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Leuppi denkt trotz dreier Operationen nicht ans Aufgeben

Die letzte Zeit habe besonders mental Spuren hinterlassen

Der Winterthurer Schwinger Samir Leuppi hat einen harten Weg hinter sich: Nach einer schweren Schulterverletzung am Eidgenössischen Schwingfest 2025 musste er drei Operationen über sich ergehen lassen. Ans Aufgeben denkt der 33-Jährige aber nicht. Sein grosses Ziel: das Eidgenössische Schwingfest 2028 in Thun. "So wollte ich nicht aufhören", sagt er entschlossen.

Am Eidgenössischen 2025 in Mollis hatte Leuppi bis zum sechsten Gang Chancen auf seinen zweiten Kranz. Doch dann verletzte er sich in einem Duell mit Michael Ledermann schwer an der rechten Schulter. "Ich hatte keine Kraft mehr. Ich habe es versucht, aber es sollte nicht sein", erinnert sich Leuppi beim Tages-Anzeiger. Trotz starker Schmerzen wollte er nicht aufgeben. "Wenn du jetzt aufhörst, wirst du es bereuen", riet ihm ein Schwingerkollege. Mit Tape, Schmerzmitteln und Übungen zur Stabilisierung trat Leuppi noch einmal an, musste aber im siebten Gang endgültig aufgeben.

Nach dem Schwingfest war die Enttäuschung gross. Die Diagnose: Ein Bänderabriss an der Bizepssehne. Doch das war erst der Anfang seiner Leidenszeit. Bei einer weiteren Untersuchung wurde festgestellt, dass auch ein Drittel seiner Brustmuskulatur abgerissen war. Zwei Operationen brachten keine Besserung, erst der dritte Eingriff im Januar 2026 verlief erfolgreich. "Es fühlt sich an wie vor dem Unfall. Der Muskel ist wieder dort, wo er sein soll", sagt Leuppi heute erleichtert.

Verletzung hat in erster Linie mental Spuren hinterlassen

Die monatelange Ungewissheit hat jedoch Spuren hinterlassen. "Das Auf und Ab in den letzten Monaten war sehr hart. Es hat mich mental schon recht 'geschlissen›'", gibt Leuppi offen zu. Neben der Sorge um seine Karriere machte er sich auch Gedanken über seinen Beruf. "Ich brauche ein gesundes Schultergelenk. Ich fragte mich: Kann ich meinen Job noch ausüben?" Der gelernte und weiterhin tätige Transportpolizist der SBB musste sich mit der Möglichkeit auseinandersetzen, für immer auszufallen.

Doch Leuppi hat wieder Hoffnung geschöpft. Sollte seine Genesung wie geplant verlaufen, möchte er in fünf bis sechs Monaten wieder mit dem Training beginnen. Im August könnte er womöglich "bei irgendeinem Wettkampf einsteigen", sagt er optimistisch. Auch der prestigeträchtige Kilchberger-Schwinget im September ist für ihn noch nicht vom Tisch. Bis dahin zählt für ihn vor allem eines: "Jetzt sind Wundheilung und meine Geduld gefragt."

Mit 35 Jahren wird Leuppi am Eidgenössischen 2028 älter sein als viele seiner Mitstreiter. Doch das schreckt ihn nicht ab. Christian Stucki sei schliesslich auch mit 34 Schwingerkönig geworden, und Thomas Sempach habe mit 38 noch in den Top 6 eines Eidgenössischen mitgehalten, gibt er zu verstehen. "Ich bin im Saft. Solange ich Freude habe, ich alles unter einen Hut bringe und die Familie mich unterstützt, mache ich weiter."

Familie und Sponsoren als Rückhalt

Leuppis Familie ist ein wichtiger Rückhalt. Mit seiner Frau und seinem bald einjährigen Sohn lebt er in Zug, pflegt aber weiterhin einen engen Kontakt zu seinen Eltern und seinem Bruder in Wülflingen. Auch sein Schwingklub in Winterthur unterstützt ihn. Sobald er wieder fit ist, will er wöchentlich mit seinen Kollegen im Deutweg trainieren.

Dankbar zeigt sich Leuppi auch seinen Sponsoren gegenüber, die ihm trotz der schwierigen Zeit die Treue halten. "Es ermöglicht mir, mich auf den Sport zu fokussieren und den Weg zurück zu finden", sagt er.

Die Rückkehr auf die Schwingplätze ist für Leuppi mehr als nur ein sportliches Ziel. Es ist ein Symbol für seinen unbändigen Willen und seine Leidenschaft für den Schwinger-Sport. "Ich bin nicht zum ersten Mal verletzt, ich weiss, dass es weitergeht", sagt der Kämpfer aus Winterthur zuversichtlich.

Damian Möschinger Samir Leuppi Schwingen

2026-03-28 07:14:47