Die neue National-League-Saison läuft seit einigen Wochen. Im Hintergrund basteln die Sportchefs aber schon fleissig am Kader fürs nächste Jahr. Wir stellen euch von jedem Team einen spannenden Schweizer vor, dessen Vertrag im nächsten Sommer ausläuft.
Für starke Schweizer waren die Jurassier in den letzten Jahren nicht bekannt. Doch allmählich scheint sich das Blatt zu wenden und die Mannschaft wird zu einem National-League-Team, das nicht nur Kanonenfutter ist. Daher findet sich mit Louis Robin auch ein Schweizer im Kader, den die Ajoulots lieber nicht verlieren wollen. Der 23-jährige Westschweizer spielt derzeit seine vierte Saison im Oberhaus. Nach einem Jahr beim EV Zug steht Robin in seiner dritten Spielzeit mit dem HCA. Mit drei Scorerpunkten in sechs Spielen ist der Flügel ordentlich in die neue Saison gestartet. Ein Viertel der gesamten Scoringausbeute aus dem Vorjahr hat er bereits gesammelt. Kann Louis Robin diese Pace halten, werden auch andere Vereine den talentierten Spieler verpflichten wollen.
Das Torhüterkarussell wird auch im nächsten Sommer wieder munter drehen. Ein Teil davon könnte Philip Wüthrich sein. Der Vertrag des Ambri-Keepers läuft in knapp einem Jahr aus, während sein Kollege Gilles Senn noch mindestens bis 2028 in der Leventina spielen wird. Es ist davon auszugehen, dass die sportliche Leitung beim HC Ambri-Piotta auch im nächsten Jahr eine Lösung mit zwei Schweizer Torhütern im Kasten präferieren würde. Dafür wäre die einfachste Möglichkeit, mit Wüthrich den Vertrag zu verlängern, denn mit vier Siegen aus fünf Einsätzen liefert der Schlussmann derzeit starke Argumente. Allerdings befinden sich noch andere Goalies auf dem Markt.
Mit der Verpflichtung von Connor Hughes haben die Mutzen eine Baustelle geschlossen. Mehrere Jahre spielte der SC Bern mit dem mittelmässigen Import-Goalie Adam Reideborn zwischen den Pfosten. Die verschwendete Lizenz kann nun für einen weiteren Feldspieler eingesetzt werden. Derzeit haben die Berner mit Connor Hughes, Sandro Zurkirchen und Christof von Burg eigentlich einen Torhüter zu viel im Kader. Der Routinier Zurkirchen wird derzeit nicht benötigt und ist nur noch die Nummer drei.
Sowohl der Vertrag von Zurkirchen als auch jener von Burgs laufen nach dieser Saison aus. Für den SC Bern wäre es ein kleines Desaster, würde man den 25-Jährigen von Burg an die Konkurrenz verlieren. Nachdem der Goalie aber für lange Zeit in der Organisation der Berner nicht wirklich gefördert wurde, könnte es schon sein, dass er sich zumindest die Angebote anderer Vereine anhören wird. Daher ist die Personalie äusserst interessant.
Mit Jonah Neuenschwander gibt es einen aufregenden Jugendspieler, dessen Vertrag im nächsten Sommer im Seeland ausläuft. In diesem Artikel beschränken wir uns aber nur auf Spieler mit Jahrgang 2005 oder älter, da die Talente bereits in einem anderen Artikel abgehandelt worden sind. Damit rückt Yanick Sablatnig in den Fokus. In Rapperswil-Jona hat der Flügelspieler grosse Teile seiner Ausbildung verbracht. Für die erste Mannschaft spielte er aber nie. Über Chur, Basel und Bern fand er den Weg zum EHC Biel. Er absolviert derzeit seine dritte Saison im Seeland. Im Vorjahr hat er mit 49 Regular-Season-Spielen so regelmässig auf dem Eis stehen können wie zuvor noch nie in der höchsten Liga. Gut möglich, dass er seine erfreuliche Entwicklung beim EHCB fortsetzen möchte.
Beim HC Davos gab es im letzten Sommer viele Veränderungen. Einige Schweizer Schlüsselspieler verliessen den Verein, dafür sind andere wichtige Akteure wie Dominik Egli zurückgekehrt. Ein erneut grosser Umbruch ist im nächsten Sommer nicht zu erwarten und trotzdem gibt es mindestens einen interessanten Schweizer Spieler, dessen Kontrakt im nächsten Sommer endet.

Valentin Nussbaumer steht nur noch knapp ein Jahr beim HCD unter Vertrag. Der Jurassier wechselte vor rund sechs Jahren ins Landwassertal und hat sich längst als zuverlässiger Scorer im Bündnerland etabliert. In den letzten drei Saisons scorte Nussbaumer jedes Mal rund um die 30 Punkte. Damit gehört er zu den zuverlässigsten Schweizern der Liga. Mit seinen 26 Jahren hat er zudem seine besten Jahre noch vor sich. Er dürfte nun einen äusserst lukrativen Vertrag unterschreiben können. Bei welchem Verein er dies tut, dürfte auch von den Angeboten der Sportchefs abhängen.
In den Playoffs der Meistersaison ist der Stern von Jan Dorthe so richtig aufgegangen. Mit fünf Scorerpunkten überzeugte der junge Center in der wichtigsten Phase der Vereinsgeschichte. Nun konnte der 21-Jährige den Schwung in die neue Saison umgehend mitnehmen. Dorthe steht bereits wieder bei vier Scorerpunkten. Sein Bestwert für eine Regular Season steht bei acht Torbeteiligungen. Bleibt Dorthe gesund, wird er diese Marke pulverisieren. Mit seinem jungen Alter ist er für die Sportchefs in dieser Liga natürlich besonders interessant. Er könnte über Jahre hinweg zum Schlüsselspieler für einen Verein werden. Dementsprechend dürften viele Entscheidungsträger genau in die Saanestadt blicken. Wie sich der Spieler dann entscheiden wird, muss sich noch zeigen.
Während bei Genf mit dem Abgang von Vili Saarijärvi auch der Verlust eines wichtigen Importspielers droht, ist bei den Schweizern Marco Miranda der interessanteste Name mit einem auslaufenden Vertrag. Der 28-Jährige spielt schon seit 2019 in der Calvinstadt. Mit dem GSHC hat Miranda sowohl die Champions Hockey League als auch die Meisterschaft gewonnen. Der Flügel ist kein Mann für die erste oder zweite Reihe, könnte aber eine wichtige Nebenrolle in beinahe jedem Club der National League einnehmen. Solche Spieler sind auf dem Markt ebenfalls begehrt und so dürfte Miranda von mehreren Sportchefs der Liga beobachtet werden.
Die Flughafenstädter sind nicht optimal aus den Startlöchern gekommen. Das hängt auch mit zahlreichen verletzten Spielern zusammen, die auf einen eher schmalen Kader treffen. Noah Delémont wirkt da neben seinen Teamkollegen, die notgedrungen auflaufen müssen, beinahe schon wie ein alter Hase. Dabei ist der Verteidiger selbst gerade einmal 24 Jahre alt. Kloten ist die erste Station in der National League ausserhalb seines Jugendvereins Biel. Beim EHCK muss Delémont mehr Verantwortung schultern. Ob der Verteidiger nach dieser Saison schon für einen nächsten Schritt auf der Karriereleiter bereit ist, muss sich noch zeigen. Kann sich Delémont aber zusammen mit seinen Teamkollegen in den nächsten Wochen und Monaten steigern, werden einige Sportchefs anklopfen.
Nathan Vouardoux feierte sein Debüt in der National League in der Saison 2020/21. Nach den ersten Gehversuchen in Lausanne avancierte er in Rapperswil-Jona zum Fixstarter in der höchsten Liga. Mittlerweile läuft er wieder für den Lausanne HC auf und sein Vertrag läuft im kommenden Sommer aus. Mit seinen 25 Jahren ist der Verteidiger noch immer im entwicklungsfähigen Alter. Vouardoux winkt ein lukrativer mehrjähriger Vertrag in der National League. Ob der Lausanne-Junior erneut von der Heimat wegzieht oder langfristig im Waadtland Wurzeln schlägt, wird sich noch zeigen. Der LHC dürfte auf alle Fälle an einer Vertragsverlängerung interessiert sein und zahlreiche Vereine werden die Situation genau beobachten.
Der HC Lugano kann eigentlich seit Jahren auf ein starkes Schweizer Torhüterduo zählen. Joren van Pottelberghe fiel aber immer wieder für längere Zeit aus, sodass dieser Plan im Südtessin nicht immer aufging und phasenweise Import-Personal verpflichtet werden musste. Nun können die Bianconeri auf ein Schweizer Duo im Tor setzen, wobei die Rollen klar verteilt sind. Niklas Schlegel ist die Nummer eins mit vier Einsätzen und van Pottelberghe durfte bislang einmal zwischen den Pfosten stehen. Trotzdem ist van Pottelberghe eine spannende Personalie für verschiedene Vereine in der National League. Mit Ivars Punnenovs, Philip Wüthrich oder Christof von Burg besitzen mehrere Torhüter in der höchsten Liga einen auslaufenden Vertrag. Womöglich wird ein freier Posten mit van Pottelberghe besetzt.
Im nächsten Sommer steht am Obersee ein grösserer Umbruch an. Sportchef Claudio Cadonau sieht darin eine Chance, dem Kader seinen Stempel aufdrücken zu können. Im letzten Sommer übernahm er die Geschicke beim SCRJ in der sportlichen Leitung. Grosse Teile des Teams standen dabei schon für diese Saison. Nun kann er einige Stellschrauben verändern. Die Stellschraube Gian-Marco Wetter dürfte Cadonau dabei nicht verändern wollen. Der Bündner hat in der Saison 2019/20 den Schritt in die erste Mannschaft der SC Rapperswil-Jona Lakers geschafft. Seither entwickelt sich der Angreifer stetig weiter.
Da die Rosenstädter viele junge Spieler weiterentwickeln wollen, braucht es auch Spieler im mittleren Alter, die vorangehen können. Hierbei nimmt Wetter eine zentrale Rolle ein. Für den Spieler selbst wäre es im Alter von 26 Jahren vielleicht einmal an der Zeit für eine Luftveränderung, es sei denn, er möchte bei den Lakers zur Legende werden und langfristig verlängern. Mittlerweile hat Wetter schon weit über 300 Spiele für den SCRJ bestritten.
Mit Dario Rohrbach haben die Emmentaler bereits in diesem Sommer einen starken Schweizer an die Konkurrenz verloren. Mittlerweile stürmt Rohrbach für den SC Bern und Dario Allenspach darf bei den SCL Tigers mehr Verantwortung schultern. Damit geht der 24-Jährige bislang hervorragend um. Es sind ihm schon fünf Scorerpunkte in sieben Partien gelungen. Für die Langnauer ist das aber ein Teufelskreis: Macht Allenspach so weiter, wird er wohl wie Rohrbach für den nächsten Sommer bei einem besseren Verein der National League unterschreiben. Finanziell werden die Emmentaler nicht mit der Konkurrenz mithalten können. Es wird also wichtig sein, Allenspach klare sportliche Perspektiven aufzuzeigen, die ihn dann bestmöglich noch etwas in Langnau halten sollen.
Aufgrund einer schweren Knieverletzung fällt der wirbelige Angreifer schon seit fast einem Jahr aus. In der Innerschweiz soll man gemäss Mediengerüchten nach einem kurzfristigen Ersatz suchen. Wann genau Martschini wieder einsatzfähig ist, ist derzeit noch unklar. Sicherlich ist Lino Martschini, sofern er im Vollbesitz seiner Kräfte ist, ein wertvoller Spieler für jedes National-League-Team.

Der Vertrag Martschinis läuft nach dieser Saison aus. Der EV Zug muss sich wohl mit einer allfälligen Vertragsverlängerung nicht zu sehr beeilen. Es ist nicht davon auszugehen, dass andere Vereine den Offensivspieler verpflichten, ohne Gewähr, wie er nach seiner langen Verletzungspause zurückkommt. Findet Lino Martschini aber auf sein Normalniveau zurück, dürfte er einen letzten mehrjährigen Vertrag unterzeichnen. Mittlerweile ist der Schweizer Meister von 2021 schon 33 Jahre alt.
Bei den ZSC Lions sind zahlreiche Leistungsträger langfristig an den Verein gebunden. Bei zwei Routiniers läuft der Vertrag aber nach dieser Saison aus. Zum einen ist Chris Baltisberger nur noch bis 2027 gebunden, zum anderen betrifft das Yannick Weber. Der 38-Jährige ist vor gut fünf Jahren aus der NHL in die National League zurückgekehrt. In der National League lief Weber, abgesehen von seiner Zeit bei Genf während des Lockouts, bislang nur für die ZSC Lions auf, doch den Nachwuchs durchlief er beim SC Bern. Es ist daher davon auszugehen, dass Yannick Weber seinen Vertrag entweder nochmals bei den Zürchern verlängert, zum SCB wechselt oder die Karriere beendet. Noch ist nicht kommuniziert worden, wie sich der langjährige NHL-Söldner entscheiden wird. Es scheint aber klar, dass Yannick Weber auch in einem Jahr noch Leistungen zeigen wird, die vielen National-League-Teams gut zu Gesicht stehen würden.
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