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Die Goalie-Trümpfe Berra und Hughes hinken den Ansprüchen (noch) hinterher

Waeber sticht bei den Neuen heraus

Die neue Saison der National League nimmt an Fahrt auf und mit ihr rücken traditionell die Schlüsselspieler überhaupt in den Fokus: die Torhüter. Mehrere Klubs haben auf der Position zwischen den Pfosten Veränderungen vorgenommen. Während ein Rückkehrer bei seinem Stammklub sofort auf Betriebstemperatur ist, kämpfen etablierte Routiniers mit Formtiefs und junge Talente schnuppern erste NL-Luft. Eine erste Zwischenbilanz zu den neu verpflichteten Goalies der Saison 2026/27.

Der Rückkehrer auf Betriebstemperatur

Ludovic Waeber (HC Fribourg-Gottéron)

Die Erwartungen bei den Saanestädtern waren riesig, als Ludovic Waeber als Nachfolger von Reto Berra zu seinem Ausbildungsklub zurückkehrte. Und der 30-Jährige liefert bislang eindrucksvoll ab. Waeber macht beim amtierenden Meister einen überaus souveränen Eindruck und untermauert seine Ambitionen als klare Nummer eins. Eine bärenstarke Fangquote von 93,4 Prozent und ein Schnitt von nur 2,14 Gegentoren pro Spiel sprechen eine deutliche Sprache. Dass die Drachen mit ihm im Gehäuse acht von 15 möglichen Punkten holten, unterstreicht seine Rolle als verlässlicher Rückhalt. Waeber hat keine Anlaufschwierigkeiten gezeigt und fügt sich nahtlos in das Fribourger Meistergefüge ein.

Verlässliche Backups und gelungene Premieren

Viktor Östlund (EHC Biel)

Der 32-jährige Schwede mit Schweizer Lizenz wurde als Nummer zwei hinter Harri Säteri geholt - und musste zuletzt erstmals als Feuerwehrmann einspringen. Beim jüngsten 3:6 gegen die ZSC Lions wurde er bereits nach knapp sieben Minuten eingewechselt, nachdem Säteri drei der ersten acht Schüsse passieren lassen musste. Östlund zeigte eine vorbildliche Mentalkultur: Er parierte 26 von 28 Schüssen, was einer Fangquote von 92,9 Prozent entspricht. Der Routinier hat auf Anhieb bewiesen, dass auf ihn in brenzligen Situationen Verlass ist und er das nötige Niveau für die National League besitzt.

Mathieu Croce (EV Zug)

Der Wechsel in die Innerschweiz bedeutet für den 23-jährigen Mathieu Croce den nächsten Schritt in seiner Entwicklung. Bei seinem NL-Debüt für den EVZ im Rahmen des 5:2-Auswärtssieges in Rapperswil zeigte Croce eine rundum reife Vorstellung. Mit 20 Paraden bei 22 Schüssen (90,9 % Fangquote) feierte er einen gelungenen Einstand. Was den Zuger Anhang besonders positiv stimmen dürfte: Croce strahlte über die gesamten 60 Minuten eine bemerkenswerte Ruhe und Gelassenheit aus - Eigenschaften, die beim EVZ hinter Veteran Leonardo Genoni Gold wert sein können.

Croce zeigte ein solides NL-Debüt für den EV Zug (Thomas Oswald/freshfocus).

Ewan Huet (Lausanne HC)

Der 21-jährige Youngster wechselte von den Flughafenstädtern zum LHC und durfte sich bereits in zwei Partien auf höchstem Niveau beweisen. Seine Statistik lässt sich durchaus sehen: Mit einer Fangquote von 90,5 Prozent und exakt zwei Gegentoren pro Spiel zeigte Huet solide Ansätze. Mit einem Sieg und einer Niederlage (drei von sechs Punkten) bilanzierte das Team mit ihm im Tor ausgeglichen. Für den jungen Goalie ist das eine vielversprechende Basis, auf der er im Waadtland aufbauen kann.

Sorgenkinder und Erwartungsdruck

Reto Berra (EHC Kloten)

Der spektakulärste Goalie-Transfer des Sommers verläuft bisher alles andere als nach Wunsch. Meisterheld Reto Berra wechselte nach Kloten, hinkt seinen eigenen Ansprüchen zu Saisonbeginn jedoch deutlich hinterher. Bei bereits sechs Einsätzen steht eine für ihn fast schon unterirdische Fangquote von 86,0 Prozent sowie ein Gegentorschnitt von 3,76 zu Buche. Nur fünf von 18 möglichen Zählern konnte Kloten mit dem 39-Jährigen ergattern. Dass der Routinier noch weit von seiner Normalform entfernt ist, lässt sich nicht wegdiskutieren - Berra besitzt aktuell zweifellos die grösste Luft nach oben.

Connor Hughes (SC Bern)

Gross war der Wirbel um den Tauschdeal zwischen dem SC Bern und Lausanne, bei dem Connor Hughes im Gegenzug für Romain Loeffel in die Bundeshauptstadt wechselte. Die hohen Erwartungen konnte Hughes in seinen ersten drei Partien im SCB-Dress jedoch noch nicht ganz erfüllen. Seine statistischen Werte - 89,0 Prozent Fangquote und 2,94 Gegentore pro Spiel - sind für die Ansprüche der Berner ausbaufähig. Mit ihm zwischen den Pfosten eroberten die Berner vier von neun möglichen Punkten. Der Ansatz ist da, doch Hughes muss sich steigern, um die Hoffnungen vollends zu rechtfertigen.

Das undankbare Debüt & der geduldige Rückkehrer

Santo Simmchen (EHC Kloten)

Als eine der grossen Schweizer Zukunftshoffnungen wechselte der 21-jährige Santo Simmchen aus La Chaux-de-Fonds nach Kloten. Sein NL-Debüt verlief allerdings glücklos: Gegen den EHC Biel wurde er nach der ersten Drittelspause für den glücklosen Berra eingewechselt. In einer völlig einseitigen Partie, die mit 0:6 verloren ging, kassierte Simmchen bei 15 Torschüssen zwei Gegentreffer (86,7 % Fangquote). Ein denkbar dankloser Kaltstart, der seiner Perspektive als Zukunftsversprechen aber keinen Abbruch tun wird.

Tim Wolf (HC Ajoie)

Die Rückkehr von Tim Wolf ins Juragebirge sorgte bei den Fans von Ajoie für Vorfreude, führte der 34-Jährige den Klub doch einst in die National League. Zum Saisonstart muss sich der Rückkehrer jedoch in Geduld üben: Wolf kam in den ersten Meisterschaftsspielen noch nicht zum Zug. Es bleibt abzuwarten, wann er die Chance erhält, sich wieder im Gehäuse des HCA zu beweisen.

Fazit: Wer sticht heraus, wer muss nachlegen?

Die ersten Wochen der neuen Saison verdeutlichen, wie unterschiedlich die Adaptionsphasen der neuen NL-Goalies verlaufen. Während Ludovic Waeber in Fribourg nahtlos das Erbe antritt und als absoluter Top-Transfer heraussticht, kämpfen arrivierte Namen wie Reto Berra oder Connor Hughes noch mit Anpassungsproblemen und dem eigenen Formtief. Erfreulich aus Schweizer Sicht ist das Auftreten der jüngeren Garde um Croce und Huet, die in ihren ersten Duellen bewiesen haben, dass sie der Liga gewachsen sind. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie schnell die Wackelkandidaten die Kurve kriegen.

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2026-09-30 12:15:01