Auch das vierte Bergkranzfest des Jahres hat gehalten, was es versprochen hat. Mit Fabian Staudenmann triumphierte am Sonntagabend ein Berner als würdiger Sieger auf der Rigi. Unser Schwingexperte Stefan Burkhalter lieferte uns seine Einschätzungen zu diesem Fest.
Im Vorfeld durfte man sich definitiv etwas Sorgen machen um die Innerschweizer. Aufgrund der starken Konkurrenz drohte dem ISV gegen die Berner und Nordwestschweizer ein möglicherweise enttäuschendes Abschneiden auf ihrer Königin der Berge. Auch weil die Innerschweizer aber schon vom ersten Gang an mit viel Entschlossenheit dagegenhielten, war am Rigi-Schwinget 2026 für Spektakel gesorgt.
So ist es auch ein Innerschweizer, welcher den sport.ch-Schwingexperten Stefan Burkhalter positiv beeindrucken konnte: "Michael Gwerder hat ein starkes Notenblatt. Er hat gegen drei Eidgenossen und drei Teilverbandskranzer geschwungen. Er hat Alpiger und Schenk bezwungen, damit hat mich Gwerder einmal mehr sehr positiv überrascht." Dank der beiden Maximalnoten am Morgen konnte sich der 25-Jährige trotz zweier Gestellter und einer Niederlage gegen Dominik Gasser gerade noch einen der insgesamt 14 vergebenen Kränze sichern.
Nicht gereicht hat es zum Kranzgewinn um einen Viertelpunkt für Samuel Schwyzer. Der Innerschweizer hatte mit Fabian Staudenmann, Michael Moser und Sinisha Lüscher drei der stärksten Eidgenossen im Starterfeld auf seinem Notenblatt. Für Burkhalter ist dies zu rechtfertigen: "Wenn bekannt ist, dass man nicht der stärkste Offensivschwinger, sondern einer der stärkeren Defensivschwinger ist und die Gegner stellen kann, wird man so gebraucht und so eingeteilt. Vor allem wenn man davor gerade noch ein grosses Schwingfest mit dem Innerschweizer gewinnen konnte, gibt es solche Notenblätter."
Die Einteilung auf der Rigi sorgte für manch einen Leckerbissen für die Schwingfans. Im fünften Gang kam es dann bereits zum Aufeinandertreffen der beiden Berner Topfavoriten Fabian Staudenmann und Michael Moser. Bei den Einheimischen keimte die leise Hoffnung auf, dass sich die beiden BKSV-Eidgenossen mit einem Gestellten gleich im Doppelpack zurückbinden. Unserem Experten hat diese Einteilung gefallen: "Es war das einzig Richtige. Es war die einzige Chance für die Innerschweizer, um möglicherweise einen Eigenen in Position zu bringen." Aufgegangen ist die Rechnung nicht, der spätere Festsieger Staudenmann setzte sich gegen Moser durch. "Klar wird das wieder Gespräche und Unmut geben, aber machen muss man es, und ich finde es gut", befürwortet Burkhalter den Versuch, die starken Berner per Einteilung etwas zurückzubinden.
Überzeugend war der Auftritt an diesem Sommersonntag auf der Rigi allerdings nicht von allen. Mit Adrian Klossner und Lukas Tschumi verpassten gleich zwei Berner Eidgenossen die Qualifikation für die Entscheidung. Auch von Lukas Döbeli (NWSV) hatte sich Burkhalter mehr erhofft. Der Nordwestschweizer Eidgenosse schwang zwar alle sechs Gänge, landete aber mit zwei Siegen und vier Gestellten nur auf dem geteilten 12. Schlussrang.
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