Die Monatsmitte ist wieder erreicht und das ist für uns der Zeitpunkt, um auf den Formstand der Schwinger zu blicken. Der Führende im Powerranking vor der Kranzfestsaison befindet sich zwar noch in den Top Ten, hat aber seinen Spitzenplatz in die Nordwestschweiz abgeben müssen.
Gerade noch so hat es Marcel Bieri ins Powerranking geschafft. Der grossgewachsene Innerschweizer darf sich dank seines Auftritts am Zuger Kantonalschwingfest bereits Kranzfestsieger der Saison 2026 nennen. Beim Baselstädtischen ist er vier Tage später dann schnell aus der Entscheidung gefallen. Noch vor dem Mittag musste Bieri den zweiten Gestellten hinnehmen. Am Ende konnte der Innerschweizer aber die Heimreise mit einem Kranz antreten. Marcel Bieri beweist mit seiner Frühform, dass er nach dem Rücktritt von Joel Wicki und Pirmin Reichmuth nun zu den Spitzenschwingern der Innerschweizer zählt.
Bereits im ersten Powerranking tauchte Michael Gwerder auf. Damals lag der Innerschweizer noch auf dem achten Rang und auch jetzt ist er eher knapp noch hereingerutscht. Den Platz im Ranking hat sich der 25-Jährige mehr als nur verdient. Der Fakt, dass er nur Achter ist, zeigt vielmehr auf, wie viele Schwinger bereits zu überzeugen wissen.
In seiner bisherigen Kranzfestsaison stand Gwerder schon zweimal in einem Schlussgang. Am Ob- und Nidwaldner Kantonalschwinget besiegte der Eidgenosse im Schlussgang Christian Zemp und vor wenigen Tagen musste er Lukas Bissig den Vortritt lassen. Da das Klassement eng beieinanderlag, rutschte Gwerder bis auf den siebten Rang ab.
Am kommenden Wochenende geht die Kranzfestsaison in der Südwestschweiz los. Das Freiburger Kantonale steht auf dem Programm. Den Festen in der Romandie hat auch sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter immer etwas Positives abgewinnen können: "Schwingfeste in der Südwestschweiz sind immer etwas Spezielles. Ich bin jeweils einen Tag früher angereist. Das habe ich immer gerne gemacht und das als tollen Ausflug angesehen."
Auch wenn Collaud noch kein Kranzfest absolviert hat, findet er Platz in diesem Powerranking. Burkhalter hält fest: "Regionalschwingfeste darf man nicht zu weit 'unterkategorisieren.' Auch Siege bei diesen Anlässen sind hoch zu werten." An seinen drei bisherigen Regionalschwingfesten ging Romain Collaud zweimal als Sieger nach Hause. Einmal reichte es "nur" zu Rang zwei. Am Freiburger Kantonalen möchte Collaud wieder als Sieger die Heimreise antreten, wie er uns im Gespräch verraten hat.
Drei Kranzschwingfeste hat Adrian Walther bereits in den Knochen. Nach vielversprechenden Regionalschwingfesten hat der Berner seine Form bestätigen können. Dreimal beendete Walther das Fest mit 57,50 Punkten. Zweimal reichte das zum vierten Schlussrang, aber am Emmentalischen Schwingfest konnte er mit dieser Punktzahl nach einem gestellten Schlussgang gegen Michael Moser den Festsieg feiern. Walther ist damit ein Sinnbild der breiten Berner Truppe, bei der mehr als nur Fabian Staudenmann und Michael Moser um Festsiege mitreden können.
Zwei Kranzschwingfeste hat Damian Ott in der Saison 2026 absolviert. Beim ersten Anlass hat Ott sogleich den Festsieg nach Hause geholt. Etwas überraschend gelang ihm im Schlussgang der Sieg über Samuel Giger. Dieses Kunststück konnte Ott am letzten Wochenende in Mettmenstetten nicht wiederholen. Giger agierte defensiver und aufgrund der bisherigen Ausbeute am Fest reichte dem Favoriten ein Gestellter, um in den Schlussgang einzuziehen. Ott hatte das Nachsehen, doch er konnte sich durch einen Sieg im letzten Gang den respektablen dritten Schlussrang sichern. Zumindest eine weitere Schlussgangteilnahme hätte es gebraucht, um hier weiter vorzurücken.
Auf die Nachfrage beim sport.ch Schwingexperten Stefan Burkhalter, welchen Schwinger er am Ende der Saison als besten sehen wird, nennt er den Berner: "Ich sehe Fabian Staudenmann als Nummer eins am Ende der Saison." Im Powerranking reicht es dem Spitzenschwinger noch nicht ganz für die vorderen Plätze. Doch durch seine guten Auftritte, bleibt er direkt hinter den Spitzenplätzen.
Nach dem zweiten Platz am Mittelländischen Schwingfest reichte es am letzten Wochenende am Seeländischen Schwingfest zum Sieg für Fabian Staudenmann. Dabei hat er mit Etienne und Matthieu Burger auch zwei seeländische Eidgenossen auf den Rücken gelegt. Staudenmann kommt also immer besser in Form und ist wohl nicht nur bei unserem Schwingexperten einer der Topfavoriten für die grossen Feste in dieser Saison.
Bis zum Start der Kranzfestsaison stand Lukas Bissig mit 18 Siegen aus 18 Kämpfen da. Der verdiente Lohn war der erste Platz im Powerranking. Nun musste auch der 23-Jährige die ersten Niederlagen einstecken und ist daher leicht zurückgefallen. Trotzdem gehört Bissig nach wie vor zu den formstärksten Schwingern. Am Ob- und Nidwaldner verpasste der Innerschweizer den Schlussgang nur knapp. Nach einem Sieg im letzten Kampf beendete er das Fest auf dem zweiten Rang. Noch besser lief es am vergangenen Wochenende. Gegen Gwerder konnte sich Lukas Bissig am Schwyzer Kantonalen in Brunnen den dritten Kranzfestsieg der Karriere feiern. Damit unterstrich Bissig seinen Status als wohl bester Innerschweizer Schwinger.
Vor dieser Saison hatte Sinisha Lüscher einen Kranzfestsieg auf seiner Vita stehen. Nun sind es schon deren drei. Der 20-Jährige ist herausragend in die neue Saison gestartet. Gleich beim Solothurner Kantonalen liess das Talent seine Muskeln spielen und sicherte sich nach einem Gestellten im Schlussgang den Festsieg.
Am letzten Sonntag kürte sich Sinisha Lüscher dann in der letzten Sekunde zum zweiten Mal zum Festsieger. In einem packenden Schlussgang setzte sich der Eidgenosse kurz vor Ablauf der Gangdauer gegen Adrian Odermatt mit einem Kurz durch. Dank dieses zweiten Erfolgs reicht es Sinisha Lüscher aufs Treppchen der formstärksten Schwinger.
Aufgrund einer Rückenoperation im Winter startete Samuel Giger mit etwas Verspätung in die Saison 2026. Das kostete ihn auch einen Platz im ersten Powerranking der Saison. Doch nun schwingt der Thurgauer, als hätte er eine optimale Vorbereitung absolvieren können.
Am Thurgauer Kantonalen stand Giger bereits im Schlussgang. Er riskierte viel und wurde von Damian Ott ausgekontert. Besser machte er es am vergangenen Wochenende. Am Zürcher Kantonalen bodigte der Nordostschweizer im Schlussgang Domenic Schneider. Dazwischen konnte er noch einen Regionalfestsieg feiern, was Giger zur verdienten Nummer zwei in diesem Ranking macht.
An der Spitze kann nach seinem Doppelsieg am letzten Wochenende nur Nick Alpiger stehen. Der Nordwestschweizer ist so gut in Form wie kein anderer Schwinger. Nach dem vierten Rang am ersten Kranzschwingfest liess Alpiger am Auffahrtswochenende gleich zwei Festsiege folgen. Am Baselstädtischen marschierte der Nordwestschweizer gar mit sechs Siegen und 59,75 Punkten durch.
Ein Lob gibt es auch von Stefan Burkhalter für die Leistungen des Nordwestschweizers: "Nick Alpiger hat mich mit seinen Leistungen bisher überrascht. Auch die vier Regionalfestsiege vor der Saison haben seine Form schon angedeutet. Mit seiner Saisonplanung hat er bislang alles richtig gemacht."
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