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Gleich mehrere NL-Schwergewichte verlieren zentrale Leistungsträger

Die bittersten Abgänge (Teil 2)

Nachdem wir im ersten Teil auf die Clubs blickten, die den Sprung in die Playoffs verpasst haben, widmen wir uns nun den acht Playoff-Teilnehmern der vergangenen Spielzeit. Während einige Teams schwere Abgänge in Richtung Nordamerika oder zu Liga-Rivalen verkraften müssen, hielten sich die Schmerzen bei anderen Organisationen in Grenzen.

HC Davos: Matej Stransky

Beim HC Davos hinterlässt Matej Stransky eine riesige Lücke. Dass der Tscheche in der vergangenen Spielzeit das C auf der Brust trug, sagt bereits alles über seinen enormen Stellenwert innerhalb der Mannschaft aus. Auf dem beeindruckenden Davoser Weg bis in den Playoff-Final war der Powerflügel mit satten 62 Scorerpunkten der überragende Mann. Aus dem Umfeld des HCD war bereits mehrfach zu hören, wie sehr man ihn vermissen wird. Stransky war nicht nur ein sportlicher Unterschiedsspieler und Torgarant, sondern prägte das Team auch menschlich als unverzichtbare Führungspersönlichkeit.

HC Fribourg-Gottéron: Attilio Biasca

Ein extrem schmerzhafter Verlust trifft den frischgebackenen Meister Fribourg-Gottéron: Attilio Biasca wagt den direkten Sprung nach Nordamerika. Der 23-jährige Schweizer Nationalspieler hat bei den Boston Bruins einen Vertrag unterzeichnet – was die enormen Qualitäten des Youngsters eindrücklich unterstreicht. Biasca reift zu einem kompletten Offensivspieler heran und war in Fribourg ein zentraler Baustein des Erfolgs. Einen Schweizer Spieler mit diesem Skillset und Potenzial im besten Alter können die Drachen schlicht nicht eins zu eins ersetzen.

Genève-Servette HC: Tim Berni

Für Tim Berni geht die Reise zurück zu seinen Wurzeln: Der Schweizer Nationalverteidiger kehrt zu den ZSC Lions zurück, wo er einst sein NL-Debüt feierte. Bei Genève-Servette reifte Berni zu einem der besten Schweizer Abwehrspieler der gesamten Liga heran. Seine Klasse bewies er nicht nur in der National League, sondern auch auf internationalem Parkett: Zuletzt stand er zweimal im Schweizer WM-Aufgebot und gewann jeweils die Silbermedaille. Zudem vertrat er die Schweiz bei den Olympischen Winterspielen 2026 – ein echtes Qualitätssiegel, da dort die versammelte Weltelite inklusive sämtlicher NHL-Stars am Start war. Servette verliert eine absolute Abwehrstütze.

Lausanne HC: Théo Rochette

Neben Biasca verliert auch der Lausanne HC einen absoluten Leistungsträger an die NHL. Théo Rochette hat bei den Detroit Red Wings unterschrieben und setzt seine Karriere in Nordamerika fort. Für die Waadtländer ist dieser Abgang ein herber Schlag: Rochette sammelte in seinen bisherigen drei NL-Saisons ausnahmslos mindestens 39 Scorerpunkte pro Spielzeit. In der vergangenen Saison setzte er noch einen drauf und verbuchte überragende 50 Scorerpunkte in 53 Partien. Die Lücke, die der agile Nationalstürmer in der Lausanner Offensive hinterlässt, wiegt extrem schwer.

Der Lausanne HC wird Rochette schmerzlich vermissen. (Estelle Vagne/freshfocus)

HC Lugano: Connor Carrick

Einen im Kern wirklich schmerzhaften Abgang verzeichnet der HC Lugano in diesem Sommer nicht. Am ehesten trifft dieser Begriff noch auf Connor Carrick zu. Der 32-jährige US-amerikanische Verteidiger zeigte in der vergangenen Spielzeit gewohnt solide Leistungen und steuerte immerhin 27 Scorerpunkte bei. Carrick überzeugte im Tessin jedoch nicht nur mit seinen Qualitäten an der blauen Linie, sondern vor allem auch als Führungsspieler. Als Assistenzcaptain übernahm er in der Kabine Verantwortung und ging auf wie neben dem Eis stets als Vorbild voran.

SC Rapperswil-Jona Lakers: Jonas Taibel

Der Abgang von Jonas Taibel schmerzt die Lakers primär mit Blick auf die Zukunft. Der 22-Jährige gehört zu den grössten Schweizer Zukunftshoffnungen in der Offensive und besitzt noch enormes Entwicklungspotenzial. In der vergangenen Saison glückten ihm 17 Scorerpunkte, wobei eine kontinuierliche Steigerung von Jahr zu Jahr sichtbar war. Taibel hat sein Leistungslimit noch längst nicht erreicht. Dass sich das Toptalent ausgerechnet dem Meister Fribourg-Gotteron anschliesst, brennt den Lakers-Fans doppelt auf der Seele.

EV Zug: Fabrice Herzog

Auch beim EV Zug hält sich der Trennungsschmerz in Grenzen. Am ehesten ist noch der Abgang von Fabrice Herzog zu erwähnen. Der 31-jährige Stürmer gewann mit den Zugern zwei Meistertitel und nahm in den Meisterjahren stets eine Schlüsselrolle als physisch starker Powerstürmer ein. Zuletzt hatte Herzog jedoch immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und konnte nicht mehr ganz an seine beste Form anknüpfen. Dennoch bringt er nach wie vor enorm viel Qualität und Playoff-Erfahrung mit, um seinem neuen Club, den SCRJ Lakers, sofort weiterzuhelfen.

ZSC Lions: Denis Hollenstein

Der Meister der ZSC Lions verzeichnet keinen echten Schmerzpunkt bei den Kaderabgängen. Aufgrund seiner Verdienste und seiner Vergangenheit soll an dieser Stelle dennoch Denis Hollenstein genannt werden. Der Routinier hatte in den vergangenen Jahren leider immer wieder mit Verletzungen und gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen, weshalb er nicht mehr die prägende Rolle einnehmen konnte wie in früheren Tagen. In seiner letzten Saison im ZSC-Trikot steuerte er in 38 Einsätzen immerhin noch zehn Scorerpunkte (fünf Tore, fünf Assists) bei.

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2026-09-10 10:00:15