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Czarnik war der Königstransfer, doch auch andere Neuzugänge glänzten

Die Top-Transfers der National-League-Saison 2024/25

Die National League befindet sich in der Sommerpause, ideal also, um nochmals einen Blick zurück auf die vergangene Saison 2024/25 zu werfen. In diesem Artikel richten wir den Fokus auf die bedeutendsten Transfers der 14 NL-Klubs der letzten Saison. Diese Spieler haben aus unserer Sicht besonders eingeschlagen.

HC Ajoie: Jerry Turkulainen

Der finnische Topshot Jerry Turkulainen hat in seiner ersten Saison im Jura voll eingeschlagen. Mit neun Toren und 29 Assists war der flinke Flügelstürmer auf bestem Weg, sich die Krone des NL-Topscorers zu sichern. Doch eine bittere Unterkörperverletzung nach 30 Spielen stoppte seinen Lauf abrupt. Bis zu diesem Zeitpunkt übertraf Turkulainen sogar die Werte seines Teamkollegen Julius Nättinen, der am Saisonende als interner Topscorer dastand. Dass der 26-Jährige, trotz seiner langen Absenz, zweitbester Punktesammler der Jurassier blieb, spricht Bände über seine Klasse und seinen Einfluss auf das Spiel.

HC Lugano: David Aebischer

Nach einer Saison beim Ausbildungsverein HC Fribourg-Gottéron und drei konstant starken Jahren bei den Rapperswil-Jona Lakers wagte der Verteidiger den nächsten Karriereschritt und schloss sich dem HC Lugano an. Im Tessin fand der 24-Jährige schnell seinen Platz und avancierte auf Anhieb zur verlässlichen Stütze in der Defensive der Bianconeri. Neben seiner abgeklärten Abwehrarbeit konnte er mit insgesamt 17 Scorerpunkten auch offensiv Akzente setzen. In einer insgesamt durchzogenen Saison war er einer der wenigen Lichtblicke im enttäuschenden Team des HCL und dürfte sich als langfristiger Transfer als echter Gewinn für die Luganesi erweisen.

Genève-Servette HC: Markus Granlund

Der finnische Center, der vom HC Lugano in die Calvinstadt wechselte, kämpfte zwar zwischenzeitlich mit Verletzungsproblemen, fand nach seiner Rückkehr jedoch rasch zu beeindruckender Form. In nur 39 Spielen sammelte der 32-Jährige starke 47 Scorerpunkte, so viele wie nie zuvor in seiner NL-Karriere. Damit landete er ligaweit auf dem siebten Platz der Scorerliste und stellte mit einem Punkteschnitt von 1.21 pro Partie einen persönlichen Bestwert auf, übertroffen wurde dieser nur vom ebenfalls herausragenden Jerry Turkulainen. Markus Granlund, der jüngere Bruder von NHL-Star Mikael Granlund, hat sich damit nicht nur als Schlüsselspieler für Servette etabliert, sondern auch als einer der effizientesten Scorer der gesamten Liga. Ein Hoffnungsträger für bessere Zeiten in Genf.

EHC Biel-Bienne: Johnny Kneubühler

Über Lausanne und Ambri führte Johnny Kneubühlers Weg in der vergangenen Saison zum EHC Biel. Ein Wechsel, der sich für beide Seiten als Glücksgriff entpuppte. In seinem ersten Jahr bei den Seeländern durchlief der 29-jährige Flügelstürmer gleich zwei persönliche Meilensteine: Zum einen absolvierte er sein 400. Spiel in der National League, zum anderen übertraf er erstmals in seiner Karriere die Marke von 20 Scorerpunkten auf höchster Stufe.

Trotz der enttäuschenden Saison des EHC Biel, die mit Rang elf endete, zählte Kneubühler zu den positiven Erscheinungen. Mit 27 Scorerpunkten in 51 Spielen, er verpasste lediglich eine Partie, lieferte er starke Leistungen ab. Zusammen mit Lias Andersson gehört Kneubühler zu jenen Transfers, die sich voll bezahlt gemacht haben und dem EHCB auch in Zukunft wertvolle Stabilität und Tiefe im Kader verleihen.

HC Ambri-Piotta: Dominik Kubalik

In der Schweizer Hockeyszene bedarf Dominik Kubalik keiner grossen Vorstellung, denn sein beeindruckender Leistungsausweis spricht für sich. Bereits bei seinem ersten Engagement in Ambri zwischen 2017 und 2019 verzückte der Tscheche die Fans: Als Liga-Topscorer und MVP stellte er seine Extraklasse eindrücklich unter Beweis, bevor er den Sprung in die NHL gewagt hatte. Dort absolvierte er fünf Saisons und schaffte es gleich in seinem Rookie-Jahr unter die Finalisten für die Calder Trophy als bester Neuling der Liga.

Vergangenen Sommer gelang es Sportchef Paolo Duca, Kubalik zurück ins Tessin zu lotsen – ein echter Transfercoup. Und der 29-jährige Weltmeister knüpfte nahtlos an seine früheren Glanzleistungen an: Mit 52 Scorerpunkten aus 56 Spielen war Kubalik erneut eine der prägendsten Figuren im Leventiner Spiel. Ein Künstler mit Puckgefühl, Spielintelligenz und Torriecher, sowie ein echter Publikumsliebling. Auch wenn Ambri in den Play-Ins denkbar knapp an Kloten scheiterte, war Kubalik zweifellos einer der ganz grossen Lichtblicke der Saison, denn die Fans nach seinem Wechsel nach Zug schmerzlichst vermissen werden.

SC Rapperswil-Jona Lakers: Malte Strömwall

In Rapperswil trat Malte Strömwall ein schwieriges Erbe an, jenes von Roman Cervenka, der die Lakers über Jahre hinweg geprägt hatte. Doch der schwedische Neuzugang meisterte diese Herausforderung mit Bravour. Mit 23 Toren und 25 Assists avancierte Strömwall nicht nur zum treffsicheren Vollstrecker, sondern auch zum kreativen Spielmacher. Als einer der wenigen Spieler mit einem Punkteschnitt von über 1.0 pro Partie schaffte er es auf Anhieb unter die Top-Ten der Liga-Scorerliste. Ein Top-Transfer, der Rapperswil nachhaltig verstärkt hat.

SCL Tigers: Dario Allenspach

Dario Allenspach gehörte bislang zu den Spielern, die eher unter dem Radar flogen, doch in dieser Saison trat der 22-jährige Stürmer eindrucksvoll aus dem Schatten. Nach zwei Meistertiteln mit Zug wagte er den Wechsel zu den SCL Tigers, in der Hoffnung, dort eine grössere Rolle einnehmen zu können. Und genau das gelang ihm im Emmental.

Mit seiner unermüdlichen Energie, seinem Einsatzwillen und viel Zug zum Tor war Allenspach ein wichtiger Baustein im Spiel der Tigers und stellte mit 18 Scorerpunkten einen persönlichen Karrierebestwert auf. Ein gelungener Entwicklungsschritt für den jungen Schweizer, der sich für Langnau als echte Verstärkung erwiesen hat.

EHC Kloten: Ludovic Waeber

Mit Verpflichtungen wie Sami Niku, Daniel Audette oder Thomas Grégoire konnte der EHC Kloten in der vergangenen Saison gleich mehrere namhafte Neuzugänge präsentieren. Doch der vielleicht entscheidendste Transfer für den Erfolg der Flughafenstädter erfolgte zwischen den Pfosten: Die Verpflichtung von Ludovic Waeber erwies sich als Glücksgriff.

Der 28-jährige Goalie übernahm sofort die Rolle der Nummer eins und wurde zum verlässlichen Rückhalt auf dem Weg zur ersten Playoff-Teilnahme seit neun Jahren. Auch wenn seine Fangquote von 90,3 Prozent nicht zu den absoluten Spitzenwerten der Liga zählt, überzeugte Waeber mit seiner Ruhe, Konstanz und Präsenz im Tor. Immer wieder hielt er wichtige Siege fest und war damit eine zentrale Figur im Klotener Aufschwung.

HC Fribourg-Gottéron: Yannick Rathgeb

Nach sechs Jahren der Abwesenheit kehrte der 29-jährige Verteidiger in der vergangenen Saison zum HC Fribourg-Gottéron zurück. Zwar bekundete er zu Beginn noch etwas Anlaufschwierigkeiten, doch im Verlauf der Saison fand er immer besser in seinen Rhythmus und steigerte sich pünktlich zur entscheidenden Phase deutlich.

In den Playoffs avancierte der Zwei-Wege-Verteidiger zu einem der Schlüsselspieler im Team der Drachen. Mit insgesamt 22 Scorerpunkten bis zum Halbfinal-Aus unterstrich er eindrucksvoll seinen Wert, sowohl in der Defensive als auch mit Impulsen in der Offensive. Eine Rückkehr, die sich für Fribourg definitiv bezahlt machte.

HC Davos: Adam Tambellini

Adam Tambellini war in der Viertelfinal-Begegnung gegen den EV Zug der Mann der Stunde. Gleich mit zwei Hattricks schoss er den HCD in den Halbfinal. Doch Tambellini überzeugte nicht nur in der K.o.-Phase: Mit insgesamt 48 Scorerpunkten spielte der teaminterne Topscorer eine konstant starke Saison und war einer der offensiven Eckpfeiler im Team von Davos. Gemeinsam mit den ebenfalls starken Neuzugängen Filip Zadina und Simon Ryfors steht Tambellini sinnbildlich für das glückliche Händchen von Sportchef Jan Alston, der mit seinen Transfers erneut ein gutes Gespür bewiesen hat.

EV Zug: Mike Künzle

Mit Mike Künzle stiess ein erfahrener Powerflügel, zweifacher Schweizermeister und 38-facher Schweizer Nationalspieler im vergangenen Sommer neu zum Team. Ein Schweizer Spieler mit seinen Gardemassen und seinen offensiven Qualitäten findet man nicht tagtäglich. 13 Tore und 15 Assists gelangen dem 31-Jährigen in seiner ersten Saison in der Kolinstadt. Einzig seine Playoff-Aussetzer überschattete seine starken Leistungen während der Regular Season.

SC Bern: Austin Czarnik

Ohne Zweifel war Austin Czarnik der Transfercoup der Saison. Der erfahrene NHL-Crack fand in der Schweiz sofort seinen Rhythmus und benötigte keinerlei Eingewöhnungszeit. Im Gegenteil: In seiner ersten NL-Spielzeit sicherte sich der US-Amerikaner mit viel Spielintelligenz auf Anhieb die Krone des Liga-Topscorers.

Für den SC Bern war Czarnik mit 20 Toren und 38 Assists nicht nur Dreh- und Angelpunkt der Offensive, sondern oft auch der spielentscheidende Faktor. Umso schmerzlicher dürfte sein Wechsel zum Ligakonkurrenten Lausanne wiegen – ein Abgang, der in der Bundesstadt Spuren hinterlassen könnte.

ZSC Lions: Santtu Kinnunen

Die ZSC-Meistermannschaft blieb im vergangenen Sommer weitgehend zusammen, grosse Umwälzungen blieben aus. Dennoch setzte man punktuell gezielte Verstärkungen, unter anderem mit dem finnischen Verteidiger Santtu Kinnunen, der die Kadertiefe weiter erhöhte. Der 26-Jährige fügte sich nahtlos ins Teamgefüge ein und überzeugte trotz seiner eher defensiven Rolle mit soliden 16 Scorerpunkten in 45 Einsätzen. Damit leistete Kinnunen leise, aber wirkungsvoll, einen wertvollen Beitrag zum Titelgewinn.

Lausanne HC: Gavin Bayreuther

Nachdem Christian Djoos den Vizemeister in Richtung Schweden verlassen hatte, verstärkten sich die Lausanner mit zwei neuen Import-Verteidigern. Neben dem Tschechen David Sklenicka wusste vor allem auch der US-Amerikaner Gavin Bayreuther zu überzeugen. Der offensive Verteidiger beeindruckte mit starken Statistiken und gehörte beim HC Lausanne zu den Dauerbrennern: Nur sein Verteidigungskollege Andrea Glauser kam auf mehr Eiszeit als der 31-Jährige. Mit 31 Scorerpunkten lieferte Bayreuther zudem eine ansprechende Offensivleistung und brachte gleichzeitig die nötige körperliche Präsenz mit, eine wichtige Komponente für einen ambitionierten Playoff-Run. Umso überraschender ist es, dass Bayreuther bereits nach nur einer Saison seine Sachen in Lausanne packen muss.

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2025-06-05 23:22:44