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Innerschweizer brauchen nach Wicki-Abgang neue Leader: 'Es ist hart für uns'

Sven Lang ist neuer Hoffnungsträger

Sven Lang, der 28-jährige Schwinger aus Emmenbrücke, zählt zu den grossen Hoffnungen des Innerschweizer Schwingerverbands. Nach dem Rücktritt von Joel Wicki ist der Erfolgsdruck auf seinen Schultern deutlich grösser geworden. 

Sein bisher grösster Erfolg: Der Gewinn des Eidgenössischen Kranzes in Mollis im August 2025. "Ich denke auch heute noch recht häufig an dieses Wochenende zurück", sagt Lang der Luzerner Zeitung. "Ich glaube, das werde ich mein Leben lang nicht vergessen." Der Erfolg war historisch, denn es war der erste Eidgenössische Kranz für den Schwingklub Rothenburg seit 82 Jahren. Lang, der beim Eidgenössischen den 6. Rang belegte, war der zweitbeste Innerschweizer Schwinger hinter Lukas Bissig aus Uri.

Die Vorbereitung auf Mollis war jedoch alles andere als ideal. "Die Saison verlief harzig", erinnert sich Lang. Dennoch konnte er sich mit fünf Siegen in sieben Gängen an der Spitze etablieren. Als Symbol seines Triumphes wählte er im Gabentempel eine riesige Trychel, die heute in seinem Wohnzimmer steht.

Langs sportliche Karriere begann vor über 20 Jahren, als ihn ein Kollege seines Vaters ins Training des Schwingklubs Rothenburg mitnahm. Was als Schnuppertraining begann, entwickelte sich zur Leidenschaft. "Ich glaube, seit diesem ersten Schnuppertraining war ich fast jede Woche im Schwingkeller", erzählt Lang.

Trotz seines Erfolges führt er ein bodenständiges Leben. Lang arbeitet weiterhin 80 Prozent als Landschaftsgärtner. "Ich stecke die Belastungen der Schwingfeste nicht mehr so leicht weg", gibt er zu. Montags nach einem Wettkampf nimmt er sich frei, um sich zu erholen.

Für den Innerschweizer Schwingerverband ist Langs Präsenz in der kommenden Saison umso wichtiger, denn es gab prominente Abgänge. Joel Wicki und Pirmin Reichmuth, die jahrelang das Rückgrat des Teams bildeten, haben sich zurückgezogen, ebenso wie erfahrene Eidgenossen wie Christian Schuler und Matthias Herger. "Ich verstehe den Entscheid von Joel zu 100 Prozent. Er hat so viel Aufwand betrieben", sagt Lang über das Karriereende von Wicki. "Es ist hart für uns. Wenn du mit Joel an ein Fest gingst, wusstest du immer, dass er abliefern wird. Das gab dem Team eine gewisse Ruhe."

Wer in Zukunft Wickis Rolle übernehmen könnte, bleibt unklar. "Es wird gut gearbeitet in unserem Verband, auch schon bei den Jungschwingern. Aber du kannst solche Leute wie Joel Wicki nicht einfach herzaubern. Ich bin trotzdem überzeugt, dass wieder solche Ausnahmetalente kommen werden", meint Lang. Dennoch zeigt er sich optimistisch, dass neue Talente nachrücken werden.

Damian Möschinger Schwingen Sven Lang

2026-03-28 15:10:16