Auf der Redaktion von sport.ch blicken wir zurzeit immer wieder gespannt in die Social-Media-Accounts der National-League-Teams und hoffen auf die Vermeldung baldiger Top-Transfers von Spielern, die die Liga bereichern werden. Bei einigen Teams kam dies schon häufiger vor, andere hielten sich bisher zurück.
Wir haben pro Team die drei Top-Transfers erkoren und möchten euch diese etwas genauer vorstellen. Dies ist der zweite Teil der Serie, nachdem wir im ersten Teil auch schon die Teams EV Zug, SC Bern, HC Ambri-Piotta, EHC Biel-Bienne, HC Lugano, Lausanne HC und SCL Tigers angeschaut haben.
In Pruntrut rüstet man sich derzeit für die Mission Klassenerhalt, Teil 5. Wir müssen ehrlich sein, alles andere als die Ligaqualifikation käme überraschend, absolute Toptransfers blieben bisher mehrheitlich aus. Einige noch nicht allzu alte Spieler wurden geholt, bei ihren ehemaligen Vereinen konnten sie allerdings auch nicht die grossen Stricke zerreissen.
So mussten wir schlussendlich auf Anttoni Honka zurückgreifen, der bereits in der vergangenen Saison im Jura spielte, dort mit vielen Assists, vor allem in den Playouts und der Ligaqualifikation, überzeugen konnte. Er wurde nun fest verpflichtet. In der Defensive bekommt er neu die Unterstützung von Landsmann Niklas Friman, einem Weltmeister und Olympiasieger, der die Abwehr stabilisieren soll. Vorerst nur leihweise kommt hingegen Killian Mottet, der in der vergangenen Saison in Fribourg nicht mehr so wirklich auf Touren kam, zuvor aber immer wieder eindrücklich bewiesen hat, was er drauf hat. Beim HCA soll seinen zweiten Herbst lancieren.
Die Calvinstädter haben nach der enttäuschenden letzten Saison bereits mächtig zugeschlagen. Zu den drei oben genannten Spielern gesellt sich gar noch Taylor Beck hinzu, der zuletzt in der KHL brillierte, aber nicht an die drei Top-Transfers herankommt. Mit Matthew Verboon, Jason Akeson, Tim Bozon und Dave Sutter ist es den Genfern zudem gelungen, NL-erprobte oder aus anderen Gründen interessante Spieler für die Breite zu holen. Die drei mit Profiverträgen ausgestatteten Junioren, Simas Ignatavicius, Dovydas Jukna und Maxime Sauthier, sollen sich ans Profihockey gewöhnen.
Mit den Genfern ist in der kommenden Saison wieder deutlich weiter vorne zu rechnen, alleine schon wegen des Transfers von Stéphane Charlin, wohl der beste Transfer der ganzen Liga. Er nimmt aus Langnau gar noch seinen finnischen Kumpel Vili Saarijärvi mit, der sowohl in der Liga als auch an der Weltmeisterschaft seine Klasse häufig aufblitzen liess. Mit Jesse Puljujärvi stösst zudem die Nummer vier aus dem NHL-Draft von 2016 zum Team, seine Qualitäten sind unbestritten gut, zuletzt kam seine Karriere allerdings etwas ins Stocken.
Am Obersee gestaltete sich die Suche nach den Top-Drei-Transfers überaus einfach. Neben Robin Bisig und Janis Embacher, die mit 20 Jahren ihren ersten Profivertrag unterschrieben haben, gab es nämlich bisher nur deren drei Transfers.
Der namhafteste ist dabei sicherlich jener von Julius Honka. Nach seiner Ankunft aus Schweden hatte der Finne erst bei Bern und Genf einen schweren Stand, konnte sich dann aber in der abgelaufenen Saison beim HC Davos durchsetzen. Mauro Dufner hingegen verlor in der vergangenen Saison in Fribourg seinen Status als guter sechster Verteidiger, sammelte nur noch 13 Spiele, weswegen er sicherlich gerne abgegeben wurde. Die Rolle in der ersten Mannschaft hatte Marlon Graf nie wirklich inne, er absolvierte immer mehr Spiele bei den GCK Lions. Immerhin konnte er dort sein Talent immer wieder aufblitzen lassen und will dies nun am Obersee bestätigen.
Bei den Flughafenstädtern hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan. Ewan Huet kam zum Beispiel aus der WHL, Lukas Klok, Noah Delémont und Leandro Hausheer sollen die Abwehr verstärken. Kit Kimi Körbler und Simon Meier haben die Klotener zusätzlich zwei junge Spieler verpflichten, die zuletzt in den nordamerikanischen Jugendligen spielten. Mit Cyril Keller kommt auch ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs.
Mit Max Lindroth konnte aber ein potenzieller Superstar für die Abwehr verpflichtet werden. Dieser hatte in Schweden lange Mühe, ehe seine Leistungen nach dem Wechsel in die Liiga explodierten. In der vergangenen Saison punktete der Verteidiger für TPS starke 53-mal. Mit Brandon Gignac kommt zudem ein achtfacher NHL-Spieler, der vor allem in der Saison 2023/24 mit 55 Punkten in der AHL überzeugen konnte. Nicht zu vergessen ist aber auch Robert Leino. Der Finne zeigte sich in den letzten Jahren sehr konstant und punktete für Örebrö meist mit um die 30 Punkte.
Wahnsinnig viel wurde bei den Saanestädtern nicht verändert, die Transfers haben es allerdings in sich. So schaffte es beispielsweise Michael Kapla nicht in die Top-Drei, auch Jungtalent Ludvig Johnson oder Neuzugang Attilio Biasca scheiterten an den hohen "Anforderungen". Mit Lucas Hedlund aus dem SCRJ-Nachwuchs und Elijah Neuenschwander und Alessio Guignard wird zusätzlich frischer Wind hineingebracht.
Die Defensive dürfte das absolute Prunkstück der Fribourger werden. Auf den Rücktritt von Ryan Gunderson reagierte der HCFG mit dem Transfer vom in der Region aufgewachsenen Andrea Glauser, defensiv dürfte Patrik Nemeth für Ordnung sorgen, der zuletzt in Bern gezeigt hat, wie wohl er sich in der National League fühlt. Mit Henrik Borgström kommt zusätzlich in der Offensive ein Spieler mit NHL-Erfahrung, er punktete dort in 111 Spielen auch 26-mal. Zuletzt zeigte er beim HV71 mit 45 Punkten aus 50 Spielen, dass er durchaus eine Bereicherung für das Spiel der Drachen sein kann.

Wahnsinnig viel ging im Bündnerland bisher nicht. Da es bisher erst zwei Transfers gab, haben wir uns für den jungen Goalie Laurin Solèr als Nummer drei der Top-Transfers entschieden. Er wurde genau wie Simon Müller und Beni Waidacher aus der Jugend hochgezogen.
Immerhin sind die beiden Transfers solche mit grossen Namen. Lukas Frick hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Spieler beim LHC hochgearbeitet, war gar mitverantwortlich, dass man zuletzt zweimal bis in den Playoff-Final vorstossen konnte. Rasmus Asplund hat noch vor drei Jahren eine komplette Saison in der NHL für die Buffalo Sabres absolviert, dabei 27 Punkte erspielt. Zuletzt hatte er etwas Mühe, weswegen er sein Können vor allem in der AHL zeigen durfte.
"Never change a winning team" wird beim Meister definitiv grossgeschrieben, erst zwei Spieler wurden bisher verpflichtet. Zudem wurden Alessandro Segafredo und Daniel Olsson aus der Jugend ins Fanionteam gezogen. Zuletzt konnte man aber dank des Zuzugs des routinierten Kanadiers Andy Andreoff den Abgang von Juho Lammikko auffangen, der sein Glück bekanntlich nochmals in der NHL versucht.
Nebst dem Kanadier wurde auch Thierry Bader neu verpflichtet. Mit dem 27-Jährigen gewinnen die Zürcher Löwen einen NL-erprobten Center, der in Topform zumindest annähernd als Ersatz von Rohrer dienen könnte. Er war in den vergangenen drei Jahren auch immer wieder im Kreis der Nationalmannschaft, durfte schlussendlich aber nie an einer WM spielen. Womöglich ändert sich dies ja als möglicher Meister.
Alessandro Segafredo Andrea Glauser Andy Andreoff Anttoni Honka Brandon Gignac Daniel Olsson Dominic Hodel EHC Kloten Eishockey Genève-Servette HC HC Ajoie HC Davos HC Fribourg-Gottéron Henrik Borgström Jesse Puljujärvi Julius Honka Killian Mottet Laurin Solèr Lukas Frick Marlon Graf Mauro Dufner Max Lindroth National League Niklas Friman Patrik Nemeth Rasmus Asplund Robert Leino SC Rapperswil-Jona Lakers Stéphane Charlin Thierry Bader Vili Saarijärvi ZSC Lions