Nach den Play-Ins stehen in der National League die Playoff-Viertelfinals auf dem Programm. Acht Teams kämpfen um den Meistertitel im Schweizer Eishockey. Doch wer sind eigentlich die Schlüsselspieler der jeweiligen Teams? Diese Frage haben wir uns gestellt und versucht sie zu beantworten.
Bei den SCL Tigers stellt sich eigentlich keine Frage um den Schlüsselspieler. Stéphane Charlin ist der MVP der Regular Season und der wichtigste Spieler im Kader der Langnauer. Nur ist der Schlussmann derzeit noch verletzt und es stellt sich die Frage, wer jetzt die Rolle des Schlüsselspielers einnehmen soll. Wir haben uns aus verschiedenen Gründen für Harri Pesonen entschieden.
Der Finne ist schlecht in die Saison gestartet und konnte sich erst mit der Zeit fangen. Am Ende wäre er um ein Haar noch Topscorer der Emmentaler geworden. Wollen die SCL Tigers eine Chance gegen den Lausanne HC haben, dann müssen Tore her. Daran mangelte es während der Regular Season, auch weil die Importspieler nicht in Scorerlaune waren. Das muss sich schleunigst ändern und Harri Pesonen ist der Leader, der gegen sein ehemaliges Team vorangehen muss.
Bei den Flughafenstädtern schien während der ganzen Saison Miro Aaltonen die richtige Wahl zu sein, was danach geschehen ist, müssen wir nicht erneut im Detail erklären. Stürmer Pontus Åberg schaffte es allerdings, die hinterlassene Lücke einigermassen zu füllen. Während es ihm bei den SC Rapperswil-Jona Lakers nicht nach Wunsch lief, blüht er nach dem Wechsel in die Flughafenstadt auf. In 15 Spielen für den EHC Kloten kommt Åberg auf 16 Scorerpunkte. Will der EHCK im Derby gegen die ZSC Lions für Furore sorgen, dann muss sich Åberg in Topform präsentieren, wie er es bereits in den Spielen gegen den HC Ambri-Piotta getan hatte.
Mit 132 erzielten Toren in 52 Partien verfügte der HC Fribourg-Gottéron über die drittschlechteste Offensive der Regular Season. Marcus Sörensen kam als einziger Spieler der Saanestädter auf über 20 Treffer. 22-mal konnte der Schwede einen Treffer bejubeln. Das sind neun Tore mehr als Sandro Schmid und Julien Sprunger, die zweitbesten Torschützen Gottérons. Entsprechend ist der Schluss schnell gezogen: Marcus Sörensen muss diese Form mindestens aufrechterhalten, will der HC Fribourg-Gottéron offensiv nur annähernd mit dem SC Bern mithalten, der in der Regular Season 33 Treffer mehr erzielt hatte. Aber auch die weiteren Spieler des Saanestädter müssen beim Toreschiessen eine Schippe drauflegen.
Die Bündner mussten noch vor dem Ende der Regular Season die bittere Nachricht hinnehmen, dass Enzo Corvi bis zum Saisonende ausfallen wird. Der Center sammelte 27 Scorerpunkte in 42 Partien und war der beste Schweizer Scorer der Bündner. Soll es nun in den Playoffs weit gehen, müssen die anderen Schweizer in seine Fussstapfen treten. Ein möglicher Kandidat ist Valentin Nussbaumer. Der Offensivspieler verfügt ebenfalls über eine gute Übersicht und denkt noch etwas öfter selbst an den Abschluss.
Kommen wir zu den vier besten Teams der Regular Season und beginnen beim EV Zug. Dass Leonardo Genoni im Tor der Zentralschweizer ein Schlüsselspieler ist, muss man wohl keinem Schweizer Eishockeyfan mehr erklären. Wir haben trotzdem den siebenfachen Schweizer Meister gewählt. Das hat einen speziellen Grund: 22 Partien hat der Goalie in dieser Saison bislang absolviert. In seiner ganzen Karriere kam Genoni nie auf weniger als 31 Spiele vor dem Start in die Playoffs. Das will heissen: Er ist in bester Verfassung und ausserdem noch frisch im Kopf. Die Gegner des EV Zug werden sich warm anziehen müssen, denn mit 173 Treffern verfügte der EVZ in der Regular Season bereits über die beste Offensive.
Wie bereits im Abschnitt des HC Fribourg-Gottéron erwähnt, hat der SC Bern in der vergangenen Regular Season 165 Tore erzielt. Nur der EV Zug war mit acht Toren mehr noch produktiver. Geht es um die starke Offensive der Mutzen, dann ist der Schlüsselspieler schnell gefunden. Austin Czarnik wusste offensiv auf ganzer Linie zu überzeugen und war ein absoluter Top-Transfer. Kann er diese Leistungen in den Playoffs aber nicht bestätigen, dann wird es dem SCB kaum so gut laufen.
Sven Andrighetto ist ein Schlüsselspieler bei den ZSC Lions, das hat der Stürmer in dieser Saison schon mehrfach bewiesen. Ein Beweis ist die Champions Hockey League. Mit 22 Scorerpunkten in zwölf Partien wurde Andrighetto zum MVP gewählt und war ein wichtiger Baustein des Erfolgs bei den Zürchern. Soll das Double her, dann muss Andrighetto an die Leistungen der entscheidenden CHL-Partien anknüpfen und die Lions werden noch schwieriger zu schlagen sein.
Kommen wir zum Abschluss noch zum Qualifikationssieger aus dem Waadtland. Diese Leistung hat der Lausanne HC erbracht, ohne dass die Importspieler, bis auf Antti Suomela, zu den produktivsten Spielern der Liga gehört haben. Wirft man aber einen Blick auf die Playoffs vor einem Jahr, dann fällt einem Michael Raffl auf. Der Österreicher wusste zu überzeugen. Er war nicht nur Leader und physisch unterwegs, er wusste auch, wo das Tor stand. Ein solcher Raffl könnte Lausanne auch in diesen Playoffs guttun.
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