Die vergangene National League-Saison brachte gleich mehrere Spieler hervor, die einen grossen Fortschritt machten. Junge Talente nutzten ihre Chance, um sich zu etablieren, während andere Spieler endlich ihr Potenzial ausschöpften und zu wichtigen Stützen ihrer Teams wurden.
Der junge Verteidiger durchlief die Nachwuchsabteilung des EV Zug und gab 2020 sein Debüt in der National League. Richtig Fuss fassen konnte Arno Nussbaumer beim EVZ allerdings nie, weshalb er nur zu wenig Eiszeit kam. In der Saison 2022/23 bestritt er noch 29 Spiele (ein Assist), ehe er in der darauffolgenden Saison nur noch sechsmal für die Zuger auflief und zwischenzeitlich an den HC La Chaux-de-Fonds ausgeliehen wurde.
In der abgelaufenen Saison fand der 22-Jährige beim HC Ajoie aber sein sportliches Zuhause. Die Jurassier setzten auf den Verteidiger, der in 50 Spielen gleich zehn Scorerpunkte sammelte, darunter fünf Tore – ein klarer Entwicklungsschritt. So viel Vertrauen und Eiszeit wie im Jura erhielt Nussbaumer zuvor noch nie in seiner Karriere. Gut möglich, dass er in der kommenden Saison den nächsten Schritt macht und sich endgültig als feste Grösse in der National League etabliert.
In der Saison 2023/24 kam Lorenzo Canonica beim HC Lugano auf 24 Einsätze, dabei gelang ihm lediglich ein Assist. Ein Jahr später sah die Situation ganz anders aus. Der 21-Jährige verpasste in der abgelaufenen Spielzeit nur ein einziges Match und konnte endlich sein Potenzial unter Beweis stellen. Zwölf Scorerpunkte stehen am Ende auf seinem Konto, ein klarer Schritt nach vorne.
Auch wenn die Saison für den HCL insgesamt enttäuschend verlief, war es für Canonica persönlich ein Jahr des Aufblühens. Der junge Center hat gezeigt, dass er bereit ist, eine wichtigere Rolle einzunehmen und in Zukunft noch mehr Verantwortung zu tragen.
Für Teemu Hartikainen war die vergangene Saison eine massive Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Zwar musste der Finne verletzungsbedingt mehrere Spiele aussetzen und brachte es am Ende nur auf 42 Einsätze für die Grenats, doch in dieser Zeit stellte er seine Klasse eindrücklich unter Beweis.
In der Saison 2023/24 hatte er noch 53 Spiele bestritten und dabei 33 Scorerpunkte gesammelt. Dieses Jahr aber drehte er richtig auf. In den 42 Partien, in denen Hartikainen auf dem Eis stand, erzielte er 48 Punkte und traf gleich 25-mal ins Schwarze. Damit war er trotz der verpassten Spiele der Goalgetter Nummer eins bei Genève-Servette und eine der Schlüsselfiguren im Offensivspiel der Genfer. Künftig spielt er wieder in seiner finnischen Heimat für KalPa.
Zu Beginn der vergangenen Saison wechselte Johnny Kneubuehler zum EHC Biel-Bienne. Der 29-Jährige spielt bereits seit 2016 in der National League, unter anderem für den Lausanne HC und den HC Ambri-Piotta. Der ganz grosse Scorer war er bei diesen Clubs aber nie.
Der Transfer ins Seeland erwies sich nun aber als goldrichtig. In seiner ersten Saison mit den Bielern sammelte Kneubuehler 27 Scorerpunkte und war damit der beste Schweizer Scorer im Kader. Eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass er in seiner bisherigen NL-Karriere die Marke von 20 Punkten in einer Regular Season nie geknackt hatte. Dieses Jahr übertraf er sie sogar gleich um sieben Zähler. Eine deutliche Verbesserung und ein klares Signal, dass der Stürmer beim EHCB endlich sein volles Potenzial ausschöpfen kann.
Für den 22-jährigen Kanadier war es die zweite Saison bei den Leventinern. 2023 kam Manix Landry in die National League, konnte in seiner ersten Spielzeit aber noch nicht überzeugen. Obwohl er damals 52 Partien für Ambri absolvierte, brachte er es lediglich auf acht Scorerpunkte und es war spürbar, dass er sich in der Schweiz erst noch zurechtfinden musste.
In der vergangenen Saison folgte dann jedoch der Durchbruch. Landry konnte die volle Spielzeit geniessen und steuerte starke 26 Scorerpunkte bei. Besonders bemerkenswert: Er gehörte mit seinen Toren gleich hinter Dominik Kubalik und Phillip Maillet zu den treffsichersten Spielern im Ambri-Kader.
Da Kubalik nächste Saison für den EV Zug auflaufen wird und Maillet derzeit noch ohne Vertrag dasteht, könnte Landry in der kommenden Spielzeit sogar zur Haupt-Offensivwaffe der Leventiner werden. Der Kanadier mit Schweizer Lizenz hat gezeigt, dass er das Potenzial hat, im Tessin eine ganz zentrale Rolle einzunehmen.

Jonas Taibel bekam in dieser Saison das volle Vertrauen seines Clubs und durfte die komplette Spielzeit bestreiten. Ein Jahr zuvor sah die Situation noch ganz anders aus. Damals kam der junge Stürmer nur auf 19 Einsätze bei den Lakers, konnte sich nicht durchsetzen und wurde im weiteren Verlauf der Saison an den EHC Winterthur verliehen.
Diesmal aber nutzte der 21-Jährige seine Chance konsequent. Er verpasste kein einziges Spiel, sammelte elf Scorerpunkte und zeigte, dass er sich in der National League etablieren kann. Auch in den beiden Play-in-Partien gegen den HC Ambri-Piotta stand er für die Lakers auf dem Eis und steuerte zwei Assists bei.
Nach dieser Entwicklung blieb seine Leistung auch anderen nicht verborgen. Der SC Bern hat bereits ein Auge auf Taibel geworfen. Sollte ein Wechsel zustande kommen, könnte er dort künftig sogar wieder mit seinem ehemaligen Teamkollegen Mats Alge zusammenspielen.
Dass die SCL Tigers in dieser Saison die Playoffs erreichten, lag in erster Linie an ihrem Topscorer. Dario Rohrbach war der gefährlichste Offensivspieler im Team und führte die interne Scorerliste deutlich an. In der Regular Season sammelte der 27-Jährige starke 32 Punkte und spielte damit seine bisher beste Saison in der National League.
Vor allem in den Playoffs drehte Rohrbach noch einmal auf. Gegen den späteren Ligasieger Lausanne HC war er der Unruhestifter schlechthin. Sieben Spiele brauchten die Waadtländer, um die Viertelfinalserie für sich zu entscheiden – auch, weil Rohrbach ihnen mit seinen fünf Scorerpunkten in der Serie gehörig zusetzte.
Für den Tigers-Stürmer war es die erste richtig starke Saison in der höchsten Schweizer Liga. Zum Vergleich: In der Spielzeit zuvor brachte er es trotz zwei Einsätzen mehr lediglich auf 19 Punkte.
Mischa Ramel war in dieser Saison der beste Schweizer Scorer im Team der Flughafenstädter. Für den jungen Center war es die erste Spielzeit in der National League, die er mehr oder weniger komplett bestreiten konnte. Bereits im Vorjahr sammelte er in 25 Einsätzen elf Punkte für die Klotener, doch in der abgelaufenen Saison legte der 21-Jährige noch einmal deutlich zu.
Ramel brachte es auf starke 31 Scorerpunkte und bewies damit eindrücklich, dass er in der höchsten Liga angekommen ist. Seine guten Leistungen blieben auch auf nationaler Ebene nicht unbemerkt. Er erhielt sein erstes Aufgebot für die Schweizer Nationalmannschaft und konnte bei seinem Debüt gleich zwei Punkte beisteuern.
Der Stürmer von Gottéron war in der vergangenen Saison der beste Schweizer Scorer im Team und konnte einen grossen Entwicklungsschritt nachweisen. Sandro Schmid sammelte 33 Punkte für die Westschweizer – eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, als er lediglich 20-mal erfolgreich war, obwohl er fünf Spiele mehr absolvierte.
Besonders in der Schlussphase der Meisterschaft spielte sich der 25-Jährige in den Vordergrund. In den Playoffs drehte er nochmals richtig auf und verbuchte neun Punkte. Damit war er einer der auffälligsten Offensivakteure in den entscheidenden Partien. Auch international konnte er glänzen: Bei seinem WM-Debüt in Kopenhagen steuerte Schmid gleich sieben Zähler bei und gehörte damit zu den positiven Überraschungen im Schweizer Team.
Seine starken Leistungen weckten nun auch das Interesse anderer Clubs. Der SC Bern möchte den Flügelstürmer verpflichten und plant ihn ab der Saison 2026/27 in den eigenen Reihen zu haben. Für Schmid wäre dies der nächste grosse Schritt in seiner Karriere.
Rein von den Zahlen der Regular Season her betrachtet war es für Simon Knak keine überragende Saison. In 52 Spielen sammelte er 19 Scorerpunkte und blieb damit hinter seiner produktivsten Saison 2022/23 zurück. Doch der Flügelstürmer bewies einmal mehr, dass er dann aufdreht, wenn es am meisten zählt.
In den Playoffs war Knak einer der auffälligsten Davoser. Zehn Partien bestritt er mit den Bündnern und steuerte dabei sechs Punkte bei. Damit spielte er sich auch ins Notizbuch von Nationaltrainer Patrick Fischer, der den 22-Jährigen für die Weltmeisterschaft in Kopenhagen aufbot. Dort rechtfertigte Knak das Vertrauen: In zehn WM-Spielen gelangen ihm gleich sechs Zähler.
Was Knak besonders auszeichnet, ist nicht nur sein Offensivpotenzial, sondern auch seine Arbeit in der Defensive. Trotz seiner Rolle als Flügelstürmer ist er zuverlässig in beide Richtungen und stellt so einen wertvollen Allrounder für den HCD wie auch für die Schweizer Nati dar.

Das Zuger Eigengewächs bestritt in dieser Saison seine erste Spielzeit in der National League. Zu Beginn stand Ludvig Johnson noch für die U20 des EVZ auf dem Eis, ehe er den Sprung in die erste Mannschaft schaffte. Dort erhielt er rasch das Vertrauen des Trainerstabs und kam gleich zu 31 Einsätzen. Für einen damals 18-Jährigen war seine Bilanz eindrücklich: Zehn Scorerpunkte, darunter vier Tore, zeigten, dass er sich sofort auf höchstem Niveau zurechtfinden konnte.
Auch in den Playoffs durfte Johnson bereits Erfahrung sammeln. Viermal setzte ihn der EVZ ein und dabei gelang ihm ein Assist. Doch nicht nur national, auch international machte der junge Verteidiger Fortschritte. Hatte er im Vorjahr nur zwei Partien für die U18 bestritten, so stand er in dieser Saison bei der U20 gleich fünfmal auf dem Eis. Ein Tor und ein Assist unterstrichen sein Potenzial auch auf internationalem Parkett.
Nach dieser erfolgreichen Premierensaison wechselt der nun 19-Jährige zum HC Fribourg-Gottéron. Dort soll er in der kommenden Spielzeit für frischen Wind in der Abwehr sorgen und sich weiterentwickeln.
Für Fabian Ritzmann war es die dritte Saison im Dress des SC Bern – und nach dem Motto "Alle guten Dinge sind drei" schaffte er nun seinen Durchbruch. Während er in seinen ersten beiden Spielzeiten noch nicht einmal über zehn Scorerpunkten sammeln konnte, lief es in der abgelaufenen Saison so gut wie nie zuvor.
Obwohl der 23-Jährige zwei Partien weniger bestritt als im Jahr zuvor, sammelte er am Ende 20 Punkte (acht Tore und zwölf Assists) und verdoppelte damit seinen bisherigen Bestwert. Ritzmann bewies, dass er beim SCB endgültig angekommen ist und sich als verlässlicher Offensivspieler entwickeln kann.
Seine starken Leistungen brachten ihm auch erstmals eine Chance in der Schweizer A-Nationalmannschaft ein. Viermal durfte er für die Nati auflaufen – und er nutzte die Gelegenheit: Drei Scorerpunkte in vier Spielen sind eine eindrückliche Visitenkarte für einen Debütanten. Damit dürfte Ritzmann künftig in Bern eine spannende Rolle einnehmen.
Nicolas Baechler wurde in dieser Saison mit den Lions Schweizer Meister und gehörte dabei fest zum Kader. Ganze 63 Mal stand der junge Stürmer für den ZSC auf dem Eis, ein gewaltiger Sprung im Vergleich zum Vorjahr. Damals kam er lediglich zu 27 Einsätzen und wurde danach an die GC Küsnacht Lions ausgeliehen.
Seine Entwicklung setzte sich aber nicht nur im Club fort. Auch in der Schweizer Nationalmannschaft durfte der erst 21-Jährige mithelfen, und zwar nicht in belanglosen Testspielen, sondern gleich an der Weltmeisterschaft in Kopenhagen. Dort kam Baechler auf neun Einsätze und verbuchte seine ersten Scorerpunkte an einer WM.
Von Einsätzen in der Swiss League bei GC Küsnacht bis hin zu einem Stammplatz beim Meister ZSC und zur Weltmeisterschaft in nur einem Jahr, das ist eine beeindruckende Leistung und zeigt, welches Potenzial im jungen Stürmer steckt.
Kevin Pasche spielte eine überragende Saison, auch wenn sie für Lausanne mit der Niederlage im Final endete. Vor allem in den Playoffs war der junge Goalie eine der Schlüsselfiguren im Kader des LHC und zeigte konstant starke Leistungen.
Insgesamt hütete Pasche in 61 Partien das Tor der Waadtländer. Damit musste er seinen Platz nicht mehr mit einem zweiten Torhüter teilen, wie es im Vorjahr noch der Fall gewesen war. Damals kam er nur auf 20 Einsätze, weil er sich die Spiele mit Connor Hughes teilte. Diesmal etablierte er sich klar als Nummer eins und lieferte beeindruckende Zahlen. In der Regular Season belegte er im Goalie-Ranking den zweiten Platz mit einer Fangquote von 92,6 Prozent, einzig der erfahrene Simon Hrubec stand vor ihm.
Auch international konnte Pasche ein erstes Ausrufezeichen setzen. Er gab sein Debüt für die Schweizer Nationalmannschaft und überzeugte dabei mit einer Fangquote von 96 Prozent. In der kommenden Saison wird es für den 22-Jährigen allerdings wieder einen Konkurrenzkampf geben, da Connor Hughes nach Lausanne zurückkehrt.
Arno Nussbaumer Dario Rohrbach EHC Biel-Bienne EHC Kloten Eishockey EV Zug Fabian Ritzmann Genève-Servette HC HC Ajoie HC Ambri-Piotta HC Davos HC Fribourg-Gottéron HC Lugano Johnny Kneubuehler Jonas Taibel Kevin Pasche Lausanne HC Lorenzo Canonica Ludvig Johnson Manix Landry Mischa Ramel National League Nicolas Baechler Sandro Schmid SC Rapperswil-Jona Lakers SCL Tigers Simon Knak sport.ch Teemu Hartikainen ZSC Lions