Im Schweizer Eishockey ticken die Uhren bekanntlich anders: Während die neue Saison noch nicht einmal begonnen hat, werden im Hintergrund längst die Weichen für die Zukunft gestellt. Verträge, die im Frühjahr 2027 auslaufen, werden oft schon im Sommer verlängert oder neu verhandelt. Wir blicken auf einige extrem spannende Schweizer Akteure, bei denen schon bald eine wegweisende Entscheidung fallen könnte.
Zur Information: Es handelt sich hierbei um eine Auswahl und keine abschliessende Liste. Es wurden nur Spieler mit einem Schweizer Pass berücksichtigt, die für die Schweizer Nationalmannschaft spielen können. Ausserdem wurden Neuzugänge, die nur einen Einjahresvertrag unterzeichnet haben (wie z.B. Fabrice Herzog) nicht in diese Liste aufgenommen. Spieler mit einer Option im Kontrakt (wie z.B. Maximilian Streule) wurden ebenfalls nicht berücksichtigt. Die Vertragslaufzeiten stammen von der Plattform Eliteprospects.
Der Goalie sucht in Ambri die Konstanz und den endgültigen Durchbruch zur unbestrittenen Nummer eins. Da sein Vertrag ausläuft, steht er in der nächsten Saison unter genauer Beobachtung. Performt er stark, klopfen auch andere Vereine an. In der letzten Saison lag seine Fangquote in der Regular Season in 28 Partien bei 90,6 %, im Playout-Final dann bei 92 % (aus vier Spielen).
Ein Mann, der in Nordamerika vorspielen durfte, besitzt definitiv Qualitäten, auch wenn Heim in den vergangenen drei Saisons nicht mehr so effektiv war wie in seinen ersten beiden Saisons beim HC Ambri-Piotta. Ein Center mit seinen Allround-Fähigkeiten ist auf dem Schweizer Markt jedoch Mangelware, weswegen es für den 28-Jährigen sicherlich einige Optionen geben dürfte.
Im Emmental hat sich Schmutz zu einem verlässlichen und defensiv extrem wertvollen Center etabliert. Für die Tigers ist der Führungsspieler ein wichtiges Puzzleteil. Schmutz wird entscheiden müssen, ob er die Rolle als Leader in Langnau weiterführen oder nochmals zu einem Playoff-Anwärter wechseln will. In der letzten Saison gelangen dem 31-Jährigen immerhin 16 Scorerpunkte aus 30 Partien.
Der wirblige Stürmer gehört in Kloten zu den belebenden Elementen in der Offensive. In einem Team, das sich stabilisieren will, ist Meyer ein wichtiger Faktor. Sein auslaufender Vertrag macht ihn zu einer begehrten Aktie für Clubs, die Secondary Scoring suchen. Der 29-Jährige zeigte letzte Saison mit 28 Scorerpunkten die beste NL-Spielzeit seiner Karriere.
Obwohl sein Vertrag im Seeland eigentlich noch eine Saison läuft, überschlagen sich hier die Ereignisse. Der hochtalentierte Offensivverteidiger dürfte seinen Vertrag im Seeland kaum erfüllen. Biel wünscht den Defensivakteur trotz laufenden Kontrakts offenbar schon in diesem Sommer loszuwerden - Spitzenclubs wie der Lausanne HC lauern bereits. Auch der SCB bekundet Interesse.

Das pure Energiebündel und das Herzstück des SC Bern. Scherwey und der SCB - das gehört einfach zusammen. Kein anderer SCB-Crack hat ein grösseres Herz für die Bären als der 35-Jährige. Ein Wechsel scheint beim Routinier eher unwahrscheinlich. Es dürfte viel eher die Frage im Raum stehen, ob er seine Schlittschuhe nach dieser Saison an den Nagel hängen will. Ein Sommer ohne erste Gespräche ist hier kaum denkbar.
Das Zuger Urgestein und Publikumsliebling ist aus der Zentralschweiz kaum wegzudenken. Martschini bringt Jahr für Jahr verlässlich seine Scorerpunkte. Ein Abgang des flinken Flügels wäre ein emotionaler Schock für die Fans, weshalb der EVZ sicherlich daran interessiert sein dürfte, ihn über die kommende Saison hinaus in Zug halten zu können. Sein Fokus dürfte aber vorerst auf seiner Gesundheit liegen, kämpft er sich doch von einer schweren Verletzung zurück.
Er ist der wohl prägendste Schweizer Torhüter der modernen NL-Geschichte. Genonis Vertrag in Zug läuft aus, und trotz seines fortgeschrittenen Alters ist er nach wie vor ein absoluter Erfolgsgarant. Bleibt der 38-Jährige dem EVZ treu und hängt noch ein Jahr dran, oder zieht er einen Schlussstrich unter seine glorreiche Karriere? Jede Entscheidung wird Signalwirkung für die Liga haben. Ein letzter Wechsel scheint eher unwahrscheinlich zu sein, doch man sollte niemals nie sagen.
Wetter hat bei den Lakers bewiesen, dass er viel Zug zum Tor besitzt. In Rapperswil schätzt man seine Polyvalenz. Da sein Vertrag nur noch eine Saison läuft, dürften wohl auch andere NL-Teams bereits mit dem 26-Jährigen in Kontakt getreten sein. In der abgelaufenen Saison gelangen dem Stürmer immerhin 31 Scorerpunkte aus 61 Partien.
Der spielstarke Routinier ist im Tessin nach wie vor eine feste Grösse an der blauen Linie. Seine 22 Scorerpunkte aus 50 Regular-Season-Partien sind ein Zeichen seiner Klasse. Trotz seines Alters bringt Alatalo eine Qualität mit, die man nicht an jeder Ecke findet. Auch beim 36-Jährigen dürfte sich wohl die Frage stellen: Verlängerung im Tessin oder Karriereende?
Der routinierte Ex-NHL-Verteidiger bringt enorme Stabilität und Ruhe in die Zürcher Hintermannschaft. Auch bei ihm stehen die Zeichen im Herbst der Karriere von Jahr zu Jahr auf einer Entscheidung. Der 37-Jährige wird sich ebenfalls seine Gedanken machen, ob er die letzte Profisaison seiner Karriere bestreiten will.
Der Captain ist die absolute Identifikationsfigur der Zürcher Löwen. Bei Geering stellt sich eigentlich nicht die Frage, ob er zu einem anderen Club wechselt, sondern wie lange der nimmermüde Anführer noch auf Top-Niveau weitermachen möchte. Der 35-Jährige eroberte mit den ZSC Lions bereits fünf Meistertitel.

Der charismatische Genfer Captain verkörpert die Identität von Genf wie kaum ein anderer. Nach verletzungsgeprägten Zeiten wird es für ihn darum gehen, zu alter Stärke zurückzufinden. Ein Abgang aus Genf ist schwer vorstellbar, aber im Eishockey ist nichts unmöglich. In der letzten Saison gelangen dem 30-Jährigen insgesamt zwölf Scorerpunkte aus 64 Partien.
Seiler ist ein solider Rollenspieler, der der Fribourger Defensive die nötige Tiefe verleiht. In der jüngsten Meistersaison wusste er insbesondere in den Playoffs zu brillieren, wodurch er sich sogar ins WM-Camp der Schweizer Nati spielen konnte. Dadurch konnte der 29-Jährige seine eigene Aktie definitiv steigern.
Das Eigengewächs der Drachen gilt als grosses Versprechen für die Zukunft. Der 20-Jährige wusste in der Meistersaison auf sich aufmerksam zu machen. Ihm gelangen 13 Scorerpunkte aus 67 Partien und aufgrund seines grossen Entwicklungspotenzials gibt es mit Sicherheit einen Markt für ihn. Umso wichtiger ist es für die Saanestädter, Dorthe zeitnah mit einem neuen Vertrag auszustatten.
Ein extrem faszinierender Fall. Nussbaumer geht offiziell in sein letztes Vertragsjahr beim HCD. Doch hinter den Kulissen soll der Hammer bereits gefallen sein: Hartnäckige Gerüchte besagen, dass der Nationalstürmer schon einen langfristigen Vertrag ab der Saison 2027/28 beim Genève-Servette HC unterschrieben hat. Offiziell bestätigt wurde dies bislang aber nicht.
Weitere spannende Schweizer mit nur noch einem Jahr Vertrag
André Heim Damian Möschinger Dario Meyer EHC Biel-Bienne EHC Kloten Eishockey EV Zug Flavio Schmutz Genève-Servette HC Gian-Marco Wetter HC Ambri-Piotta HC Davos HC Fribourg-Gottéron HC Lugano Jan Dorthe Leonardo Genoni Lino Martschini National League Noah Rod Patrick Geering Philip Wüthrich Rodwin Dionicio Santeri Alatalo SC Bern SC Rapperswil-Jona Lakers SCL Tigers Simon Seiler Tristan Scherwey Valentin Nussbaumer Yannick Weber ZSC Lions