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'Wenn auf Biegen und Brechen ein Innerschweizer gewinnen muss, ist das dreckig'

Ex-Schwinger Reichmuth kritisiert

Die Gangeinteilung im Schwingen sorgt immer wieder für Diskussionen. Ex-Spitzenschwinger Pirmin Reichmuth findet im Interview mit der Luzerner Zeitung deutliche Worte. Er bezeichnet die Einteilung auf der Rigi als "peinlich" und fordert grundlegende Änderungen bei den Bergfesten.

Die Diskussionen um die Gangeinteilung am Rigi-Schwinget reissen nicht ab. Nun meldet sich auch der ehemalige Spitzenschwinger Pirmin Reichmuth zu Wort – und spart im Gespräch mit der Luzerner Zeitung nicht mit Kritik.

Auslöser ist die Paarung im fünften Gang, in dem die beiden Berner Spitzenschwinger Michael Moser und Fabian Staudenmann aufeinandertrafen. Für Reichmuth war diese Ansetzung alles andere als glücklich. "Das war schon etwas peinlich, ich muss es einfach so sagen", erklärt der zweifache Brünig-Sieger.

Der 30-Jährige ist überzeugt, dass mit dieser Einteilung bewusst ein Innerschweizer im Rennen um den Festsieg begünstigt werden sollte. "Das Ziel dabei war, dass die beiden Berner stellen, während der Innerschweizer Lukas Bissig seinen Gang gewinnt und schliesslich gegen Lars Zaugg im Schlussgang steht."

Aus seiner Sicht hätte Bissig stattdessen direkt gegen einen der beiden Berner antreten müssen. "Wenn diese Rechnung aufgegangen wäre und Bissig das Fest gewonnen hätte, wäre am Ende nicht der beste Schwinger des Tages zuoberst gestanden."

"Das darf einfach nicht passieren"

Reichmuth geht sogar noch weiter und fordert strukturelle Änderungen bei der Organisation der Bergfeste. Künftig soll aus seiner Sicht der Eidgenössische Schwingerverband die Verantwortung für die Gangeinteilung übernehmen – ähnlich wie an einem Eidgenössischen Schwingfest.

Zwar lobt er den Innerschweizer Technischen Leiter Stefan Muff ausdrücklich, sieht das Problem aber im System. Sein Fazit fällt dennoch unmissverständlich aus: "Was auf der Rigi passiert ist, darf einfach nicht passieren. Wenn auf Biegen und Brechen ein Innerschweizer gewinnen muss, ist das dreckig."

Innerschweizer bleiben Aussenseiter

Mit Blick auf den Brünig-Schwinget am Sonntag dämpft Reichmuth die Erwartungen an die Innerschweizer. Durch die Abwesenheiten von Michael Gwerder, Silvan Appert und dem verletzten Sven Lang sei ein Spitzenresultat schwierig.

"Ganz vorne können wir wahrscheinlich nicht mitreden. Wenn wir auf dem Brünig ein paar Kränze gewinnen, können wir zufrieden sein." Als derzeit stärkste Schwinger nennt Reichmuth Fabian Staudenmann, Michael Moser und Werner Schlegel. Auch Armon Orlik sei zuletzt wieder stärker geworden. Für das Kilchberger Schwinget sieht er deshalb keinen klaren Favoriten: "Es wird auf die Tagesform ankommen."

Innerschweizer Schwingerverband Pirmin Reichmuth Schwingen Soraya Sägesser

2026-07-25 22:43:15