Viele Teams der National League haben ihre Kaderplanung für die kommende Saison 2025/26 noch nicht abgeschlossen. Doch auf der Goalie-Position dürfte sich nicht mehr allzu viel tun, haben doch alle Mannschaften ihr Goalie-Duo für die nächste Saison bereits unter Vertrag. Wir analysieren die besten Torhüter-Tandems der Liga mit Blick auf die kommende Spielzeit.
Das Schlusslicht unseres Goalie-Rankings für die kommende Saison bildet das Torhüter-Duo aus Pruntrut. In der vergangenen Spielzeit erhielten sowohl Benjamin Conz als auch Damiano Ciaccio ausreichend Einsatzzeit, aber keiner konnte sich nachhaltig auszeichnen. Conz gilt als klare Nummer eins und stand in 32 Partien zwischen den Pfosten, acht Einsätze mehr als sein Teamkollege. Mit einer Fangquote von 90,12% lag er zwar knapp vor Ciaccio (89,18%), wirklich überzeugend sind jedoch beide Werte nicht. Das Duo blieb damit hinter den Erwartungen zurück, mit Verbesserungspotenzial für die neue Saison.
Luca Boltshauser geht in seine vierte Saison bei den Tigers, mit Druck im Gepäck. Seine Fangquote sank in den letzten drei Jahren stetig und fiel zuletzt unter 90%. Erst in den Playoffs, als er den verletzten Stéphane Charlin ersetzte, zeigte er wieder starke Ansätze. Nach Charlins Abgang rückt Boltshauser zur neuen Nummer eins auf und muss grosse Fussstapfen füllen. Der 31-Jährige soll zudem als Mentor für den talentierten Robin Meyer (24) dienen, der sich mit starken Leistungen beim Swiss-League-Champion Visp für höhere Aufgaben empfohlen hat. Ein Duo mit Fragezeichen, aber auch mit Entwicklungspotenzial.

Ludovic Waeber führte den EHCK in der vergangenen Saison solide in die Playoffs, ohne Glanzwerte, aber mit Wirkung. Auch wenn seine Fangquote nicht herausragte, war er ein verlässlicher Rückhalt und sicherte seinem Team einige wichtige Siege. In der kommenden Saison dürfte seine Rolle noch zentraler werden: Back-up Sandro Zurkirchen hat den Club in Richtung Bern verlassen. Neu rückt Davide Fadani ins Team, der zuletzt bei den Bellinzona Snakes aktiv war. Als Nummer zwei hinter Waeber ist er eine eher unbekannte Grösse auf National-League-Niveau.
Niklas Schlegel und Joren van Pottelberghe gehen mit Wiedergutmachungsdrang in die neue Saison. Für Schlegel war die letzte Spielzeit eine der schwächsten seiner Karriere, auch weil er mit 36 Einsätzen stark gefordert war. Die Personalnot und der Fehlgriff bei Importgoalie Adam Huska zwangen ihn zu Überstunden. Nun soll van Pottelberghe für dringend nötige Entlastung sorgen. Beide haben ihr Potenzial auf NL-Niveau längst unter Beweis gestellt, müssen jetzt aber wieder ihre Konstanz und Form finden. Bleibt die Steigerung aus, droht den Bianconeri erneut eine durchzogene Saison.

Gilles Senn ist ein verlässlicher Rückhalt im Tor der Biancoblu, während Philip Wüthrich mit 27 Jahren längst kein Talent mehr, sondern ein ausgewiesener National-League-Goalie ist. Mit seinem Wechsel zum HCAP will Wüthrich sich endlich als Nummer eins empfehlen. Eine Chance, die ihm hinter Importgoalie Adam Reideborn in Bern verwehrt blieb. Doch auch Senn wird in seiner zweiten Spielzeit bei Ambri-Piotta alles daran setzen, noch eine Schippe draufzulegen. Ein spannendes Torhüter-Duo, bei dem es gut möglich ist, dass beide ungefähr gleich viel Spielzeit erhalten werden.
Von Adam Reideborn muss in der neuen Saison deutlich mehr kommen. Als Importgoalie leistet er sich bislang zu viele Fehler und zeigt zu inkonstante Leistungen. Mit der Verpflichtung des erfahrenen Sandro Zurkirchen (35), der in der vergangenen Saison bei Kloten mit einer Fangquote von 91,6% überzeugte, wächst der Druck auf Reideborn spürbar. Der 33-Jährige steht nun unter Zugzwang, liefert er nicht ab, könnte die kommende Saison seine letzte in der Schweiz werden, zumal sein Vertrag im Sommer 2026 ausläuft. Beide Torhüter bringen zwar viel Erfahrung mit, doch ob sie den SCB tatsächlich zum Meistertitel führen können, bleibt fraglich.
Reto Berra gehört auch mit 38 Jahren weiterhin zu den besten Schweizer Torhütern der Liga. In den Playoffs erreichte der erfahrene Veteran mit einer beeindruckenden Fangquote von 93,3% seine Topform und war massgeblich daran beteiligt, dass man den Lausanne HC im Playoff-Halbfinal über sieben Spiele fordern konnte. Doch die Belastung von 56 Spielen in der vergangenen Saison macht sich bemerkbar und Berra wird nicht jünger. Jungtalent Loic Galley könnte ihm künftig einiges an Last abnehmen. Der 23-Jährige überzeugte in seinen sechs Einsätzen mit einer starken 94,2% Fangquote und dürfte jetzt eine wichtigere Rolle erhalten und Berra häufiger eine Pause verschaffen.

Seit Jahren ist Melvin Nyffeler der verlässliche Rückhalt und die unangefochtene Nummer eins im Tor der St.Galler. Der 30-Jährige überzeugt konstant und bringt so manche gegnerischen Offensivspieler zur Verzweiflung. Dahinter steht mit Ivars Punnenovs ein stabiler und zuverlässiger Back-up, der jederzeit bereit ist, einzuspringen und Nyffeler zu entlasten. In Rapperswil dürften die Rollen erneut klar verteilt sein: Nyffeler als Nummer eins, Punnenovs als vertrauenswürdiger Ersatzmann. Ein eingespieltes Duo mit grossem Potenzial und bewährter Qualität.
Langsam, aber sicher nähern wir uns der Goalie-Elite der Schweiz. Leonardo Genoni, 37 Jahre alt, wurde kürzlich zum MVP der Weltmeisterschaft gekürt und beeindruckte im Dress der Nationalmannschaft. Das war umso bemerkenswerter, da er in der vergangenen Saison einen schwierigen Start mit einer längeren Verletzung hatte und in den Playoffs mit seinem Team hinter den Erwartungen zurückblieben ist. Sein Back-up Tim Wolf kennt seine Rolle genau und ist stets zur Stelle, wenn es darauf ankommt, etwa während Genonis Verletzungspause, in der Wolf als verlässlicher Ersatz überzeugte. Die Zuger verfügen über eines der stärksten Torhüter-Duos der Liga. Um jedoch realistische Chancen auf den Meistertitel zu wahren, müssen sie in der kommenden Saison wieder konstantere Leistungen zeigen.
Wie herausragend die letzten drei Saisons von Harri Säteri waren, zeigt sich allein daran, dass seine schwächste Spielzeit mit einer 91,9% Fangquote aus 43 Einsätzen trotzdem beeindruckend ist. In allen anderen Jahren lag seine Fangquote stets über 92%, sowohl in der Regular Season als auch in den Playoffs. Säteri ist seinen Importkontingentplatz definitiv wert und zählt zu den besten Torhütern der Liga. Hinter ihm wurde Luis Janett letzte Saison behutsam an die National League herangeführt und sammelte zehn Einsätze. Mit einer Fangquote von über 92% zeigte der 25-Jährige vielversprechende Ansätze und könnte in der kommenden Saison eine wichtige Rolle als Back-up und Lehrling von Säteri übernehmen. Auf der Goalie-Position sind die Seeländer somit exzellent aufgestellt.

Der HC Davos kann auf ein beeindruckendes Torhüter-Duo bauen. Sandro Aeschlimann präsentiert sich als Rückhalt von Nationaltorhüter-Kaliber, während der 25-jährige Luca Hollenstein weiterhin ehrgeizig um den Status als Nummer eins in der Liga kämpft. Beide glänzten in der vergangenen Saison mit ähnlich starken statistischen Werten, wobei Aeschlimann in der Regular Season zwölf Spiele mehr absolviert hatte und zudem in allen zehn Playoff-Partien zwischen den Pfosten stand. Hollensteins Vertrag läuft im kommenden Sommer aus, weshalb er mit Spitzenleistungen sein Potenzial für den nächsten Karriereschritt unter Beweis stellen möchte. Damit ist der HC Davos für einen möglichen langen Playoff-Run auf der Torhüterposition sehr gut gerüstet, denn im Tor ist man doppelt stark aufgestellt.
Robert Mayer durchlebte in den letzten beiden Spielzeiten einen deutlichen Einbruch bei seiner Abwehrquote, nicht zuletzt bedingt durch die schwankenden Leistungen seiner Vorderleute. Dennoch hexte der 35-Jährige 2023 den GSHC zum ersten Meistertitel in der Vereinsgeschichte und bewies eindrucksvoll, dass er zu den Besten der Liga zählen kann. Zusätzlich verstärkten sich die Genfer mit ihrem ehemaligen Junioren und dem besten Torhüter der vergangenen Regular Season (94,6% Fangquote), Stéphane Charlin. Mit seinen starken Auftritten wird Charlin voraussichtlich die Rolle als Nummer eins übernehmen, während Robert Mayer als verlässliche Nummer zwei agiert. Eine Position, in der er bei vielen Teams der National League zweifellos Stammspieler wäre. Es bleibt spannend, ob Charlin seine herausragenden Leistungen bestätigen kann und ob Mayer zu alter Stärke zurückfindet. Zusammen bilden sie ein Torhüter-Duo, das unseren dritten Podestplatz mehr als verdient hat.

Der zweifache Zürcher Meistergoalie muss sich zwar nur einem Duo geschlagen geben, doch die Lions verfügen mit Simon Hrubec und Robin Zumbühl über ein herausragendes Torhütergespann. Hrubec steht für Konstanz pur: Seit Jahren wehrt er konstant über 92% der Schüsse ab und zeigt gerade in den Playoffs immer wieder seine beste Form. Robin Zumbühl ergänzt das Duo als vielversprechender Back-up. Ein hauseigener Junior, gerade 26 Jahre jung, der in der vergangenen Saison in 15 Einsätzen mit einer beeindruckenden Fangquote von 93,9% überzeugte. Ein meisterliches Torhüter-Duo, das den Zürchern auch in der kommenden Saison Sicherheit und Qualität im Rückhalt garantiert.
Das wohl stärkste Torhüter-Duo kommt jedoch aus Lausanne, dank der Rückkehr des AHL-Goalies Connor Hughes. Bereits vor zwei Jahren harmonierten Hughes und Kevin Pasche perfekt und führten den LHC bis in den Playoff-Final. Anschliessend wagte Hughes den Schritt nach Nordamerika, während Pasche mühelos in seine Fussstapfen trat und sich als neue Nummer eins etablierte. Mit einer beeindruckenden Fangquote von 92,6% und zehn Shutouts führte Pasche den LHC zum ersten Qualifikationssieg der Vereinsgeschichte sowie zum erneuten Vizemeistertitel. Nach seiner herausragenden Saison ist es nahezu undenkbar, den 22-Jährigen noch als Nummer zwei zu sehen, vielmehr verfügen die Lausanner nun über zwei Torhüter auf Stammspieler-Niveau. Diese doppelte Besetzung dürfte sich über die gesamte Saison als Gold wert erweisen, auch wenn die Frage nach der klaren Nummer eins in den Playoffs sicherlich noch für Gesprächsstoff sorgen wird.

Adam Reideborn Benjamin Conz Connor Hughes Cyrill Brandenberg Damiano Ciaccio Davide Fadani EHC Biel-Bienne EHC Kloten Eishockey EV Zug Genève-Servette HC Gilles Senn Harri Säteri HC Ajoie HC Ambri-Piotta HC Davos HC Fribourg-Gottéron HC Lugano Ivars Punnenovs Joren van Pottelberghe Kevin Pasche Lausanne HC Leonardo Genoni Loïc Galley Luca Boltshauser Luca Hollenstein Ludovic Waeber Luis Janett Melvin Nyffeler National League Niklas Schlegel Philip Wüthrich Reto Berra Robert Mayer Robin Meyer Robin Zumbühl Sandro Aeschlimann Sandro Zurkirchen SC Bern SC Rapperswil-Jona Lakers SCL Tigers Simon Hrubec Stéphane Charlin Tim Wolf ZSC Lions