Sechs Schweizer, sechs Ausgangslagen: Xhaka, Akanji und Co. starten in die neue Premier League Saison, vom Routinier bis zum Neuling. Alle mit demselben Ziel: den Engländern zeigen, was die Schweizer so drauf haben.
Dan Ndoye wagte in diesem Sommer den Sprung in die Premier League. Der 24-Jährige wechselte aus der Serie A von Bologna zu Nottingham Forest und unterschrieb gleich einen Fünfjahresvertrag. In Italien gehörte der Mann aus Nyon zum Stammpersonal und sammelte beachtliche Statistiken: Zehn Tore und acht Assists in seiner Zeit bei den Norditalienern sprechen für sich. Mittlerweile wird Ndoye auf rund 35 Millionen Euro Marktwert geschätzt und auch im Schweizer Nationalteam hat er bereits überzeugt. Drei Länderspieltore stehen auf seinem Konto.
Sein neuer Arbeitgeber Nottingham Forest hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. 2023/24 stand der Klub noch kurz vor dem Abstieg, nur um ein Jahr später auf Platz sieben zu klettern und die Europa League knapp zu verpassen. Die aktuelle Vorbereitung lief allerdings holpriger: Nur zwei Tore in fünf Testspielen lassen Zweifel an der Offensive aufkommen. Trotzdem hat Forest die obere Tabellenhälfte fest im Blick und träumt von einem Platz im internationalen Fussball.
Ndoye bringt genau diese Erfahrung mit, schliesslich hat er schon Champions-League-Luft geschnuppert. Sein grösster Erfolg in der vergangenen Saison: der goldene Treffer im Finale der Coppa Italia, der Bologna den ersten Pokalsieg seit über 50 Jahren bescherte. Genau diese Mentalität soll er nun auch in England einbringen. Konkurrenz im Kader gibt es genug, seine Spielzeit muss er sich erkämpfen. Wir trauen ihm aber in jedem Fall zu, einen Stammplatz zu erobern. Der Premier-League-Start erfolgt am 17. August auswärts bei Brentford.
Für Manuel Akanji steht bereits die vierte Saison im Trikot von Manchester City bevor. Die letzte war für den 30-Jährigen jedoch die schwierigste seit seinem Wechsel von Dortmund auf die Insel. Grund war eine Adduktorenverletzung, die ihn über längere Zeit ausbremste. Inzwischen ist Akanji wieder fit und stand bei der Klub-WM im Juni sogar auf dem Platz, wo er einen Assist verbuchte. Das Turnier endete für City jedoch überraschend im Achtelfinale gegen Al Hilal.
In der jüngsten Vorbereitungspartie gegen Palermo durfte Akanji ebenfalls ran, allerdings nicht von Beginn an. Pep Guardiola plant, sein Team zurück an die Spitze der Premier League zu führen und Akanji wird in der Innenverteidigung gefordert sein. Mit Neuzugang Khusanov aus Usbekistan hat er zusätzliche Konkurrenz im Team, doch der Schweizer ist erfahren genug, um sich durchzusetzen. City eröffnet die Saison am 16. August gegen Wolverhampton.

Nach zwei erfolgreichen Jahren bei Bayer Leverkusen, Meister 2023/24 und Vizemeister in der letzten Saison, zieht es Granit Xhaka nun in die Premier League. Der 32-Jährige schloss sich Aufsteiger Sunderland an und steht damit vor einer völlig neuen Herausforderung. Anders als in Leverkusen, wo er um Titel kämpfte, wird es mit den 'Black Cats' in erster Linie darum gehen, den Klassenerhalt zu sichern.
Die Vorbereitung verlief durchmischt. Viele Niederlagen brachten wichtige Lehren, doch ein 1:0-Erfolg gegen den FC Augsburg, mit Xhaka in der Startelf, sorgte für Optimismus. Klar ist: Xhaka wird im Team die Schlüsselfigur sein und sehr viel Spielzeit erhalten. Am 16. August wartet zum Auftakt West Ham United.
Bitterer Start für Zeki Amdouni: Der 24-Jährige zog sich vor rund einem Monat einen Kreuzbandriss zu und wird lange ausfallen. Dabei hatte sich der Genfer nach seiner Leihe zu Benfica Lissabon, wo er in 24 Ligaspielen sieben Tore erzielte und auch in der Champions League traf, viel vorgenommen.
Burnley, ebenfalls Aufsteiger, hätte auf Amdounis Abschlussqualitäten zählen können, nun muss das Team ohne ihn in die Saison starten. Der Ausfall ist doppelt ärgerlich, denn nach einer guten letzten Saison, hätte er diesmal wohl deutlich mehr Einsatzminuten bekommen. Saisonstart für Burnley ist am 16. August gegen Tottenham.
Fabian Schär geht in seine achte Saison bei Newcastle United und ist dort längst ein fester Bestandteil. Seit 2018 trägt der 33-Jährige das Trikot der 'Magpies' und hat sich als Stammspieler etabliert. In der vergangenen Saison erreichte Newcastle Rang fünf und qualifizierte sich erneut für die Champions League. Schär selbst trug dazu vier Tore bei und verpasste nur vier Spiele.
In der aktuellen Vorbereitung stand er bislang noch nicht auf dem Platz, dürfte aber auch 2024/25 eine Schlüsselrolle einnehmen. Ziel bleibt klar: Wieder unter die Top fünf, um auch 2026/27 bei den ganz Grossen des europäischen Fussballs mitwirken zu dürfen. Bereits kurz nach dem Mittag des 16. Augusts startete Schär und Co. in die neue Saison. Auswärts gegen Aston Villa kam Newcastle jedoch nicht über ein 0:0-Unentschieden heraus, trotz einer halben Stunde in Überzahl. Schär spielte 90 Minuten durch und markierte bereits wieder den Abwehrchef.
Isaac Schmidt wechselte im Sommer 2023 vom FC St. Gallen zu Leeds United. In der Championship kam der 25-Jährige auf zwölf Einsätze und 71 Spielminuten. Im FA Cup stand er zweimal über die volle Distanz auf dem Platz. In den letzten beiden Testspielen stand Schmidt jeweils in der Startelf, wurde aber im Verlauf der Partie ausgewechselt. Leeds, frisch zurück in der Premier League, wird wohl um den Klassenerhalt kämpfen.
Doch beim Saisonauftakt von Leeds am 18. August gegen den FC Everton könnte es durchaus sein, dass Schmidt nicht mehr zum Kader gehört. Praktisch die gesamte Sommerpause hindurch kursierten Wechselgerüchte. Nun könnte endlich Licht ins Dunkel kommen und seine sportliche Zukunft geregelt sein. Laut dem Corner Magazine steht die Leihe des 25-jährigen Romands zu Werder Bremen fest. In den kommenden Tagen soll er sich dem Bundesligisten anschliessen, wobei sich sein neuer Arbeitgeber auch eine Kaufoption gesichert haben soll.
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