Technisch stark, treffsicher und oft der Unterschiedmacher auf dem Eis – die Importspieler der National League prägen das Spiel wie kaum jemand sonst. Sie alle haben ihre Spuren hinterlassen. Wir blicken zurück auf zehn ausländische Topspieler, die das Schweizer Eishockey in den letzten Jahren entscheidend mitgeprägt haben.
In der nachfolgenden Rangliste wurden die produktivsten Importspieler seit der Saison 2014/15 aufgelistet. Beachtet wurden dafür alle Spiele der Regular Seasons und der Post-Seasons der National League. Die Daten stammen von Elite Prospects.
Im Herbst seiner Karriere fand Daniel Winnik 2018 den Weg in die Schweiz – und sorgte beim HC Genève-Servette für mächtig Eindruck. Der Kanadier mit grosser NHL-Erfahrung unterschrieb in Genf– ein Transfer, der sich auszahlen sollte.
Schon in seiner ersten Saison zeigte Winnik, was in ihm steckt: 34 Scorerpunkte, das machte ihn sofort zu einer Teamstütze. Richtig aufgedreht hat der routinierte Flügel dann in der Saison 2021/22: Mit 25 Toren und insgesamt 55 Scorerpunkten bewies er eindrücklich, dass er auch mit 37 Jahren noch zu den besten Imports der Liga gehört. Trotz seiner starken Saison verpassten die Genfer die Playoffs – ein herber Dämpfer.
Ein Jahr später folgte dann die ganz grosse Belohnung: Der Genève-Servette HC holte erstmals den Meistertitel – und Winnik hatte mit seiner Routine und Erfahrung grossen Anteil am Coup.
Doch die Saison darauf verlief alles andere als meisterlich: Nur 15 Punkte in 38 Spielen – Winnik kam nicht mehr richtig in Fahrt. Die Beine wurden schwerer, das Feuer kleiner. Mit 40 Jahren zog der Routinier dann einen Schlussstrich unter eine beeindruckende NL-Karriere mit 259 Scorerpunkte.
2016 holte der Lausanne HC den Kanadier aus der AHL in die National League – und wurde nicht enttäuscht. In seinen vier Jahren bei den Waadtländern sammelte er beeindruckende 184 Scorerpunkte. Besonders in der Saison 2017/18 dominierte er die Liga als Topscorer mit 57 Punkten, obwohl sein Team um den Ligaerhalt kämpfen musste.
Nach dieser Zeit wechselte Jeffrey zum SC Bern und unterschrieb dort einen Zweijahresvertrag. Sein erstes Jahr bei den Mutzen lief erneut stark, mit weiteren 48 Punkten auf seinem Konto. Die folgende Saison verlief jedoch enttäuschend: Bern erlebte die schlechteste Saison seit 1986, Jeffrey kam in 23 Spielen nur auf 12 Punkte und verletzte sich am Bein.
Nach diesem Rückschlag verliess er die National League, spielte noch eine Saison in der DEL und beendete dann seine Karriere. Trotz allem kann Dustin Jeffrey auf eine solide Bilanz von 262 Scorerpunkten in sechs Schweizer Saisons zurückblicken.
Der Schwede wechselte 2013 aus der KHL zum HC Lugano und legte dort sofort los wie die Feuerwehr: Mit 69 Scorerpunkten in nur 49 Spielen wurde er in der Saison 14/15 verdienter Topscorer der Liga. Auch die darauffolgende Saison war stark – 59 Punkte kamen auf sein All-Time-Scorerkonto dazu.
Nach dieser Saison zog es ihn zurück in die KHL, doch bereits ein Jahr später kehrte er in die Schweiz zurück – diesmal zu den ZSC Lions. Auch dort zeigte er sein Können: In seiner ersten Saison beim ZSC landete er auf Platz 2 der Topscorerliste und sicherte sich den ersten Meistertitel mit den Zürchern.
Bis 2021 stand Pettersson noch auf dem Eis für den ZSC, bevor er seine Karriere beendete. Insgesamt sammelte er in der National League 273 Punkte (130 Tore und 143 Assists) – ein echtes Offensivmonster und ein verdienter Platz auf dieser Liste.
Der Schwede wechselte 2014 aus der SHL in die National League und debütierte beim HC Lugano – und wie! Mit starken 60 Scorerpunkten in seiner ersten Saison zeigte er gleich, dass er einer der Besten ist. Nur sein Nationalmannschaftskollege Fredrik Pettersson war in diesem Jahr noch erfolgreicher.
Bis 2020 blieb Klasen den Ticinesi treu und sammelte weiter fleissig Punkte. Anschliessend zog es ihn in die Swiss League zum EHC Visp, wo er zwei Jahre spielte, bevor er zurück in seine Heimat Schweden wechselte.
In nur sechs Jahren in der NL erreichte er insgesamt 280 Scorerpunkte – eine beeindruckende Bilanz.
Die Tormaschine aus Zug stiess 2019 aus der AHL in die National League vor und zeigte von Anfang an, was in ihm steckt. In seiner ersten Saison erzielte der Tscheche solide 45 Punkte – nicht schlecht, aber noch Luft nach oben.
In seiner zweiten Saison explodierte Kovar regelrecht und sammelte 78 Scorerpunkte. Mit dieser starken Leistung führte er den EV Zug zum Meistertitel – ein Verdienst, den die Mannschaft vor allem ihm zuschreibt.
In den Folgejahren lieferte der 35-Jährige zwar etwas weniger, ist aber weiterhin ein Topspieler und das Gesicht des Teams. Als Captain hat er mittlerweile 312 Punkte auf dem Konto – und mit dem aktuellen Kader dürften noch weitere Erfolge folgen.
2014 kam der Finne in die Schweiz – zum Lausanne HC. In seiner zweiten Saison machte er mit starken 46 Punkten in 50 Spielen erstmals richtig auf sich aufmerksam. Nach einer weniger guten Spielzeit 2017/18 und dem Beinahe-Abstieg der Waadtländer wechselte Pesonen zu den SCL Tigers – und blühte dort auf.
In seiner ersten Saison in Langnau sammelte er 67 Scorerpunkte und führte das Team direkt in die Playoffs. Zwischen 2019 und 2022 knackte er fast jedes Jahr die 40-Punkte-Marke – als klare Leaderfigur und Gesicht der Emmentaler. Heute ist der 37-Jährige Captain der Tigers und trotz leicht nachlassender Ausbeute weiter ein Schlüsselspieler.
Mit 389 Punkten, davon 176 Tore, ist Pesonen der unangefochtene Goalgetter in der Geschichte der Tigers – und noch immer nicht am Ende.
Seit 2016 ist Rajala in Biel eine Institution. Der flinke Flügel kam damals aus der SHL in die Tissot Arena – und steht seither ununterbrochen für den EHC Biel auf dem Eis. In seiner besten Saison 2018/19 erzielte der Finne 54 Scorerpunkte, darunter starke 32 Tore, und führte Biel auf Rang vier.
Der 34-Jährige steht sinnbildlich für Konstanz: In den letzten zehn Jahren war er Biels treffsicherster Spieler – mit insgesamt 196 Toren und 394 Scorerpunkten. Rajala ist und bleibt ein Hoffnungsträger.
2016 kam er, sah – und punktete. Der Tscheche verliess seine Heimat, um in der National League durchzustarten, und beeindruckte gleich bei seinem Debüt für Fribourg-Gottéron mit 65 Scorerpunkten. Danach folgte ein Jahr bei den ZSC Lions, ehe es ihn 2019 in die Rosenstadt zog – zu den SC Rapperswil-Jona Lakers, wo er endgültig zur Liga-Ikone reifte.
Sein absolutes Highlight: die Saison 2021/22, in der er mit unglaublichen 64 Punkten Topscorer der NL wurde und die Lakers auf Rang vier führte. Dieses Kunststück wiederholte er gleich im Folgejahr – ein Beweis für seine Konstanz auf höchstem Niveau. Insgesamt verbuchte Červenka in acht NL-Jahren 402 Scorerpunkte – bei einer unfassbaren Quote von 1.11 Punkten pro Spiel.
2024 war dann Schluss – Červenka verliess die Schweiz und kehrte in seine Heimat zurück. Was bleibt, ist ein Ausnahmespieler, der in der National League Spuren hinterlassen hat.

Seit 2015 mischt „DiDo“ die National League auf – mit Technik, Emotionen und jeder Menge Assists. Der Kanadier stieg damals mit den SCL Tigers aus der Swiss League auf – mit beeindruckenden 89 Scorerpunkten in der Aufstiegssaison war er einer der Hauptakteure für den Erfolg. In der National League schlug er sofort ein, seine beste Saison mit den Tigers hatte er 2018 mit 51 Punkten.
2020 wechselte DiDomenico zu Fribourg-Gottéron – und lieferte dort seine statistisch beste NL-Saison ab: 15 Tore, 39 Assists, insgesamt 54 Punkte und Platz vier in der Liga-Scorerliste. Kein Wunder, dass der SC Bern anklopfte. Nach einer Saison in der Hauptstadt holte Gottéron ihn zurück, doch der Wirbelwind zog weiter – seit letztem Jahr sorgt er nun bei Ambri-Piotta für Spektakel.
Insgesamt steht DiDomenico bei 462 Scorerpunkten – davon satte 324 Assists. Nur sieben Punkte fehlen ihm noch bis zur Nummer 1 in diesem Ranking.
2016 kam er aus der NHL nach Bern – und zündete sofort. Nachdem er in Nordamerika NHL-Luft geschnuppert hatte, holte ihn der SC Bern in die National League. Seine erste Saison war zugleich seine beste: Arcobello wurde mit 55 Punkten gleich auf Anhieb NL-Topscorer – und krönte das Jahr mit dem Meistertitel. 2019 legte er mit dem SCB den zweiten Titel nach und verpasste die erneute Krönung zum Topscorer nur knapp mit Rang zwei.
2020 zog es den US-Amerikaner ins Tessin zum HC Lugano. Zwar war er dort nicht mehr der Überflieger wie zu SCB-Zeiten, dennoch zeigte er solide Leistungen – etwa in der Saison 2021/22 mit starken 56 Punkten. Insgesamt stand der Center während neun Saisons 519-mal in der National League auf dem Eis und sammelte dabei beeindruckende 469 Scorerpunkte.
Diesen Juni war dann Schluss: Mit 36 Jahren erklärte Arcobello seinen Rücktritt vom Profisport – ein starker Importspieler verlässt die grosse Bühne der National League.
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