Noch geht es zwei Monate, bis in der National League endlich wieder Spiele anstehen. Einige Teams waren auf dem Transfermarkt bisher sehr aktiv, bei anderen blieb es hingegen eher ruhig. Wir haben die bisherigen Transfers der letztjährigen Playoff-Teilnehmer etwas genauer angeschaut und euch die besten drei Neuzugänge pro Team herausgesucht.
🇨🇭 Dominik Egli (D – 1998) – Frölunda HC/SHL
🇨🇭 Ken Jäger (C/RW – 1998) – Lausanne HC
🇨🇦 Frédéric Allard (D – 1997) – Lulea IF
Der HC Davos gehört zu den Gewinnern der Transferperiode. Der Vizemeister aus Graubünden holt sich mit Dominik Egli und Ken Jäger gleich zwei Silberhelden in die eigenen Reihen. Jäger zeigte zwar eine durchwachsene letzte Saison beim Lausanne HC, blühte aber während der Eishockey-Weltmeisterschaft richtig auf. Er wird den HCD gut verstärken, sofern er mit der Leistung weitermacht, mit der er aufgehört hat. Zudem kehrt mit ihm ein Eigengewächs nach Hause.
Auch Dominik Egli spielte vor seinem Abenteuer in Schweden in Davos. Drei Saisons verteidigte er für die Bündner, ehe er zu Frölunda wechselte. Nun kommt er zurück - mit einem Rucksack voller Erfahrungen aus der SHL. Mit Frédéric Allard hat der HCD einen weiteren Verteidiger aus der schwedischen Liga verpflichtet. Der Kanadier konnte sich in den letzten drei Saisons in Schweden immer weiter verbessern und dürfte auch in der kommenden Spielzeit nicht nur Tore verhindern, sondern auch selbst mal zum Abschluss kommen.

🇨🇭 Ludovic Waeber (G – 1996) – EHC Kloten
🇨🇦 Anthony Richard (C/LW – 1996) – Philadelphia Flyers/NHL (Lehigh Valley Phantoms/AHL)
🇨🇭🇦🇹 Jonas Taibel (C/LW – 2004) – SC Rapperswil-Jona Lakers
Mit Reto Berra verlässt der Meistertorhüter den HC Fribourg-Gottéron. Doch die Saanestädter haben bereits den besten Ersatz für ihn: Ludovic Waeber. Das Fribourger Eigengewächs spielte zuletzt in Kloten und wagte davor ein Nordamerika-Abenteuer. Nun ist er wieder zu Hause, wo er bis 2030 den Kasten dichthalten soll. Sportchef Gerd Zenhäusern hat aber nicht in Kloten nach Verstärkung gesucht, sondern auch in Rapperswil.
Mit Jonas Taibel holt Fribourg einen ausgereiften Junior in die Saanestadt. Der 21-Jährige konnte letzte Saison bei den Lakers etliche Spiele bestreiten und ist nun bereit für seinen ersten Wechsel innerhalb der National League. Für den Kanadier Anthony Richard ist es die erste Station ausserhalb von Nordamerika. Mit über 600 AHL- und 40 NHL-Partien kommt ein Center mit einer Menge Erfahrung aus dem nordamerikanischen Eishockey nach Fribourg. Und was die Scorerpunkte der letzten Saisons angeht, dürfte er aktuell in seiner Blütezeit stecken. Sonstige Transfers hat der HCFG nicht getätigt, ganz nach dem Motto: "never change a winning team".
🇨🇭 Mika Henauer (D – 2000) – SC Rapperswil-Jona Lakers
🇨🇭 Ramon Untersander (D – 1991) – SC Bern
🇨🇭 Nicolas Müller (C/RW – 1999) – EHC Biel-Bienne
Genève-Servette hat für die kommende Saison wenige Transfers getätigt. Die einzelnen Verpflichtungen haben alle den Schweizer Pass. Die Genfer haben sich für die neue Spielzeit vor allem in der National League umgeschaut. Mit Ramon Untersander holen sie einen der erfahrensten Verteidiger der Liga. Beim SC Bern wurde der ehemalige Captain ausgemustert und hatte im Kader für die nächste Saison keinen Platz mehr. In den letzten zehn Jahren bei den "Mutzen" machte er es den Stürmern nicht leicht, umso glüclicher kann sich Servette schätzen, einen vierfachen Schweizer Meister künftig im eigenen Team zu haben.
Mit Mika Henauer haben die Genfer einen weiteren Verteidiger geholt. Der 26-Jährige hat keine leichte Karriere hinter sich, immer wieder wurde er ausgeliehen und taumelte in der Swiss League. Bei Genf soll er sich zum Stammverteidiger etablieren. Nicolas Müller hat fünf Jahre im US-amerikanischen College-Hockey gespielt. Nach einer starken Saison bei Biel musste er letztes Jahr eine Verletzung hinnehmen.

🇨🇦 Colin Miller (D – 1992) – Winnipeg Jets/NHL
🇨🇭 Romain Loeffel (D – 1991) – SC Bern
🇨🇭 Michael Fora (D – 1995) – HC Davos
Während der SC Bern beim Tauschhandel den Lausanner-Goalie Connor Hughes erhalten hat, können die Lausanner künftig von Romain Loeffel profitieren. Der Westschweizer Verteidiger stärkt nächste Saison die Defensive der Lausanner. Für weitere Unterstützung in der Verteidigung soll Michael Fora sorgen. Der Tessiner wechselt von Davos in die Romandie, wo er einen Fünfjahresvertrag unterschrieben hat.
Wenn man die getätigten Transfers der Waadtländer anschaut, könnte man meinen, sie kaufen sich gleich eine ganze Meistermannschaft zusammen. Mit Torhüter-Youngster Ewan Huet und Stürmer Axel Simic holten die Lausanner Verstärkung enaus Kloten. Der Top-Transfer der Lausanner ist aber Colin Miller. Der kanadische Verteidiger stösst von den Winnipeg Jets zu Lausanne. In der NHL bestritt er über 600 Partien. Allein die Erfahrung der letzten acht Jahre aus der NHL dürfte den LHC stabilisieren.
🇫🇮 Jere Innala (LW – 1998) – Frölunda HC/SHL
🇸🇪 Olle Lycksell (W/C – 1999) – Ottawa Senators/NHL (Belleville Senators/AHL)
🇫🇮 Lassi Thomson (D – 2000) – Ottawa Senators/NHL (Belleville Senators/AHL)
Der HC Lugano verstärkte sich mit skandinavischer Power, wie sich aus der Transferübersicht ergibt. Zwei Finnen und ein Schwede haben die Südtessiner für die kommende Saison verpflichtet. Mit Jere Innala kommt ein finnischer Sniper ins Tessin. Letzte Saison kam der 28-jährige Stürmer auf über 40 Scorerpunkte. Eine Saison zuvor versuchte er es in der NHL, wechselte nach einer Saison aber wieder zurück nach Schweden.
Wenn es um die Erfahrung in der NHL und AHL geht, hat der HCL mit Olle Lycksell und Lassi Thomson zwei Spieler geholt, die gemeinsam auf über 500 Partien in den beiden nordamerikanischen Ligen kommen. Aber nicht nur das: Der schwedische Center Lycksell und der finnische Verteidiger Thomson spielten vergangene Saison gemeinsam bei den Ottawa Senators und dem Farmteam, den Belleville Senators. Das vertraute Duo aus Nordamerika soll nicht nur weiter harmonieren, sondern auch die 13 anderen Gegner in der Liga besiegen.
🇨🇭 Fabrice Herzog (LW/RW – 1994) – EV Zug
🇨🇭🇷🇺 Daniil Ustinkov (D – 2006) – ZSC Lions
🇮🇹 Alessandro Segafredo (RW – 2004) – ZSC Lions
Die Rapperswil-Jona Lakers holen mit Fabrice Herzog einen erfahrenen National-League-Spieler an den Zürichsee. Einst war er noch als Haudegen für dreckige Checks bekannt, mittlerweile hat der 31-jährige Stürmer sich ein wenig mehr unter Kontrolle. Zwar hat er gegenüber seinen Blütezeiten in Davos nicht mehr ansatzweise so viele Scorerpunkte in Zug geholt, dafür ist er ein zuverlässiger Stürmer in den hinteren beiden Linien.

Die Lakers haben sich nicht nur mit Erfahrung verstärkt, sondern geben auch jungen Spielern eine Chance. Zwei Beispiele dafür sind Daniil Ustinkov und Alessandro Segafredo von den ZSC Lions. Die beiden Spieler hatten es in den letzten Saisons nicht leicht, sich bei den Zürchern durchzusetzen. Ustinkov debütierte einst als 15-Jähriger bei den ZSC Lions und galt als Talent, doch danach spielte der Verteidiger meist bei den GCK Lions in der Swiss League. Dort hatte Ustinkov Alessandro Segafredo als Teamkollegen. Der 21-jährige Italiener kam zu noch weniger Einsätzen im NL-Team. Nun hoffen sie in Rapperswil auf mehr Spielpraxis.
🇨🇭 Chris Egli (C/LW – 1996) – HC Davos
🇨🇭 Eric Schneller (D – 2006) – Genève Servette HC
🇨🇭 Rico Gredig (LW – 2005) – HC Davos
Beim EV Zug ging es in den vergangenen Wochen drunter und drüber. Zuerst wurde Sportchef Reto Kläy entlassen, danach CEO Patrick Lengwiler. Bevor Kläy sein Büro räumen musste, tätigte er für die Zuger noch einige Transfers für die kommende Saison. Einer dieser Transfers war Chris Egli. Der 30-jährige Stürmer spielte sein ganzes Leben lang - ein paar Leihstationen ausgenommen - beim HC Davos. Nun beginnt er beim EVZ ein neues Kapitel. Dieses Kapitel startet mit ihm auch Rico Gredig - ebenfalls ein Bündner Eigengewächs. In den letzten drei Saisons sammelte der Youngster in der National League Erfahrung.
Mit Eric Schneller wechselt ein weiterer junger Spieler zu den Zugern. Mit seinen 21 Jahren hat er in seiner Karriere aber schon einiges erlebt. Er durchlief die ersten Jahre im Nachwuchs der ZSC Lions und wechselte danach nach Schweden, wo er weiter ausgebildet wurde. Der Offensivverteidiger konnte sich in den letzten beiden Spielzeiten in Genf weiterentwickeln und wagt jetzt seinen nächsten Schritt. Die Zuger haben übrigens noch nicht genug von jungen, talentierten Spielern und hoffen auf einen Transfer von Vinzenz Rohrer.
🇨🇭 Tim Berni (D – 2000) – Genève Servette HC
🇨🇭 Simon Knak (RW/LW – 2002) – HC Davos
🇸🇪 Malte Strömwall (RW – 1994) – SC Rapperswil-Jona Lakers
Ein weiterer Gewinner der Transferperiode sind die ZSC Lions. Die Zürcher holen mit Tim Berni und Simon Knak gleich zwei Silberhelden in die Stadt. Mit Berni kehrt dabei ein Eigengewächs zurück in die ZSC-Organisation. Der 26-jährige Verteidiger lernte in Zürich sein Hockey-ABC, wechselte danach nach Nordamerika, wo er eine Saison lang bei den Columbus Blue Jackets spielte. Statt zu den Zürchern zurückzukehren, wechselte er zunächst nach Genf.
Auch Simon Knak wurde im Kanton Zürich gross, jedoch beim Rivalen Kloten. Sechs Saisons lang stürmte er für den HC Davos und verpasste letzte Saison den Meistertitel nur knapp. Für viele Tore und Assists hat der ZSC zudem Malte Strömwall verpflichtet. Der schwedische Stürmer wechselt von den Lakers an die andere Seite des Zürichsees. In Rapperswil war er hinter dem Topscorer der zweitbeste Scorer und dürfte auch nächste Saison neben den Zürcher Superstürmern Andrighetto, Malgin und Co. auf seine Tore kommen.
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