Die Monatsmitte ist wieder erreicht und das ist für uns der Zeitpunkt, um auf den Formstand der Schwinger zu blicken. Nick Alpiger, der vor einem Monat noch ganz vorne lag, musste nun seinen Spitzenplatz räumen. Trotzdem zählt er nach wie vor zu den formstärksten Schwingern der Schweiz.
Der Routinier ist enttäuschend in seine Kranzfestsaison gestartet. Am Emmentalischen gab es für den Berner keinen Kranz. Seither ist Aeschbacher aber immer besser in Form gekommen. Auf den Festsieg am Mittelländischen liess Aeschbacher im letzten Monat nochmals zwei starke Schwingfeste folgen. Am Oberaargauischen landete Aeschbacher auf Rang drei und das Regionalschwingfest beim heimischen Schwingklub Sumiswald konnte der 34-Jährige für sich entscheiden. Das ist ausreichend, um ins Powerranking aufgenommen zu werden.
Sinisha Lüscher ist optimal in die Schwingsaison gestartet und hat bereits zwei Kranzfestsiege feiern können. Im letzten Monat stand der Nordwestschweizer zweimal im Einsatz. Eine weitere Schlussgangteilnahme verpasste Lüscher zumindest am Aargauer Kantonalschwingfest auf dramatische Art und Weise. Ein Fehlentscheid brachte ihn um einen Sieg, der ihn in den Schlussgang gehievt hätte.
Auf dem Stoos sicherte sich Lüscher den zweiten Bergkranz der Karriere. Erstmals konnte das Talent auch auf dem Stoos reüssieren. Nur Damian Ott und Christian Burch konnten den Nordwestschweizer am Bergfest aufhalten. Wegen der zuletzt mangelnden Kranzfestsiege in letzter Zeit spült es im Powerranking Lüscher zwar etwas zurück, doch für einen Platz in den Top Ten reicht es noch immer.
Nach dem Sieg am Zürcher Kantonalen konnte Ott in den vergangenen vier Wochen keinen Kranzfestsieg nachlegen, und trotzdem überzeugte der grossgewachsene Athlet mit Topleistungen. Am St.Galler Kantonalen stand Ott im Schlussgang und den Stoos-Schwinget beendete er auf dem zweiten Rang. Im exklusiven Interview konnte Ott nichts sagen, was ihm noch zur Topform fehlen würde.
Mit dem Kranz auf dem Stoos konnte Damian Ott ein letztes Puzzleteil sammeln. Nun hat der Nordostschweizer an allen Bergfesten einen Kranzgewinn feiern können. Eine ähnliche Sammlung könnte Ott am Südwestschweizer ebenfalls vollenden. Es ist der einzige Teilverbandskranz, der ihm noch fehlt.
Noch gehört Armon Orlik nicht in die Top 5 und trotzdem liefert der Schwingerkönig konstant ab. Noch kein Schwingfest beendete der Bündner ausserhalb der Top 3. Daher versteht sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter auch nicht, weshalb der König so oft kritisiert wird: "Der Schwingerkönig ist immer unter den ersten drei. Das muss den Menschen reichen. Sie erwarten schlichtweg zu viel von den Topathleten."
Im letzten Monat konnte Armon Orlik mit dem Glarner-Bündner und dem Bündner-Glarner gleich zwei Kranzschwingfeste für sich entscheiden. Auch wenn die Konkurrenz nicht überragend erschien, so setzte er sich am Ende trotzdem durch. Am St.Galler Kantonalen lag der Festsieg nach zwei Gestellten hingegen bereits nach dem Vormittag ausser Reichweite.
Seit Jahren ist Lario Kramer einer der stärksten Südwestschweizer Schwinger. Diesen Status unterstreicht er auch in den ersten vier Kranzfesten der neuen Saison. Mit zwei zweiten Plätzen und zwei Kranzfestsiegen konnte Kramer nach Mass hinlegen. Nur mit Romain Collaud, der im Ranking noch weiter vorne aufzufinden ist, bekundet der 27-Jährige phasenweise noch Mühe. Der nächste Programmpunkt für Kramer ist der Schwarzsee-Schwinget. Am kommenden Wochenende werden sich die Südwestschweizer dort mit den Bernern und den Innerschweizern duellieren.

Seit dem letzten Powerranking hat Lukas Bissig zwar nur ein Schwingfest absolviert, in diesem hat der Urner aber überzeugen können. Beim eigenen Kantonalschwingfest liess Bissig nur 1,25 Punkte liegen. Nach dem Gestellten zum Auftakt gegen Roman Wandler sammelte Bissig Sieg um Sieg. Der Schlussgang dauerte dann auch nur gut eine Minute. Bissig unterstrich damit seinen Status als stärkster Innerschweizer. In diesem Ranking rutschte er aufgrund der wenigen Einsätze leicht ab.
Romain Collaud ist der derzeit beste Südwestschweizer Schwinger. Im Direktduell mit Lario Kramer steht es für Collaud derzeit 2:1. Zuletzt hat der 24-Jährige seinen Verbandskollegen am Jurassischen Kantonalschwingfest im Schlussgang bezwungen. Am nächsten Wochenende wird es nun für den zweifachen Saison-Kranzfestsieger zum ersten grossen Aufeinandertreffen mit Schwingern aus den anderen Verbänden kommen.
sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter traut den Südwestschweizern am Schwarzsee-Schwinget zwei bis drei Kränze zu. Um den Sieg werden aber andere Athleten mitschwingen: "Sie werden sich nicht unter den ersten drei Rängen einreihen." Das ist eine These, die Collaud nur zu gerne widerlegen würde.
Der erste Bergfestsieger dieses Jahres muss sich mit dem dritten Platz begnügen. Das liegt aber nicht an Schlegel selbst, sondern an den beeindruckenden Leistungen zweier Kontrahenten. Nach seiner kurzen Verletzungspause kehrte Werner Schlegel fulminant am St.Galler Kantonalen zurück. Nach einem Gestellten zum Auftakt gegen Armon Orlik liess Schlegel fünf Siege folgen. Im Schlussgang bezwang der Toggenburger seinen Verbandskollegen Damian Ott.
Am Stoos-Schwinget gewann Werner Schlegel das erste grössere Schwingfest der Saison. Gegen Nick Alpiger stellte der Eidgenosse zum Auftakt noch, aber dann liess er wie in Schmerikon fünf Siege folgen.
Auch wenn Schlegel auf dem Stoos gewonnen hat, wird Alpiger in diesem Powerranking für seine vielen Schwingfeste und die starken Leistungen an diesen belohnt. Im direkten Aufeinandertreffen haben die beiden auf dem Stoos gestellt, dabei hätte eine klare sportliche Entscheidung für die Einordnung fallen können. So sprechen der Sieg am Aargauer Kantonalschwingfest sowie das gewonnene Regionalschwingfest am 23. Mai für den Nordwestschweizer.
Ein grosser Fan war Stefan Burkhalter auch von der fairen Geste Alpigers, als er Kindern beim Zusammensammeln umgefallener Getränke geholfen hat.
Für Stefan Burkhalter gibt es nur eine Nummer eins: "Das ist bislang eine perfekte Saison von Moser." Er habe bislang eine starke Saison und beeindrucke an den Schwingfesten mit herausragenden Resultaten und starken Notenblättern. Die Qualitäten vom 20-Jährigen sind für den Schwingexperten aussergewöhnlich: "Er ist in seinem jungen Alter sehr vielseitig und abgeklärt. Seine Übersprünge auf beide Seiten sind unglaublich. Er hat eine Routine wie ein 30-Jähriger."
Michael Moser hat in seinen letzten beiden Auftritten die Feste jeweils mit sechs Siegen abgeschlossen. Sowohl am Oberaargauischen als auch am Berner Oberländer schwang der Emmentaler oben aus. Dabei bezwang das grosse Talent vier Eidgenossen. Marius Frank, Curdin Orlik, Fabian Staudenmann und Matthieu Burger legte Michael Moser allesamt auf den Rücken.
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