Ein gelungener Saisonstart ist im Schweizer Eishockey oft eng mit einer gelungenen Transferpolitik verknüpft. Neue Gesichter bringen frischen Wind, schliessen Lücken oder übernehmen auf Anhieb Schlüsselrollen. Während manche Neuzugänge noch Ladehemmungen aufweisen, haben andere in den ersten Spieltagen bereits eindrücklich unter Beweis gestellt, warum sie geholt wurden. Hier ist die Analyse zu den bislang besten Verstärkungen aller 14 National-League-Clubs.
Beim HC Ajoie blickt man traditionell akribisch auf die Ausländerpositionen, und bei Kristian Tanus haben die Jurassier einen absoluten Volltreffer gelandet. Der Finnen-Stürmer präsentiert sich von Beginn an in fantastischer Spiellaune: Mit bereits 12 Scorerpunkten führt er nicht nur die clubinterne Wertung an, sondern thront sogar an der Spitze der gesamten National League. Tanus ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel von Ajoie und ein wahrer Glücksgriff.
Auch in der Leventina sorgt ein finnischer Neuzugang für Furore. Roby Järventie hat bei Ambri-Piotta keine Anlaufschwierigkeiten gezeigt und bereits zehn Scorerpunkte auf seinem Konto angehäuft. Der Stürmer besticht durch seine Zielstrebigkeit und kreiert in der Offensive praktisch in jedem Wechsel gefährliche Szenen. Für die Leventiner ist er schon jetzt ein unverzichtbares Element im Angriffsspiel.
Der Transfer von Jeff Skinner war der spektakulärste Namenstransfer des Sommers in der National League. Der NHL-Routinier schlug im Seeland sogleich ein wie eine Bombe und demonstrierte seine enormen Scorerqualitäten. Leider wurde sein Traumstart durch eine Verletzung gebremst, weshalb er bislang erst drei Partien bestreiten konnte. Seine Ausbeute von fünf Scorerpunkten in diesen drei Spielen ist jedoch beachtlich: Damit ist er teamintern bereits die Nummer 2 hinter Marcus Sylvergard, der für einen Punkt mehr doppelt so viele Spiele benötigte.
Beim SC Bern wusste von den neuen Gesichtern allen voran Dario Rohrbach zu überzeugen. Zusammen mit Verteidiger Rodwin Dionicio ist er derzeit der produktivste Schweizer im Kader der Mutzen. Rohrbach verbuchte aus seinen ersten fünf Einsätzen ebenso viele Scorerpunkte und liefert damit genau jene Energie und Effizienz, die man sich in Bern von seiner Verpflichtung versprochen hat.

Dass Ken Jäger beim HC Davos auf Anhieb zum Captain ernannt wurde, unterstreicht seinen immensen Stellenwert im Team vorzüglich. Der 28-Jährige geht mit viel Einsatz voran und konnte in der NL bereits dreimal einnetzen. Damit hat er schon jetzt ein Drittel seiner gesamten Vorjahresausbeute der Regular Season (9 Scorerpunkte) erreicht; hinzu kommen vier Assists in der Champions Hockey League. Das Beeindruckendste daran: Jäger ist noch gar nicht an seiner Topform angekommen und besitzt noch spürbares Steigerungspotenzial.
Nach dem Abgang einer Clublegende wie Reto Berra waren die Fussstapfen im Gottéron-Tor riesig. Ludovic Waeber lässt sich vom grossen Schatten seines Vorgängers jedoch keineswegs erdrücken. Der Schlussmann strahlt extrem viel Ruhe aus, ist ein kompromissloser Rückhalt für seine Vorderleute und gehört zum Saisonstart zu den statistisch wie auch optisch überzeugendsten Torhütern der gesamten Liga.
Verteidiger Mika Henauer zeigt bei den Genfern äusserst verheissungsvolle Ansätze. Der 26-Jährige sammelte bereits drei Scorerpunkte und deutet an, dass mit ihm in dieser Saison zu rechnen ist: Hält er diese Pace bis zum Ende der Qualifikation, winkt ihm ein neuer persönlicher Punkterekord in der NL. Dass Henauer beim GSHC mit durchschnittlich 21:02 Minuten Eiszeit bereits die viertmeiste Einsatzzeit aller Genfer erhält, spricht Bände für das Vertrauen des Trainerteams.
Nach einem insgesamt harzigen Saisonstart der Flughafenstädter ist Arttu Ruotsalainen einer der ganz wenigen echten Lichtblicke. Kaum ist er zurück, schon trägt er den Goldhelm. Arttu Ruotsalainen erlebt eine perfekte Rückkehr zum EHC Kloten. Nach sieben Spielen hat er bereits sechs Punkte auf seinem Konto und ist der beste Torschütze seines Teams. Schon bei seiner ersten Klotener Saison 2022/23 gehörte er zu den drei Schlüsselspielern der Flughafenstädter.
Beim Lausanne HC taten sich die Neuzugänge zum Auftakt noch schwer - mit Ausnahme von Ewan Huet. Der erst 21-jährige Torhüter durfte in zwei Partien ran und wusste dabei mit einer soliden Fangquote von 90,5 Prozent zu gefallen. Huet strahlt für sein altes Talent bereits viel Gelassenheit aus und ist definitiv ein grosses Versprechen für die Waadtländer Zukunft.
Lugano ziert aktuell das Tabellenende, weshalb auch bei den Zugängen der Bianconeri noch spürbar Luft nach oben herrscht. Der finnische Import-Stürmer Jere Innala ist mit vier Scorerpunkten aus fünf Spielen dennoch der auffälligste Neue. Er erhält unter allen ausländischen Angreifern bei Lugano die meiste Eiszeit. Wenn Innala seinen Rhythmus komplett findet, dürfte auch bei den Tessinern der Knoten platzen.
Auch bei den Lakers konnten die neuen Kräfte den Stempel noch nicht vollends aufdrücken. Am ehesten gelingt dies derzeit Daniil Ustinkov. Der erst 20-jährige Verteidiger erfüllt die in ihn gesetzten Erwartungen solide und hat mit zwei Assists bereits jetzt einen persönlichen Punkterekord in der NL aufgestellt, den er im weiteren Saisonverlauf zweifellos ausbauen wird. Die reichlich bemessene Eiszeit ist für seine Entwicklung unbezahlbar.
In Langnau hat Emil Pettersson im Eiltempo die Chefrolle in der Offensive übernommen. Der Schwede ist mit acht Scorerpunkten der Topscorer der Emmentaler und zeichnet sich vor allem als uneigennütziger Spielmacher aus. Satte sieben Vorlagen hat er bereits verteilt - Pettersson ist ein Akteur, der seine Nebenleute spürbar besser macht.
Der österreichische Stürmer legte einen absoluten Traumstart im EVZ-Dress hin: An den ersten drei Spieltagen sammelte der 22-Jährige unglaubliche acht Scorerpunkte. Auch wenn Vinzenz Rohrer in den letzten beiden Partien ohne Scorerpunkt blieb, ist er bisher ohne Zweifel der wirkungsvollste und auffälligste Sommerzugang der Zuger.
Simon Knak erlebt beim souveränen Tabellenführer einen Start nach Mass. Der Schweizer Nationalstürmer teilt sich mit Jesse Puljujärvi und Sandro Schmid mit bereits sechs Toren die Spitzenposition der Liga-Torschützenliste. Damit ist er auf bestem Weg, seine bisherige Bestmarke in einer Regular Season (8 Treffer) locker zu pulverisieren. Knak profitiert enorm von der Spielkultur in einer Formation an der Seite von Denis Malgin und Sven Andrighetto. Der 24-Jährige ist so gefährlich wie noch nie. Sein Wechsel nach Zürich scheint der genau richtige Schritt gewesen zu sein.
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