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Die Silbermedaille als Faustpfand in den Verhandlungen

Neun Schweizer mit einem auslaufenden Vertrag

Einmal mehr hat es der Schweizer Nationalmannschaft zu einer Silbermedaille an der Weltmeisterschaft gereicht. Dabei haben sich zahlreiche Spieler auszeichnen können. Für einige Akteure dürfte dies auch persönlich erfreuliche Konsequenzen bedeuten. Bei neun Spielern im Silberteam läuft der Vertrag zum Ende der nächsten Saison aus. Ein Karrieresprung steht damit in Aussicht.

Sandro Aeschlimann (HC Davos)

Zu einem Einsatz an der Weltmeisterschaft hat es Sandro Aeschlimann nicht gereicht. Dennoch ist er eine heisse Aktie auf dem Goaliemarkt. 2026 werden etliche Verträge auf seiner Position in der National League auslaufen. Daher hat auch Aeschlimann von einer Klausel in seinem Vertrag Gebrauch gemacht, die es erlaubt, den HC Davos nach dem Ende der Saison 2025/2026 zu verlassen. Der 30-Jährige ist in den letzten Jahren im Landwassertal zu einem der besten Goalies der Liga gereift, daher kann er sich seinen neuen Arbeitgeber wohl aussuchen.  

Dominik Egli (Frölunda HC/SHL)

Im letzten Sommer wechselte Dominik Egli aus der Schweiz nach Schweden. Das Ziel des Verteidigers war es, sein Hockey-Skillset kompletter zu machen. Dafür hat Egli noch mindestens ein Jahr Zeit. Gut möglich, dass der 26-Jährige dann in die Schweiz zurückkehren wird. In der Heimat dürfte Egli mehr Geld verdienen können als in Schweden. Das ist ein Argument, das den Ostschweizer zurücklocken könnte. An der Weltmeisterschaft hat Dominik Egli einen soliden Job erledigt. Eine Hauptrolle nahm er zwar nicht ein, dennoch durfte er am Ende in drei Partien aufs Eis. Damit hat er den wichtigen Spielern des Teams Verschnaufpausen verschafft. 

Michael Fora (HC Davos)

Der Verteidiger ist ein geborener Leader. Über mehrere Jahre amtete Michael Fora beim HC Ambri-Piotta als Captain und auch beim HC Davos lief der Abwehrspieler zeitweise mit dem "A" auf der Brust auf. Mit Fora ist kein filigraner Techniker auf dem Markt, sondern ein grossgewachsener Verteidiger, der auch von der einen oder anderen Strafe nicht zurückschreckt. Patrick Fischer setzte in jeder Partie auf Michael Fora. Nur im Spiel gegen Österreich kam der Verteidiger auf weniger als 13 Minuten Eiszeit. Damit hat er seinen verlässlichen Wert auch auf internationaler Bühne einmal mehr unterstrichen. Der HCD dürfte sicherlich daran interessiert sein, den auslaufenden Vertrag mit Fora zu verlängern, doch auch eine Rückkehr ins Tessin ist nicht auszuschliessen. 

Janis Moser (Tampa Bay Lightning/NHL)

Durch das frühe Playoff-Out der Tampa Bay Lightning hat Janis Moser die gesamte Weltmeisterschaft für die Schweiz absolvieren können. Obschon der Verteidiger gute Leistungen hat zeigen können, bringt für seinen Vertrag die Performance an der WM weitaus weniger Argumente, die man monetarisieren könnte. Beim NHL-Schweizer sind die Leistungen in der besten Hockeyliga der Welt relevant. Dort hat Moser bei seinem neuen Verein überzeugen können. Auch der Captain seines Teams, Victor Hedman, fand nur lobende Worte für Moser.

"Obwohl er lange fehlte, hat er in den Playoffs überragend gespielt. Das gibt ihm und uns Selbstvertrauen. Ich hoffe, er kann im Sommer hart arbeiten, dann kann er nächstes Jahr noch besser sein."

Victor Hedman, nhl.com, 03.05.2025

Es steht ausser Frage, dass Moser auch im kommenden Sommer einen NHL-Vertrag erhalten wird. Wo und zu welchen Konditionen - das hängt von seinen Leistungen im nächsten Jahr ab. 

Seit 2021 spielt Janis Moser in der NHL. (Claudio Thoma/freshfocus)

Ken Jäger (Lausanne HC)

Ken Jäger ist seit dieser Saison der Captain des Vizemeisters. Bei Lausanne nimmt der gebürtige Davoser schon länger eine gewichtige Rolle ein. Im Dress der Nationalmannschaft hat Jäger im Mai seine zweite Weltmeisterschaft absolviert. Dabei ist auch seine Rolle in der Nationalauswahl grösser geworden. In allen zehn WM-Spielen stand Jäger auf dem Eis. Dabei sind ihm zwar "nur" fünf Scorerpunkte gelungen, doch seine Plus-Minus-Bilanz von +9 zeugt von einem grossen positiven Einfluss seiner Linie. Da Jäger im nächsten Sommer 28 Jahre alt wird, steht eine gewichtige Entscheidung bevor. Mit Sicherheit wird Ken Jäger in Bälde den lukrativsten Vertrag seiner Karriere unterschreiben, ob er irgendwo bessere sportliche Perspektiven als in Lausanne vorfindet, ist unklar.

Simon Knak (HC Davos)

Der HC Davos muss auch noch um einen dritten hochkarätigen Abgang fürchten. Neben Aeschlimann und Fora läuft auch der Vertrag von Simon Knak aus. Der 23-Jährige ist einer der Gewinner der Weltmeisterschaft. Knak hat in einer der hinteren beiden Reihen seine Rolle herausragend ausgeübt und war stets ein ekliger Gegenspieler. Seine kämpferische Art war zudem an der WM für seine Verhältnisse auch noch aussergewöhnlich produktiv. Gleich sechs Scorerpunkte durfte sich der gebürtige Zürcher anschreiben lassen. Die Plus-Minus-Bilanz von +11 liest sich ebenfalls herausragend. Knak hat beste Werbung in eigener Sache betrieben, es dürfte nicht an Interessenten in der National League mangeln.

Tyler Moy (SC Rapperswil-Jona Lakers)

Der US-Schweizer liebäugelt gar mit einem Abgang in die USA. Tyler Moy würde sich gerne seinen Traum von der NHL erfüllten. Wenn nicht jetzt, wann dann? An der Weltmeisterschaft ist der Spieler der SC Rapperswil Jona Lakers teilweise in der ersten Linie aufgelaufen. Nach zwei Ausbootungen kurz vor dem WM-Start in den letzten Jahren hat sich der Scharfschütze dieses Jahr eindrücklich festgesetzt. Vier Tore und acht Assists sind Moy geglückt, das reichte, um teaminterner Topscorer zu werden. Auch wenn es mit seinem NHL-Traum nicht klappt, dürfte dem 29-Jährigen im nächsten Sommer eine satte Lohnerhöhung bevorstehen. Es werden wohl auch Teams mit einem grösseren sportlichen Renommee als der SCRJ um Moy mitbieten.  

Sandro Schmid (HC Fribourg-Gottéron)

Auch Sandro Schmid hat sich an der WM von seiner besten Seite präsentiert. Schon im ersten Spiel gegen Tschechien traf der Angreifer zum zwischenzeitlichen 3:3 und wurde zum Man of the Match auf Schweizer Seite ausgezeichnet. Diesen Schwung hat der Fribourger mitgenommen und am Ende starke sieben Scorerpunkte verzeichnen können. Im kommenden Sommer wird Schmid 25 Jahre alt sein, damit hat er noch Entwicklungspotenzial. Das dürfte weitere Interessenten auch nicht gerade abschrecken, damit ist es mehr als ungewiss, ob die Saanestädter Sandro Schmid halten können. 

Dario Rohrbach (SCL Tigers)

Ein Sonderfall in dieser Auflistung ist Dario Rohrbach. In dieser Saison hat der Tigers-Angreifer zwar für die Nationalmannschaft debütiert, doch an der Weltmeisterschaft wurde Rohrbach am Ende nicht registriert. Zu viele Spieler aus der NHL sind am Ende nach Dänemark und Schweden gereist, um die Schweizer zu verstärken. Mit der Anreise von Nino Niederreiter ist Rohrbachs Traum endgültig geplatzt. Dennoch dürfte der 26-Jährige im nächsten Sommer für die Langnauer nicht zu halten sein. Seine Entwicklung in den letzten Jahren ist schlichtweg zu gut. Mit zwölf Toren und 20 Assists hat er in der abgelaufenen Saison eine persönliche Bestmarke gesetzt. 

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2025-06-02 23:00:32