Die Kaderplanung für die neue Saison ist bei den meisten Teams mehr oder weniger abgeschlossen. Wie in jedem Sommer müssen die Sportchefs der National League schmerzhafte Abgänge verkraften. Ob erfahrene Führungsspieler, spektakuläre Offensivverteidiger oder aufstrebende Schweizer Leistungsträger – ihr Abgang hinterlässt bei den Clubs teils enorme Lücken.
Im ersten Teil unserer Serie blicken wir auf die sechs Teams, die in der letzten Saison die Playoffs verpasst haben, und analysieren den schmerzhaftesten Abgang der Sommertransferperiode. Teil 2 mit den letztjährigen Playoff-Teams findet ihr hier.
Beim HC Ajoie schmerzt der Abgang von Arno Nussbaumer besonders. Der 23-jährige Verteidiger wusste während seiner zwei Saisons im Jura durchaus zu gefallen und zeigte reichlich Entwicklungspotenzial. Mit seiner soliden Leistung defensiv wie offensiv entwickelte er sich zu einer verlässlichen Stütze in der Abwehr. Für eine Organisation wie Ajoie, die auf dem Transfermarkt hart um Schweizer Akteure kämpfen muss, ist ein solcher Abgang nur schwer zu kompensieren. Einen gleichwertigen Schweizer Ersatz mit vergleichbarem Potenzial im besten Alter zu finden, stellt die Jurassier vor eine immense Herausforderung.
In der Leventina endete eine Ära: Dominic Zwerger verliess den HC Ambri-Piotta nach neun gemeinsamen Saisons. Zwerger war bei den Leventinern einer der ganz grossen Publikumslieblinge. Der Österreicher besitzt eine Schweizer Lizenz - ein Faktor, der im aktuellen Import-Reglement Gold wert ist, da er keinen Ausländerplatz besetzt. Zudem garantierte Zwerger verlässlich um die 25 Scorerpunkte pro Regular Season. Seine Torgefahr, gepaart mit seiner Identifikation für den Club und die Fans, macht seinen Abgang sportlich wie menschlich zu einem riesigen Verlust.
Der SC Bern verliert mit Romain Loeffel seinen produktivsten Verteidiger der vergangenen Spielzeit. Loeffel zählt nach wie vor zu den besten Schweizer Offensivverteidigern der gesamten Liga und verlieh dem Powerplay der Mutzen erhebliche Durchschlagskraft. Die Berner Führung hätte den Routinier sicherlich gerne gehalten, doch die akute Notwendigkeit auf der Torhüterposition zwang den SCB zum Handeln: Loeffel wurde in einem Trade für Goalie Connor Hughes nach Lausanne abgegeben. Nebst seinen offensiven Qualitäten und seinen gefährlichen Schüssen von der blauen Linie wird den Bären vorwiegend seine immense Erfahrung in engen Partien fehlen. Der nächste Spieler in dieser Auflistung soll in Bern dabei helfen, den 35-Jährigen einigermassen adäquat zu ersetzen.
Rodwin Dionicio sorgte im Seeland regelmässig für Spektakel und soll selbiges künftig in Bern tun. Das Ausnahmetalent verfügt über enormes Potenzial und die Fähigkeit, Partien im Alleingang zu prägen. Gleichzeitig gilt Dionicio jedoch als nicht immer einfacher Charakter. Sein Hang zu Undiszipliniertheiten, unnötigen Risiken im Spielaufbau und kostspieligen Strafzeiten schwächte das Team in entscheidenden Phasen - Gründe, weshalb Biel ihn letztlich ziehen liess. Dennoch bleibt sein Abgang ein Verlust an reinem Talent. Sollte es SCB-Coach Serge Aubin gelingen, den jungen Verteidiger zu zähmen, verliert Biel einen künftigen Top-Verteidiger an den Rivalen.
Beim EHC Kloten wiegt der Abgang von Axel Simic schwer. Der Stürmer etablierte sich in den vergangenen Jahren als einer der verlässlichsten Schweizer Scorer im Kader der Flughafenstädter. In der vergangenen Saison sammelte er in 45 Partien starke 21 Scorerpunkte. Für eine Mannschaft wie Kloten, die budgetär nicht mit den Spitzenteams der Liga konkurrieren kann, ist der Abgang eines produktiven Schweizer Stürmers besonders bitter. Einen adäquaten Schweizer Ersatz auf dem Markt zu finden, der ähnliche Scorerwerte garantiert, grenzt für die Klotener an ein Ding der Unmöglichkeit.
Den wohl schwersten Verlust im Emmental muss Langnau verkraften: Dario Rohrbach verlässt die SCL Tigers. Der Schweizer Nationalspieler sammelte in den letzten beiden Saisons herausragende 74 Scorerpunkte - ein Wert, der seine immense Bedeutung für die Offensive der Tigers eindrücklich unterstreicht. Rohrbach hinterlässt im Emmental ein riesiges Vakuum. Aktuell gibt es im Kader der Tigers keinen anderen Schweizer Akteur, der in der Lage wäre, in die Fussstapfen des Nationalstürmers zu treten und seine Ausbeute im Angriffsspiel eins zu eins zu ersetzen.
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