Mehrere prominente Schweizer NL-Spieler stehen nur noch für eine Saison unter Vertrag. Wir geben einen Überblick über jene Namen, die bei den Sportchefs der National League besonders gefragt sein dürften.
Nach der Verletzung von Andrea Glauser übernahm Simon Seiler viel Verantwortung und erhielt in den Playoffs durchschnittlich über 18 Minuten Eiszeit pro Spiel. Dies ist durchaus bemerkenswert, da es während der Regular Season noch etwas mehr als 10 Minuten waren. In den wichtigen Momenten wusste der 28-Jährige derart zu überzeugen, dass er nun mit einem Nati-Aufgebot belohnt wurde. Aufgrund der diversen verletzungsbedingten Ausfälle in der Defensive darf der ehemalige ZSC-Junior nun von Einsätzen an der Heim-WM träumen. Dies bedeutet allerdings für Fribourg auch, dass eine allfällige Vertragsverlängerung teuer werden kann.
In der hochkarätig besetzten Offensive der Davoser wusste Valentin Nussbaumer durchaus Akzente zu setzen. Zwar blieb er unter seiner Bestmarke von 37 Scorerpunkten aus der Saison 2023/24, dennoch durfte er sich kleine Chancen auf ein WM-Aufgebot ausrechnen. Vor den Playoff-Halbfinals zog er sich allerdings einen kompletten Riss des Innenbands im Knie zu, weshalb die Saison für ihn bereits vorzeitig endete. Die Verletzung dürfte womöglich auch einen Einfluss auf die anstehenden Vertragsverhandlungen haben, da Nussbaumer in der kommenden Saison wohl nicht von Beginn an einsatzbereit sein wird.
Bei Yannick Weber werden die Fragen zu seinem Karriereende immer häufiger. Der 37-Jährige verfügt zwar nach wie vor über das nötige Rüstzeug für die National League, doch wenn sein Vertrag nach der Saison 2026/27 ausläuft, wird Weber 38 Jahre alt sein - ein Alter, in dem naturgemäss intensiver über das Karriereende nachgedacht wird. Die ZSC Lions dürften dennoch gewillt sein, mit dem Verteidiger, der über 500 NHL-Spiele bestritten hat, zu verlängern.
Genau wie Yannick Weber befindet sich auch Leonardo Genoni im Herbst seiner Karriere. Am Können des siebenfachen Schweizer Meisters zweifelt in der Hockey-Schweiz niemand. Auch im Februar zeigte der 38-Jährige bei den Olympischen Spielen in Mailand herausragende Leistungen und sorgte sogar dafür, dass NHL-Torhüter Akira Schmid meist auf der Bank Platz nehmen musste.
Mit Lino Martschini steht beim EV Zug eine weitere Klublegende vor wichtigen Vertragsverhandlungen. Der wendige Flügel verpasste aufgrund eines Kreuzbandrisses fast die gesamte Saison - ein möglicher Grund für das eher durchzogene Abschneiden der Zuger. War Martschini fit, gehörte er stets zu den produktivsten Spielern der National League, weshalb er sich bei den anstehenden Gesprächen in einer äusserst komfortablen Ausgangslage befindet.
Mirco Müller gehört zu den wenigen Schweizer Spielern in der National League mit NHL-Erfahrung. Zwar reichte es dem Verteidiger mit 185 Partien nicht für die ganz grosse NHL-Karriere, doch in der Schweiz zählt er zu den verlässlichsten Defensivspielern, weshalb der 31-Jährige auf dem Markt gefragt sein dürfte. Im Tessin scheint Müller längst heimisch geworden zu sein. Seit seiner Rückkehr aus Nordamerika läuft er ununterbrochen für den HC Lugano auf. Angesichts der sportlich verbesserten Perspektiven dürften die Luganesi gute Chancen haben, den Vertrag mit ihm zu verlängern.
Was Julien Sprunger für Fribourg ist, ist Tristan Scherwey für den SC Bern. Kaum ein Spieler verkörpert die "Mutzen" so sehr wie der mittlerweile 34-Jährige. Der Flügel blieb in dieser Saison jedoch wie das gesamte Team unter seinen Möglichkeiten. Lediglich neun Scorerpunkte gelangen ihm - so unproduktiv war er zuletzt in der Saison 2011/12. Dennoch dürfte Scherwey auch in der übernächsten Spielzeit in Bern auflaufen, denn man kann sich ihn kaum in einem anderen Trikot vorstellen.
Beim SC Bern steht ein grösserer Umbruch bevor. Mit Serge Aubin übernimmt auf die kommende Saison ein neuer Headcoach das Team in der Hauptstadt. Gleichzeitig stehen mehrere langjährige Leistungsträger vor dem Abschied - darunter etwa Ramon Untersander. Auch die Zukunft von Romain Loeffel ist derzeit ungewiss. In Bern scheint man nicht mehr zwingend auf die Dienste des Verteidigers zu setzen, weshalb offenbar auch ein mögliches Tauschgeschäft mit Torhüter Connor Hughes vom Lausanne HC geprüft wird. Aktuell deutet vieles darauf hin, dass Loeffel über die Saison 2026/27 hinaus nicht beim SCB bleiben wird.
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