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Die NL-Sportchefs schwärmen über vier Schützlinge, die besonders eingeschlagen sind

Vier neue Transfers, die brillieren

Jeff Skinner, Simon Knak, Arttu Ruotsalainen und Vinzenz Rohrer haben eines gemeinsam: Sie sind neu bei ihren Vereinen und haben dort einen starken Saisonstart hingelegt. Wir haben bei den Sportchefs nachgefragt, wie sie ihre neuen Schützlinge einschätzen - und wo noch Luft nach oben besteht.

Jeff Skinner (EHC Biel-Bienne) - 3 Spiele / 5 Scorerpunkte

Es hätte der absolute Traumstart von Jeff Skinner sein können. Im ersten Spiel traf er bereits zum ersten Mal und verbuchte in den ersten beiden Partien gleich vier Scorerpunkte. Doch bei seinem dritten Treffer für Biel verletzte er sich. Seine Abwesenheit schmerzte nicht nur bei den Fans, bei denen er bereits nach zwei Partien zum neuen Publikumsliebling geworden war, sondern machte sich auch bei den Resultaten bemerkbar.

Dem Bieler Sportchef Martin Steinegger ist mit seiner Verpflichtung ein Coup gelungen. Nach diesen zwei Partien kann er allerdings noch keine seriöse Bewertung vornehmen. "Er hat natürlich einen super Start gehabt mit den eineinhalb Spielen und drei Toren", sagt Steinegger und ergänzt: "Wenn er diesen Schnitt hält, sind wir zufrieden." Er lacht. Skinners Einstand im Seeland sei aber vielversprechend gewesen.

Die Bieler haben einen offensiven Spieler gesucht, der einerseits selbst in den Abschluss gehen kann, andererseits aber auch Raum und Zeit für seine Mitspieler schafft. "Vom Profil passt Jeff perfekt in unsere Liga", sagt Steinegger weiter. Er sei ein guter Schlittschuhläufer, habe einen starken Schuss und eine Nase für den Puck rund um das Tor. "Wenn man seine Highlight-Videos anschaut, sieht man, dass ein Tor schöner als das andere ist", sagt er und fügt hinzu: "Er ist ein Spektakelmacher." Zudem könne er enge Spiele drehen, findet Steinegger. Nach seiner Verletzung ist der 34-Jährige wieder zurück auf dem Eis und punktet bereits wieder fleissig.

Simon Knak (ZSC Lions) - 7 Spiele / 9 Punkte

Beim HC Davos hatte Simon Knak nach der gesamten regulären Saison 17 Scorerpunkte auf seinem Konto. Bei den ZSC Lions sind es nach sieben Spielen bereits neun Punkte. Aus dem defensiven und eher unauffälligen Viertlinien-Stürmer ist nun ein Sniper in der ersten Linie geworden. "Er hat genau das gebracht, warum wir ihn eigentlich geholt haben", sagt Sven Leuenberger, Sportchef der ZSC Lions.

Sven Leuenberger ist zufrieden mit dem Neuzugang.

Die Zürcher gingen damals davon aus, dass Vinzenz Rohrer in der NHL spielen würde. Deshalb suchten sie einen physisch starken Spieler. Der 24-jährige Ex-Davoser erfüllt diese Anforderungen. "Er ist ein aggressiver Leader, einer, der neues Feuer zünden kann, wenn ein Spiel einschläft", sagt der Sportchef. Seine Qualitäten als Torschütze liess Knak immer wieder aufblitzen, doch der grosse Durchbruch blieb aus - bis jetzt.

Die Lions haben ihn schon länger beobachtet. Sowohl beim HCD als auch in der Schweizer Nati spielte er meist in der dritten oder vierten Linie. Beim ZSC darf er nun mit Denis Malgin und Sven Andrighetto in der ersten Formation auflaufen. "Wir haben uns erhofft, dass er in der ersten oder zweiten Linie die Intensität ins Spiel bringen kann." Trotz neun Punkten in sieben Spielen gibt es bei Knak noch Verbesserungspotenzial. "Er muss versuchen, diese Konstanz durchzuziehen", sagt Leuenberger. Knak könne vor allem läuferisch und bei seinen Entscheidungen noch von seinen Sturmpartnern lernen, um einen noch höheren Hockey-IQ zu entwickeln. "Aber da hat er die zwei besten Vorbilder bei sich", sagt er weiter.

Arttu Ruotsalainen (EHC Kloten) - 7 Spiele / 6 Punkte

Kaum ist er zurück, schon trägt er den Goldhelm. Arttu Ruotsalainen erlebt eine perfekte Rückkehr zum EHC Kloten. Nach sieben Spielen hat er bereits sechs Punkte auf seinem Konto und ist der beste Torschütze seines Teams. Schon bei seiner ersten Klotener Saison 2022/23 gehörte er zu den drei Schlüsselspielern der Flughafenstädter. Nur in der Tabelle läuft es beim EHCK mit dem zweitletzten Platz noch nicht nach Wunsch. Grund dafür sind auch etliche verletzungsbedingte Ausfälle.

Sportchef Ricardo Schödler ist zufrieden mit seinem Schützling. "Arttu hatte einen tollen Start und stabilisiert und verstärkt die Mittelachse", sagt er. Der 28-jährige Finne bringe Leadership ins Team und mache Punkte bei Fünf-gegen-fünf sowie in Überzahl. "Ausserdem ist er ein Leader und möchte Verantwortung übernehmen. Genau das, was wir von ihm erwartet haben", sagt er. Ruotsalainen sei ehrgeizig, dynamisch, gewinne Faceoffs und habe einen tollen Schuss. Alles Eigenschaften, die zum Spiel der Flughafenstädter passen.

Dass er nach einer Saison in Lugano und zwei Jahren beim schwedischen Topteam Frölunda zurück ist, hatte mehrere Gründe. Es sei schwierig, auf dem Markt einen Import-Center zu finden, so Schödler. Denn es sei die wahrscheinlich wichtigste Position im Eishockey. "Arttu fiel mit seinen tollen und kompletten Leistungen bei Frölunda auf, für mich einer der besten Clubs in Europa." Bis im Sommer 2028 verstärkt er den EHC Kloten und möchte noch mehr Tore schiessen.

Vinzenz Rohrer (EV Zug) - 5 Spiele / 8 Scorerpunkte

Fünf Spiele, acht Scorerpunkte: Die Bilanz von Vinzenz Rohrer beim EV Zug lässt sich sehen. Der 22-jährige Vorarlberger unterbrach sein NHL-Abenteuer und wechselte von den ZSC Lions zum EV Zug. Über den Transfer wurde wochenlang diskutiert. Es stand auch die Frage im Raum, ob es für Rohrer der richtige Schritt war. Nach fünf Partien spricht zumindest seine Statistik für den Wechsel. Der Youngster, der 2022 von den Montreal Canadiens gedraftet wurde, hat nach wie vor NHL-Potenzial.

"Wir kannten seine Qualitäten. Unser Ziel ist es, diese gewinnbringend in das Team einzubringen. Das ist ein Prozess, der beiden Seiten bislang ganz gut gelungen ist", sagt Neo-Sportchef Ted Suihkonen. Rohrer bringe Energie in die Mannschaft. "Auf und neben dem Eis", fügt Suihkonen hinzu. Er geniesse es, Eishockey zu spielen, und habe sichtlich Freude daran. Das wirke sich auf das ganze Team aus.

"Die Integration in unser Team und unsere Kultur ist gelungen", sagt Suihkonen weiter. "Vinzenz fühlt sich sichtlich wohl in Zug, das freut uns. Und das zeigen auch seine Leistungen auf dem Eis." Nach den ersten paar Spielen führte er zeitweise die Liga-Topscorerliste an, mittlerweile ist er auf Platz zwölf zu finden. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass die Zuger wegen ihrer Auswärtsspielserie weniger Partien absolviert haben. Eines ist klar: Wenn er die Saison ohne Verletzung übersteht, gehört er zu den grossen Aufsteigern dieses Jahres.

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2026-09-30 20:51:20