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Christian Constantin lotste den heutigen Torjäger der Premier League einst nach Europa

Matheus Santos Carneiro Da Cunha auf der Insel

In der Saison 17/18 der Super League wühlte ein brasilianisches Wunderkind den Schweizer Fussball auf. Die Rede ist von Matheus Cunha. Während einer Saison lief der Brasilianer für den FC Sion auf und konnte dermassen überzeugen, dass das Wallis der Startpunkt wurde einer steilen Karriere.

Es war ein Genuss, dem brasilianische Zauberfuss auf Schweizer Rasen zuzuschauen. Als Matheus Cunha aber 2017 aus der U20 von Coritiba zum FC Sion wechselte, wusste noch keiner, welchen unglaublichen fussballerischen Weg der junge Spieler einleiten würde.

Constantins Näschen für ausländische Talente

Die Fussball-Karriere des jungen Matheus Santos Carneiro Da Cunha begann im Nachwuchs von Coritiba, rund 3500 Kilometer weit entfernt von seiner Heimat João Pessoa. Cunha setzte früh alles auf die Karte Fussball und lebte seit seiner Kindheit für den Sport. Denn um sein Heimweh zu unterdrücken, verbrachte er Stunden auf dem Bolzplatz.

Fast schon per Zufall entdeckte der Walliser Eric Lovey, Spieleragent und guter Kollege von Christian Constantin, das junge Talent an einem Cup-Wettbewerb in Dallas, wo Cunha ihn gegen keinen geringeren als Manchester United überzeugen konnte. Somit streckten die Sittener die Fühler nach dem jungen Brasilianer aus, welcher sich erhoffte über Sion den ganz grossen Sprung in den europäischen Fussball-Olymp zu schaffen.  

So kam es, dass Cunha den Weg in die Schweiz vollzog. Constantin sah ein vielversprechendes Talent und lobte den 18-Jährigen in den höchsten Tönen, weswegen er den Rechtsfuss mit einem Fünfjahresvertrag ausstattete. Zog gar Vergleiche mit Thierry Henry und dass er eines Tages so viel wert sei wie Mohamed Salah. Und der Mittelstürmer wusste auch direkt zu überzeugen. Der Brasilianer tanzte regelrecht Samba mit den Gegnern aus der Super League, denn in der Saison 17/18 erzielte er in 32 Spielen zehn Tore und lieferte acht Torvorlagen.

Matheus Cunha sorgte in seiner ersten und einzigen Saison im Dress des FC Sion gleich für Furore

Der FC Sion stand am Ende der Saison auf Rang 6 und konnte sich in den entscheidenden Spielen vor einem Abstiegskampf drücken, auch dank den Leistungen von Matheus Cunha. Der Brasilianer konnte in seiner ersten Saison in der Schweiz schon so fest überzeugen, dass zahlreiche Angebote aus dem In- und Ausland in Constantins Büro flogen. Und schnell wurde klar, dass die Station Wallis lediglich der Startschuss einer langen Reise sein wird.

Die Red-Bull-Millionen waren zu verlockend

Trotz eines Vertrages für fünf Jahre, flatterte im Sommer 2018 ein Angebot für Cunha rein, dass auf den ersten Blick zu schön schien um wahr zu sein. Doch der Bundesligist RB Leipzig war bereit 15 Millionen Euro an Constantin zu überweisen, ein Angebot, dass man bei einem Marktwert von lediglich 1,5 Mio. nicht ausschlagen konnte. 

So kam es, dass man den Mittelstürmer nach nur einem Jahr im Wallis bereits wieder ziehen liess. Es kam die Zeit, wo sich der Brasilianer auch auf der internationalen Bühne Europas zeigen konnte, denn Cunha spielte mit Leipzig auch in der Champions League, sowie der Europa League, in welcher er in sechs Spielen drei Tore erzielen konnte. Doch die Zeit bei den Bullen verlief weniger nach seinem Plan. In 52 Einsätzen für RB kam der Stürmer gerade mal auf neun Tore und drei Torvorlagen. 

Leipzig war die erste grosse Bühne auf europäischem Top-Niveau wo sich Matheus Cunha präsentieren konnte

Nach zwei Jahren in Leipzig konnte man den Brasilianer trotzdem noch gewinnbringend verkaufen und liess ihn für 18 Millionen Euro zum Hertha BSC ziehen. Es war der Beginn einer sehr effizienten Zeit für den Mittelstürmer, denn in seiner Zeit beim BSC konnte Cunha in 40 Partien 13 Treffer erzielen und deren zehn vorbereiten. Leistete somit einen erheblichen Anteil daran, dass die Hauptstädter nicht schon in dieser Saison um den Abstieg kämpfen mussten.

Von der einen Hauptstadt in die Nächste

Im Sommer 2021 klopfte dann ein ganz grosser Namen aus Europas Fussball an den Türen. Diego Simeone lotste den Brasilianer nach Madrid und war bereit 35 Millionen Euro auf den Tisch zu legen! Cunha lief insgesamt 54 Mal für Atlético Madrid auf und hatte dabei bei 15 Toren seine Füsse im Spiel. 

Kam bei Atlético Madrid meist nicht über eine Reservistenrolle hinaus, weswegen Cunha in 54 Spielen lediglich 1'788 Einsatzminuten vorzuweisen hat

2021 erlebte Matheus Cunha auch seinen bisherigen grössten Karriereerfolg, denn mit der brasilianischen Mannschaft gewann er das olympische Turnier in Tokio. Es blieb sein einziger Titel, den er jemals gewinnen konnte, bis dato.

Nach zwei Jahren in der spanischen Hauptstadt kam auf einmal das Interesse von der Insel. Da Cunhas Entwicklung zu dem Zeitpunkt stagnierte, lieh man den Mittelstürmer im Januar 2023  an die Wolverhampton Wanderers aus.

Cunha wird zum Leitwolf

Bei den Wolves etablierte sich der Brasilianer ziemlich schnell zum Schlüsselspieler und so kam es, dass nach nur einer halben Saison, die Engländer bereit waren richtig tief in die Tasche zu greifen für den Edeltechniker. Bei einem Marktwert von 25 Mio. waren die Wanderers bereit 50 Millionen Euro an Madrid zu überweisen für die Dienste des Mittelstürmers. Dass die Engländer Geld haben war zu diesem Zeitpunkt schon bekannt, aber gleich das Doppelte des Marktwerts zu bieten? Da konnte selbst Diego Simeone nicht Nein sagen. 

In der aktuellen Saison spielt Cunha eine entscheidende Rolle im Spiel von Cheftrainer Gary O'Neil. Und der Brasilianer zahlt das Vertrauen des Trainers zurück, denn in der schwächelnden Mannschaft Wolverhamptons gehört der Mittelstürmer zu den Lichtblicken dieser Saison. Vier Tore konnte er in neun Spielen bereits erzielen. Doch von den persönlichen Leistungen kann man sich nichts kaufen, denn die Wolves stehen derzeit auf dem zweitletzten Tabellenplatz und können erst zwei Punkte durch zwei Unentschieden aufweisen. Ansonsten verlor das Team aus Wolverhampton, welches sich rund 20 km von der Millionenstadt Birmingham befindet, jede einzelne Partie. 

Cunha entwickelt sich bei Wolves zu einem Leitwolf und absoluten Fanliebling

Matheus Cunha ist deshalb so ein wichtiger Spieler, da er sehr variabel einsetzbar ist. Für die Wolves kam der 25-Jährige vorne bereits auf allen möglichen Positionen zum Einsatz, sei es als Mittelstürmer, als hängende Spitze, als offensiver Mittelfeldspieler oder gar auf der Aussenbahn im Mittelfeld. Zudem werden ihm in den meisten Spielen die vollen 90 Minuten zugetraut

Die Premier League scheint derzeit der passende Ort zu sein für den einstigen Sion-Star, denn seit seinem Engagement auf der Insel kommt Cunha auf 18 Tore und sieben Torvorlagen. Will der junge Brasilianer aber mit den Wolves den Abstieg in die Championship verhindern, so bedarf es doch noch der einen oder anderen Torausbeute von Matheus Cunha. Und wer weiss, vielleicht schiesst ausgerechnet er seine Mannschaft zum Ligaerhalt, wie einst in Sion.

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2024-11-05 14:30:56