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In der aktuellen Importsituation hat der HCD die Nase vorn

Die Import-Stürmer im Fokus

Schon am Dienstag könnte der HC Davos in Fribourg in Spiel sechs den langersehnten Meistertitel sichern. Eine grosse Rolle spielen dabei natürlich die Importspieler. Die Situation um diese Spieler hat sich im Verlauf des Finales geändert. Wir werfen einen Blick auf die aktuelle Situation.

Hinweis: In diesem Artikel liegt der Fokus auf den Import-Stürmern, da die personelle Situation in der Defensive bei beiden Teams weitgehend geklärt ist. Lediglich bei Fribourg kommt es zu einem direkten Konkurrenzkampf zwischen Patrick Nemeth und Juuso Arola, wobei der Finne derzeit leicht die besseren Karten auf seiner Seite hat.

Nachdem Adam Tambellini den HC Davos am Sonntagabend in der Overtime zum ersten Meisterpuck schoss, lastet nun enormer Druck auf dem HCFG. Gleichzeitig spitzt sich auch die Situation rund um die Importspieler der Drachen weiter zu - und die Ausgangslage im Lager von Fribourg-Gottéron sieht aktuell alles andere als rosig aus.

Die erneute Sorge um Sörensen

Während Davos in dieser Serie bislang auf seine Top-Imports zählen kann, herrscht bei Fribourg zunehmend Unsicherheit. Besonders gross ist die Sorge um Marcus Sörensen. Der Schwede musste kurz vor Ende des dritten Drittels angeschlagen das Eis verlassen. Die TV-Bilder liessen wenig Raum für Optimismus in Richtung eines Einsatzes in Spiel 6.

Sörensen signalisierte früh, dass es für ihn nicht mehr weitergeht, schleppte sich in Richtung Bande und verliess von dort das Eis. Er fuhr nicht einmal mehr zur Bank. Vielmehr deutete alles auf eine Verletzung im Leistenbereich hin - eine Problematik, die erfahrungsgemäss nur schwer und selten schnell auskuriert ist.

Bereits in der Regular Season hatte der Stürmer längere Zeit gefehlt und auch in den Playoffs einzelne Spiele verpasst. Umso deutlicher war seine Wirkung nach dem Comeback spürbar: In acht Playoff-Partien verbuchte er drei Treffer und zwei Assists und gehörte damit zu den produktivsten Offensivkräften der Freiburger.

Sollte Sörensen tatsächlich ausfallen, wäre das ein herber Rückschlag für Fribourg - und die Verantwortung würde noch stärker auf die Schultern seines Landsmanns fallen, der nun in der entscheidenden Phase zwingend in die Bresche springen muss.

Viel hängt von Wallmark ab

Der angesprochene Landsmann ist natürlich Lucas Wallmark. In der Final-Serie ist er der produktivste Import der Drachen und konnte bereits drei Treffer erzielen und zwei weitere vorbereiten. In den bisherigen Playoffs konnte er ganze elf Scorerpunkte sammeln und ist der Import mit den meisten Toren beim HCFG.

Da auch der nächste Schwede bei Gotteron noch nicht vermochte, der Serie den Stempel aufzudrücken, erschwert die Situation der Mannschaft von Roger Rönnberg. Jacob de La Rose blieb bisher im gesamten Finale ohne einen einzigen Scorerpunkt. Es ist eine ziemlich unglaubwürdige Statistik vom Schweden, der in der Regular Season noch mit stolzen 28 Punkten glänzte.

Natürlich darf man den Finnen Henrik Borgström nicht ganz weglassen. Der Topscorer der Saanestädter produziert auch viel, doch auch bei ihm gab es bisher gerade mal ein Tor und einen Assist im bisherigen Finale. Er ist aber zweifelsohne der momentan zweigefährlichste Import der Drachen.

Die Situation bei den "Ersatz-Imports"

Noch bitterer ist nämlich, dass auch der eigentliche Importersatz Kyle Rau wahrscheinlich ausfällt. Nach dem Viertelfinalsieg gegen die Lakers hatte sich der Angreifer gemäss La Liberté verletzt - ob er wieder fit wird, ist derzeit offen. Dabei hatte auch Rau in den Playoffs mehrfach mit starken Leistungen überzeugt und wichtige Akzente setzen können.

Sollten nun sowohl Rau als auch Sörensen tatsächlich nicht zur Verfügung stehen, müsste Trainer Roger Rönnberg wohl zwangsläufig auf Daniel Ljunggren oder Ty Rattie zurückgreifen. Ein Szenario, das alles andere als ideal wäre: Die Importstürmer standen in diesen Playoffs bislang lediglich in zwei Partien auf dem Eis - bei Rattie waren es die ersten beiden Spiele der Playoffs. Seither fehlt ihm seit über einem Monat jeglicher Einsatz. Ljunggren hingegen kam im Halbfinale zweimal zum Zug, absolvierte mit der Mannschaft in dieser Saison jedoch nur gerade vier Einsätze.

Für Fribourg würde das im entscheidenden Moment bedeuten: Die Verantwortung in der Offensive läge plötzlich auf deutlich schmaleren Schultern als ursprünglich geplant.

Davos mit deutlich mehr Breite und nun auch mit Selbstvertrauen

Klar hat auch der HC Davos seine namhaften Absenzen zu verkraften, doch wenn es um die Imports geht, präsentiert sich die Ausgangslage im Vergleich zu Fribourg deutlich stabiler. Besonders die Rückkehr von Filip Zadina im vergangenen Spiel sorgte im HCD-Lager für spürbares Aufatmen. Der Tscheche gehört zu den Spielern, die dem Final bereits ihren Stempel aufgedrückt haben - in jeder bisherigen Partie konnte der Stürmer mindestens einen Punkt verbuchen.

Auch auf Matej Stransky ruhen weiterhin die Hoffnungen. Nach seinem langersehnten Treffer im letzten Spiel scheint der Tscheche wieder in Fahrt zu kommen. Der HCD-Leistungsträger war zuvor über mehrere Spiele ohne Skorerpunkt geblieben, doch mit dem wichtigen Tor dürfte das Selbstvertrauen nun zurück sein - ein Faktor, der im nächsten Spiel entscheidend werden könnte.

Nicht nur Stransky hatte im bisherigen Verlauf des Playoff-Finals Mühe. Auch bei den beiden Schweden Simon Ryfors und Rasmus Asplund lief offensiv bislang noch nicht viel zusammen. Dennoch können sich die Bündner im Gegensatz zu Fribourg auf ihre personelle Tiefe verlassen und müssen keine akuten Ausfälle auf Importseite kompensieren.

Besonders mit einem Adam Tambellini im Kader, der nach seinem Game-Winning-Goal im vergangenen Spiel nur so vor Selbstvertrauen strotzt, wächst im Lager des HCD die Hoffnung, dass die Importreihe zur entscheidenden Phase des Finals endgültig in die Spur findet.

Pittbull-Lemieux im Hintergrund

Der angesprochene Adam Tamebellini dürfte nach seinem wichtigen Treffer auch im möglichen Meistertitelspiel am Dienstag erneut im Line-up stehen und würde damit wohl wieder HCD-Pittbull Brendan Lemieux aus der Aufstellung verdrängen.

Mit Lemieux verfügt der HCD weiterhin über einen Spieler, der Fribourg-Gottéron zusätzlich unter die Haut gehen kann. Auch wenn er in den letzten beiden Partien kaum zum Einsatz kam, bleibt seine Präsenz im Kader ein potenzieller Gamechanger - gerade in hitzigen Playoff-Spielen, in denen jeder Nadelstich zählt.

Dass man sich diesen physischen und emotionalen Faktor bewusst als Option im Hintergrund offenhält, kann in einer möglichen Finalserie entscheidend sein. Ob Josh Holden seinen Pittbull in Fribourg nochmals von der Leine lässt oder ihn erneut auf der Tribüne lässt, wird sich erst am Dienstag zeigen.

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2026-04-27 12:29:36