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Trotz bitteren Verletzungen am ESAF gehören die Zwei zu den grossen Aufsteigern des Jahres

Grosse Verbesserung in der Jahresrangliste

Noch steht nur noch das Tessiner Kantonalfest auf dem Programm der Schwinger. Daher blicken wir nach dem grossen Highlight, dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest, auf die Schwingsaison zurück. Wir wollen darauf schauen, wer denn die grösste Entwicklung hingelegt hat. Dafür schauen wir, wer aus der Top-50 der Jahresrangliste am meisten Plätze im Vorjahresvergleich wettgemacht hat. 

Die Schwingerzeitung Schlussgang erstellt jedes Jahr eine Jahresrangliste. Dabei fliessen in einer Saison mit einem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest die jeweils besten acht Schwingfeste des Schwingers in die Rangliste ein. Punkte können durch Kranzfestsiege, Kranzgewinne und das Notenblatt geholt werden. Je nach Grösse des Anlasses gibt es mehr oder weniger Punkte. 

Ausser Wertung ist zudem Joel Ambühl. Er steht auf Platz 42, war in der Vorjahresrangliste aber nicht zu finden. Er verpasste wegen eines Kreuzbandrisses grosse Teile der Schwingsaison 2024.

10. Christian Gerber - 63. Rang --> 22. Rang (+41)

Im Alter von 34 Jahren hat Christian Gerber seinen zweiten eidgenössischen Kranz gewonnen. Unter anderem dadurch hat der Emmentaler im Vorjahresvergleich einen grossen Sprung gemacht. 2024 schien es etwas so, als hätte er seinen Zenit bereits überschritten. Nur noch drei Kränze sackte Gerber ein.

In diesem Jahr belehrte Christian Gerber die Zweifler eines Besseren. Er verdoppelte seine Kranzausbeute im Vergleich mit 2024. Dazu stand er beim Berner Kantonalen im Schlussgang. Dort unterlag er Michael Moser, der in diesem Jahr nochmals einen gewaltigen Schritt nach vorne machte, in diesem Ranking aber nicht zu finden ist, da er auch 2024 schon eine starke Platzierung in der Jahresrangliste aufwies.

9. Fabian Stucki - 96. Rang --> 46. Rang (+50)

Für Fabian Stucki war die Saison über weite Strecken sehr erfolgreich. Auf dem Brünig konnte er den Bergkranz der Vorsaison bestätigen und der junge Mann im auffallenden grünen Shirt wirkte wesentlich stabiler als noch 2024. Daher hat er in der Jahresrangliste auch einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht.

Zum Ende der Schwingsaison muss Stucki aber einen gewaltigen Dämpfer verdauen. Der 20-Jährige verletzte sich im fünften Gang beim ESAF am Sonntagmorgen schwer - aus der Traum vom eidgenössischen Kranz. Mit drei Siegen war er bis zu diesem Zeitpunkt auf Kurs. Zudem hätten ihm gegen den starken Nordostschweizer Damian Ott nur noch wenige Sekunden zu einem Gestellten gefehlt. Mit einem Kreuzbandriss fällt Stucki nun lange aus. Es ist zu hoffen, dass er stark zurückkehren wird.

8. Christian Biäsch 86. Rang --> 23. Rang (+63)

Zwei Nordostschweizer dürfen sich seit diesem Jahr neu Eidgenosse nennen. Einer davon ist Christian Biäsch. Der Bündner hat im Alter von 29 Jahren noch einmal einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Erstmals in seiner Karriere hat er in einer aussergewöhnlichen Regelmässigkeit Kränze gewinnen können. Nur auf dem Weissenstein und beim Emmentalischen Schwingfest zog Biäsch einen schlechten Tag ein.

Die Krönung der Saison erfolgte dann im Glarnerland. So bezwang er mit Patrick Gobeli einen Eidgenossen und stellte gegen Florian Gnägi. Biäsch landete am Ende mit nur vier Siegen und drei Gestellten in den Kranzrängen, da er gleich drei Gegner mit der Maximalnote bezwingen konnte.

7. Jeremy Vollenweider 93. Rang --> 26. Rang (+67)

Auf den ersten neuen Eidgenossen der Nordostschweizer folgt sogleich der zweite in diesem Ranking. Vollenweider konnte sich im achten Gang mit einem Sieg über Stefan Ettlin seinen dritten Stern sichern. Zwar bezwang er am ESAF keinen Eidgenossen, doch gegen Gegner seiner Stärkeklasse reüssierte der Nordostschweizer regelmässig. Diese Konstanz hat Vollenweider auch in dieser Saison ausgezeichnet. Es findet sich kein absoluter Spitzenplatz bei seinen Kranzfestteilnahmen, aber dennoch hat sich der 27-Jährige sieben Kränze geholt. Damit ist er der die Nummer 26 des Jahres 2025, was in seinem Fall eine deutliche Verbesserung zur Vorsaison darstellt.

6. Joel Strebel - 118. Rang --> 45. Platz (+73) 

Der mittlerweile dreifache Eidgenosse konnte einen solchen Sprung in der Jahresrangliste nur aufgrund eines bitteren Grunds tätigen. Auf dem Stoos erlitt der Nordwestschweizer 2024 einen Kreuzbandriss. Damit war die Saison vorzeitig gelaufen und er kehrte erst im Juni dieses Jahres in den Sägemehlring zurück.

Beim Südwestschweizer siegte Strebel dann sogleich beim ersten Teilverbandsfest nach seiner Verletzung und dank einer weiteren Spitzenplatzierung auf dem Brünig durfte Strebel mit viel Selbstvertrauen ins Glarnerland reisen. Dort sicherte er sich gerade noch den Kranz mit 74,50 Punkten. Es war für den 28-Jährigen ein versöhnlicher Abschluss nach zwei komplizierten Saisons.

5. Andy Signer 119. Rang --> 42. Rang (+77)

Der Nordostschweizer machte sich als unangenehmer Gegner in diesem Jahr einen Namen. So bremste er beispielsweise am Schwarzsee mit Fabian Staudenmann und Curdin Orlik zwei renommierte Berner Schwinger aus. Dadurch sicherte sich Signer seinen ersten Bergkranz der Karriere.

Auf der Schwägalp sicherte sich Andy Signer seinen zweiten Bergkranz.

Auf der Schwägalp konnte Signer dann vor dem Eidgenössischen nachlegen. Damit konnte der 22-Jährige mit viel Rückenwind ans Heim-ESAF reisen, doch dort gelang ihm nicht alles nach Wunsch. Zumindest drei Jahre bis zum nächsten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest muss Signer noch warten, bis er sich den Traum vom dritten Stern erfüllen kann.

4. Samir Leuppi 109. Rang --> 21. Rang (+88)

Eine verkorkste Saison 2024 macht den grossen Sprung in der Rangliste für Samir Leuppi im Vergleich zu diesem Jahr überhaupt erst möglich. Unter anderem verletzte sich der Winterthurer auf dem Stoos und musste eine zweimonatige Pause einlegen. Danach sicherte er sich zwar den Kranz auf der Schwägalp, doch beim Jubiliäumsschwingfest war Leuppi anzusehen, dass er noch nicht der Alte ist. 

Ganz anders sahen die Leistungen des Nordostschweizers in diesem Jahr aus. In gewohnter Manier sicherte sich Leuppi Kranz um Kranz - bis zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest. Erneut machte ihm die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Im sechsten Gang im Duell mit Michael Ledermann verletzte sich Leuppi an der Schulter. Der Zürcher versuchte es am Nachmittag nochmals, verlor aber auch den 7. Gang und gab dann ohne Aussichten auf einen Kranzgewinn auf. Ohne den Zwischenfall mit der Schulter hätte Samir Leuppi wohl noch einen grösseren Sprung in der Jahresrangliste verbuchen können.

3. Marco Reichmuth 131. Rang --> 16. Rang (+115)

Dem zwei Jahre jüngeren Bruder vom zurückgetretenen Pirmin Reichmuth ist eine herausragende Saison 2025 gelungen. Als i-Tüpfelchen nach mehreren starken Schwingfesten darf sich Marco Reichmuth nun Eidgenosse nennen. 

Im Glarnerland hat der Innerschweizer am zweiten Wettkampftag mächtig aufgedreht und mit drei Siegen und einem Gestellten das Eichenlaub gesichert. Mit 27 Jahren ist Marco Reichmuth jetzt unter den besten Schwingern seines Verbandes angekommen. Insgesamt acht Kränze hat der Zuger gewinnen können. Als Neu-Eidgenosse wird es nächstes Jahr sein Ziel sein, diese erfreuliche Entwicklung zu bestätigen.

2. Fritz Ramseier 299. Rang --> 33. Rang (+266) 

Der routinierte Berner war die Sensation am ersten Tag des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests. Gleich drei Eidgenossen bodigte Ramseier am ersten Tag. Am zweiten Tag sicherte er sich dann im achten Gang selbst den Status als Eidgenosse - hochverdient. Die Leistung in Mollis war dann auch ein Sinnbild seiner Leistungsexplosion in diesem Jahr. Während er 2023 und 2024 kombiniert nur drei Kränze gewinnen konnte, ging Ramseier in diesem Jahr gleich sechsmal mit Eichenlaub nach Hause.

Als Eidgenosse wird Ramseier aber nur einmal in seiner Karriere antreten. Der Berner hat seinen Rücktritt angekündigt. Beim Kemmeriboden Schwinget wird er am Sonntag seine Abschiedsvorstellung geben.

1. Silvan Appert 418. Rang --> 41. Rang (+377)

Nur Silvan Appert hat sich um noch mehr Ränge in diesem Jahr verbessert als ESAF-Überraschungsmann Ramseier. Dabei hat Appert am Eidgenössischen selbst ein Märchen geschrieben. Bis zum Fest in Mollis gewann der Schwyzer gerade einmal einen Teilverbandskranz - beim Innerschweizerischen in diesem Jahr. Etwas überraschend hat sich der 22-Jährige in Mollis dann auch noch den dritten Stern geholt. Dafür war im letzten Gang ein Gestellter gegen den Berner Curdin Orlik notwendig, den Appert unerwartet holte. Ein solch steiler Aufstieg in der Rangliste ist im nächsten Jahr nicht mehr möglich, doch der Innerschweizer wird sich wohl als Ziel setzen, noch konstanter in die Kranzränge zu kommen.

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2025-09-06 16:00:29