: Damian Ott und Domenic Schneider verloren gegen ihn und mit Werner Schlegel stellte er.

Was ihn so stark macht, weiss nicht einmal Schwingexperte Stefan Burkhalter. Er hat aber eine Vermutung: "Vielleicht war es der Viertelpunkt, der ihm beim ESAF für einen Kranz fehlte. Weil sie ihm im letzten Gang keine neun geschrieben haben, gab es ihm vielleicht ein wenig Frust ins Wintertraining." Burkhalter findet, dass er zeigen wollte, dass er ein Eidgenosse wäre und ergänzt: "Und das ist er eigentlich auch."

4. Armon Orlik (neu)

Beim Berner Kantonalschwingfest erwischte Armon Orlik einen schlechten Tag. Der Schwingerkönig, der beim Saisonauftakt beim Thurgauer Kantonalschwingfest Zweiter wurde und später das Bündner-Glarner sowie das Glarner-Bündner für sich entschied, legte einen guten Start nach seiner Krönung beim ESAF hin. Beim Nordostschweizer Schwingfest musste er sich mit einem fünften Platz zufriedengeben. Der Tiefpunkt folgte dann aber beim Berner Kantonalschwingfest, an dem er ohne Kranz nach Hause gehen musste.

Der Bündner liess sich von diesem kleinen Rückschlag aber nicht entmutigen. Eine Woche später holte er auf dem Weissenstein den Kranz und gewann später auf dem Brünig gemeinsam mit Staudenmann, Burger und Schlegel. Auch beim Heimbergfest auf dem Schwägalp konnte er mit einem vierten Rang seine Leistung bestätigen.

3. Nick Alpiger (-1)

Nick Alpiger gehört zu den grossen Gewinnern dieser Saison. Insgesamt sieben Schwingfeste konnte der Aargauer für sich entscheiden. Der grösste Sieg davon war auf dem Weissenstein, als Alpiger seinen ersten Bergfestsieg holte. Das Heimbergfest der Nordwestschweizer gewann nach über zehn Jahren wieder einmal einer aus den eigenen Reihen. Am letzten Wochenende holte Alpiger zudem den Sieg beim Nordwestschweizer Schwingfest – auf diesen Triumph wartete er lange.

Mit acht Kränzen war er an fast allen Kranzfesten, an denen er teilnahm, erfolgreich. Nur auf der Rigi ging der Nordwestschweizer leer aus. Mit zwei Niederlagen gegen zwei Eidgenossen verpasste er seinen 83. Kranz in der Karriere.

2. Michael Moser (+4)

Mit neun Kränzen hat Michael Moser in dieser Saison so richtig abgeräumt. Das Oberaargauische, Oberländische sowie das Südwestschweizer Schwingfest konnte der Berner für sich entscheiden. An den beiden Kranzfesten auf der Rigi und der Schwägalp wurde der 21-Jährige Zweiter. Damit holte er zwei weitere Kränze.

Der junge, aufstrebende Schwinger ist dafür bekannt, dass er auch mal erfahrene Eidgenossen auf den Rücken legt. Ein Beispiel war beim Berner Kantonalschwingfest, als er im Anschwingen den König Orlik besiegte und dessen schlechten Tag einläutete. Beim Südwestschweizer besiegte er mit Adrian Walther, Lario Kramer und Marius Frank gleich drei Eidgenossen.

1. Fabian Staudenmann (+2)

Fünf Kranzfestsiege in Serie. Das reicht eigentlich, um die Dominanz von Fabian Staudenmann zu beschreiben. Schwägalp, Brünig, Rigi, Bernisch-Jurassisches, Berner Kantonalschwingfest sowie das Seeländische Schwingfest konnte der Berner für sich entscheiden. Seine Saison war bislang perfekt. Er holte neun Kränze und sein schlechtester Platz war ein vierter Rang beim Nordostschweizer Schwingfest.

Keiner ist aktuell so gut wie der 26-Jährige. Wenig verwunderlich gehört er zu den Anwärtern auf den Sieg beim Kilchberger-Schwinget. "Staudenmann gehört zum Favoritenkreis", sagt Stefan Burkhalter und ergänzt, "sprich, er ist eigentlich der Topfavorit." Gemäss dem Schwingexperten gilt Staudenmann als der, der geschlagen werden muss.

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2026-08-19 12:00:36