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Wie der EHC Olten zu Ajoies gescheitem Schachzug avancieren könnte

Nach der Verstärkung könnte Olten zum Stolperstein des HCC werden

Die Swiss League Playoffs sind im vollen Gange. Während sich die beiden Dominatoren der Regular Season schwertun, könnte vor allem der EHC Olten profitieren - dank der Unterstützung aus dem Oberhaus. Wir werfen einen Blick auf die bisherigen Begegnungen und darauf, weshalb der HC Ajoie eine entscheidende Rolle einnehmen könnte.

Drei Spiele wurden im Viertelfinale der Playoffs der zweithöchsten Spielklasse im Schweizer Eishockey bereits absolviert. Während sich der HC Thurgau von seiner besten Seite zeigte, könnten vor allem die beiden Spitzenduos rund um den EHC Basel und den HC La-Chaux-de-Fonds ins Zittern kommen. Derweilen scheint ein Aufstieg eines Swiss-League-Teams in die National League als unwahrscheinlich.

EHC Basel gegen die GCK Lions (Stand 2:1)

Mit 97 Punkten aus 45 Spielen war der EHC Basel das dominanteste Team der Regular Season der Swiss League. Der Gegner in den Playoffs heisst GCK Lions. Die Zürcher qualifizierten sich erst am letzten Spieltag für die Post Season und hatten ganze 41 Punkte Abstand auf den Tabellenleader. Dennoch erweist sich die Playoff-Affiche als knapper als zuerst gedacht.

Der EHC Basel führt zwar in der Wertung mit 2:1, doch die Basler mussten für die beiden Siege hart arbeiten. In allen Spielen der Begegnung machte ein einziges Tor bisher den Unterschied aus. Spiel 1 gewann der Favorit aus Basel denkbar knapp mit 2:1. Auch Spiel 2 konnte der EHC Basel für sich entscheiden und sich ein wichtiges Break erkämpfen. Doch auch dieses Spiel stand auf Messers Schneide, verlor der letztjährige Finalist doch erst in der Overtime. In Spiel 3 konnten die GCK Lions reüssieren und gewannen in der Verlängerung mit 3:2 auswärts in Basel. Die Serie ist somit wieder neu lanciert und der Tabellenerste kommt gegen den Achten der Regular Season langsam aber sicher unter Druck.

HC La Chaux-de-Fonds gegen den EHC Olten (Stand 1:2)

Auch der HCC gehörte zu den Dominatoren der Liga, konnten die Chaux-de-Fonniers doch mit 95 Punkten knapp hinter Leader EHC Basel die Regular Season beenden. Der Meister der vergangenen beiden Jahre hegt in dieser Saison Aufstiegsambitionen. Doch die Träume von der National League könnten schneller ausgeträumt sein, als sie sich dies erhofften. Grund dafür ist ein starker EHC Olten, der tatkräftige Unterstützung aus dem Oberhaus geniesst.

Doch betrachten wir vorerst die Begegnungen im Detail, denn nachdem sich La Chaux-de-Fonds in einem kontroversen Spiel in der Overtime mit 4:3 durchsetzen konnte, folgte der Schock. Auswärts in Olten ging man in Spiel 2 gleich mit 0:6 unter. Ein Statement des EHC Olten, der zwar keinen Aufstieg anpeilt, dennoch den Swiss-League-Meistertitel anstrebt. Für den HCC kam es noch dicker, verlor man doch auch Spiel 3 gegen Olten und liegt nun in der Begegnung mit 1:2 hinten. Der überragende Mann der Oltener? Einmal mehr war es der Ex-Ajoie-Akteur und Olten-Topscorer Guillaume Asselin, der brillierte. In den letzten beiden siegreichen Partien schnürte der Kanadier je einen Doppelpack.

Der HC Ajoie will einem Abstiegskampf aus dem Weg gehen

Der HC Ajoie steht abgeschlagen auf dem letzten Platz der National League, bangen um einen Abstieg müssen die Jurassier dennoch nicht gross. Olten darf nach der Verpflichtung vom entlassenen Ajoie-Trainer Christian Wohlwend gemäss einer Vereinbarung der beiden Clubs nicht aufsteigen. Der EHC Basel reichte erst gar kein Gesuch für einen Aufstieg ein, der HC Sierre darf nicht aufsteigen und der aufstiegsberechtigte EHC Visp hegt keine grosse Aufstiegsleidenschaft. 

Der einzig realistische Aufstiegsaspirant ist der HC La Chaux-de-Fonds, doch bevor es zu einem möglichen Duell gegen den Abstiegskandidaten aus Ajoie kommt, unternehmen die Jurassier Massnahmen, um einer Abstiegsrunde aus dem Weg gehen zu können. Die Ajoulots werden die Regular Season der National League sicherlich als 14. abschliessen. Kürzlich entsandten sie deshalb Verstärkungsspieler auf die Playoffs hin nach Olten. Der Widersacher des HC La Chaux-de-Fonds soll schon im Viertelfinale dafür sorgen, dass der mögliche Aufstiegskandidat eliminiert wird - ein geschickter Schachzug. 

So stiessen in der Abwehr Bastien Pouilly und Tim Minder zum EHC Olten. Beide Verteidiger haben bereits in einigen Partien der regulären Saison für das Swiss-League-Team gespielt. Zudem verstärkte sich Olten leihweise in der Offensive mit Flügelstürmer Kyen Sopa.

Nachdem der EHC Olten nach einer durchzogenen Qualifikation zusätzlich auf einige Rückkehrer von Verletzungen zählen kann, ist Trainer Christian Wohlwend "überzeugt, die Hürde La Chaux-de-Fonds packen zu können" (Oltner Tagblatt, 10.02.25). Und dies zeigte sich eindrücklich in den letzten beiden Spielen, weswegen die Führung Oltens in der Playoff-Begegnung keineswegs gestohlen ist. 

Von Wettbewerbsverzerrung will der Chef an der Bande der Oltner nichts wissen, gab Wohlwend zur Auskunft im Interview mit dem Oltner Tagblatt:

"Im vergangenen Jahr hatten wir in Ajoie dem HC La Chaux-de-Fonds drei Spieler ausgeliehen, nun leihen sie dem EHC Olten drei Spieler aus. Ich finde das absolut legitim. Es ist legitim, weil es diese Regel gibt. Das ist völlig in Ordnung. Wenn wir zehn solche Ausleihspieler im Team hätten, dann würde ich vielleicht sagen: «Ja, das ist nicht fair.» Aber so? Der Letzte, der sich darüber beklagen darf, ist La Chaux-de-Fonds. Wenn der Hockeygott das ausgleichen will, dann müssten wir nun Meister werden."

Christian Wohlwend, Oltner Tagblatt, 10.02.25

Derweilen leitete der HC Ajoie alles in die Wege, um einem Abstiegskampf zu entgehen. Dass Christian Wohlwend beim EHC Olten unterschreiben durfte, basierte auf der Bedingung, dass die Oltener auf ein Aufstiegsgesuch verzichten. Durch die Verstärkungsspieler für Olten soll nun auch der HC La Chaux-de-Fonds frühzeitig ausgeschaltet werden. 

HC Thurgau gegen den EHC Chur (Stand 3:0)

Wenige Mühe bekundete bislang der Drittplatzierte der Regular Season HC Thurgau in der Begegnung gegen den EHC Chur. Die Thurgauer liegen in der Serie bereits mit 3:0 in Führung und konnten dank überzeugenden Auftritt drei relativ ungefährdete Siege einfahren. Lediglich Spiel 1 stand auf der Kippe, der HCT konnte erst in der Verlängerung die Partie für sich entscheiden. Bereits im nächsten Spiel kann der HC Thurgau somit den Sack zu machen und das Halbfinal-Ticket lösen.

EHC Visp gegen den HC Sierre (Stand 2:1)

Der EHC Visp ist neben dem HC La Chaux-de-Fonds der einzige Kandidat, welcher noch um einen Aufstieg spielen könnte. Doch der Tabellenvierte nach der regulären Spielzeit tut sich bereits schwer in der Viertelfinal-Begegnung gegen den HC Sierre. Spiel 1 gewann man knapp mit 3:2, Spiel 2 ging gleich mit 0:3 verloren und erst im letzten Spiel konnte der EHC Visp mit 6:2 einen deutlichen Sieg einfahren. Um einen Aufstieg bemühen sich die Visper jedoch nicht sonderlich, laut Watson sei der EHC Visp nicht bereit zu investieren und verfolge mit Blick auf nächste Saison sogar einen Sparplan rund um eine Budgetreduktion. Somit stehen die Vorzeichen für einen angepeilten Aufstieg alles andere als zuversichtlich.

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2025-02-17 16:00:33