Die Testspiele sind zu Ende, die ersten vier Runden der Champions Hockey League sind absolviert und der Start in der National League steht kurz bevor. Höchste Zeit einen Blick auf den Formstand der 14 Mannschaften zu werfen. Dafür nehmen wir die letzten fünf Spiele unter die Lupe. Das gibt zwar aufgrund der unterschiedlichen Gegner keinen perfekten Einblick, aber definitiv einen Hinweis darauf, wer mit besonders viel Selbstvertrauen in die Saison startet.
Das Vorbereitungsprogramm der Tessiner endete ernüchternd. Aus den letzten fünf Testspielen resultierten vier Niederlagen. Einzig beim 7:3-Erfolg gegen die SCRJ Lakers konnte das Team von Trainer Tomas Mitell überzeugen. Ansonsten gab es knappe Niederlagen gegen TPS Turku (2:3), die SCL Tigers (4:5) und den EHC Kloten (1:2) sowie ein 1:4 gegen den HC Davos. Mit 17 Gegentoren drückt der Schuh vor allem in der Defensive.
Die Rosenstädter zeigten in ihren letzten Partien zwei Gesichter. Nach einer schmerzhaften 1:8-Klatsche gegen den EV Zug fingen sich die Lakers und feierten zwei torreiche Siege gegen Motor Ceské Budejovice (7:2) und die Nürnberg Ice Tigers (7:4). Darauf folgte jedoch eine 3:7-Niederlage gegen Lugano. Zum Abschluss gab es immerhin noch einen hart erkämpften 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen den HC Ambrì-Piotta. Das Potenzial in der Offensive ist vorhanden, defensiv (23 Gegentore) bleibt aber noch viel Arbeit.
Die Seeländer starteten stark in diese fünf-Spiele-Periode und konnten Siege gegen den EC Red Bull Salzburg (6:2), den EHC Olten (5:3) und den HC La Chaux-de-Fonds (5:4) verbuchen. Gegen Ende der Vorbereitung geriet der EHCB jedoch mächtig ins Straucheln: Einer 0:4-Niederlage gegen die SCL Tigers folgte eine 4:7-Pleite gegen den SC Bern. Mit 20 erhaltenen Gegentreffern erwies sich die Abwehr zuletzt als viel zu anfällig.
Die Drachen spielten eine weitestgehend solide Vorbereitung. Siege gegen Bremerhaven (3:0) sowie in der Champions Hockey League gegen die Graz99ers (4:2) und den KAC Klagenfurt (3:1) liessen aufhorchen. In den letzten beiden Partien vor dem Ernstkampf gab es jedoch zwei Dämpfer: Gegen den HC Pilsen (2:4) und die Adler Mannheim (3:4) ging das Team von Roger Rönnberg jeweils als Verlierer vom Eis.
Die Zürcher testeten unter anderem zweimal am Bodensee Cup und starteten dort mit einer 0:2-Niederlage gegen Lugano. Danach folgten drei überzeugende Siege gegen die Schwenninger Wild Wings (5:3 und 5:2) sowie die Adler Mannheim (5:1). Ein kleiner Wermutstropfen war jedoch das letzte Vorbereitungsspiel, das man gegen den SC Bern gleich mit 2:5 verlor. Dank der besseren Torausbeute reihen sich die Zürcher im Ranking knapp vor Fribourg ein.
Die Langnauer zeigten sich in der Schlussphase der Vorbereitung in guter Form. Einer 0:1-Niederlage gegen den EHC Kloten folgten drei Siege am Stück: Zuerst besiegte man Ambrì (6:3) und Lugano (5:4), ehe man beim 4:0 gegen Biel sogar ohne Gegentreffer blieb. Erst im letzten Spiel musste man sich dem EV Zug knapp mit 2:3 geschlagen geben. 17 eigene Tore in fünf Spielen versprechen viel Schwung für die Offensive.
Die Flughafenstädter, die unter dem neuen Trainer Michael Liniger antreten, erwiesen sich als echte Minimalisten und Verlängerungs-Spezialisten. Sie besiegten die SCL Tigers mit 1:0 und sicherten sich gegen die Vorarlberg Pioneers einen 5:4-Sieg. Danach folgten zwei Siege in der Verlängerung gegen die Augsburger Panther (5:4) und den HC Lugano (2:1). Einzig die herbe 1:5-Pleite gegen den HC Ambrì-Piotta trübt die ansonsten ordentliche Bilanz etwas.
Die Leventiner zeigten eine sehr ansprechende Vorbereitung. Auf einen 3:1-Sieg gegen die Schwenninger Wild Wings und einen klaren 5:1-Erfolg gegen Kloten folgte beim Warrior Cup eine 3:6-Niederlage gegen die Belfast Giants. Die Mannschaft von Jussi Tapola rehabilitierte sich jedoch sofort mit einem 5:2-Sieg gegen den ESV Kaufbeuren. Das letzte Testspiel gegen die Lakers ging erst in der Verlängerung mit 2:3 verloren.
Die Jurassier überraschen im Ranking mit Platz 6. Mit Siegen gegen die Dragons de Rouen (5:1) und die Fischtown Pinguins Bremerhaven (3:2) wusste der HC Ajoie zu überzeugen. Die einzige Niederlage nach regulärer Spielzeit resultierte gegen den Genève-Servette HC (0:1). Zum Abschluss der Vorbereitung behielt das Team von Ville Peltonen in der Verlängerung zweimal die Nerven und besiegte den EHC Basel (3:2) sowie die Schwenninger Wild Wings (4:3).
Die Zentralschweizer haben unter Lauri Marjamäki ordentlich Fahrt aufgenommen. Zwar verlor man am Dolomiten Cup mit 2:3 gegen den HC Kometa Brno, dominierte ansonsten aber weitestgehend. Siege gegen Motor Ceské Budejovice (3:0), die Nürnberg Ice Tigers (4:1) und die SCL Tigers (3:2) stellten die Qualität unter Beweis. Gegen den ERC Ingolstadt bewies der EVZ zudem beim 4:3-Sieg n.V. seine Comeback-Qualitäten. Defensiv mit 9 Gegentoren aus 5 Spielen sehr stabil.
Die Bündner spielten eine äusserst unterhaltsame Vorbereitung, garniert mit vielen Toren. Den Siegen gegen den HC Lugano (4:1) und Storhamar Hamar (3:2 n.V.) folgte in der CHL ein sensationelles 8:2-Schützenfest gegen die Eisbären Berlin. Auch gegen GKS Tychy blieb der HCD souverän (4:2). Einziger echter Rückschlag war die 2:6-Heimniederlage im letzten Champions-Hockey-League-Spiel gegen Skellefteå AIK.
Der Lausanne HC war in den letzten fünf Testspielen in ausgesprochener Torlaune und markierte satte 22 Treffer! Beim Südtirol Summer Classic musste man sich zwar dem EHC Red Bull München (2:4) geschlagen geben, siegte aber dafür souverän gegen Bremerhaven (4:2), Grenoble (5:1) und zuletzt gegen den HC Sierre (6:1). Gegen die Dragons de Rouen setzte man sich zudem mit 5:4 nach Penaltyschiessen durch. Die Waadtländer scheinen offensiv bereits bestens gerüstet zu sein.
Defensiv ist der Champions-Hockey-League-Sieger bereits jetzt in einer Frühform. In den letzten fünf Partien liess Genf nur gerade sieben Gegentore zu. Dem 1:0-Sieg im Test gegen Ajoie folgten CHL-Siege gegen die Eisbären Berlin (6:2) und Storhamar Hamar (3:2). Nach der knappen 2:3-Niederlage gegen Skellefteå AIK fand man sofort wieder auf die Siegerstrasse zurück und krönte die Vorbereitung mit einem weiteren 1:0-Erfolg gegen GKS Tychy.
Der absolute Spitzenreiter unseres Power Rankings! Die Mutzen pflügten unter ihrem neuen Trainer Serge Aubin durch die letzten Vorbereitungsspiele. Mit grandiosen 24 erzielten Toren aus fünf Spielen stellt der SCB die mit Abstand gefährlichste Offensive. Die knappe 1:2-Niederlage gegen die SCL Tigers blieb der einzige Ausrutscher. Es folgten wahre Machtdemonstrationen gegen Ingolstadt (5:1), Augsburg (6:1), Biel (7:4) und im finalen Test gar ein 5:2 gegen die ZSC Lions. Die Formkurve in der Hauptstadt zeigt steil nach oben!
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