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Gleich sechs Schweizer gehören zu den wichtigsten NL-Spielern

Die Schlüsselspieler vor der Saison 2026/27

In wenigen Tagen beginnt die neue Saison der National League. Die 14 Teams haben ihre Kader grösstenteils beisammen und befinden sich mitten in der heissen Phase der Vorbereitung. Während einige Klubs auf Kontinuität setzen, haben andere im Sommer grosse Veränderungen vorgenommen.

Doch welcher Spieler könnte für die jeweilige Mannschaft in der kommenden Saison besonders wichtig werden? Dabei muss es sich nicht zwingend um den besten Scorer handeln. Auch die Rolle innerhalb des Teams, Führungsqualitäten oder die Bedeutung auf einer bestimmten Position können entscheidend sein. Wir haben für jedes der 14 National-League-Teams einen Schlüsselspieler für die Saison 2026/27 bestimmt.

HC Ajoie: Anttoni Honka

Beim HC Ajoie führt kaum ein Weg an Anttoni Honka vorbei. Bereits in der vergangenen Saison war der finnische Verteidiger mit 36 Punkten aus 51 Qualifikationsspielen der produktivste Akteur der Jurassier, bemerkenswert für einen Verteidiger. Nun erhält der 25-Jährige noch mehr Verantwortung. Ende August wurde Honka zum neuen Captain des HC Ajoie ernannt und tritt damit die Nachfolge von Jannik Fischer an.

Honka soll das Spiel der Jurassier von hinten antreiben, im Powerplay für Gefahr sorgen und gleichzeitig als Leader vorangehen. Sein älterer Bruder Julius ist neu ebenfalls Teil der Mannschaft. Soll Ajoie in dieser Saison den nächsten Schritt machen, dürfte Anttoni Honka dabei eine zentrale Rolle spielen.

Der jüngere Honka-Bruder hat sich vergangene Saison als einziger Verteidiger unter die Topscorer gemischt. (Pascal Muller/freshfocus)

HC Ambri-Piotta: Tim Heed

Bei Ambri fällt die Wahl auf Tim Heed. Der Schwede geht bereits in seine fünfte Saison in der Leventina und gehört längst zu den Konstanten im Team. In der vergangenen Qualifikation gelangen dem Verteidiger in 52 Spielen 22 Scorerpunkte.

Der Wert des 35-Jährigen geht aber über seine Punkte hinaus. Heed kann das Spiel eröffnen, übernimmt Verantwortung im Powerplay und bringt enorm viel Erfahrung mit. Gerade in einer Mannschaft, die im Sommer erneut Veränderungen erfahren hat, dürfte der Schwede für Trainer Jussi Tapola zu einem wichtigen Fixpunkt werden. Sein Vertrag läuft bis zum Ende dieser Saison.

SC Bern: Connor Hughes

Beim SC Bern steht eine der wichtigsten Positionen unter besonderer Beobachtung. Nach seinem Wechsel vom Lausanne HC soll Connor Hughes im Tor der Mutzen für Stabilität sorgen. Der schweizerisch-kanadische Doppelbürger wurde im Sommer im Tausch gegen Romain Loeffel verpflichtet und gleich mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet.

In der vergangenen Saison kam Hughes für Lausanne in 27 Qualifikationsspielen auf eine Fangquote von 91,1 Prozent. Dass er in wichtigen Spielen zur Hochform auflaufen kann, hat er bereits 2024 bewiesen, als er Lausanne mit starken Leistungen bis in den Playoff-Final führte. Nun soll der 29-Jährige in Bern zu einer langfristigen Lösung werden.

EHC Biel: Jeff Skinner

Viel prominenter hätte der EHC Biel auf dem Transfermarkt kaum zuschlagen können. Mit Jeff Skinner haben die Seeländer einen Spieler verpflichtet, der während seiner Karriere nicht weniger als 1110 NHL-Partien bestritten und dabei 379 Tore erzielt hat.

Der mittlerweile 34-Jährige kommt natürlich mit riesigen Erwartungen in die Schweiz. Biel hatte offensiv in den vergangenen Jahren immer wieder Mühe, konstant genügend Durchschlagskraft zu entwickeln. Genau dort soll Skinner ansetzen. Sein Torinstinkt und seine individuelle Klasse könnten den Unterschied ausmachen. Gleichzeitig wird spannend zu beobachten sein, wie schnell sich der langjährige NHL-Stürmer an das grössere Eisfeld und die National League gewöhnt.

HC Davos: Ken Jäger

Bei keinem anderen Spieler ist der Begriff Schlüsselspieler vielleicht so wörtlich zu nehmen wie bei Ken Jäger. Der 28-Jährige kehrt nach acht Jahren in Schweden und Lausanne zu seinem Stammverein zurück und erhält beim HC Davos auf Anhieb das "C" auf die Brust. Jäger ist der 30. Captain in der Klubgeschichte.

Dabei wurde er sicherlich nicht in erster Linie wegen seiner Scorerwerte zum Captain ernannt. Sportchef Jan Alston hebt insbesondere seine Professionalität, Einsatzbereitschaft und Bodenständigkeit hervor. Nach dem Rücktritt von Andres Ambühl sucht der HCD weiterhin nach Spielern, welche die enorme Lücke der Klublegende auch im Bereich Leadership schliessen können. Jäger soll dabei eine tragende Rolle übernehmen.

Fribourg-Gottéron: Marcus Sörensen

Fribourg-Gottéron startet erstmals in seiner Geschichte als amtierender Schweizer Meister in eine National-League-Saison. Einen wichtigen Anteil an der offensiven Qualität der Drachen hat weiterhin Marcus Sörensen. Der Schwede sammelte in der vergangenen Qualifikation trotz lediglich 32 Einsätzen ebenso viele Scorerpunkte.

Sörensen besitzt die individuelle Klasse, um eine Partie praktisch im Alleingang zu entscheiden. Nach dem historischen ersten Meistertitel und einigen Veränderungen im Kader wird von den etablierten Leistungsträgern erwartet, dass sie die Mannschaft weiterhin anführen. In der Offensive gehört Sörensen zweifellos zu diesen Spielern.

Genève-Servette HC: Markus Granlund

In Genf ist die Auswahl beinahe schon offensichtlich. Markus Granlund beendete die vergangene Regular Season mit 54 Punkten aus 49 Spielen als bester Scorer der gesamten National League. 22 Tore und 32 Assists standen für den Finnen zu Buche.

Gemeinsam mit Jesse Puljujärvi und Sakari Manninen verfügt Servette über enorme finnische Offensivqualität. Granlund ist innerhalb dieses Starensembles aber der Spieler, der zuletzt besonders konstant produzierte. Die Genfer haben seinen Vertrag deshalb bereits langfristig bis 2028 verlängert. Soll Servette nach zuletzt turbulenten Jahren wieder dauerhaft zu den absoluten Spitzenteams gehören, dürfte Granlund erneut einer der wichtigsten Faktoren sein.

EHC Kloten: Reto Berra

Vom Schweizer Meister zum EHC Kloten: Reto Berra beginnt mit 39 Jahren noch einmal ein neues Kapitel seiner Karriere. Die Flughafenstädter verpflichteten den langjährigen Nationalgoalie bereits frühzeitig als Nachfolger von Ludovic Waeber.

Und Berra kommt keineswegs zum Ausklingen seiner Karriere nach Kloten. In der vergangenen Qualifikation wies er für Fribourg eine Fangquote von rund 92 Prozent und einen Gegentorschnitt von lediglich 1,99 auf. Anschliessend stand er in allen 19 Playoff-Partien im Tor und hatte grossen Anteil am ersten Meistertitel der Klubgeschichte. Von Berra erhofft sich Kloten nicht nur starke Leistungen zwischen den Pfosten, sondern auch Erfahrung und Stabilität für eine weiterhin junge Mannschaft.

Lausanne HC: Erik Brännström

Eigentlich müsste bei einem Verteidiger zuerst über dessen Defensivarbeit gesprochen werden. Bei Erik Brännström sind die offensiven Zahlen aber schlicht zu spektakulär, um sie zu ignorieren. Der Schwede brachte es vergangene Saison über die gesamte NL-Spielzeit auf 21 Tore und 48 Punkte. Damit bewegte er sich statistisch in Regionen, die selbst für zahlreiche Topstürmer unerreichbar waren.

Brännström ist damit weit mehr als ein gewöhnlicher Offensivverteidiger. Er kann das Spiel aufbauen, das Powerplay führen und selbst zum Abschluss kommen. Lausanne besitzt erneut einen der tiefsten Kader der Liga, doch einen Verteidiger mit einem solchen offensiven Einfluss gibt es auch am Genfersee kein zweites Mal.

HC Lugano: Calvin Thürkauf

Calvin Thürkauf und der HC Lugano sind mittlerweile kaum mehr voneinander zu trennen. Der 29-Jährige ist Captain, Identifikationsfigur und das Gesicht der Mannschaft. Der Klub selbst bezeichnet ihn als "Seele des HC Lugano". Sein Vertrag läuft noch bis 2029.

Er ist Mr. Lugano: Calvin Thürkauf ist das Aushängeschild der Tessiner. (Marusca Rezzonico/freshfocus)

Was Thürkauf auf seinem höchsten Niveau leisten kann, zeigte insbesondere die Saison 2023/24. Damals erzielte er 60 Punkte in 52 Spielen, wurde fast Topscorer der National League und anschliessend zum MVP gewählt. Gleichzeitig bringt er mit seiner Physis und seinem kompromisslosen Spiel Elemente mit, die sich nicht in Statistiken messen lassen. Soll Lugano nach schwierigen Jahren wieder nachhaltig in die Spitzengruppe der Liga vorstossen, wird sein Captain dabei eine Schlüsselrolle einnehmen.

SC Rapperswil-Jona Lakers: Jacob Larsson

Bei den Lakers steht mit Jacob Larsson ein Verteidiger im Mittelpunkt. Der Schwede gehörte bereits in der vergangenen Saison zu den auffälligsten Spielern der Mannschaft und erzielte in der Qualifikation starke zwölf Tore und 22 Assists in 50 Partien. Damit war er hinter Tyler Moy und Malte Strömwall sogar der drittbeste Scorer des gesamten Teams.

Larsson kann eine Partie aus der Defensive heraus beeinflussen, übernimmt viel Verantwortung und besitzt einen gefährlichen Abschluss. Nach einigen Veränderungen bei den Imports wird von ihm erneut erwartet, dass er in der Lakers-Defensive vorangeht.

SCL Tigers: André Petersson

Die SCL Tigers haben sich in den vergangenen Jahren als unangenehmer Gegner etabliert. Für die nötige offensive Klasse sorgt unter anderem André Petersson. Der Schwede war in der vergangenen Saison mit 40 Punkten aus 45 Spielen der beste Scorer der Emmentaler. Seine 24 Treffer waren ebenfalls ein eindrücklicher Wert.

Die Tigers haben seinen auslaufenden Vertrag bereits während der vergangenen Saison bis 2027 verlängert. Sportchef Pascal Müller hob dabei insbesondere Peterssons Abschlussstärke, Effizienz im Powerplay und Spielverständnis hervor. Langnau verfügt über viel Kampfgeist und ein funktionierendes Kollektiv. Um gegen die finanziell stärkere Konkurrenz bestehen zu können, braucht es aber auch Spieler, die aus wenig viel machen können. Petersson ist genau ein solcher Akteur.

EV Zug: Leonardo Genoni

38 Jahre alt und noch lange nicht fertig. Wenige Wochen vor dem Saisonstart hat Leonardo Genoni seinen Vertrag beim EV Zug gleich bis 2030 verlängert. Der siebenfache Schweizer Meister bleibt damit auch in Zukunft die Nummer 1 der Zentralschweizer.

In der vergangenen Qualifikation parierte Genoni 91,8 Prozent der Schüsse auf sein Tor und verbuchte vier Shutouts. Der vierfache WM-Silbermedaillengewinner steht bei 988 Einsätzen in der National League. Bereits in dieser Saison dürfte er somit als erster NL-Torhüter überhaupt die Marke von 1000 Spielen knacken. Nach mehreren enttäuschenden Saisons möchte Zug wieder ganz nach oben. Dass man dafür weiterhin voll auf Genoni vertraut, hat der Klub mit der Vertragsverlängerung unmissverständlich unterstrichen.

ZSC Lions: Denis Malgin

Beim ZSC könnte man problemlos mehrere Spieler nennen. Die Wahl fällt dennoch auf Denis Malgin. Wenn der Schweizer Nati-Star gesund ist und sein bestes Eishockey spielt, gibt es in der National League nur wenige Akteure mit vergleichbaren offensiven Fähigkeiten. In der vergangenen Qualifikation erzielte Malgin in 41 Spielen 17 Tore und bereitete 24 weitere Treffer vor. Auch in den Playoffs produzierte er mit neun Punkten aus neun Spielen praktisch einen Zähler pro Partie.

Der 29-Jährige kann dank seiner Geschwindigkeit, Technik und Spielübersicht jederzeit den Unterschied ausmachen. In einem ohnehin aussergewöhnlich tief besetzten ZSC-Kader ist Malgin jener Spieler, der einer Partie mit einer einzigen Aktion eine andere Richtung geben kann.

Fazit

Drei Goalies, mehrere Captains, ein NHL-Star und einige der produktivsten Spieler der vergangenen National-League-Saison. Die Schlüsselspieler könnten unterschiedlicher kaum sein. Gemeinsam haben sie jedoch, dass die Erwartungen an sie gross sind. Ob sie ihrer jeweiligen Mannschaft tatsächlich den entscheidenden Stempel aufdrücken können, wird sich ab dem Saisonbeginn zeigen.

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2026-09-03 16:47:26