sport.ch

Loeffel belegt durch Sprungers Rücktritt neu Platz 1 in einer unrühmlichen Rangliste

Viel Erfahrung bringt noch keine Titel

Das Saisonfinale in der National League hatte den optimalen Schluss eines Drehbuchs, das selbst Alfred Hitchcock nicht dramatischer hätte schreiben können. Julien Sprunger hat endlich den lang ersehnten Meistertitel und kann so entspannt in den Ruhestand gehen. Anderen NL-Spielern droht jedoch das Szenario, ohne einen Meistertitel zurücktreten zu müssen.

Wir haben für euch die zehn aktiven National-League-Spieler aufgelistet, die am meisten Ligaspiele absolviert haben, ohne dabei einmal den Meistertitel zu gewinnen. Im Vergleich zum Vorjahr fallen dabei Julien Sprunger raus, der den Titel nun gewonnen hat, aber auch Ajoies Janick Fischer und Klotens Steve Kellenberger, die beide zurückgetreten sind.

10. Jason Fuchs – 648 Spiele

Neu in die Top 10, und dies mit erst 30 Jahren, rutscht Jason Fuchs. Der Berner hatte ehrlicherweise früh in der Karriere auch nicht wirklich eine Chance auf den Meistertitel. Beim HC Ambri-Piotta blieb er chancenlos, den EHC Biel-Bienne verliess er zwei Saisons vor dem Finaleinzug. 2024 und 2025 hatte er mit dem Lausanne HC die Chance auf seinen ersten Meistertitel, musste sich allerdings beide Male im Playoff-Final den ZSC Lions geschlagen geben.

9. Diego Kostner – 665 Spiele

Neu in den Top 10 findet sich auch ein Nationalspieler Italiens, obwohl dieser natürlich mit Schweizer Lizenz spielt. Zu Beginn seiner Karriere spielte der heute 33-Jährige noch beim HC Lugano, wechselte dann 2016 zum Kantonsrivalen aus Ambri und blieb seither komplett chancenlos, was den Schweizer Meistertitel angeht. So bleiben all seine Erfolge im Nationalteam, wo er aber auch in der Division 1 den Titel nie holen konnte.

8. Samuel Erni – 674 Spiele

Der 35-Jährige ist bei den SCL Tigers seit neun Jahren eine feste Grösse. Erni debütierte in der Saison 2010/11 für den EV Zug in der National League, ein Titel blieb ihm allerdings bis zu seinem Wechsel 2017 verwehrt. Ein Verbleib wäre – was Titel angeht – sicherlich gescheiter gewesen, so kämpft er mit den Emmentalern Jahr für Jahr darum, überhaupt die Playoffs zu erreichen.

7. Benjamin Conz – 683 Spiele

Kein Goalie hat so viele Spiele in der National League absolviert, ohne je einen Titel zu gewinnen, wie Benjamin Conz. Aus dem Nachwuchs von Geneve-Servette HC, absolvierte er die ersten Jahre seiner NL-Karriere auf Leihbasis in Langnau und in Lugano. Zur Saison 2012/13 wechselte er zum HC Fribourg-Gotteron, scheiterte dort allerdings im Finale am SC Bern. Seither blieb er sowohl mit dem HCAP als auch mit dem HC Ajoie erfolg- und glücklos.

2013 musste Conz seinem Kontrahenten Marco Bührer gratulieren.

6. Luca Fazzini – 731 Spiele

Wer bei Diego Kostner dachte, durch seinen Wechsel hätte er jegliche Chancen auf einen Meistertitel verspielt, der täuscht sich, wie das Beispiel von Luca Fazzini zeigt. Der 31-Jährige spielt schon sein ganzes Leben lang für die "Bianconeri", konnte allerdings noch nie einen Titel gewinnen. Den letzten Meistertitel für den HCL gab es 2006.

5. Marco Pedretti – 735 Spiele

Mit Glück ist der 34-Jährige wahrlich nicht beschenkt. Pedretti spielte bereits für sechs Teams in der National League, scheiterte aber entweder an Wechseln oder am Final-Gegner. So verliess er die ZSC Lions beispielsweise etwas zu früh und konnte mit dem LHC seinen Playoff-Final 2024 nicht gewinnen. Zuletzt blieb er mit Ajoie ohnehin chancenlos.

4. Dominic Lammer – 736 Spiele

Dominic Lammer kam einst als vielversprechender junger Spieler durch die Jugend des EV Zug zu seinem Debüt in der National League. Zweifelsohne wurde aus ihm ein guter Spieler, den Titel konnte er aber keinem seiner drei Teams bescheren. Erst blieb er mit dem EVZ glücklos, später dann auch für zwei Jahre in Lugano. Lammer geht nun in seine sechste Saison mit den SC Rapperswil-Jona Lakers – ein Meistertitel würde alle überraschen.

Lammer konnte zuletzt mit dem SCRJ nicht um den Titel mitreden.

3. Killian Mottet – 740 Spiele

Überaus bitter liest sich die Geschichte von Killian Mottet. Der 35-Jährige war über 20 Jahre lang Teil der Organisation des HC Fribourg-Gotteron, machte die Finalniederlage 2013 mit und hatte später nie eine realistische Chance auf den Meistertitel. Die Saison 2025/26 absolvierte er dann leihweise im Jura, wo er mit Ajoie Letzter wurde und seinen eigentlichen Teamkollegen beim Gewinn der Meisterschaft zusehen musste.

2. Lukas Frick – 773 Spiele

Den 31-Jährigen kann man schon fast als ewigen Zweiten bezeichnen. Einst bei den Kloten Flyers, bzw. dem heutigen EHC Kloten, war er noch weit vom zweiten Rang entfernt. 2017 wechselte er dann in die Westschweiz zu Lausanne, wurde dort 2024 und 2025 zweimal in Folge Vize-Meister und entschied sich für den Wechsel zum HC Davos. Wie die Geschichte in diesem Jahr endete, ist längst bekannt.

1. Romain Loeffel – 927 Spiele

Auch der 35-Jährige war einst auf bestem Weg, eine Freiburger Vereinslegende zu werden, entschied sich dann aber 2014 zum Wechsel zum Geneve-Servette HC. Dort blieb er aber ebenso titellos, wie von 2018 bis 2022 beim HC Lugano und seit 2022 beim SCB. Zurzeit gibt es Gerüchte um einen Wechsel zum Lausanne HC, wo die Chancen zwar minim grösser sein dürften, die Vergangenheit allerdings gegen einen Titel spricht.

Benjamin Conz Diego Kostner Dominic Hodel Dominic Lammer EHC Biel-Bienne EHC Kloten Eishockey EV Zug Genève-Servette HC HC Ajoie HC Ambri-Piotta HC Davos HC Fribourg-Gottéron HC Lugano Jason Fuchs Killian Mottet Lausanne HC Luca Fazzini Lukas Frick Marco Pedretti National League Romain Loeffel Samuel Erni SC Bern SC Rapperswil-Jona Lakers SCL Tigers ZSC Lions

2026-06-25 17:34:35