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Formcheck im Sägemehl zeigt, Staudenmann ist trotz Top-Leistung nicht die Nummer 1

Das Power-Ranking

Die Kranzfestsaison beginnt am 26. April mit dem Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest in Hergiswil. Im Vorfeld machen wir den Formcheck und schauen auf die heissesten Schwinger nach den zahlreichen Regionalschwingfesten in den vergangenen Wochen. 

10. Josias Müller (NOSV)

Erst vier Kränze hat der junge Bündner in seiner Karriere bislang gewinnen können, doch an den Regionalschwingfesten im Vorfeld dieser Saison ist der grossgewachsene Schwinger so richtig durchgestartet. Zwei Regionalschwingfeste konnte Müller für sich entscheiden. Dazu bissen sich zahlreiche Eidgenossen an Josias Müller die Zähne aus. Der Teilverbandskranzer ist richtig bereit für die Saison 2026.  

Von den Leistungen des Bündners ist auch sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter sehr angetan: "Josias ist sehr jung und von ihm können wir noch viel erwarten, wenn nichts passiert." Eine kleine Sorge hat Burkhalter bezüglich der Grösse des 20-Jährigen: "Das hatten wir schon einmal bei Pirmin Reichmuth. Bei den inneren Haken mit dieser Grösse ist es eine Gefahr, dass die Knie nicht halten könnten. Das kommt aber auf die Schwingart an, die Müller anwendet." Bereits in dieser Kranzfestsaison traut der zweifache Schwägalp-Sieger Müller aber viel zu. Das deckt sich mit den Erwartungen des Nordostschweizers. Josias Müller hat jüngst im Exklusiv-Interview (siehe Artikel-Embed oben) verraten, dass ein Bergkranz ein grosses Ziel in der kommenden Saison ist. 

9. Daniel Tschumi (BKSV)

Ähnlich wie bei Josias Müller hat sich mit Daniel Tschumi auch ein weiterer junger Schwinger ohne grosse Erfolge in der Vergangenheit mit tollen Regionalschwingfesten in den Fokus der breiteren Öffentlichkeit gebracht. Erst einen Kranz gewann der 20-jährige Berner bislang, doch das dürften in den nächsten Monaten noch einige mehr werden.

An drei Regionalschwingfesten nahm Tschumi teil – zwei davon gewann er. Dafür bezwang der Landwirt gleich mehrere Eidgenossen. Im Schlussgang des Hallenschwingets in Thörigen legte er Matthias Aeschbacher auf den Rücken und in Kirchberg bezwang er seinen Bruder Lukas Tschumi. 

8. Michael Gwerder (ISV)

2021 verletzte sich Michael Gwerder schwer am Knie. Es blieb nicht beim Kreuzbandriss. Nach einer Infektion lief der Innerschweizer rund acht Monate lang an Krücken. Nun scheint der 25-Jährige allmählich wieder in Topform zu kommen. Gleich zwei Regionalschwingfeste konnte Gwerder in diesem Frühling für sich entscheiden. Nur das Frühjahrsschwinget in Ibach beendete Gwerder nicht auf dem ersten Rang. Doch auch bei diesem Fest konnte der Innerschweizer fünf von sechs Gängen gewinnen. Gwerder hat sich damit in den Favoritenkreis für das erste Kranzfest der Saison geschwungen. 

Der sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter ist von Gwerders Leistungen in diesem Frühjahr besonders angetan: "Mit zwei gewonnenen Schwingfesten hat mich Michael Gwerder aufgrund seiner Verletzungsgeschichte besonders beeindruckt. Dass er nach einer solch langen Ausfallzeit auf ein solch tolles Niveau zurückkommt, gefällt mir." Aufgrund der Vorgeschichte haben ihn Gwerders Leistungen bei den Regionalfesten am meisten beeindruckt. 

7. Adrian Walther (BKSV)

Adrian Walther konnte jüngst einen Festsieg feiern, als auch die beiden wohl besten Berner Schwinger mit Fabian Staudenmann und Michael Moser am Start standen. Walther profitierte dabei von zwei Aufeinandertreffen seiner Kontrahenten und siegte am Ende trotz einer Niederlage gegen Staudenmann. Mit vier Regionalschwingfesten hat sich Walther auf die Kranzfestsaison 2026 vorbereitet. Beeindruckend waren auch seine 60 Punkte, die er in Niederurnen holen konnte. An diesem Tag liess er die Konkurrenz um satte 2,75 Punkte hinter sich. 

6. Marius Frank (NWSV)

Auffällig viele junge Schwinger überzeugten bislang bei den Regionalschwingfesten. In diese Reihe gehört auch Marius Frank. Der 21-jährige Solothurner hat bislang bei allen vier Regionalschwingfesten um die ersten Ränge geschwungen. 

Marius Frank durfte in Mollis über den Gewinn eines eidgenössischen Kranzes jubeln.

Am letzten Wochenende stand Frank bereits vor dem Schlussgang als Sieger des Rangschwingets in Grenchen fest. Dazu bezwang der Nordwestschweizer in der laufenden Saison bereits vier Eidgenossen: Tobias Widmer, Joel Strebel, Adrian Odermatt und Tim Roth. Frank befindet sich in einer tollen Frühform, die er wohl noch gerne lange beibehalten möchte. 

5. Nick Alpiger (NWSV)

Ein veritabler Vielschwinger war Nick Alpiger in dieser Saison. Das freut auch sport.ch Schwingexperte Stefan Burkhalter, der ein grosser Verfechter des Bestreitens vieler Schwingfeste ist: "Er hat bereits sieben Schwingfeste absolviert, das ist das Richtige. An den Schwingfesten kann man mehr herausholen als an einem harten Training." Während der Kranzfestsaison werde es dann komplizierter, so viele Schwingfeste zu absolvieren, erklärt Burkhalter. Auch der Doppeleinsatz, den Alpiger an einem Wochenende absolvierte, sei durchaus einmal möglich. 

Seine sieben Einsätze konnte Alpiger dreimal mit einem Festsieg krönen. Es überrascht nicht, dass er sein schlechtestes Resultat (56,75 Punkte und der Rang 3a) an jenem Sonntag holte, als er bereits am Samstag im Sägemehl stand. Kein Schwinger hat sich vor der Kranzfestsaison so viel Wettkampfpraxis wie Alpiger holen können. Das wird dem Nordwestschweizer sicherlich weiterhelfen, zudem hat er keinen wirklich schlechten Tag eingezogen. Damit paart sich beim Nordwestschweizer nun die Wettkampfpraxis mit einem gesunden Selbstvertrauen.

4. Fabian Staudenmann (BSKV)

Den besten Schwinger der letzten Jahre muss man auch in diesem Jahr wieder auf der Rechnung haben. Das zeigen die Resultate der Regionalschwingfeste eindrücklich. Zwei Festsiege sowie zwei zweite Ränge stehen bislang in der Bilanz. Auf dem Rücken lag Staudenmann noch nie. Seine Siegquote gegen Eidgenossen ist allerdings noch etwas ausbaufähig. Mit Michael Gwerder, Adrian Walther, Michael Moser (2x) und Matthieu Burger haben bereits vier Eidgenossen den Angriffen Staudenmanns standgehalten. 

3. Michael Moser (BKSV)

Bis zum vergangenen Wochenende war Michael Moser auf Kurs, die Spitze dieses Rankings zu erklimmen. Dann erlitt seine starke Form einen leichten Dämpfer. Zweimal stellte Moser gegen Staudenmann beim Wislisau-Schwinget in Rüeschegg. Ein Sieg hätte das Talent gebraucht, um auch das dritte Regionalschwingfest für sich zu entscheiden. In Langenthal und Zäziwil blieb Moser zuvor makellos. Vor allem der Auftritt in Langenthal beeindruckte: Gleich vier Kämpfe gegen Eidgenossen konnte der Emmentaler für sich entscheiden. Der 21-Jährige dürfte in der kommenden Kranzfestsaison um die ganz grossen Titel mitschwingen.

2. Werner Schlegel (NOSV)

Der formstärkste Schwinger aus dem Königsverband ist Werner Schlegel. Während Armon Orlik oder auch Samuel Giger erst ein Regionalschwingfest bestritten haben, stand Schlegel bereits zweimal im Einsatz. Beide Einsätze hat der Schlussgangteilnehmer des ESAF mit einem Festsieg krönen können. 

Werner Schlegel ist bereit für die Kranzfestsaison 2026.

In seinen zwölf Gängen stand Werner Schlegel dreimal einem Eidgenossen gegenüber. Alle drei Duelle konnte der Toggenburger für sich entscheiden. Nur Josias Müller konnte Schlegel einen Gestellten abtrotzen. Damit zeigt der 23-Jährige bislang den Killerinstinkt, den er im Schlussgang am ESAF noch etwas vermissen liess. 

1. Lukas Bissig (ISV)

18 Kämpfe und 18 Siege: Das ist die eindrückliche Bilanz von Lukas Bissig an den ersten drei Regionalschwingfesten. Man könnte nun anmerken, dass der Innerschweizer erst gegen drei Eidgenossen antreten musste, doch man kann am Ende nur die Gegner bezwingen, mit denen man auch zusammengreift. Der Neueidgenosse ist richtig heiss auf die neue Saison und mit seiner Bilanz in den Regionalschwingfesten der grosse Favorit für das Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest. Die Augen dürften vor allem auf den 22-Jährigen gerichtet sein.

Nach dem Rücktritt von Joel Wicki und Pirmin Reichmuth lechzt die Innerschweiz nach einem neuen Topschwinger aus den eigenen Reihen. Lukas Bissig ist der grosse Hoffnungsträger, damit die entstandene Lücke schon früher als befürchtet geschlossen werden könnte. 

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2026-04-24 11:09:41