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Die NL-Coaches sassen zum Saisonstart auch schon fester in ihren Sesseln

Eine wackelige Angelegenheit

Für die 14 Teams aus der National League ist es aktuell fast unmöglich, aus dem Oberhaus des Schweizer Eishockeys abzusteigen. Zu gross sind die Unterschiede zwischen National- und Swiss League. Trotzdem beweisen die NL-Teams selten Geduld und greifen bei Negativphasen schnell zur Option Trainerentlassung.

Nur sechs Teams gehen mit demselben Trainer in die Saison 2026/27, der auch zu Beginn der vergangenen Spielzeit hinter der Bande stand. Während der letzten Spielzeit kam es während der Regular Season gar zu sechs Trainerentlassungen! Wollen wir also einen Blick auf die Entlassungswahrscheinlichkeiten der 14 Teams in der Saison 2026/27 blicken.

Wir sind dieses Mal von vier bis fünf Trainerentlassungen während der Saison ausgegangen, weshalb die Wahrscheinlichkeiten zusammengerechnet 450 Prozent ergeben.

SCL Tigers: 10% Entlassungswahrscheinlichkeit

Kein Coach sitzt derzeit so sicher im Sessel wie Thierry Paterlini bei den SCL Tigers. Im Emmental wird die Kontinuität gelebt. Das zeigt ein Blick zurück in die letzte Saison: Alle sechs Partien nach der Olympia-Pause gingen verloren, die Tigers rutschten aus den Play-In-Plätzen und mussten die Saison vorzeitig beenden. Hektik kam allerdings keine auf. Es wurde ruhig weitergearbeitet, die Fehler analysiert und die Schlüsse gezogen. Bei manch einem anderen NL-Team wäre Paterlini nach dieser Baisse ersetzt worden.

HC Fribourg-Gottéron: 15% Entlassungswahrscheinlichkeit

Die Saanestädter sind zum ersten Mal in der Klubgeschichte Schweizer Meister geworden. Roger Rönnberg ist der grosse Held auf der Trainerbank. Wie lange dieses Heldentum bei einer allfälligen Baisse anhält, ist die entscheidende Frage. Dem Schweden wird man sicherlich viel verzeihen und er sitzt entsprechend fest im Sattel.

Lausanne HC: 15% Entlassungswahrscheinlichkeit

Geoff Ward steht seit Anfang November 2022 hinter der Bande des Lausanne HC. Seither sind bei den Waadtländern Ruhe und Konstanz eingekehrt. Der Kanadier hat das Team zweimal in den Playoff-Final geführt und musste zweimal zusehen, wie am Ende die ZSC Lions den Pokal in die Höhe gestemmt haben. Nun nimmt er mit seiner Mannschaft den nächsten Anlauf, den ersten Meistertitel der Klubgeschichte nach Lausanne zu holen.

HC Davos: 15% Entlassungswahrscheinlichkeit

Josh Holden geht bereits in seine vierte Saison mit dem HC Davos. Seit er an der Bande das Zepter in den Händen hält, geht es für die Bündner Schritt für Schritt nach oben. Der Spengler Cup konnte bereits gewonnen werden und in der Meisterschaft fehlte ein Treffer zum ganz grossen Triumph. Nach einigen schmerzhaften Abgängen nimmt der HCD den nächsten Anlauf und Holden sitzt fest in seinem Sattel.

HC Lugano: 25% Entlassungswahrscheinlichkeit

Die Bianconeri haben die letzte Regular Season in den Top 6 abgeschlossen. Das hat das Team aus dem Südtessin letztmals in der Saison 2019/20 geschafft. Sportchef Janick Steinmann ist zudem für seine Geduld bekannt. Was man hingegen vom HC Lugano selbst nicht sagen kann. Tomas Mittel und sein Team wussten zuletzt zu überzeugen und die Mannschaft konnte weiter verstärkt werden, aber wie lange bleibt es bei einer Baisse ruhig?

SCRJ Lakers: 25% Entlassungswahrscheinlichkeit

Unter Johan Lundskog waren die SC Rapperswil-Jona Lakers in der vergangenen Saison die Überraschungsmannschaft der Liga. Sie kämpften lange um einen Platz unter den besten sechs Teams und in den Playoffs fehlte ihnen ein Tor, um den HC Fribourg-Gottéron aus dem Rennen um den Titel zu schmeissen. Der Kader ist allerdings etwas schwächer geworden und für Lundskog wird es schwieriger, die Erfolge der letzten Saison zu wiederholen.

ZSC Lions: 25% Entlassungswahrscheinlichkeit

Eine neue Ausgangslage herrscht bei den ZSC Lions. Marco Bayer musste den Klub verlassen und wurde durch Claude Julien ersetzt. Der 66-Jährige kann sich bei den Lions komplett auf die Meisterschaft konzentrieren, weil sich der "Zett" für einmal nicht für die Champions Hockey League qualifiziert hat. Die Erwartungen in Zürich sind hoch, die Geduld ist in der Regel vorhanden. Bleiben die Resultate aber zu lange aus, wird auch der Stuhl von Julien zu wackeln beginnen.

Genève-Servette HC: 30% Entlassungswahrscheinlichkeit

In Genf setzt man fortan auf einen schwedischen Trainer. Sam Hallam, der zuletzt hinter der Bande der schwedischen Nationalmannschaft stand, hält neu das Zepter bei den Grenats in den Händen. Die Calvinstädter verfügen über einen grossartigen Kader und wollen in der bevorstehenden Saison die Spitze angreifen. Klappt das nicht, stellt sich auch in Genf die Frage nach der Geduld.

SC Bern: 30% Entlassungswahrscheinlichkeit

In Bern hat es in den vergangenen Jahren viele Veränderungen gegeben. In diesem Sommer gab es neben dem Wechsel in der Führungsposition auch einen Umbruch in der Mannschaft. Serge Aubin wurde als neuer Trainer verpflichtet und will nach erfolgreichen Jahren in Berlin auch in der National League zum Erfolg finden. Ihm und seiner jungen Mannschaft wird die sportliche Leitung sicher die eine oder andere unnötige Niederlage verzeihen. Was aber, wenn das Team gegen Ende der Regular Season droht, die Play-Ins zu verpassen?

EHC Biel-Bienne: 30% Entlassungswahrscheinlichkeit

Im Seeland ist man eigentlich für die Geduld bei Trainerentscheidungen bekannt. In den vergangenen Saisons kam man aber auch in Biel nicht um Entlassungen herum. Christian Dubé hat beim EHCB das Zepter bereits in der letzten Saison übernommen und will nach einer kompletten Vorbereitung aus dem Vollen schöpfen. Doch wie viel mag es leiden, wenn es dem Team nicht läuft?

HC Ambri-Piotta: 50% Entlassungswahrscheinlichkeit

Einen grossen Sprung in den Entlassungswahrscheinlichkeiten gibt es im Hinblick auf die letzten vier Teams. Beim HC Ambri-Piotta ist vieles neu und es stellt sich die Frage, ob sich der Klub vom Beben der letzten Saison erholt hat. Jussi Tapola steht vor einer schwierigen Aufgabe, denn der Kader macht auf dem Papier eher einen schwachen Eindruck.

EHC Kloten: 50% Entlassungswahrscheinlichkeit

Michael Liniger hat als Spieler lange für den EHC Kloten gespielt und entsprechend passt es, dass er in der Flughafenstadt eine zweite Chance in der National League bekommt. Die Klotener werden aller Voraussicht nach um einen Platz in den Play-Ins kämpfen. In einer engen Liga ist der Gang in den Playout-Final aber nicht weit entfernt. Sollte das dem EHC Kloten passieren, stellt sich die Frage, ob das Vertrauen in Liniger gross genug ist, den Gang in die Ligaqualifikation zu verhindern.

EV Zug: 55% Entlassungswahrscheinlichkeit

In der Zentralschweiz herrscht eine spezielle Situation. Lauri Marjamäki wurde Ende April im Tausch mit Michael Liniger nach Zug geholt. Damit konnte aus Sicht des EVZ eine gute Lösung gefunden werden. Im Sommer ging es in der Zentralschweiz allerdings chaotisch zu und her. Sportchef Reto Kläy und CEO Patrick Lengwiler haben den Klub verlassen. Stattdessen ist Ted Suihkonen der neue GM und Paolo Duca der neue CEO. Marjamäki wurde noch von der alten sportlichen Führung angestellt. Entsprechend wäre es nicht überraschend, wenn es bei einer Baisse schnell zu einem Trainerwechsel kommen würde.

HC Ajoie: 75% Entlassungswahrscheinlichkeit

Die Jurassier haben seit dem Aufstieg in die National League in jeder bis auf einer Saison immer einen Trainerwechsel vorgenommen. In der vergangenen Spielzeit musste Greg Ireland am 30. März seinen Spind räumen. Nun versucht sich Ville Peltonen beim HC Ajoie und will der erste Trainer sein, der das Team aus Pruntrut konkurrenzfähig macht. Gelingt ihm dieses Unterfangen, wird er zweifelsohne im Amt bleiben, muss der HCA aber den Gang in die Ligaqualifikation antreten, wird sein Sessel gewaltig wackeln.

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2026-09-10 15:07:56