Die Saison ist vorbei und damit ist Zeit, einen Blick auf die vergangene Spielzeit in der National League zu werfen. Die Teams haben sich entsprechend verstärkt, um schliesslich auf dem Eis den Unterschied zu machen. Einigen gelang dies klar, anderen weniger. Wir präsentieren in diesem Artikel den unserer Meinung nach besten Neuzugang pro Team.
Zwar wurde Killian Mottet nur vom HC Fribourg-Gottéron zum HC Ajoie ausgeliehen, dennoch spielte er alle Saisonspiele für die Jurassier durch. In der ganzen Saison erwies er sich als konstanter Stürmer, meist mit Jonathan Hazen und Jeremy Wick im Trio. Der 35-jährige Schweizer Stürmer kam insgesamt zu zehn Toren und zehn Vorlagen. Auch wenn der Fribourger nach zwölf Saisons bei Gottéron im Meisterkader keinen Platz mehr hatte, wurde er in seiner alten Wirkungsstätte diese Saison bejubelt, als er für Ajoie den Ehrentreffer bei einer Niederlage erzielte.
Lange spielte Michael Joly nur im Schatten von Chris DiDomenico. Erst als DiDomenico das Team während der Saison verliess, erhielt der Joly den Topscorer-Helm und blühte auf. Der 31-jährige Kanadier, der vom Klubrivalen Lugano in die Leventina stiess, war zunächst bei den Fans nicht von grosser Beliebtheit. Spätestens aber in der Schlussphase der Saison war der Stürmer nicht mehr vom Team wegzudenken. Zusammen mit Alex Formenton und Manix Landry performte er stark. Ende der Saison kann er auf 40 Scorerpunkte zurückblicken und erhielt kürzlich einen Vertrag für die nächsten zwei Saisons.

In Ambri erhielt Davide Fadani vorletzte Saison nur drei Einsätze, spielte die meiste Zeit im Swiss-League-Team GDT Bellinzona Snakes. Letzte Saison wechselte er zum EHC Kloten - das Beste, was ihm und dem Klub passieren konnte. Der 25-jährige Italiener mit Schweizer Lizenz nahm nach der Verletzung von Ludovic Waeber dessen Platz ein und spielte sich ins Rampenlicht. Er erwies sich mit einer Fangquote von 91,71 Prozent als guter Rückhalt des Teams. Ludovic Waeber, der vorletzte Saison noch die Nummer 1 im Tor war, hatte eine minimal schlechtere Fangquote. Dennoch verpassten die Klotener die Play-Ins und mussten die Saison bereits nach der Regular Season beenden.
Dass André Petersson nicht nur zu den besten Spielern der Liga, sondern auch zum Top-Transfer der SCL Tigers gehört, dürfte wenig umstritten sein. Der 35-jährige Stürmer wechselte vergangene Saison von seinem Jugendverein, dem schwedischen Klub HV71, zu den Emmentalern. Dies, um Aleksi Saarela zu ersetzen, der in Finnland in den Militärdienst einrücken musste. Für Langnau war der Schwede ein Glücksgriff. Mit 40 Scorerpunkten in 45 Spielen zeigte er eine starke Saison. Auch eine Verletzung zu Beginn der Saison legte ihn nicht lahm. Im Gegenteil.

Nach einem Abstecher in seiner Heimat in Tschechien spielte Petr Cajka letzte Saison beim EHC Biel. Der Center mit Schweizer Lizenz profitierte von einer Ausstiegsklausel. Die National League kannte der 25-Jährige aber bereits bestens. So debütierte er in Genf, spielte dann kurz in Lausanne, in Ambri und stand schliesslich bei den Lakers fest in der Aufstellung. Mit 17 Scorerpunkten in 52 Spielen zeigte er eine gute Saison. Bei den Bielern gehört er damit in die Top 10 der Punktesammler. Doch in Cajka steckt noch mehr Potenzial, weswegen man von ihm in Zukunft noch mehr erwarten darf.

Mit Emil Bemström wechselte ein starker AHL-Söldner mit NHL-Erfahrung zum SC Bern. Der 26-jährige Center zeigte primär in der vorherigen Saison eine starke Leistung, konnte an dieser bei den Mutzen aber nicht anknüpfen. Dennoch kam er in 34 Spielen zu 20 Scorerpunkten und kann sich damit zu den sechs besten Scorern der Berner zählen lassen. Kurz vor Weihnachten verletzte sich Bemström und kam nach seinem Comeback Ende Februar nur noch zu zwei Scorerpunkten. Von einem Stürmer wie ihm ist jedoch noch mehr zu erwarten, zumindest wenn er 100 Prozent fit ist.
Vorletzte Saison kehrte er wie ein verlorener Sohn zu Ambri zurück, letzte Saison schoss Dominik Kubalik die Zuger in die Playoffs. Nach einer verkorksten Saison schaffte es der Tscheche dennoch zu 40 Scorerpunkten, davon 23 Tore und 17 Vorlagen. An seine vorherige Spielzeit in Ambri kann er aber nicht anknüpfen. Dort kam er zu 52 Scorerpunkten in 56 Spielen – und das ohne Playoffs. Der 30-jährige Tscheche ist hauptsächlich für seinen präzisen Schuss von der Seite bekannt, mit dem er so manches Tor für die Zuger schoss. Während der Playoffs mit Zug halfen seine Torqualitäten aber nicht, bei drei von fünf Spielen war er überzählig.
Lawrence Pilut ist klar der Top-Transfer der Lakers, nur hat er kaum gespielt. Denn im Oktober verletzte sich der 30-jährige schwedisch-amerikanische Doppelbürger und fiel nach nur vier gespielten Partien mehrere Monate aus. Für ihn war dies besonders bitter: Er verpasste bereits bei Lausanne zuvor die ganze Saison, weil er sich die Achillessehne riss. Erst Ende Januar feierte er sein Comeback und stand folglich noch 16 Partien auf dem Eis und bestritt mit den Rapperswilern die Playoffs. Insgesamt kam der Verteidiger auf elf Punkte. Wenn er nächste Saison ohne Verletzung auskommt, könnte er zu einem der Schlüsselspieler des Teams werden. Neuzugang Julius Honka, der zwar in der Scorerliste der Rosenstädter besser abschnitt und folglich auch mehr Spiele bestritt, erhielt im Gegensatz zu Pilut keinen neuen Vertrag.

Erik Brännström gehört zweifelsfrei zu den besten Verteidigern der National League. Dies wählten auch die Captains und Trainer der Liga nach der Regular Season. Der 26-jährige Schwede wechselte letzte Saison aus der NHL nach Lausanne. Mit 43 Punkten in 51 Spielen gehört er als einziger Verteidiger zu den zehn produktivsten Spielern der Regular Season. In jungen Jahren wurde Brännström sogar mit der schwedischen Legende Erik Karlsson verglichen. Trotz eines Vertrages bis 2027/28 träumt er davon, in der NHL Fuss zu fassen. Denn Lausanne bezeichnete der Schwede nur als Zwischenschritt.
Zach Sanford spielte eine Musterkarriere bis zum Wechsel nach Lugano. Zuerst amerikanisches Junioren-Eishockey, Draft in der zweiten Runde und ein Mix zwischen der AHL und NHL. In der Saison 2018/19 gewann er mit den St. Louis Blues den Stanley Cup. Immerhin 334 NHL-Spiele hat er auf seinem Konto. Dass der 31-jährige Stürmer weiss, wo das Tor steht, bewies er vergangene Saison auch beim HC Lugano. 45 Scorerpunkte in 56 Spielen sammelte er. Dennoch musste er sich von seinem Teamkollegen Luca Fazzini geschlagen geben. Der Tessiner war noch ein wenig torhungriger. Doch was das Händchen des Sportchefs angeht, hat er mit Sanford richtigen Transfer getätigt.
Einen Top-Transfer bei den ZSC Lions auszuwählen, ist gar nicht so einfach. Denn Top-Namen der Zürcher spielen schon länger in der Organisation. Einer, der erst auf die letzte Saison zum ZSC stiess, sich aber schwer verletzte und deswegen nur eine verkürzte Saison erlebte, war Thierry Bader. Der 28-jährige Schweizer Stürmer stiess vom SC Bern zu den Lions. Bei einem Trainingslager während der Olympiapause erlitt Bader im Februar eine Knieverletzung und fiel bis Ende der Saison aus. Vor seiner langen Verletzung war er eine wichtige Stütze für das Team. In 31 Meisterschaftsspielen sammelte er zwölf Scorerpunkte. Elf dieser Punkte sind Assists, die Bader für seine Teamkollegen vorbereitete.
Keiner bereitete so viele Tore in der regulären Saison vor wie Jesse Puljujärvi. In der Qualifikation waren punktemässig nur sein Teamkollege Markus Granlund und HCD-Stürmer Matej Stransky besser. Doch die 61 Punkte in 64 Spielen während der Meisterschaft sind eine Top-Statistik für den Stürmer vom Genève-Servette HC. Wenn er zusammen mit Markus Granlund und Sakari Manninen auf dem Eis war, herrschte fast immer Torgefahr. Der 28-jährige finnisch-schwedische Doppelbürger war auf jeden Fall der Schreck vieler Goalies.

Nach zwei Saisons in Zug wechselte Attilio Biasca vergangene Saison zum HC Fribourg-Gottéron. Dort zeigte der 23-jährige Schweizer nicht nur viel Konstanz und Erfahrung auf dem Eis, sondern brillierte auch mit 31 Scorerpunkten in 59 Spielen. In Fribourg gehörte er während der regulären Saison zu den besten acht Scorern. Wenig verwunderlich erhielt er die Auszeichnung als Spieler mit der grössten Leistungssteigerung. Ende der Saison kann er eine weitere Auszeichnung entgegennehmen – nämlich jene als Schweizer Meister.
Lukas Frick ist zweifelsohne einer der besten Schweizer Verteidiger. Die Rangliste der regulären Saison führt er mit 36 Punkten in 51 Spielen klar an. Zwar trifft der 31-jährige Davos-Spieler nur selten das Tor, konnte aber gleich 37 Mal während der ganzen Saison ein Tor vorbereiten. Nur der Meistertitel blieb ihm nach dieser perfekten Saison verwehrt. Zuvor spielte Frick für acht Saisons beim Lausanne HC. Doch in den letzten drei Saisons bei den Waadtländern kam er nicht ansatzweise an die Leistung, die er bei den Bündnern zeigte, heran. Der Transfer hat nicht nur dem HCD extrem geholfen, sondern er konnte dadurch auch sein eigenes Niveau auf ein neues Level heben.
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