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Diese Routiniers könnten bald die Schlittschuhe an den Nagel hängen

Die Verträge dieser zehn Veteranen werden nach der Saison 25/26 auslaufen

Sie sind die Routiniers der National League – Spieler, die schon alles gesehen haben und trotzdem noch in jeder Partie alles geben. Viele von ihnen haben die 35-Jahre-Marke längst hinter sich gelassen, einige sind sogar schon 40 Jahre alt. Doch nach der kommenden Saison werden ihre Verträge auslaufen. Wer hängt noch ein Jahr dran – und bei wem könnte das Kapitel National League bald enden?

Hinweis: Es wurden nur Feldspieler (und keine Goalies) beachtet, die Jahrgang 1990 oder älter sind.

Raphael Díaz (EV Zug)

Raphael Díaz ist eine Legende des Schweizer Eishockeys – und mit 39 Jahren immer noch aktiv. Anfang Jahr kam die Meldung, dass der Urzuger zurückkehrt zu seinem Jugendverein: Von Fribourg-Gottéron kehrt er zum EV Zug zurück. Damit wird er in der kommenden Saison der viertälteste Spieler der National League sein. Díaz' Karriere ist beeindruckend: 2008 gab er sein Debüt in der Schweizer Nationalmannschaft, zuletzt trug er 2021 das Nati-Trikot. 2021 war auch das Jahr, in dem er mit Zug den Meistertitel holte – mit 33 Scorerpunkten war er ein zentraler Leistungsträger.

Nach dem Meistertitel wechselte Díaz nach Fribourg, wo seine Leistungen zuletzt etwas nachgelassen haben. In der vergangenen Saison sammelte er in 66 Spielen lediglich neun Punkte, dennoch war er ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Der Verteidiger bleibt fit und motiviert; Díaz selbst sagt, dass er weiterspielen möchte, solange der Körper mitmacht. Ein Karriereende beim Club, bei dem alles begann, wäre dabei der perfekte Abschluss. Mit seiner Routine wird er beim EV Zug sicher ein gewichtiger Faktor sein – und mit dem aktuellen Kader haben die Zuger durchaus Chancen auf den nächsten Meistertitel.

Marc-Antoine Pouliot (Genève-Servette HC)

Marc-Antoine Pouliot ist mit 40 Jahren der zweitälteste Spieler in der National League. Der Kanadier spielte viele Jahre in der NHL und in Kanada, bevor er 2012 in die Schweiz wechselte. Zunächst bei EHC Biel-Bienne, dann bei Fribourg-Gottéron und nun seit fünf Jahren bei Genève-Servette HC. Diese Saison unterschrieb er erneut einen Einjahresvertrag – trotz seines Alters.

Pouliot ist ein Urgestein und liefert auch im fortgeschrittenen Hockey-Alter ab: In der vergangenen Saison erzielte er 22 Punkte in 36 Spielen. Sportchef Gautschi lobte ihn diesen Sommer als einen der besten Spieler in der Offensive, der mit seiner Erfahrung das Team auf ein anderes Level heben kann. Ob Pouliot noch eine Saison dranhängt, hängt von Fitness, Motivation und dem Wunsch des Vereins ab. Klar ist: Solange die Leistung stimmt, wird der Kanadier weiterhin seine Spuren in der NL hinterlassen.

Josh Jooris (Genève-Servette HC)

Josh Jooris ist 35 Jahre alt und Teamkollege von Pouliot. Auch er begann seine Karriere in Kanada und spielte in der NHL, bevor er 2019 in die National League wechselte. Zunächst bei Lausanne HC, seit 2021 bei Genève-Servette. Letztes Jahr verlängerte Jooris seinen Vertrag bis 2026.

Der Kanadier liefert konstant ab: Jede Saison mehr als 20 Scorerpunkte, meist über 50 Spiele auf dem Eis. 2024 war er sogar Captain beim Spengler Cup für Team Kanada – ein Zeichen für seine Führungsqualitäten und Erfahrung. Ob Genf seinen Vertrag nach 2026 verlängert, ist unklar. Mit 35 Jahren könnte Jooris aber durchaus noch ein Abenteuer bei einem anderen Club starten – seine Form und Erfahrung sprechen dafür.

Pierre-Édouard Bellemare (HC Ajoie)

Mit dem Abschied von Andres Ambühl ist Pierre-Édouard Bellemare der älteste Spieler in der National League geworden. Ein Blick auf Eliteprospect zeigt, wie beeindruckend seine Karriere ist: Vom Jugend-Eishockey in Frankreich über die SHL (2006–2014) bis hin zur NHL, wo er knapp 800 Spiele absolvierte und zweimal im Stanley-Cup-Final stand. 2024 wechselte der Franzose dann zum HC Ajoie – ein Transfer, der für die Liga fast schon eine Ehre ist.

Auch mit 40 Jahren liefert Bellemare weiterhin ab: In der Regular Season 24/25 sammelte er in 34 Spielen 38 Scorerpunkte. Auch international war er aktiv und brachte bei der WM für Frankreich vier Punkte aufs Scoreboard. Besonders beeindruckend: In den Playouts und der Liga-Qualifikation zeigte Bellemare seine Klasse mit elf Scorerpunkten in elf Spielen. Kein Wunder, bot Ajoie ihm im Sommer erneut einen Einjahresvertrag an. Die Leistung stimmt, die Routine auch – und es ist gut möglich, dass der erfahrene Stürmer noch ein weiteres Jahr in der National League dranhängt.

Dario Bürgler (Ambri-Piotta)

37 Jahre alt, über 1000 Spiele auf Schweizer Eis – Dario Bürgler ist eine der grossen Figuren der National League. Sein Debüt gab er 2005 beim EV Zug. Danach zog er weiter zum HC Davos, kehrte zurück nach Zug, wechselte zum HC Lugano – und seit 2021 trägt er das Dress von HC Ambri-Piotta.

Beeindruckend: Seine beste Saison hatte er erst vor Kurzem. 2023 buchte er satte 42 Scorerpunkte – ein Beweis, dass er auch im hohen Hockeyalter noch liefern kann. In der letzten Saison waren es dann aber „nur“ noch 19 Punkte in 56 Spielen. Im Dezember 2024 setzte er noch einmal seine Unterschrift unter einen Einjahresvertrag – und machte klar: Die Saison 25/26 könnte seine letzte sein. Das sagte er auch offen im Interview mit Corriere del Ticino.

Bürgler kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken: Zwei Meistertitel, zwei Spengler-Cup-Siege, zahlreiche Spiele für die Nationalmannschaft. Der Routinier ist und bleibt eine Legende – nicht nur im Tessin, sondern in der ganzen Schweiz.

Chris DiDomenico (Ambri-Piotta)

Seit 2015 ist Chris DiDomenico in der National League ein Garant für Spektakel – und für Punkte. Einzig in der Saison 2017/18 gönnte er sich eine Auszeit von der Schweiz, um den Traum von der NHL zu leben. Doch lange blieb er nicht in Übersee, schon bald kehrte der quirlige Kanadier zurück – und punktete seither fast in jeder Saison über 40 Mal.

Auch in der vergangenen Spielzeit zeigte der 36-Jährige, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört: 45 Scorerpunkte liessen ihn einmal mehr zu den Leistungsträgern zählen. Seine Stationen in der Schweiz lesen sich wie ein Streifzug durch die Liga: SCL Tigers, Fribourg-Gottéron, SC Bern – und seit letzter Saison HC Ambri-Piotta.

Bei den Leventinern scheint er endgültig angekommen zu sein. Das Leben im Tessin liegt ihm, die Chemie im Team passt – und so verlängerte er seinen Vertrag Anfang 2024 um eine weitere Saison. Ein Karriereende steht für den Stürmer mit der auffälligen Spielweise nicht zur Debatte.

Ob er allerdings über die aktuelle Saison hinaus in Ambri bleibt, ist ungewiss. Ein Verbleib wäre durchaus möglich, aber ebenso ein neuer Club, der seine Dienste will. 

Julien Sprunger (Fribourg-Gottéron)

Wenn es so etwas wie den Inbegriff von Vereinstreue im Schweizer Eishockey gibt, dann trägt sie den Namen Julien Sprunger. Der heute 39-Jährige spielt seit seiner Kindheit für Fribourg-Gottéron – und hat nie ein anderes NL-Trikot getragen. Sein Debüt in der höchsten Spielklasse gab er 2002, seither sind unglaubliche 23 Saisons zusammengekommen.

Seit 2014 trägt Sprunger das „C“ auf der Brust und gilt als Vorbild in der Kabine wie auch auf dem Eis, wie Sportchef Gerd Zenhäusern über seinen Captain sagt. Zwar ist die Zeit der 50-Punkte-Saisons vorbei, doch mit 30 Scorerpunkten in der vergangenen Spielzeit bewies Sprunger, dass er immer noch auf Top-Niveau mithalten kann.

Der einzige Makel: Ein Meistertitel fehlt ihm bis heute. Letzte Saison scheiterte Gottéron im Halbfinal – und die Zeit läuft. Der Vertrag des Routiniers läuft noch ein Jahr, ob danach Schluss ist, bleibt offen. Fakt ist: Mit einem Titel könnte Sprunger eine Karriere krönen.

Simon Moser (SC Bern)

Simon Moser ist seit fast zwei Jahrzehnten fester Bestandteil der National League. 2007 debütierte er beim SC Langnau, 2013/14 wagte er für eine Saison den Schritt nach Nordamerika, um in der NHL Fuss zu fassen. Danach wechselte er zum SC Bern – und wurde dort zu einer Institution.

Vor 2020 gehörte Moser regelmässig zu den Topscorern seines Teams und knackte oft die 40-Punkte-Marke. In den letzten Jahren sind die Zahlen etwas gesunken, doch seine Bedeutung für die Mutzen ist ungebrochen. In der vergangenen Saison absolvierte er 54 Spiele – ein klares Zeichen, dass Fitness und Form stimmen.

Im Dezember 2024 verlängerte der SCB den Vertrag mit Moser um eine weitere Saison, wie es danach weitergeht, ist noch unklar - ziemlich sicher aber im Trikot der 'Mutzen'. Dreimal Schweizer Meister, zweimal Silbermedaillengewinner an der WM – der 36-Jährige könnte schon jetzt auf eine rundum erfolgreiche Laufbahn zurückblicken. Doch noch ist nicht Schluss: Solange es die Beine hergeben, will Moser weiter für die Mutzen kämpfen und auch Sportchef Martin Plüss bestätigte uns gegenüber, dass Moser ein sehr interessanter Spieler für eine Verlängerung ist, solange die Leistung stimmt.

Harri Pesonen (SCL Tigers)

Seit 2018 ist Harri Pesonen das Aushängeschild der SCL Tigers – unterbrochen nur durch ein Jahr in der KHL (2020/21). Danach kehrte er nach Langnau zurück und startete durch: 44 Punkte in seiner Comeback-Saison sprachen eine klare Sprache.

Seit 2022 ist der Finne Captain der Emmentaler und in der Regel ihr gefährlichster Offensivspieler. Pesonen identifiziert sich stark mit dem Klub und betonte mehrfach, wie viel es ihm bedeutet, das „C“ zu tragen. Im November 2024 verlängerte er seinen Vertrag um ein weiteres Jahr.

Trotzdem soll es auch bei ihm Überlegungen geben, wie es nach dieser Saison weitergeht. In einem Interview mit der Berner Zeitung sprach er die Herausforderung an, Beruf und Familie – insbesondere die Kinderbetreuung – unter einen Hut zu bringen. Möglich, dass er irgendwann in seine Heimat zurückkehrt und dort noch ein Jahr Hockey anhängt. Auch mit der finnischen Nationalmannschaft feierte er bereits grosse Erfolge: Olympiagold und zweimal WM-Gold – Pesonen weiss, wie man gewinnt.

Denis Hollenstein(ZSC Lions)

Seit der Saison 2018/19 läuft Denis Hollenstein für die ZSC Lions auf. In dieser Zeit absolvierte der Flügelstürmer 319 Spiele in der National League, erzielte 91 Tore und gab 126 Assists – zusammen 217 Scorerpunkte.

Mit den Lions holte Hollenstein 2024 und 2025 den Schweizer Meistertitel. 2025 krönte er seine Karriere zusätzlich mit dem Gewinn der Champions Hockey League – ein Erfolg, der Zürich auf die europäische Eishockeykarte setzte.

Bis vor einem Monat war der 34-Jährige noch verletzt, trainiert aber seit rund zwei Wochen wieder voll mit. Die Lions gaben ihm einen neuen Einjahresvertrag – und Hollenstein will noch einmal alles aus dieser Saison herausholen. Bei der Swiss Ice Hockey Night verriet er dem Blick, dass er sich eine Trainerkarriere gut vorstellen kann.

Ob die Saison 2025/26 seine letzte wird, bleibt offen. Aber eines steht fest: Mit einem Meister-Hattrick aufzuhören, wäre für Denis Hollenstein ein perfekter Schlusspunkt unter eine grosse Karriere.

Weitere NL-Veteranen, dessen Verträge auslaufen

Yannick Weber (ZSC Lions)
André Petersson (SCL Tigers)
Jannik Fischer (HC Ajoie)
Robin Grossmann (EHC Biel-Bienne)
Jere Sallinen (EHC Biel-Bienne)
Leandro Profico (EHC Kloten)
Steve Kellenberger (EHC Kloten)

Chris DiDomenico Dario Bürgler Denis Hollenstein Eishockey EV Zug Genève-Servette HC Harri Pesonen HC Ajoie HC Ambri-Piotta HC Fribourg-Gottéron Josh Jooris Julien Sprunger Marc-Antoine Pouliot National League NHL Pierre-Édouard Bellemare Raoul Schnellmann Raphael Diaz SC Bern SCL Tigers Simon Moser ZSC Lions

2025-08-17 23:00:01