sport.ch

Staudenmann triumphiert historisch, dazu gewinnen noch drei weitere Schwinger auf dem Brünig

Vier Festsieger auf dem Brünig

Das fünfte Bergfest der Saison ist vorbei. Im Schlussgang kam es zu einem richtigen Kracher mit Armon Orlik gegen Fabian Staudenmann. 

Armon Orlik und Fabian Staudenmann prägten das Fest vom Morgen an. Zum Mittag lagen die beiden bereits an der Spitze und so traten sie im vierten Gang gegeneinander an. In einem wenig attraktiven Duell stellten die beiden Top-Schwinger. Wenige Stunden später standen sich die beiden aber erneut gegenüber – im Schlussgang. Armon Orlik wusste, dass ihm zum Festsieg ein Gestellter reicht. Fabian Staudenmann musste aktiv schwingen und eigentlich gewinnen. 

So entwickelte sich dieser Schlussgang dann auch. Staudenmann wagte einige Angriffe, doch der Schwingerkönig liess sich nicht aus der Balance bringen. Die Kampfrichter honorierten das am Ende mit einer differenzierten Notenvergabe. Staudenmann erhielt die 9,00 und Orlik die 8,75. Damit haben beide gleich viele Punkte und dürfen sich Festsieger nennen. Im Fall von Staudenmann ist es ein historischer Triumph. Als erst zweiter Schwinger nach Martin Grab hat er auf allen sechs Bergen den Festsieg feiern können. 

Damit hätte Staudenmann nach dem gestellten Schlussgang eigentlich nicht gerechnet: "Ich habe den Sieg eigentlich abgeschrieben, dann sagte Armon: 'Komm, lass uns schauen, womöglich differenzieren sie.'" Nun sei er sehr glücklich, dass er den Sieg feiern konnte, das sei eine coole Geschichte.

Gleich vier Festsieger

Durch die differenzierte Notenvergabe schlossen aber noch zwei weitere Schwinger auf, die wohl nicht mehr vom Festsieg geträumt haben. Auch Matthieu Burger und Werner Schlegel dürfen sich Brünig-Sieger nennen. 

Lukas Bissig hat es im sechsten Gang gegen Severin Schwander verpasst, die beiden Schlussgänger unter Druck zu setzen. Der Innerschweiz lag nach fünf Kämpfen mit Staudenmann gleich auf. Durch den Gestellten wurde Bissig aber zurückgebunden und verpasste den Festsieg. 

Werner Schlegel von einer umstrittenen Entscheidung betroffen

Im vierten Gang verlor Werner Schlegel gegen Jonas Amrhyn. Die Entscheidung war kontrovers, denn die Richter am Tisch fällten den Entscheid. sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter sieht dabei ebenfalls eine knappe Entscheidung, die sicherlich nicht komplett falsch gewesen sei.

Werner Schlegel hat vor seinem sechsten Gang mit dem SRF über diese Situation gesprochen: "Es sind sicher viele Emotionen im Spiel. Das war sicher eine unglückliche Situation. Ich möchte nicht über Resultat oder Nicht-Resultat diskutieren. Ich darf gar nicht erst in diese Situation kommen." Vor dem nächsten Gang habe er es geschafft, wieder etwas herunterzufahren, um dann wieder anzugreifen. 

Das gelang Schlegel am Ende, denn er siegte noch zweimal und kam noch auf die notwendige Punktzahl, um gemeinsam Festsieger zu werden. Mit diesem Resultat hätte er nach der Niederlage nicht gerechnet: "Ich kann es jetzt noch nicht glauben." Das wilde Szenario sei unglaublich, so Schlegel unmittelbar nach dem Schlussgang.

Die Schlussrangliste

1a 57,25 Armon Orlik
1b 57,25 Fabian Staudenmann
1c 57,25 Matthieu Burger
1d 57,25 Werner Schlegel
2a 57,00 Marcel Bieri
2b 57,00 Michael Ledermann
2c 57,00 Lukas Bissig
2d 57,00 Marc Lustenberger
2e 57,00 Remo Rutsch

Armon Orlik Bernisch Kantonaler Schwingerverband Fabian Staudenmann Innerschweizer Schwingerverband Lukas Bissig Michel Schuler Nordostschweizer Schwingerverband Schwingen Werner Schlegel

2026-07-26 17:25:33