Die Sportchefs der National League haben zum Teil noch nicht einmal die Kader für die kommende Saison bereit und dennoch müssen sie den Blick vorauswerfen. Schliesslich werden in der National League Verträge gerne früh unterzeichnet. Daher haben wir von jedem Verein einen interessanten Spieler herausgesucht, dessen Vertrag nur noch bis Ende der kommenden Saison läuft.
Viele Schweizer hat Ajoie nicht im Kader, die auch bei einem anderen National-League-Verein Interesse wecken könnten. Arno Nussbaumer gehört aber dazu. Nachdem es ihm in Zug nicht gereicht hat, um sich in der National League zu etablieren, gelang ihm das im Jura. Als fairer Abwehrspieler, dem hin und wieder auch Scorerpunkte gelingen (fünf Tore und fünf Assists in der letzten Saison) hat sich Nussbaumer präsentiert. Für einige Vereine, die um den Einzug in die Playoffs kämpfen, könnte es interessant sein, Nussbaumer eine Offerte zu unterbreiten.
Schon letztes Jahre versuchte der HC Lugano mit zwei Schweizer Torhütern durch die Saison zu kommen. Die Verletzungshexe hat das verunmöglicht. Jetzt unternehmen die Bianconeri einen nächsten Anlauf. Niklas Schlegel und Joren van Pottelberghe sollen den Laden dicht halten. Einer der beiden, Niklas Schlegel, hat ein auslaufendes Arbeitspapier. Möchte der HCL auch in der Zukunft auf Imports in der letzten Reihe verzichten, so muss Janik Steinmann mit einem Schweizer Torhüter einen Vertrag unterschreiben. Niklas Schlegel hat sich bewährt, auch wenn er in der letzten Saison, wie die gesamte Mannschaft, auch schwächere Phasen eingezogen hat.
Nur fünf Verträge laufen bei Genf im nächsten Sommer aus. Würde Markus Granlund den Verein verlassen, würde ohne Frage am meisten Qualität verloren gehen. Aus medizinischen Gründen konnte Granlund in der letzten Saison nur 39 Partien für die Genfer bestreiten, doch in diesen Spielen hat der Finne ein Feuerwerk abgebrannt. 21 Tore und 26 Assists hat er beigesteuert. Trotz seiner offensiven Qualitäten war Granlund defensiv nicht nonchalant, was seine deutlich positive Plus-Minus-Bilanz von +15 aufzeigt. Obschon Servette bereits vier Importspieler für die übernächste Saison gebunden hat, würde eine Vertragsverlängerung mit Granlund Sinn ergeben.
Beim EHC Biel haben alle Schlüsselspieler langfristige Verträge. Abgänge von Gaëtan Haas und Robin Grossmann könnten aufgrund des fortgeschrittenen Alters auch verkraftet werden. So bleibt neben etlichen jungen Spielern ohne grosse Erfahrung in der National League noch Miro Zryd übrig. Der Verteidiger ist ein verlässlicher Wert. Erst vor einem Jahr kam Zryd aus dem Emmental ins Seeland. Trotz einer überschaubaren Saison des EHCB überzeugte der Linksausleger mit einer positiven Plus-Minus-Bilanz. Dazu konnte er auch zehn Assists beisteuern, womöglich gelingt ihm in der kommenden Saison gar sein erstes Tor für die Bieler.
Viele Verträge laufen in der Leventina nicht aus. Chris DiDomenico mischt an guten Abenden die ganze Liga auf, aber nicht viele Vereine, die besser als Ambri dastehen, werden ihn überhaupt verpflichten wollen. Daher ist unsere Wahl auf einen verlässlichen Wert gefallen. Seit 2017 spielt Zwerger für die Biancoblù. In der letzten Saison trug der 29-Jährige das "A" auf der Brust. Wenn Zwerger noch einmal eine Luftveränderung anstreben möchte, wäre es wohl der letzte noch geeignete Zeitpunkt. Für die Tessiner wäre der Verlust als Führungspersönlichkeit wohl noch schlimmer als der sportliche Wert, der verloren ginge.
Auch Melvin Nyffeler und Malte Strömwall sind spannende Profile, die auf dem Transfermarkt landen könnten, doch die Optionen, sie zu ersetzen sind zahlreicher als bei Tyler Moy. Am Obersee hat der Scharfschütze seine Qualitäten wieder entdeckt. 43 Scorerpunkte hat er durchschnittlich in den drei Regular Seasons mit dem SCRJ gemacht. Einen solchen Wert weist kaum ein anderer Schweizer Stürmer ligaweit auf. Damit ist das Interesse auf dem Markt an Moy sicherlich gross. Rapperswil-Jona wird zudem dem Schweiz-Kanadier auch kaum das finanziell lukrativste Angebot unterbreiten. Ob der Wohlfühlfaktor ausreicht, um Moy weiter in der Ostschweiz zu halten, wird sich zeigen.
Die heisseste Aktie der Langnauer ist nun vom Markt: Dario Rohrbach wird im nächsten Sommer zum SC Bern wechseln. Dennoch gibt es weitere interessante Spieler, deren Vertrag im kommenden Sommer ausläuft. So kann auch Dario Allenspach seinen nächsten Verein schon bald aussuchen. In den letzten drei Jahren hat er seine Scorerpunkte stetig gesteigert. So hat der 22-Jährige in der letzten Spielzeit schon zehn Tore geschossen und acht weitere aufgelegt. Allenspach hat noch Entwicklungspotenzial und hat trotzdem schon die Erfahrung mitgemacht, wie es ist Schweizer Meistertitel zu gewinnen. Gut möglich, dass nach zwei Jahren im Emmental der nächste Schritt bevorsteht.
Der EHC Kloten setzt auch heuer auf ein Schweizer Goalieduo. Dieses wird angeführt von Ludovic Waeber. Will Kloten auch weiterhin auf Importtorhüter verzichten, müssen die Flughafenstädter ab dem kommenden Sommer erneut einen starken Schweizer Goalie im Kader wissen. Das einfachste wäre es daher, mit Ludovic Waeber zu verlängern. Er hat in der letzten Saison stabil gehalten, ohne glänzende Werte zu erreichen. Das kann Waeber sicherlich noch toppen und dann wären die Klotener in der hintersten Reihe gut aufgestellt und könnten sich zudem sechs Importspieler auf dem Feld leisten.
Der Goalie der Saanestädter ist zwar bereits 38 Jahre alt, doch er ist noch immer die ganz klare Nummer eins. Seit sieben Jahren steht der Zürcher bereits im Kasten der Drachen, stets überzeugt er mit tollen Leistungen. Vor allem in den Playoffs ist er in der Regel noch ein Ticken besser als bereits in der Regular Season. Fribourg wird durch den auslaufenden Vertrag von Berra die Situation auf dem Goaliemarkt genau beobachten. Im Sommer 2026 kommen gleich einige spannende Torhüter auf den Markt.
Enzo Corvi, Luca Hollenstein, Nico Gross, Michael Fora oder Chris Egli: Die Liste an möglichen schmerzhaften Abgängen beim HC Davos ist lang. Würde Simon Knak den Verein verlassen, könnte es die Bündner langfristig aber am härtesten treffen. Bei der Weltmeisterschaft hat der Flügel mit sechs Punkten gezeigt, welches Potenzial in ihm schlummert.
So besitzen die Nashville Predators die Rechte am Schweizer und auch der Vertrag in der Schweiz dauert nur noch bis zum kommenden Sommer. Knak wird eine heisse Aktie auf dem Transfermarkt sein und Davos wäre gut beraten, diese Aktie so schnell wie möglich vom Markt zu nehmen. Am Ende hat aber der Spieler selbst alle Optionen in der Hand, seinen nächsten Arbeitgeber zu wählen - sofern es nicht nach Nordamerika geht.
Der Schweizer Nationalspieler hat nicht die beste Saison hinter sich. Zum ersten Mal seit Jahren kam er - auch verletzungsbedingt - nicht in die Region rund um die 30 Punkte. Dennoch ist er ein zuverlässiger Spieler, der auch seine Zeit auf der Strafbank wesentlich reduziert hat. Im nächsten Sommer wird Herzog 31 Jahre alt sein und er kann noch seinen letzten richtig gut dotierten Vertrag unterzeichnen. Die Sportchefs der Liga wissen, was sie mit dem Flügelspieler erhalten werden und der Zuger kann sich womöglich ein letztes Mal in seiner Karriere umorientieren - sofern er das denn will.

Der SC Bern hatte in den letzten Jahren einige Importspieler, die nicht wie gewünscht funktioniert haben. Waltteri Merelä hat hingegen eingeschlagen. Herausragende 47 Punkte hat der Finne alleine in der Regular Season beisteuern können. Kaum in Bern angekommen, ist der 27-Jährige auch zum Assistenzcaptain ernannt worden. Merelä ist eine Leaderfigur, die man in der Hauptstadt wohl noch gerne länger als nur bis zum Ende der kommenden Saison sehen würde.
Auch die ZSC Lions tragen zu einem spannenden Goalie-Karussell bei. Bei den Zürchern ist es aber nicht ein Schweizer, der geht, sondern Simon Hrubec. Der Tscheche gehört zu den besten Goalies der Liga und ist absolut eine Importlizenz wert. Ob die Zürcher diese wieder an einen Torhüter vergeben wollen, ist ungewiss. Sollten sich die Lions für zwei Schweizer entscheiden, die Optionen auf dem Markt sind da, würde es nicht überraschen, wenn Hrubec innerhalb der Liga wechselt. Argumente für eine Verpflichtung hat er in den letzten Jahren genug hinterlassen. In den beiden Meistersaisons hat er beispielsweise in den Playoffs rund 94 Prozent aller Schüsse abgewehrt - ein Top-Wert.
Die grösste Gefahr lauert hier wohl sogar aus Nordamerika. Der Vertrag des Centers läuft aus und auch die NHL-Franchises dürften die Situation rund um den Westschweizer beobachten. Théo Rochette hat in der letzten Spielzeit einen gewaltigen Entwicklungssprung hingelegt. Vor allem in den Playoffs hat er scharf geschossen. Gleich elf Tore sind dem erst 23-Jährigen gelungen. Damit zeigte Rochette eindrücklich, dass er bereit ist, wenn es wirklich darauf ankommt. Diese Entwicklung ist auch Nati-Trainer Patrick Fischer nicht verborgen geblieben. Er hatte das vielversprechende Talent ins Prospect-Camp aufgeboten. Vom 20. bis zum 24. Juli konnte Théo Rochette seine Fähigkeiten Fischer präsentieren.
Arno Nussbaumer Dario Rohrbach Dominic Zwerger EHC Biel-Bienne EHC Kloten Eishockey EV Zug Genève-Servette HC HC Ajoie HC Ambri-Piotta HC Davos HC Fribourg-Gottéron HC Lugano Lausanne HC Ludovic Waeber Markus Granlund Michel Schuler Miro Zryd National League Niklas Schlegel Ramon Untersander Reto Berra SC Bern SC Rapperswil-Jona Lakers SCL Tigers Simon Knak Théo Rochette ZSC Lions