Letzte Saison standen die SCL Tigers kurz davor den späteren Playoff-Finalisten aus Lausanne aus den Playoffs zu werfen. Damit bewiesen die Emmentaler, dass in Langnau Qualität und Kampfgeist vorhanden sind. Nun folgt jedoch ein Umbruch, zahlreiche Leistungsträger haben den Verein verlassen und die Tigers präsentieren sich auf vielen Positionen mit einem neuen Gesicht.
Neuzugänge:
🇨🇭Robin Meyer (2000)-EHC Visp
Abgänge:
🇨🇭Stéphane Charlin (2000)-Genève-Servette HC
Die Tigers haben für die kommende Saison ihre Torhüterfrage endgültig geklärt: Luca Boltshauser wird die klare Nummer eins zwischen den Pfosten sein. Der 32-Jährige kann sich auf seine Erfahrung verlassen und muss sich keinen internen Konkurrenzkampf mehr liefern, da sein Mitbewerber um den Stammplatz weg ist.
In der vergangenen Saison war Boltshauser in der Regular Season nur bedingt überzeugend. Mit einer Fangquote von 89,6 % lag er unter seinen gewohnten Standards. In den Playoffs zeigte Boltshauser dann jedoch seine Klasse und steigerte sich auf beeindruckende 93,1 %. Er stand häufiger im Tor als Konkurrent Stéphane Charlin und machte deutlich, warum er die klare Nummer eins bei den Tigers verdient hat.
Boltshauser hat in seiner bisherigen National-League-Karriere stets solide Leistungen gezeigt. Seit seinem Debüt 2014 überschritt er fast jedes Jahr die 90-Prozent-Marke. Lediglich in der Saison 2018/19 rutschte er einmal ab, konnte diesen Rückschlag aber verkraften und kehrte sofort zu hohen Standards zurück. Die kommende Saison bietet ihm die perfekte Gelegenheit, wieder voll aufzublühen und zu zeigen, dass er auf konstant hohem Niveau spielen kann.

Boltshauser wird nicht alleine für die Tigers zwischen den Pfosten stehen. Unterstützung erhält er von dem jungen Goalie Martin Neckar sowie dem Neuzugang Robin Meyer vom EHC Visp. Meyer erlebte in der vergangenen Saison einen regelrechten Durchbruch: In den Playoffs war er die Mauer im Tor des EHC Visp und erzielte in 15 Spielen eine unglaubliche Fangquote von 95,2 %
Allerdings gilt es zu beachten, dass die National League ein deutlich höheres Niveau darstellt als die Swiss League. Meyer wird sich an die Geschwindigkeit, die Schüsse und den Druck in der NL erst gewöhnen müssen. Dennoch setzen die Tigers auf ihn, und sein Vertrag bis 2027 zeigt, dass man langfristig in ihn investieren möchte. Er wird neben Boltshauser zu Eiszeit kommen und kann sich Schritt für Schritt an die Anforderungen der höchsten Schweizer Liga anpassen.
Die wohl schwierigste Aufgabe für die Tigers wird sein, Stéphane Charlin zu ersetzen. Charlin war in der Regular Season mit einer Fangquote von 94,6 % nicht nur der beste Goalie der Mannschaft, sondern der beste der gesamten Liga; und das mit Abstand. Zudem feierte er in diesem Jahr sein Debüt bei einer Weltmeisterschaft und bestätigte seine Klasse: In drei Spielen erzielte er eine Fangquote von 93 % und das alles mit erst 24 Jahren. Nun kehrt Charlin zurück in die Heimat zu Genève-Servette HC, und sein Abgang hinterlässt eine grosse Lücke.
Fazit: 4,5/ 6 Punkten
Der Verlust von Charlin schmerzt, doch die Tigers haben reagiert. Mit Luca Boltshauser bleibt ein erfahrener und verlässlicher Goalie, der bewiesen hat, dass er auch unter Druck liefern kann. Robin Meyer bringt Talent und frischen Wind, muss sich aber erst an das höhere Niveau der National League gewöhnen.
Neuzugänge:
🇫🇮Santtu Kinnunen (1999)-ZSC Lions
Abgänge:
🇨🇭Claudio Cadonau (1988)-Rücktritt
🇫🇮Vili Saarijärvi (1997)-Genève Servette HC
🇨🇭Brian Zanetti (2003)-HC Lugano
Die Defensive der SCL Tigers erlebt für die kommende Saison einige Veränderungen. Zwar verliessen mehrere Spieler den Verein, doch die Transferaktivitäten hielten sich in Grenzen. Tatsächlich konnten sich die Tigers nur einen neuen Spieler sichern , dafür einen Namen mit Gewicht: den frisch gebackenen Meister Santtu Kinnunen.
Der finnische Importspieler verstärkt ab kommender Saison die Langnauer. Kinnunen kam in der vergangenen Spielzeit erstmals in die Schweiz und absolvierte insgesamt 38 Partien. Dabei sammelte er 14 Scorerpunkte und zeigte gerade in den entscheidenden Spielen, was in ihm steckt. In der Champions Hockey League stand er für die ZSC Lions 13-mal auf dem Eis und verbuchte dabei sieben Scorerpunkte. Bei den ZSC Lions war Kinnunen nicht der zentrale Spieler, was vor allem am stark besetzten Kader lag. In Langnau könnte er hingegen aufblühen und zusammen mit einigen Landsmännern eine wichtige Rolle übernehmen. Sein Vertrag ist vorerst auf eine Saison beschränkt, doch die Verantwortlichen setzen darauf, dass er schnell zum prägenden Spieler in der Defensive wird.

Einer der angesprochenen Landsmänner verlässt jedoch die Tigers: Vili Saarijärvi. Der Finne war seit 2022 ein zentraler Bestandteil der Mannschaft und lieferte in jeder Saison über 30 Scorerpunkte. Besonders sein Passspiel wird in Langnau fehlen, Saarijärvi glänzte vor allem mit Assists. Kommende Saison wird er sein Können bei Genève-Servette HC unter Beweis stellen.
Auch ein langjähriger Routinier sagt Adieu: Claudio Cadenau tritt mit 37 Jahren zurück. Seit 2015 stand er nahezu durchgehend bei den Tigers auf dem Eis, zuvor auch beim SC Langenthal. Zwar war Cadenau kein Top-Scorer, doch seine Präsenz auf dem Eis war konstant wertvoll. Nun wechselt er an den Obersee, um beim SC Rapperswil-Jona Lakers seine Karriere als Sportchef zu starten. Trotz Rücktritt bleibt sein Name also in der National League präsent.
Mit Brian Zanetti verlässt zudem ein junges Talent die Tigers. Der 22-Jährige hatte letzte Saison eine starke Leistung gezeigt, verpasste kein Spiel und sammelte 16 Scorerpunkte. Zanetti wird künftig für den HC Lugano spielen und unterschrieb dort bis 2028. Sein Abgang ist ein weiterer Einschnitt für die Defensive der Tigers, die auf sein junges Talent und seine Stabilität gebaut haben.
Fazit: 4,5/6 Punkte
Die Defensive der Tigers wird nächste Saison deutlich anders aussehen. Mit Saarijärvi und Zanetti verliert man zwei der erfolgreichsten Verteidiger der vergangenen Spielzeiten. Dennoch bleibt mit Juuso Riikola ein zentraler Rückhalt erhalten, er hat noch zwei Saisons vor sich und bekommt nun Unterstützung durch Santtu Kinnunen. Die beiden finnischen Spieler können zwar nicht automatisch die gleiche Qualität ersetzen, aber sie bringen Stabilität und Erfahrung mit. Nach dem Abgang von Charlin im Tor ist eine solide Defensive für die Tigers wichtiger denn je.
Neuzugänge:
🇨🇭Matteo Wagner (2005)-AIK Hockey
🇸🇪André Petersson (1990)-HV71 Jönköping
🇨🇭Jérôme Bachofner (1996)-EHC Biel-Bienne
🇫🇮Hannes Björninen (1995)-Örebro Hockey
Abgänge:
🇨🇭Pascal Berger (1989)-Rücktritt
🇺🇸Sean Malone (1995)-Örebro Hockey
🇨🇭🇱🇻Darels Dukurs (2003)-EHC Chur
🇸🇰Michal Krištof (1993)-HK Nitra
🇨🇭Matthias Rossi (1991)-EHC Basel
🇫🇮Aleksi Saarela (1997)-TPS Turku
In der Offensive der SCL Tigers kam es in diesem Sommer zu den grössten Umbrüchen im Kader. Insgesamt verliessen sechs Spieler die Langnauer, während vier neue Gesichter den Weg ins Team fanden. Zwei Importspieler aus Finnland und Schweden sollen der Offensive neue Impulse geben.
Der erste Neuzugang ist wie so oft bei den Tigers ein Finne: Hannes Björninen, 29 Jahre alt, kommt als Center aus der schwedischen SHL. In der vergangenen Saison verbuchte er 25 Scorerpunkte, keine überragende Tormaschine, dafür ein Spieler mit Erfahrung und Stabilität. Seit 2021 nimmt Björninen regelmässig an Weltmeisterschaften teil und zeigte sich auch auf internationalem Parkett zuverlässig. Genau diese Erfahrung sollen die Tigers künftig dringend nutzen. Björninen unterschrieb in Langnau bis 2027.
Der zweite Importspieler ist André Petersson aus Schweden. Der 34-Jährige bringt eine beeindruckende Karriere mit: Stationen in Schweden, der AHL, NHL, KHL und zuletzt wieder in der SHL. Petersson ist vor allem für seine Torgefährlichkeit bekannt, meist erzielt er mehr Tore als Assists und ist damit genau der Spielertyp, den die Tigers neben Harri Pesonen dringend benötigen. Der Schwede hat sich aber verletzt und wird den Saisonstart daher verpassen. Petersson unterschrieb jedoch nur für eine Saison, was aufgrund seines Alters von 34 Jahren nachvollziehbar ist.
Neben den beiden Importspielern holten die Tigers auch zwei Schweizer ins Team. Jérôme Bachofner, 29 Jahre alt, ist bereits seit 2014 in der National League aktiv, konnte sich bislang aber noch nicht dauerhaft als Schlüsselspieler etablieren. Er kennt die Liga gut und könnte in Langnau neue Akzente setzen. Bachofner unterschrieb für eine Saison.
Matteo Wagner, 20 Jahre alt, kehrt nach drei Jahren Auslandserfahrung in Finnland und Schweden zurück in die Schweiz. Für Wagner wird es die erste Saison in der höchsten Liga sein, er bringt aber Jugend, Tempo und Entwicklungspotenzial mit. Er bleibt den Tigers bis 2027 erhalten.
Auf der anderen Seite verliessen mehrere wichtige Spieler die Tigers. Sean Malone, drittbester Scorer der vergangenen Saison bei den Emmentalern, geht zurück in die SHL. In seinen zwei Saisons in Langnau sammelte der Amerikaner 37 bzw. 34 Scorerpunkte und hinterlässt eine grosse Lücke in der Offensive.
Auch Aleksi Saarela, der seit 2021 bei den Tigers spielte, verlässt die Mannschaft. Der Finne erzielte in seinen letzten drei Spielzeiten stets über 30 Scorerpunkte und war besonders 2022/23 mit 45 Punkten ein Schlüsselspieler. Kommende Saison kehrt er in die finnische Liiga zurück.
Michal Kristof, der Mitte der vergangenen Spielzeit kam, verlässt die Tigers ebenfalls. Der Slowake steuerte acht Scorerpunkte bei und kehrt nun zu seinem Jugendclub zurück.
Mit Pascal Berger verliert das Team zudem einen routinierten Spieler, der seit 2016 in Langnau aktiv war. Abgesehen von der letzten Saison stand der 36-Jährige nahezu jedes Spiel auf dem Eis und brachte Erfahrung und Stabilität. Berger tritt nun zurück.
Schliesslich wechseln auch Matthias Rossi und Darels Dukurs in die Swiss League. Rossi spielt künftig für den EHC Basel, Dukurs für den EHC Chur.
Fazit: 4,5/6 Punkte
Die Abgänge von Sean Malone und Aleksi Saarela schwächen die Offensive spürbar. Die Neuverpflichtungen Petersson und Björninen bringen Erfahrung und Qualität, doch die Lücke dieser beiden Top-Scorer zu füllen, wird schwierig. Abgesehen von diesen beiden Importspielern sind die Transfers überschaubar. Harri Pesonen ist weiterhin im Kader und wird voraussichtlich erneut als Leistungsträger agieren.
Aleksi Saarela André Petersson Brian Zanetti Claudio Cadonau Darels Dukurs Eishockey Hannes Björninen Jérôme Bachofner Matteo Wagner Matthias Rossi Michal Kristof National League Pascal Berger Raoul Schnellmann Robin Meyer Santtu Kinnunen SCL Tigers Sean Malone Stéphane Charlin Vili Saarijärvi