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Auch fünf Schweizer gehören zu den besten Transfers der Teams

Top-Transfer pro NL-Club

Während einige National-League-Clubs sich bereits auf dem Eis für die kommende Saison vorbereiten, stehen andere Teams kurz davor, wieder ins Kühle zu gehen. Anfang August starten die ersten Trainingsspiele, in denen die Clubs weiter an ihrer Form feilen können. Wir haben die Top-Transfers der Teams herausgepickt und näher beleuchtet.

EHC Biel-Bienne: Victor Söderström

Victor Söderström ist der Top-Transfer der Seeländer schlechthin. Er spielte in der letzten Saison in der AHL bei den Providence Bruins und kam auf acht NHL-Partien mit Boston. Der schwedische Verteidiger bringt die Erfahrung aus knapp 300 Spielen in Nordamerika mit - etwas, das die Bieler sicher gut gebrauchen können. In Scouting-Reports wird sein erster Pass oft erwähnt. Sprich, der Verteidiger weiss, wie man den Spielaufbau einleitet. Er ist einer, der nicht davor zurückschreckt, physisch zu spielen, und der auch bei Zweikämpfen an der Bande überzeugen kann.

EHC Kloten: Reto Berra

Mit Reto Berra hat der EHC Kloten einen der aktuell besten Goalies auf dem Schweizer Eis verpflichtet. Der gebürtige Bülacher soll den Flughafenstädtern nächste Saison mehr Konstanz geben. Er verhalf noch im Frühling dem HC Fribourg-Gottéron zum Meistertitel und war wenig später Teil der Schweizer Nationalmannschaft, als man bei der Heim-WM die Silbermedaille holte. Mit seinen 39 Jahren ist Berra der älteste Spieler im kommenden Kloten-Kader, dennoch dürfen die Flughafenstädter noch bis zum Sommer 2028 von seiner Erfahrung zwischen den Pfosten profitieren. Nach seinem Nati-Rücktritt dürfte er noch mehr Fokus auf den Club legen.

EV Zug: Chris Egli

Beim EV Zug ging es in den vergangenen Wochen drunter und drüber. Zuerst wurde Sportchef Reto Kläy entlassen, danach CEO Patrick Lengwiler. Bevor Kläy sein Büro räumen musste, tätigte er für die Zuger noch einige Transfers für die kommende Saison. Einer dieser Transfers war Chris Egli. Der 30-jährige Stürmer spielte sein ganzes Leben lang - ein paar Leihstationen ausgenommen - beim HC Davos. Nun beginnt er beim EVZ ein neues Kapitel. Dieser Wechsel dürfte dem Bündner guttun, denn seine Scorerpunkte wurden in den letzten drei Jahren immer weniger. Dennoch ist von ihm nicht zu erwarten, dass er künftig zu den besten Schützen der Zuger gehört, sondern vielmehr ein solider Stürmer in den hinteren Reihen.

Genève-Servette HC: Ramon Untersander

Genève-Servette hat für die kommende Saison wenige Transfers getätigt. Mit Ramon Untersander holen sie einen der erfahrensten Verteidiger der Liga. Beim SC Bern wurde der ehemalige Captain ausgemustert und hatte im Kader für die nächste Saison keinen Platz mehr. In den letzten zehn Jahren bei den Mutzen machte er es den Stürmern nicht leicht. Umso glücklicher kann sich Servette schätzen, einen vierfachen Schweizer Meister künftig im eigenen Team zu haben. In Genf dürfte der 35-jährige Verteidiger schnell die Verantwortung übernehmen und gleichzeitig den jungen Spielern seine jahrelange Erfahrung aus der National League weitergeben.

HC Ajoie: Kristian Tanus

Vier Meistertitel, einen Triumph in der Champions Hockey League und WM-Gold - sportlich hat Kristian Tanus in Finnland fast alles gewonnen. Dass der Neuzugang des HC Ajoie überhaupt Eishockeyprofi werden konnte, grenzt jedoch an ein kleines Wunder. Bei seiner Geburt war unklar, ob er jemals würde laufen können. Denn der 25-jährige Stürmer hatte Klumpfüsse. Erst eine Ansage des heutigen Ambri-Trainers Jussi Tapola brachte seine Karriere so richtig ins Rollen. Letzte Saison war der Spieler von Tappara der fünftbeste Scorer von der finnischen Liiga.

HC Ambri-Piotta: Roby Järventie

Ein weiterer spannender Finne ist Roby Järventie. In den vergangenen Saisons kam er immer wieder zu NHL-Einsätzen und war in der AHL ein solider Punktemacher. Mehrmals schien Järventie kurz vor dem Durchbruch zu stehen - doch immer wieder warfen ihn Knieverletzungen zurück. Unter das Nordamerika-Abenteuer hat er nun einen Schlussstrich gezogen. Er hat im Frühling einen Zwei-Jahres-Vertrag mit dem HC Ambri-Piotta unterschrieben. Die Leventiner können sich auf einen Power Forward freuen. Und was die NHL betrifft: die Edmonton Oilers haben seine Rechte behalten.

Roby Järventie verstärkt den HCAP. (Bild: Jesper Zerman/Imago)

HC Davos: Ken Jäger

Ken Jäger zeigte zwar eine durchwachsene letzte Saison beim Lausanne HC, blühte aber während der Eishockey-Weltmeisterschaft richtig auf. In den Zahlen sieht das so aus: Während 40 Meisterschaftsspielen kam er auf neun Scorerpunkte, bei den zehn WM-Partien buchte er sieben Scorerpunkte auf sein Konto. Auch im Vergleich zum letzten Jahr mit 27 Punkten in der Meisterschaft war die letzte Saison kein Zuckerschlecken. Dennoch zeigte seine WM, dass er perfekt in Form ist. Dass er nach fast zehn Jahren zurück in seine Heimat wechselt, dürfte ihm noch einen weiteren Schub geben.

HC Fribourg-Gottéron: Anthony Richard

Einen Center für die Top-Linie auszusuchen, war schwierig. Gleich mehrere Spieler haben Potenzial dafür. Anthony Richard überzeugt jedoch mit seiner Erfahrung aus über 500 AHL-Spielen sowie einigen Einsätzen in der NHL. In Fribourg erhält der 29-jährige Kanadier eine grosse Aufgabe: Er muss Lucas Wallmark ersetzen, da der schwedische Topscorer zurück in seine Heimat wechselt. Richard ist für einen brutalen, beinahe elektrisierenden Antritt bekannt. Seine grösste Waffe ist das Umschaltspiel, das in Fribourg die Weichen für den nächsten Erfolg ebnen könnte.

HC Lugano: Jere Innala

Jere Innala stürmt ab kommender Saison für den HC Lugano. Mit dem 28-jährigen Finnen haben die Bianconeri einen zuverlässigen Scorer ins Tessin geholt. In Scouting-Reports wird Innala als moderner, extrem flinker Zwei-Weg-Stürmer beschrieben. Trotz seiner eher schmächtigen Statur, 175 Zentimetern Grösse und etwas über 80 Kilogramm Körpergewicht scheut er keine Zweikämpfe und besticht durch eine exzellente Stocktechnik sowie einen brandgefährlichen Handgelenkschuss. In der traditionsgemäss sehr laufintensiven National League könnte Innalas brutaler Antritt zu einer absoluten Waffe für die Bianconeri werden.

Lausanne HC: Colin Miller

Mit Colin Miller hat der Lausanne HC einen erfahrenen Verteidiger an Bord geholt. Der Kanadier hat über 600 NHL-Partien und knapp 200 AHL-Spiele auf dem Buckel. Zwar ist er für seine starke defensive Arbeit bekannt, konnte in seiner Zeit in der NHL dennoch rund 200 Scorerpunkte sammeln. Defensiv bringt er dank seiner Physis viel Härte und Zweikampfstärke mit, wie mehrere Scouting-Reports beschreiben. Der Verteidiger verfügt über einen harten und präzisen Schlagschuss, spielt die Scheibe mit viel Übersicht aus der eigenen Zone und überzeugt mit seinem guten Aufbauspiel. Perfekt also, um das Lausanner Spiel aufzubauen und selbst den einen oder anderen Scorerpunkt beizusteuern.

SC Bern: Sonny Milano

Einst galt er als einer der technisch stärksten seines Jahrgangs, nun stürmt der linke Flügelspieler Sonny Milano für den SC Bern. Der Amerikaner absolvierte mehr als 340 NHL-Partien und soll nun mit seiner Kreativität und seinen technischen Fähigkeiten für zusätzliche Impulse im Berner Angriff sorgen. Mit dem 29-Jährigen kommt ein Akteur zum SC Bern, der über starke Spielmacherqualitäten und eine ausgezeichnete Spielübersicht verfügt. Scouts zufolge ist es extrem schwer, ihn zu verteidigen. Nicht umsonst wurde er in Nordamerika immer wieder für seine spektakulären Hände und seine Kreativität gelobt. Es heisst sogar, dass er wie ein Zauberer auf Schlittschuhen sei.

SC Rapperswil-Jona Lakers: Kevin Labanc

Eigentlich wäre Mike Sgarbossa künftig in Rapperswil auf dem Eis herumgekurvt, doch er sagte den Rosenstädtern überraschend ab. Zwei Monate vor dem Saisonstart mussten die Lakers nochmals auf die Suche nach einem Import und wurden mit Kevin Labanc fündig. Der 30-jährige Flügelstürmer hat bei den St.Gallern einen Einjahresvertrag unterschrieben. Nach Rapperswil nimmt der US-Amerikaner mit slowakischem Pass mächtig Erfahrung mit. Er bestritt 542-NHL-Partien und zeigte in Nordamerika, dass er nicht nur ein gewöhnlicher Spieler ist. Er war der erste Spieler in der NHL-Playoff-Geschichte, dem in einem einzigen Drittel eines siebten Spiels vier Scorerpunkte gelangen.

Mit Kevin Labanc erhoffen sich die Lakers wieder mehr Erfolg. (Bild: Maksim Konstantinov/Imago)

SCL Tigers: Jonathan Dahlén

Mit Jonathan Dahlén haben die SCL Tigers eine Tormaschine vom schwedischen SHL-Club Timra IK verpflichtet. Letzte Saison kam der schwedische Stürmer auf 55 Scorerpunkte. Damit war er nicht nur der effizienteste Spieler des Vereins, sondern auch der drittbeste Scorer der Liga. Dass der 28-Jährige erfolgreich ist, zeigte auch seine bisherige Laufbahn. Mit seinen Leistungen empfahl er sich auch für die NHL, wo er 2021 zum Debüt in Nordamerika kam und gleich 61 Spiele mit den San Jose Sharks bestritt. Nach einer Saison kehrte er aber zurück nach Schweden, wo er in den letzten vier Jahren Verantwortung übernahm. Künftig soll er die Emmentaler mit seinem Torriecher in die Playoffs hieven.

ZSC Lions: Simon Knak

Simon Knak reifte in den vergangenen sechs Jahren beim HC Davos zu einem starken Stürmer heran. In seiner Zeit bei den Bündnern schaffte er es erstmals an eine Weltmeisterschaft und spielte die letzten beiden WMs durch. Dabei holte er zweimal Silber. Der ehemalige Kloten-Junior spielt künftig bei den ZSC Lions. Für die Zürcher ist Knak neben Tim Berni ein zweiter Top-Transfer. Knak holte in der letzten Saison mit Davos insgesamt 23 Scorerpunkte. Während der zehn WM-Spiele kam er auf fünf Scorerpunkte, was im Vergleich zur Regular Season einen starken Leistungsanstieg darstellt.

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2026-07-28 15:12:25