In den Playoffs stechen in der National League teilweise Spieler heraus, die einem während der Regular Season bei den jeweiligen Teams nicht in diesem Ausmass aufgefallen sind. Es sind stille Arbeiter, die plötzlich ihr Team zum Sieg schiessen.
Wer diese "unsung Heroes" bei den jeweiligen National-League-Teams ist nicht immer ganz einfach zu eruieren, und da unterscheiden sich die Meinungen wohl bei einigen Zuschauern. Wir haben dennoch versucht, pro Team einen "unsung Hero" in den Mittelpunkt zu stellen.
Nach Stationen in Bern und in Zürich versucht Kyen Sopa seiner Karrere im Jura wieder Schwung zu verleihen. Sein Einsatz ist in jedem Spiel hervorragend und er kann dem Gegner unter die Haut gehen, weiss aber vor dem gegnerischen Kasten auch zu überzeugen. 19 Scorerpunkte sammelte er in dieser Saison und war damit hinter Killian Mottet der beste Schweizer Scorer im Team von Greg Ireland.
Die Leventiner haben diverse Kämpfer im Team, die zum "unsung Hero" ernannt werden könnten. Für uns geht dieser Titel aber an Daniele Grassi, der in jeder Partie das Herz auf dem Eis lässt und jeden Einsatz mit einhundert Prozent spielt. Er kämpft um jede Scheibe für "seinen" HC Ambri-Piotta. In dieser Spielzeit kommt er auf fünf Scorerpunkte.
Bei den Mutzen gibt es mit Tristan Scherwey eigentlich einen prädestinierten Spieler für die Auszeichnung des "unsung Hero". Dank seines Einsatzes ist er aber bei den Bernern einer der beliebtesten Spieler überhaupt und gehört damit nicht in diese Liste. Deshalb haben wir uns für Simon Kindschi entschieden, der aufgrund seiner defensiven Spielweise nur selten auffällt. Er sorgt aber dafür, dass Offensivverteidigern der Rücken freigehalten wird, was kein einfacher Job ist.
Im Seeland sind während der Spiele alle Augen auf Jonah Neuenschwander gerichtet. Der 17-Jährige hat 32 Partien absolviert, fünf Tore erzielt und sieben vorbereitet. Im Sommer 2027 dürfte er, entwickelt er sich in ähnlichen Schritten weiter, in der ersten Runde des NHL-Entry-Drafts gezogen werden. Mit Niklas Blessing spielt aber noch ein weiterer junger Spieler in Biel, der ebenfalls sehr interessant zu beobachten ist. Der 19-Jährige hat von Beginn an mit seinen defensiven Aktionen überzeugt und auf diese Saison hin konnte er sich in der Offensive immer mehr in Szene setzen. Zum Beispiel in einem Derby gegen den SC Bern, als er seinen ersten Doppelpack in der National League schnürte. Er gehört definitiv zu den jungen Spielern, die für die Zukunft des Schweizer Eishockeys interessant sind. Mit über 600 Minuten war Blessing auch der U-20-Spieler mit der meisten Eiszeit in der National League.
Bei Yannick Frehner muss man sich nie die Frage stellen, ob er auf dem Eis wirklich 100 Prozent gegeben hat. Der Vorname des 28-Jährigen könnte auch "Vollgas" sein, und das hat er auch schon in den Playoffs unter Beweis gestellt. Im ersten Spiel gegen den EV Zug erzielte Frehner kurz vor Ende der Partie den entscheidenden Treffer und konnte so seine Wichtigkeit unter Beweis stellen. Einen Spieler wie ihn, hätte jeder Coach gerne in seinen Reihen.
Der 22-Jährige wurde bereits in der letzten Saison von uns als "unsung Hero" benannt und dieser Titel ist auch 2025/26 passend. Er konnte sich im Vergleich zur letzten Spielzeit um fünf Scorerpunkte verbessern und hat auch in den Playoffs schon zwei Treffer erzielt. In der Saanestadt entwickelt sich der Schweizer hervorragend, und macht er auch in der nächsten Saison einen Schritt nach vorn, dürfte das erste Nati-Aufgebot nur eine Frage der Zeit sein.
Das Level der besten Spieler in Genf ist sehr hoch. Das Team von Ville Peltonen verfügt wohl über die besten Importspieler der gesamten National League. Diese erfüllen aber das Prädikat "unsung Hero" nicht. Unserer Meinung nach trifft das im Kader der Grenats am ehesten auf Tim Bozon zu. Der Stürmer gibt jeden Abend sein Bestes, stand nach der Regular Season bei zwölf Toren und sechs Assists. Da gab es aber noch eine Geschichte, welche ihn umso mehr zum "unsung Hero" macht: Die Fans sprachen sich zu Beginn der Saison mit einem üblen Spruchband gegen ihn aus, weil er vom Lausanne HC zu den Grenats wechselte. Das hinderte ihn aber nicht daran, gute Leistungen für sein neues Team zu zeigen.
Der finnisch-schweizerische Doppelbürger des EHC Kloten kämpft schon länger um mehr Eiszeit in der National League. Bei den SCL Tigers konnte er sich zwar durchsetzen, aber nie den nächsten Schritt machen. Das versucht er nun seit zwei Jahren in Kloten und diese Saison verlief für den 25-Jährigen relativ gut. Mit zwölf Scorerpunkten in 49 Partien konnte er seine produktivste Regular Season egalisieren. Jetzt stellt sich die Frage, ob er in der nächsten Saison diesen nächsten Schritt machen kann.
Der Verteidiger wurde bei den ZSC Lions ausgebildet und gewann mit den Zürchern dreimal die Meisterschaft. Seit 2024 trägt er nun das Trikot der SCL Tigers, auch weil er im Emmental eine grössere Rolle übernehmen kann als in Zürich. Das stellte er in dieser Saison eindrücklich unter Beweis. Mit 15 Scorerpunkten absolvierte er seine produktivste Regular Season in der National League und zeigte Abend für Abend, wie wichtig er für das Team ist. Trotzdem gehört er in Langnau etwas zu den "unsung Heroes", weil diverse Importspieler den Fokus auf sich ziehen.
Der Neuzugang von den SCRJ Lakers hatte bei den Waadtländern in dieser Saison die Aufgabe, Top-Verteidiger Erik Brännström den Rücken freizuhalten. Dass sich der Schwede in der Offensive auf diese Art und Weise entfalten konnte und an die Statistiken eines Petteri Nummelin herankam, ist auch der Verdienst Baraganos. Der 24-Jährige beendete die Regular Season mit zehn Scorerpunkten, gilt im Waadtland als wichtiger Boxplay-Spieler und blockte über 60 Schüsse.
Giovanni Morini hat eine schwierige Saison 2024/25 hinter sich. Aufgrund einer Verletzung absolvierte er nur 15 Partien für die Bianconeri. In dieser Spielzeit läuft es dem italienischen Spieler wieder besser und er ist einer, der in der Offensive mit seiner harten Gangart zu überzeugen weiss. Er geht dem Gegner unter die Haut, kann aber auch äusserst kaltschnäuzig sein.
Ähnlich ist die Situation bei Gian-Marco Wetter, der eine hervorragende Saison für die Lakers spielt. Er steht für den bedingungslosen Einsatz im Team der St.Galler und beweist das immer wieder. Mit neun Toren und 17 Assists in der Regular Season war er einer der besten Schweizer Stürmer im Trikot der Rosenstädter und in den Playoffs konnte er seine Leistungen mit fünf Zählern bestätigen.
Eigentlich ist es schwierig, im Team der ZSC Lions einen "unsung Hero" zu finden, so gut ist die Mannschaft von Marco Bayer besetzt. Chris Baltisberger wird von den Fans geliebt und entsprechend ist er nicht ganz so "unsung", wie der Titel vielleicht sagt. Doch der Center geht dahin, wo es wehtut, und versucht im gegnerischen Slot immer für Verwirrung zu sorgen. Trotz wenig Eiszeit kann er also immer mal wieder ein Zeichen setzen.
Der EV Zug ist ein Team mit vielen Top-Spielern, die aber in dieser Saison nicht immer das Rezept finden, um Spiele zu gewinnen. In den Playoffs gegen den HCD läuft es dem Team noch nicht nach Wunsch. Livio Stadler ist einer der hart arbeitenden Verteidiger, der auch gerne dafür sorgt, dass Offensivverteidiger sich austoben können.
Chris Baltisberger Daniele Grassi EHC Biel-Bienne EHC Kloten Eishockey EV Zug Genève-Servette HC Gian-Marco Wetter Giovanni Morini HC Ajoie HC Ambri-Piotta HC Davos HC Fribourg-Gottéron HC Lugano Inaki Baragano Keijo Weibel Kyen Sopa Lausanne HC Livio Stadler Maic Frieden Maximilian Streule National League Niklas Blessing Phil Baltisberger SC Bern SC Rapperswil-Jona Lakers SCL Tigers Simon Kindschi Tim Bozon Yannick Frehner ZSC Lions