Ein umstrittener Entscheid, Ärger auf dem Schwingplatz und am Ende doch noch der geteilte Festsieg: Werner Schlegel erlebte auf dem Brünig-Schwinget einen Tag mit allen Höhen und Tiefen. Für sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter bleibt vor allem das Verhalten des Toggenburgers nach seiner Niederlage in Erinnerung.
Es lief für den Ostschweizer Dominator Werner Schlegel auf dem Brünig eigentlich nicht schlecht. Vor dem Mittag wurde er mit zwei Siegen und einem Gestellten seiner Favoritenrolle gerecht. Doch dann wurde er ausgerechnet von Jonas Amrhyn ausgebremst.
Im Duell mit dem Innerschweizer startet Amrhyn mutig und bringt Schlegel früh in Bedrängnis. Wenig später setzt der Sieger des Luzerner Kantonalschwingfests erneut zum Angriff an. Schlegel gerät dabei in grosse Schwierigkeiten. Zunächst lässt der Kampfrichter den Gang weiterlaufen, ehe nach einer Intervention vom Tisch doch auf Sieg für Amrhyn entschieden wird.
Der Eidgenosse lag mit beiden Schultern am Boden und musste die überraschende Niederlage hinnehmen. Schlegel reagiert sichtlich verärgert. Er verzichtet zunächst auf den Handschlag mit seinem Gegner und sucht umgehend das Gespräch mit den Verantwortlichen am Tisch. Am Entscheid ändert dies jedoch nichts.
sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter findet: "Das Verhalten von Schlegel nach dem vierten Gang geht gar nicht. Das hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun, sondern mit fehlendem Anstand." Zudem könne Amrhyn nichts dafür, dass er dieses Resultat erhielt.
Damit war auch klar, dass er es nicht in den Schlussgang schaffen würde. Am Ende durfte er dennoch auf den Schultern den geteilten Festsieg bejubeln. "Am Abend konnte er aber wieder lachen", so Burkhalter.
Schlegel hingegen rechtfertigt sich im SRF-Interview, dass viele Emotionen im Spiel waren. "Das war sicher eine unglückliche Situation. Ich möchte nicht über das Resultat oder Nicht-Resultat diskutieren. Ich darf gar nicht erst in diese Situation kommen."
Dass am Schluss Fabian Staudenmann, Armon Orlik, Werner Schlegel und Matthieu Burger gemeinsam den Festsieg auf dem Brünig holten, war für den sport.ch-Schwingexperten die logische Konsequenz. "Wenn die zwei im Schlussgang nicht fähig sind, einen Sieger zu ermitteln, sollen andere profitieren", sagt Burkhalter.
Staudenmann und Orlik stellten im Schlussgang bekanntlich. Die Notengebung, also die 9,00 Punkte für Staudenmann und die 8,75 Punkte für Orlik, findet Burkhalter gerechtfertigt. Auch die Notengebung im Duell zwischen Adrian Aebersold und Domenic Schneider findet er fair. "Das haben die Kampfrichter richtig gemacht. Die Schwinger sollen bestraft werden, wenn sie die Gänge verweigern."Aebesold wurde im Kampf gegen Schneider zweimal ermahnt und erhielt dann einen Viertelpunkt Abzug.
Was für Burkhalter aber nicht in Ordnung war, war die Einteilung von Lukas Tschumi gegen Lukas von Euw. Vor dem vierten Gang lag von Euw eineinhalb Punkte vor Tschumi in der Rangliste. "Das müsste man meiner Meinung nach ändern, das ist zu viel Abstand", sagt der Schwingexperte. Für ihn sollte der Unterschied künftig nur noch höchstens einen Punkt betragen.
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