Nach der National-League-Saison steht die Heim-WM auf dem Programm. Wir haben den Fokus auf einige National-League-Spieler gelegt, die noch nie ein Spiel an einer Weltmeisterschaft absolviert haben, aber nun das erste Mal mit einem Aufgebot liebäugeln dürfen.
Luca Fazzini lief schon etliche Male für die Schweizer Nationalmannschaft auf, für ein WM-Aufgebot reichte es dem Tessiner allerdings noch nie. In diesem Jahr stehen die Chancen für den 30-Jährigen aber besser als je zuvor. Mit bislang 45 Scorerpunkten liefert der Spieler des HC Lugano seine bislang beste Saison ab. Als Captain der Bianconeri blüht Fazzini so richtig auf.
Der produktive Spieler ist kein Mann für eine vierte Reihe. Daher kommt Fazzini nur an die WM mit, wenn Patrick Fischer daran glaubt, ihn in einer seiner Paradelinien einbauen zu können. Ein Aufgebot des HCL-Spielers könnte dann wahrscheinlicher werden, wenn weniger Spieler aus Nordamerika die Schweiz verstärken können. Die NHL-Spieler nehmen schliesslich genau die Plätze ein, die dann einen Luca Fazzini überflüssig erscheinen lassen. Womöglich ist es jetzt aber Fazzinis Jahr, denn viel mehr Argumente kann man für eine Nominierung schlichtweg nicht sammeln.
Schon im vergangenen Jahr stand Dario Rohrbach im WM-Aufgebot der Schweiz. Am Ende wurde der Langnauer aber nicht registriert, da sein Kontingentsplatz für die NHL-Spieler freigehalten wurde. Seit drei Jahren liefert der Angreifer mehr als 30 Scorerpunkte für die Emmentaler. Diese konstant starken Leistungen haben ihn zu einem der beliebtesten Spieler auf dem Transfermarkt gemacht und ab der kommenden Saison wird Rohrbach für den SC Bern auflaufen.
Im Gegensatz zu Fazzini ist es denkbar, Rohrbach als Rollenspieler punktuell einzusetzen. Es ist möglich, dass Rohrbach auch in diesem Jahr davon abhängig sein wird, wie viele Verstärkungen aus Nordamerika schlussendlich an die Heim-WM reisen können. Der Langnauer wird sich tendenziell länger dem Nationaltrainer präsentieren können, da nicht von einem langen Lauf in den Playoffs der Tigers ausgegangen werden kann. Für die Weltmeisterschaftsambitionen Rohrbachs kann das zum Vorteil werden.
Vergangenes Jahr wäre Théo Rochette wohl zu WM-Einsätzen gekommen, doch eine Verletzung machte dem jungen Stürmer einen Strich durch die Rechnung. Der 24-Jährige hat in der Vorsaison vor allem mit 17 Punkten in den Playoffs überzeugen können. Diesen Lauf hat Rochette in die aktuelle Saison weitergezogen. Aktuell steht der Westschweizer bei 22 Toren und 21 Assists.

Den Cut ins Olympia-Aufgebot hat Rochette verpasst. Bei den Weltmeisterschaften dürfte aber der gebürtige Neuenburger Platz im Kader von Patrick Fischer finden. Ein solch torgefährlicher Angreifer würde unserer Nationalmannschaft gut zu Gesicht stehen.
Der Schritt vom EV Zug zum HC Fribourg-Gottéron war für die Entwicklung von Attilio Biasca ein wichtiger. Pro Spiel erhält der Angreifer rund zwei Minuten mehr Eiszeit in der Saanestadt. Viel eindrücklicher ist aber, wie viel effektiver der 22-Jährige in der laufenden Saison geworden ist. Seine Produktivität steigerte sich von zehn auf 25 Scorerpunkte.
Womöglich kommt für Biasca die Weltmeisterschaft in diesem Jahr noch ein wenig zu früh. Trotzdem könnte Fischer den 22-Jährigen mitnehmen, um ihm bereits erste Erfahrungen zu ermöglichen. Setzt der einstige EVZ-Junior nämlich seine Entwicklung wie in diesem Jahr fort, so wird er künftig ein wichtiger Spieler für die Schweizer Nationalmannschaft werden.
Seit dieser Saison spielt Inaki Baragano beim Lausanne HC. Auch bei einem Spitzenverein in der National League hat sich der Verteidiger mühelos eine Rolle im Team erkämpft. Im Schnitt kommt Baragano auf knapp 15 Minuten Eiszeit pro Partie.
In der Vergangenheit scheiterte Baragano schon mehrfach an den Kader-Cuts vor den Weltmeisterschaften. Dieses Schicksal könnte ihn auch in diesem Jahr wieder ereilen, denn die Konkurrenz durch arrivierte Spieler ist in der Abwehr gross. Pluspunkte kann Baragano aber mit seiner fairen Spielweise und der Plus-Minus-Bilanz sammeln. Erst drei kleine Strafen musste der Lausanner in der laufenden Spielzeit absitzen, dazu weist er eine +8-Bilanz auf.
In der laufenden Saison wurde Nico Gross erstmals für die Nationalmannschaft aufgeboten. Drei Einsätze durfte der Verteidiger des HC Davos mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust absolvieren. Es war der Lohn für eine tolle Entwicklung des Defensivverteidigers.
Gross glänzt nicht mit etlichen Scorerpunkten, sondern mit einer soliden Abwehrarbeit. Dazu bringt der 26-Jährige stabile Körpermasse mit und durch seine zwei Meistertitel mit dem EV Zug hat er auch Titelerfahrung. Nico Gross wird, sollte er ein Aufgebot von Patrick Fischer erhalten, sicherlich nicht die Riesenattraktion im Schweizer Spiel werden, doch als Verteidiger hinter einer kämpferischen Linie könnte sich der Davoser gut eignen.
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