Die National-League-Teams haben auf die kommende Saison hin bereits ordentlich aufgerüstet. Das zeigt auch ein Blick auf die bisher getätigten Transfers. Einige vielversprechende neue Importspieler wurden verpflichtet, aber auch innerhalb der Liga kam es zu spannenden Wechseln von Schweizer Akteuren. Wir haben die, unserer Meinung nach, zehn besten Transfers in einem Ranking zusammengefasst.
Bevor wir zu den Spielern kommen, welche es in die Top 10 geschafft haben, wollen wir kurz über jene sprechen, welche es knapp nicht ins Ranking geschafft haben – die sogenannten "Honorable Mentions". Michael Fora etwa, der zuletzt beim HC Davos spielte, gehört zu den besten Schweizer Verteidigern. Zwar hatte er sich, was die Scorerpunkte anging, deutlich gesteigert, doch seine Flüchtigkeitsfehler im Spiel brachten sein Team immer wieder in Bedrängnis.
Auch Silberheld Tim Berni verpasste knapp die Top 10. Ähnlich wie Fora leistete sich der Verteidiger einige Fehler – nicht nur während der Saison mit Geneve-Servette, sondern auch an der Weltmeisterschaft mit dem Nationalteam. Dennoch gehört auch er zu den aktuell besten Schweizer Verteidigern der Liga. Doch um es in die Top 10 zu schaffen, war die Konkurrenz zu stark. Das Gleiche gilt für einige neue Import-Verstärkungen der NL-Teams.
Tim Berni (ZSC Lions), Michael Fora (Lausanne HC), Victor Söderström (EHC Biel), Anthony Richard (HC Fribourg-Gottéron), Olle Lycksell (HC Lugano), Jonathan Dahlén (SCL Tigers), Ian Mitchell (SC Bern), Roby Järventie (HC Ambri-Piotta), Andrew Agozzino (EHC Biel), Romain Loeffel (Lausanne HC)
Dario Rohrbach steigerte sich in den vergangenen Jahren von Saison zu Saison. In der Saison 2024/25 wurde er als am stärksten verbesserter Spieler ausgezeichnet. Gleichzeitig liess er alle Importspieler in der Scorerliste hinter sich. In der letzten Saison musste er sich mit Platz zwei zufriedengeben. Dennoch gehörte er damit zu den zehn besten Schweizer Scorern der Regular Season. In Langnau reifte er zum Spitzenstürmer heran und erhielt erstmals ein Aufgebot für die Nationalmannschaft. Nun wechselt er zum Kantonsrivalen SC Bern und dürfte seine Leistungen weiter steigern.
Simon Knak reifte in den vergangenen sechs Jahren beim HC Davos zu einem starken Stürmer heran. In seiner Zeit bei den Bündnern schaffte er es erstmals an eine Weltmeisterschaft und spielte die letzten beiden WMs durch. Dabei holte er zweimal Silber. Der ehemalige Kloten-Junior spielt künftig bei den ZSC Lions. Für die Zürcher ist Knak neben Tim Berni ein zweiter Top-Transfer. Knak holte in der letzten Saison mit Davos insgesamt 23 Scorerpunkte. Während der zehn WM-Spiele kam er auf fünf Scorerpunkte, was im Vergleich zur Regular Season einen starken Leistungsanstieg darstellt.
Auch Dominik Egli gehört zu den Silberhelden der Nationalmannschaft. Zwar konnte er mit dem Frölunda HC nicht die schwedische Meisterschaft gewinnen, dafür holte er mit Frölunda den Sieg in der Champions Hockey League. Der 27-jährige Verteidiger spielte bereits vor seinem zweijährigen Abstecher nach Schweden beim HC Davos. Nun kehrt er wie ein verlorener Sohn, aber mit viel Erfahrung im Rucksack, zu den Bündnern zurück. In Davos unterschrieb er einen langfristigen Vertrag über sechs Jahre bis zur Saison 2031/32.
Einer, der während der Weltmeisterschaft besonders aufblühte, war Ken Jäger. Der 28-jährige Center und Flügelstürmer ist im Sturm variabel einsetzbar. An der WM bildete er mit Simon Knak und Damien Riat die vierte Linie. In den zehn WM-Spielen kam er auf sieben Scorerpunkte. Das ist im Vergleich zu seiner Regular Season eine Top-Leistung: In 40 Spielen kam er auf neun Scorerpunkte. Seine Weltmeisterschaft zeigte aber seinen aktuellen Formstand. Gut, dass Davos ihn nach einem längeren Abstecher nach Lausanne zurückgeholt hat. Dort kann er jetzt zu Hause aufblühen.

Schon lange gab es in der National League keinen so spektakulären Trade mehr wie den zwischen Connor Hughes und Romain Loeffel. Der 29-jährige Goalie, der schweizerisch-kanadischer Doppelbürger ist, hatte mit einer hervorragenden Fangquote von 91,1 Prozent eine starke letzte Saison. Er hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der stärksten Schweizer Goalies entwickelt. Nach Stationen in der National- und Swiss League sowie in der AHL ist dies sein nächster Schritt. Bei den "Mutzen" könnte er nicht nur zur Stammkraft im Tor werden, sondern sich damit auch wieder für die Nationalmannschaft empfehlen.
Jere Innala stürmt ab kommender Saison für den HC Lugano. Mit dem 28-jährigen Finnen haben die Bianconeri einen zuverlässigen Scorer ins Tessin geholt. In Scouting-Reports wird Innala als moderner, extrem flinker Zwei-Weg-Stürmer beschrieben. Trotz seiner eher schmächtigen Statur, 175 Zentimetern Grösse und etwas über 80 Kilogramm Körpergewicht scheut er keine Zweikämpfe und besticht durch eine exzellente Stocktechnik sowie einen brandgefährlichen Handgelenkschuss. In der traditionsgemäss sehr laufintensiven National League könnte Innalas brutaler Antritt zu einer absoluten Waffe für die Bianconeri werden.
Reto Berra hatte turbulente Wochen hinter sich. Zuerst holte er den Meistertitel mit dem HC Fribourg-Gotteron, danach war er tagelang wegen einer starken Lungenentzündung ans Bett gefesselt. Kaum war er wieder genesen, stand er bei der Weltmeisterschaft mit der Schweizer Nationalmannschaft im Kasten und holte mit dem Team Silber. Während der vergangenen Saison brillierte er mit einer Fangquote von über 92 Prozent. Wenig verwunderlich wurde er deshalb ins All-Star-Team der National League gewählt und als bester Torhüter ausgezeichnet. Mit seinen 39 Jahren neigt sich seine Karriere langsam dem Ende zu. Deshalb wechselte der Bülacher nochmals in seine Heimat.
Mit Sonny Milano hat der SC Bern einen Spieler verpflichtet, der einst zu den grössten Offensivtalenten seines Jahrgangs zählte. Der Amerikaner absolvierte mehr als 340 NHL-Partien und soll nun mit seiner Kreativität und seinen technischen Fähigkeiten für zusätzliche Impulse im Berner Angriff sorgen. Scouts zufolge ist es extrem schwer, ihn zu verteidigen. Nicht umsonst wurde er in Nordamerika immer wieder für seine spektakulären Hände und seine Kreativität gelobt. Es heisst sogar, dass er wie ein Zauberer auf Schlittschuhen sei. Spätestens nach den ersten Meisterschaftsspielen wird sich zeigen, ob er seinen Eishockeyschläger auch in Bern in einen Zauberstab verwandeln kann.

Mit Simon Johansson hat der EHC Kloten eine defensive Tormaschine verpflichtet. In der letzten Saison hatte der schwedische Verteidiger in der finnischen Liiga 59 Scorerpunkte in 71 Partien auf seinem Konto – und das als Verteidiger. Der 27-jährige Schwede ist kein typischer Defensivverteidiger, der seine Gegenspieler physisch dominiert oder spektakuläre Checks verteilt. Er verteidigt vielmehr mit dem Kopf – mit hervorragender Antizipation, klugem Stellungsspiel und schneller Puckeroberung. Seine Stärken liegen in der Spielgestaltung und im Angriffsdrittel. Gut möglich, dass er das stockende Powerplay in Kloten revolutionieren wird.
Mit über 600 NHL-Partien hat keiner der Neuverpflichtungen der National-League-Clubs derart viel Erfahrung aus Nordamerika wie Colin Miller. Der Lausanne HC schnappte sich mit dem 33-jährigen Verteidiger zwar bereits einen älteren Spieler, dafür aber einen, der enorm viel Erfahrung mitbringt. Der Kanadier ist für seine defensive Stärke und seine Fähigkeit bekannt, in entscheidenden Momenten eines Spiels für Stabilität zu sorgen. Mit ihm hat Lausanne einen Verteidigungsminister engagiert, bei dem in der Defensive kaum noch etwas schiefgehen sollte.
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