In der National League entscheidet oft die individuelle Klasse, wenn es eng wird. Hinter jedem erfolgreichen Team stehen meist zwei Akteure, die das Spiel in ihre Bahnen lenken - ein Schweizer und ein Import-Spieler, der den Unterschied macht. Wir haben die Daten analysiert und geschaut, welche Teams die produktivsten "Dynamic Duos" stellen. Hier ist das Ranking, von den aktuellen Sorgenkindern bis zu den Scoring-Maschinen.
Hinweis: Für die Analyse wurde je der beste Schweizer und der beste Import-Spieler eines Teams herausgepickt. Die Spieler müssen dabei nicht zwingend in derselben Linie zusammenspielen. Das Ranking wurde nach Anzahl Scorerpunkten erstellt und nicht nach dem Punkteschnitt. Kommt ein Duo auf gleich viele Punkte, so entscheidet jedoch der Punkteschnitt über die bessere Klassierung. Es wurden keine Spieler berücksichtigt, die zwar eine Schweizer Lizenz besitzen, aber streng genommen keine Schweizer sind (wie Fabio Hofer oder Dominic Zwerger).
Der SC Bern tut sich in dieser statistischen Auswertung schwer. Mit Marc Marchon (21 Punkte) als bestem Schweizer und Victor Ejdsell (28 Punkte) als produktivstem Import kommt das Duo auf insgesamt nur 49 Zähler. Ein Wert, der zeigt, dass beim SCB insbesondere in der Offensive der Schuh drückt. Nur Ajoie und Kloten haben noch weniger Treffer erzielt als die Berner, bei denen in erster Linie von den Imports mehr offensiver Output hätte erwartet werden dürfen.

In Pruntrut kämpft man einmal mehr gegen den Abstieg. Kyen Sopa ist mit 18 Scorerpunkten der produktivste Schweizer, während Verteidiger Anttoni Honka (35 Punkte) das Topscorer-Shirt tragen darf. Ajoie hat die mit Abstand wenigsten Tore in dieser Saison erzielt, und ohne Honkas Kreativität wäre Ajoie in der Offensive definitiv nicht konkurrenzfähig.
Kloten liegt gleichauf mit Ajoie, konnte aber in etwas weniger Spielen (96) die gleiche Ausbeute von 53 Punkten erzielen. Dario Meyer (26 Punkte) und Max Lindroth (27 Punkte) halten die Flughafenstädter mit ihrer Produktion zumindest weg von einem möglichen Playout-Finale. Es braucht in den verbleibenden drei Partien der Regular Season aber möglichst viel Output der beiden, liegt man derzeit drei Punkte hinter den Play-In-Plätzen zurück.
Die Leventiner verlassen sich stark auf ihren Import-Star Chris DiDomenico (41 Punkte). Da Miles Müller (18 Punkte) als bester Schweizer noch Luft nach oben hat, stehen sie zusammengezählt bei insgesamt 59 Zählern. Beim HCAP ist demnach klar, dass in erster Linie die Schweizer in Bezug auf Produktivität ein wenig hinterherhinken. Das Duo ist mittlerweile aber Vergangenheit, sorgten die Leventiner für einen Knall. DiDomenico's Vertrag wurde per sofort aufgelöst, wie Ambri bekannt gegeben hat. Zweitbester Import-Spieler bei Ambri hinter DiDo ist Michael Joly mit 33 Scorerpunkten. Würden seine Punkte in die Wertung fliessen, wäre nur das SCB-Duo Marchon/Ejdsell noch etwas schwächer.
Die Lakers zeigen eine ausgeglichene Bilanz. Tyler Moy (31 Punkte) und Malte Strömwall (32 Punkte) kommen fast auf die gleiche Ausbeute. Mit 63 Punkten sind sie das Fundament des Rapperswiler Angriffsspiels. Für die direkte Playoff-Qualifikation wird es aber nicht reichen, wird man doch den Umweg über die Play-Ins gehen müssen.
Beim EHCB verlässt man sich in den letzten drei Spielen der Regular Season in erster Linie auf zwei Spieler, die die Seeländer in die Play-Ins führen sollen. Lias Andersson (37 Punkte) und Gaëtan Haas (27 Punkte) bilden ein Duo, das hauptsächlich durch Spielintelligenz besticht. 64 Punkte sind ein ordentlicher Wert, der Biel derzeit ganz knapp über dem Play-In-Strich hält.
Gleichauf mit dem EHC Biel liegt Genève-Servette HC. Hier haben wir ein etwas ungleiches Duo: Während Markus Granlund (47 Punkte) eine absolute Offensivkraft ist, steuert Verteidiger Simon Le Coultre (17 Punkte) als produktivster Schweizer Stabilität bei. Insgesamt 64 Punkte - ein starker Wert, der in erster Linie aber zeigt, wie wichtig Granlund für die Genfer ist. Ganz allgemein sind in Genf die Imports Trumpf, wissen doch auch Jesse Puljujärvi (46 Scorerpunkte) und Sakari Manninen (41 Scorerpunkte) zu gefallen.
Von Platz 8 zu Platz 7 gibt es eine grössere Zäsur, liegen doch gleich sieben Scorerpunkte dazwischen. In Fribourg teilen sich Sandro Schmid (37 Punkte) und Henrik Borgström (34 Punkte) die Last. Mit 71 Zählern aus 93 Spielen liegt man deutlich vor den Genfern und Biel. Es ist eine verlässliche Achse, die bei Gottéron für die nötige Gefahr sorgt. Nati-Stürmer Sandro Schmid ist übrigens einer von aktuell nur vier Schweizer Topscorern in der National League.
Der EVZ ist in dieser Statistik punktgleich mit Fribourg, benötigte aber weniger Spiele (91) für die 71 Zähler. Dominik Kubalik (39 Punkte) und Gregory Hofmann (32 Punkte) bilden eine äusserst gefährliche Flügelzange. Wenn diese beiden ins Rollen kommen, wird es für jeden Gegner ungemütlich. Der EVZ muss darauf zählen, dass die beiden in Topform sind, wenn es noch mit der Playoff-Qualifikation klappen soll.
Der Meisterkandidat aus Zürich verlässt sich auf die Klasse von Denis Malgin (41 Punkte), der von Jesper Frödén (31 Punkte) exzellent ergänzt wird. 72 Punkte sind ein starker Wert für ein Team, bei dem eigentlich jeder blockt und punktet. Zusammen mit Andrighetto (37 Scorerpunkte) bildet Malgin übrigens das zweitproduktivste Schweizer Duo der National League. Die ZSC-Imports haben für die Playoffs sicherlich noch ein wenig Luft nach oben.
Die SCL Tigers sind in diesem Ranking überraschend weit oben zu finden. Die Emmentaler haben mit André Petersson (40 Punkte) einen echten Import-Kracher und mit Dario Rohrbach (33 Punkte) einen Schweizer, der sich im Vergleich zur bereits starken Vorsaison sogar noch steigern konnte. 73 Punkte sind ein beeindruckendes Zeugnis für die Emmentaler Kampfkraft, die in den letzten drei Spielen noch dringend auf Punkte angewiesen sind, um es in die Play-Ins zu schaffen.
Die Davoser Offensive ist eine Macht. Matej Stransky (48 Punkte) spielt eine überragende Saison und findet in Enzo Corvi (34 Punkte) einen kongenialen Schweizer Partner. Der Tscheche ist aktuell sogar der produktivste Spieler der gesamten Liga und einer der Hauptgründe dafür, wieso die Bündner auf Platz 1 der Tabelle zu finden sind. Mit gemeinsam 82 Punkten stehen sie verdient auf dem Podium der effizientesten NL-Duos. Verteidiger Lukas Frick sammelte übrigens genauso viele Scorerpunkte wie Corvi. Doch weil er dafür elf Partien mehr benötigte als der Schweizer Center, hat dieser für dieses Ranking den Vorzug erhalten.

Lausanne hat ein Duo gefunden, das wie aus einem Guss harmoniert. Sowohl Théo Rochette (43 Punkte) als auch Austin Czarnik (43 Punkte) liefern ab. Diese absolute Symmetrie in der Produktion (je 43 Scorerpunkte!) macht sie für den Gegner so schwer ausrechenbar. Dahinter gibt es mit Erik Brännström (40 Scorerpunkte) oder Ahti Oksanen (39) zwei weitere Imports, die gut abliefern. Selbiges gilt auch für den zweitbesten Schweizer Scorer Damien Riat, der bei immerhin 34 Scorerpunkten steht.
Der Thron in diesem Ranking geht ins Tessin! Luca Fazzini (45 Punkte) und Zach Sanford (43 Punkte) führen die Liga mit insgesamt 88 Scorerpunkten an. Fazzini beweist einmal mehr seine Klasse als einer der besten Schweizer Scorer, und Sanford hat sich als der erhoffte Import-Leader etabliert. Fazzini spielt die bislang beste Saison seiner Karriere und er hat grossen Anteil am Aufschwung des HCL, der die direkte Playoff-Qualifikation bereits in der Tasche hat. Zusammen mit Thürkauf (34 Scorerpunkte) bildet Fazzini zusätzlich das produktivste Schweizer Duo in dieser Saison.
André Petersson Anttoni Honka Austin Czarnik Chris DiDomenico Damian Möschinger Dario Meyer Dario Rohrbach Denis Malgin Dominik Kubalik EHC Biel-Bienne EHC Kloten Eishockey Enzo Corvi EV Zug Gaëtan Haas Genève-Servette HC Grégory Hofmann HC Ajoie HC Ambri-Piotta HC Davos HC Fribourg-Gottéron HC Lugano Henrik Borgström Jesper Frödén Kyen Sopa Lausanne HC Lias Andersson Luca Fazzini Malte Strömwall Marc Marchon Markus Granlund Matej Stransky Max Lindroth Miles Müller National League Sandro Schmid SC Bern SC Rapperswil-Jona Lakers SCL Tigers Simon Le Coultre Théo Rochette Tyler Moy Victor Ejdsell Zach Sanford ZSC Lions