Die National League hat sich in den vergangenen Jahren zur womöglich besten Liga in Europa gemausert, finden doch immer wieder hochkarätige Import-Spieler den Weg in die Schweiz. Wenn man sich einmal die Scorerwerte der Ausländer seit der Jahrtausendwende anschaut, fällt auf, dass es in den jüngsten Jahren nur vereinzelte NL-Imports geschafft haben, mit früheren ausländischen Scorern mithalten zu können.
In diesem Artikel wollen wir einmal aufzeigen, wie viele Scorerpunkte die produktivsten Import-Spieler seit der Spielzeit 1999/00 in einer einzelnen Saison (inklusive Playoffs) einheimsen konnten. Sämtliche Statistiken stammen dabei von der Eishockeyplattform Eliteprospects.
Kurze Information: Sollten zwei Imports gleich viele Scorerpunkte gesammelt haben, entscheidet die Anzahl Partien über die genaue Platzierung. Wer weniger Spiele benötigte, wird dabei höher eingestuft. Sollte auch die Anzahl der absolvierten Partien gleich sein, entscheidet die höhere Anzahl an erzielten Treffern, wer die Nase vorn hat.
Auf der erwähnten Hockeyplattform gibt es eine Übersicht, welche aufzeigt, welche Import-Cracks seit 1999/00 in einer einzelnen Saison die meisten Scorerpunkte einheimsen konnten. Dabei fällt in erster Linie auf, dass nur gerade vier Ausländer, die auch heute noch in der National League aktiv sind, in den Top 100 aufzufinden sind.
Zwei sind dabei gleich doppelt vertreten: Es handelt sich hierbei um EVZ-Captain Jan Kovar sowie den heutigen Ambri-Spieler Chris DiDomenico. Der Tscheche verdient seit 2019/20 sein Geld beim EVZ, wo er von Anfang an eine bedeutungsvolle Rolle einnahm und einen grossen Beitrag zu den beiden Meistertiteln 2021 und 2022 leistete.
Seine Leistungen bei seinem ersten EVZ-Titel waren besonders herausragend, gelangen ihm doch 2020/21 starke 78 Scorerpunkte (17 Tore und 61 Assists) aus 65 Partien. Mit jener Ausbeute liegt er nur knapp ausserhalb der Top 10 auf Rang 13. Auch seine Statistiken bei der anschliessenden Titelverteidigung 2021/22 können sich sehen lassen, konnte der Center damals 64 Scorerpunkte (14 Tore und 50 Assists) aus 61 Spielen beisteuern. Diese starke Bilanz reicht im Saisonvergleich der Import-Spieler aber "nur" für Platz 68.
Wie Kovar ist auch Chris DiDomenico zweimal in den Top 100 vertreten. Der heissblütige Kanadier ist schon seit einer gefühlten Ewigkeit in der Schweiz, wechselte er doch während der Saison 2013/14 zu den SCL Tigers in die damalige NLB. Ein Jahr später gelang dann der Aufstieg und seither verdient DiDomenico, mit einem Unterbruch in der Saison 2017/18, sein Geld in der Schweiz.

Seine persönlich stärkste Saison zeigte DiDo im Dress des HC Fribourg-Gottéron in der Saison 2021/22. Der damals 32-Jährige steuerte satte 69 Scorerpunkte (20 Tore und 49 Assists) aus 58 Spielen bei, womit er in der Liste den 46. Rang einnimmt. Beim SCB waren es 2022/23 insgesamt 61 Scorerpunkte (25 Tore und 36 Assists) aus 55 Spielen, was dank Platz 92 gerade noch für die Top 100 reicht.
Nebst den beiden finden mit Marcus Sörensen und EVZ-Neuzugang Dominik Kubalik zwei weitere noch aktive NL-Imports eine Erwähnung. Der Schwede in Diensten von Fribourg spielte eine fantastische Saison 2023/24, gelangen ihm doch 75 Scorerpunkte (35 Tore und 40 Assists) aus 63 Partien. Das bedeutet letztlich Rang 20.
Kubalik empfahl sich in der Saison 2018/19 im Dress des HC Ambri-Piotta für sein späteres NHL-Abenteuer. Der damals erst 23-jährige Tscheche sorgte mit seinen 63 Scorerpunkten (26 Tore und 37 Assists) aus gerade einmal 55 Partien für reichlich Furore. Im Ranking bedeutet dies Platz 76.
Die noch aktuellen NL-Imports und deren Platzierungen:
13. Rang: Jan Kovar (EVZ) - 78 Scorerpunkte aus 65 Spielen (Saison 2020/21)
20. Rang: Marcus Sörensen (HCFG) - 75 Scorerpunkte aus 63 Spielen (Saison 2023/24)
46. Rang: Chris DiDomenico (HCFG) - 69 Scorerpunkte aus 58 Spielen (Saison 2021/22)
68. Rang: Jan Kovar (EVZ) - 64 Scorerpunkte aus 61 Spielen (Saison 2021/22)
76. Rang: Dominik Kubalik (HCAP) - 63 Scorerpunkte aus 55 Spielen (Saison 2018/19)
92. Rang: Chris DiDomenico (SCB) - 61 Scorerpunkte aus 55 Spielen (Saison 2022/23)
Die Plätze ganz vorn machen ehemalige NL-Imports untereinander aus, die ihre Aktivkarrieren bereits beendet haben. Ganz oben thront Glen Metropolit, der im Dress des HC Lugano eine Fabelsaison 2005/06 spielte und unglaubliche 91 Scorerpunkte (32 Tore und 59 Assists) aus gerade einmal 61 Partien einsacken konnte. Es ist ein Wert, welcher mit ziemlich grosser Sicherheit auch in den kommenden Jahren kaum gebrochen werden dürfte.

Auf den Plätzen folgt ein weiteres HCL-Trio, welches in der Saison 2003/04 für reichlich Furore sorgte. Mike Maneluk, Ville Peltonen und Petteri Nummelin sammelten in jener Spielzeit zusammengezählt 259 Scorerpunkte! Trotz dieser phänomenalen Leistungen reichte es den Bianconeri nicht zum Titel, musste man sich doch im Playoff-Finale dem SCB geschlagen geben.
Mit Randy Robitaille von den ZSC Lions konnte übrigens nur einer die HCL-Phalanx an der Spitze des Rankings ein wenig brechen: Der Kanadier steuerte in der Saison 2004/05 satte 86 Scorerpunkte aus gerade einmal 51 Spielen bei.
Die weiteren Plätze in den Top 10 belegen Simon Gamache (SCB), Erik Westrum (HCAP), Kimmo Rintanen (Kloten Flyers), Joe Thornton (HCD) und Josh Holden (EVZ), wie ihr in der nachfolgenden Auflistung der Top 20 nochmals sehen könnt:
Die National League hat sich, wie bereits am Anfang des Artikels erwähnt, zur womöglich besten Liga Europas entwickelt. Dies liegt in erster Linie auch daran, dass die höchste Schweizer Spielklasse deutlich ausgeglichener geworden ist. Möglich, dass dies auch mit der Erhöhung des Import-Kontingents auf sechs zusammenhängt, können sich doch mittlerweile alle NL-Teams hervorragende Ausländer leisten, die das Team zu einem gewissen Grad auch tragen können.
Durch die extreme Ausgeglichenheit der Liga sowie die erhöhte Anzahl an Import-Spielern, ist es für ebendiese deutlich schwieriger geworden, eine Art Dominanz aufs Eis legen zu können. Es gibt zwar immer wieder überragende Einzelkönner, doch heutzutage solche Scorerwerte aufs Eis zu legen, wie es damals die HCL-Stars um Glen Metropolit geschafft haben, wird fast unmöglich. Auch darum, weil mittlerweile jedes NL-Team über exzellente Goalies verfügt, die es den Angreifern deutlich herausfordernder machen, überhaupt ein Tor erzielen zu können. Sollte es in Zukunft wieder einmal einer in die Sphären von Metropolit, Maneluk, Robitaille und Co. schaffen, wäre diese Leistung umso bemerkenswerter. Wer weiss, ob bereits in der Saison 2026/27 wieder einer obenaufschwingen wird?
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